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Interessant finde ich übrigens diese am Rande getätigte Bemerkung in dem Pressegespräch:
So sehe zum Beispiel der Operationsplan Deutschland insgesamt zwölf Heimatschutzregimenter vor (bislang gibt es vier, ein fünftes wird demnächst in Mecklenburg-Vorpommern in Dienst gestellt).
Zwölf Heimatschutzregimenter sind doppelt so viele wie bisher als Planung öffentlich bekannt. Und meines Wissens kriegt man die sechs bisher ausgeplanten auch jetzt schon nicht voll.
Laut diesem Artikel plant das Heer die Aufstellung eines Korpsartilleriebataillons mit drei Batterien und insgesamt 36 Raketenwerfern. Daneben soll es zwei Divisionsartilleriebataillone geben, die auch über eine Werferfähigkeit verfügen.
Interessant sind natürlich hier die Kommentare der User, von denen nicht wenige aktive Soldaten sind. Hier wird sogar Frau Döring als "Nestbeschmutzerin" beschimpft, die man als Erste einsparen könnte.
Aufhorchen lässt mich persönlich, dass bei den Offizieren die Planstellen zu 99% ausgeschöpft sind und dadurch selbst die eigentlich anstehenden Beförderungen der OAs zu Leutnanten in Frage steht.
Was sind die Gründe für diese Abbrüche? Hat die tolle Werbung der Bundeswehr den Interessenten zu viel oder das Falsche versprochen? Decken sich der durch die Werbung versprochene Anspruch an die Bundeswehr und die Truppenwirklichkeit nicht? Hat man nicht zu ändernde Eigentümlichkeiten einer Armee nicht offen kommuniziert?
Es kann bei einer Armee, die sich zunehmend auf einen scharfen Einsatz einstellen muss, eben keine wirklich flexiblen Arbeitszeiten oder kein "Home-Office" geben.
Es wird auch kaum für alle Soldaten eine heimatnahe Einberufen geben, da es sehr viele Standorte einfach nicht mehr gibt.
Meine persönliche Meinung dazu: die Bundeswehr macht vielleicht falsche Versprechungen oder sagt den Bewerbern nicht alles. Allerdings frage ich mich ernsthaft, ob die heutige Jugend wirklich so in ihrer Blase lebt, dass einem nicht (mehr) klar ist, dass ein Beruf als Soldat auch ein Ende nehmen kann, dass nicht unbedingt erfreulich ist. Sieht man ja vielleicht auch daran, dass seit dem Krieg in der Ukraine die Bewerberzahlen deutlich abgenommen haben.
Das Thema "heimatnah" war aber doch auch schon zu Zeiten der Wehrpflicht ein ewiger Kampf, da die Kreiswehrersatzämter immer genau das Gegenteil von dem gemacht haben, was der Rekrut angab. Hier muss man dann aber in der heutigen Zeit schon mal hinterfragen, was die Karriereberater den Bewerbern erzählen. Apropos: Ich habe bis vor Kurzem nicht mal gewusst, dass die Bundeswehr in Schweinfurt ein Karrierebüro betreibt. Leiterin ist eine Frau Stabsfeldwebel. Fehlende Sichtbarkeit trägt vielleicht auch nicht unbedingt zu steigenden Bewerberzahlen bei.
Allerdings ist doch auch die Erwartungshaltung an einen Arbeitgeber eine ganz andere. Meine Frau hat mir kürzlich erzählt, dass ihr Arbeitgeber händeringend nach fähigen Mitarbeitern sucht, da sie u.a. in ihrer Abteilung schon längere Zeit vakante Planstellen habe. Da kommen Bewerber, die woanders frisch ausgelernt haben und die zweite Frage ist: Wie sieht es aus mit einem Dienstwagen? Und dann wird gefragt, ob die Firma eine Wohnung im Umkreis von maximal 20 km suchen kann. Dann würde man zusagen.
Momentan haben wir vielleicht NOCH einen Bewerbermarkt auf dem Arbeitsmarkt. Aber mit Blick auf die schon erfolgten und bevorstehenden Einschläge in Sachen Arbeitsplatzabbau wird sich das meiner Meinung nach wieder ändern. Dann ist die Bundeswehr vielleicht doch wieder ein attraktiver Arbeitgeber.
In Sachen IT-Spezialisten hat kürzlich bei einer Veranstaltung unserer RK ein Kamerad, der bei CIMIC in Nienburg übt, erzählt, dass dort ein stark übergewichtiger Kamerad, der zwar am PC ein absoluter Freak ist, aber sonst rein gar nichts soldatisches an sich hat, zum Oberstabsgefreiten befördert wurde. Hierzu kam sogar der Befehlshaber, ein Brigadegeneral, persönlich.
Quintessenz bleibt aber immer noch für mich: Die Bundeswehr schafft es auch 13 Jahre nach Aussetzung der Wehrpflicht nicht, sich in gewünschtem Maße als Arbeitgebermarke zu positionieren.
Zuletzt geändert von DeltaEcho80; 17.09.2024, 18:04.
"Er könnte zwei Fallschirmjägerbrigaden aufstellen, habe aber lediglich 60 Prozent des benötigten Logistik- und IT-Personals, sagte Alfons Mais, Inspekteur des Heeres"
Die Abbruchquote der neu rekrutieren Soldaten liegt bei 27 %!! Jede zivile Großfirma, die so etwas erlebt, würde sofort ihren Personalchef feuern. Leider wird gerade auf diesen entscheidenden Punkt in dem Artikel nicht näher eingegangen.
Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl dass diese Abbruchquote in den letzten Jahren schon mal höher lag. Wenn ich gerade mal etwas google, kommt etwa eine Abbruchquote von 20% bei Offiziersanwärtern (2018) oder insbesondere bei FWDL 24,7% (2012) bzw. 27,9% (2011).
Bei den FWDL wurde vor rund 10 Jahren wegen dieser ähnlich hohen Abbruchquote eine Umfrage gemacht, an der rund 20% der Abbrechenden teilnahmen. Damals genannte Hauptgründe waren fehlende heimatnahe Stationierung (37%), bessere zivilberufliche Alternative (34%) und mangelnde Zukunftsperspektive in der Bw (34%). Dabei muss man natürlich bedenken dass die FWDL-"Laufbahn" ja schon immer eher die Resterampe ist, auf die man Kandidaten schiebt, für die man aus verschiedenen Gründen keine Verpflichtungsperspektive in der Mannschaftslaufbahn hat.
51,6% der FWDL-Abbrecher damals entschieden sich auch bereits im ersten Monat für den Abbruch, was eher darauf hindeutet dass diese mit falschen Erwartungen den Dienst begannen.
[...] sondern bei der Logistik, natürlich bei der IT, bei Teilen der Pioniere und im Sanitätsdienst. Logisch, das sind genau die Mangelberufe, wo es auch in der zivilen Arbeitswelt fehlt.
Wobei erschwerend hinzu kommt, dass es bei der Bundeswehr bespielsweise eng gefasste Altersgrenzen zur Verpflichtung gibt. Gerade im Bereich Logistik und IT arbeiten in der zivilen Arbeitswelt in Bereichen, mit denen die Bundeswehr konkurriert, auch viele Quereinsteiger die eher im Altersbereich 40-60 sind.
Anmerkung dazu: Ich hatte beruflich in der Vergangenheit ein paar mal mit der BWI zu tun, also dem Bundeswehr-eigenen IT-Dienstleistungsunternehmen. Und auch einmal mit Angestellten von BwFuhrparkService. Auch dort sind sowohl vom "Altbestand" als auch unter Neuzugängen recht oft Quereinsteiger älterer Jahrgänge vertreten.
Bei ZEIT-Online gibt es einen Artikel zu derzeitigen Stand der Personalgewinnung bei der Bundeswehr und den dabei auftretenden Problemen mit Aussagen der Abteilungsleiterin Personal im BMVg:
Die Bundeswehr soll wachsen, schrumpft aber. Hohe Abbrecherquoten und fehlende Finanzmittel machen ihr zu schaffen. Verteidigungsminister Pistorius gelingt keine Wende.
Interessant finde ich dabei folgende Punkte:
- Weiterverpflichtungen von qualifiziertem Personal scheitern an fehlenden Haushaltsmitteln
- Es fehlte nicht an Personal bei den Kampftruppen, sondern bei der Logistik, natürlich bei der IT, bei Teilen der Pioniere und im Sanitätsdienst. Logisch, das sind genau die Mangelberufe, wo es auch in der zivilen Arbeitswelt fehlt.
- Die Abbruchquote der neu rekrutieren Soldaten liegt bei 27 %!! Jede zivile Großfirma, die so etwas erlebt, würde sofort ihren Personalchef feuern. Leider wird gerade auf diesen entscheidenden Punkt in dem Artikel nicht näher eingegangen. Was sind die Gründe für diese Abbrüche? Hat die tolle Werbung der Bundeswehr den Interessenten zu viel oder das Falsche versprochen? Decken sich der durch die Werbung versprochene Anspruch an die Bundeswehr und die Truppenwirklichkeit nicht? Hat man nicht zu ändernde Eigentümlichkeiten einer Armee nicht offen kommuniziert?
Es kann bei einer Armee, die sich zunehmend auf einen scharfen Einsatz einstellen muss, eben keine wirklich flexiblen Arbeitszeiten oder kein "Home-Office" geben.
Es wird auch kaum für alle Soldaten eine heimatnahe Einberufen geben, da es sehr viele Standorte einfach nicht mehr gibt.
Die neuen IRIS-T-SLM-Flugabwehrsysteme kommen nach Todendorf zur Flugabwehrraketengruppe 61. Ergibt Sinn, diese hat ja erst kürzlich ihre Mantis abgegeben.
Im schleswig-holsteinischen Bundeswehrstandort Todendorf haben Bundeskanzler Scholz und Bundesverteidungsminister Pistorius ein hochmodernes Luftverteidigungssystem in den Dienst gestellt. Es soll der europäischen Sicherheit dienen.
Die Bundesregierung hat heute mehrere Gesetzesentwürfe gebilligt und an den Bundestag zur weiteren Abstimmung weiter geleitet:
> "Das Gesetz zur weiteren Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft und zur Änderung von Vorschriften für die Bundeswehr". Hier wird auch die Soldaten-Arbeitszeitverordnung den wahren Gegebenheiten angepasst. Weiter wurden finanzielle Regelungen für die Brigade in Litauen in Sachen Trennungsgeld und Umzugskosten aufgenommen.
> Das Arbeitssicherstellungsgesetz (!) aus den 1960er Jahren bzw. dessen räumlicher und sachlicher Anwendungsbereich werden angepasst. Hier werden weitere Wirtschaftsbereiche aufgenommen, für die das Gesetz künftig gilt, u.a. Betriebe, die Militärausrüstung herstellen.
Hier der Link zum entsprechenden Artikel bei Wiegold:
Sönke Neitzel und Generalleutnant a.D. Frank Leidnberger in der FAZ zum Mangel an Drohnen:
"Müsste das deutsche Heer morgen in eine Schlacht ziehen, gliche es wohl einem Kavallerieverband im Zeitalter des Maschinengewehrs."
"Erkannt sind die Herausforderungen also durchaus. Doch bei der Truppe ist davon kaum etwas angekommen. Die Strukturen sind langsam, und es fehlt trotz des Sondervermögens an Geld."
"Wenn die Bundeswehr in Litauen nicht nur einen Stolperdraht bilden, sondern effektiv kämpfen können soll, müssen es Regierung und Parlament endlich schaffen, sie rasch zu modernisieren. Sonst bleibt im Ernstfall wohl nur die Hoffnung, dass die eigenen Truppen von Göttern und die feindlichen von Idioten geführt werden."
Die Bundeswehr ohne bewaffnete Drohnen wäre, als hätte die Kaiserliche Armee bewaffnete Flugzeuge abgelehnt: Warum wir ein innovatives Zusammenwirken von Rüstungsindustrie, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Bundeswehr brauchen. Ein Gastbeitrag.
Mehr Details zur Reform der Spitzengliederung: Die Verschmelzung von Einsatzführungskommando und Territorialem Führungskommando spart immerhin 400 Dienstposten ein. Was die neue Unterstützungsstruktur einspart, wird leider nicht berichtet:
Das Verteidigungsministerium hat einen ersten Zwischenstand zur Reform der Bundeswehr veröffentlicht. Demnach gibt es erste Bewegungen bei der Umstrukturierung der Führungskommandos, inklusive der Nennung des neuen Kommandeurs, sowie beim neuen Unterstützungskommando, dass Streitkräftebasis und Zentralen Sanitätsdienst in sich vereinen soll. Operatives Führungskommando spart Personal Das neue Operative Führungskommando der Bundeswehr (OpFüKdoBw) wird die bisher auf […]
Die B9-Stellen scheinen sich nicht groß zu ändern, immerhin bekommt der Dreisterne-Kommandeur des Operativen Führungskommando einen weiteren Dreisterner als Stellvertreter...
Das trifft genau den Kern der Sache, die Bundeswehr hätte keine einzige der hier benötigten Dienstleistungen in ausreichendem Umfang.
Beim THW gäbe es diese in Form des in den letzten Jahren etablierten "Bereitstellungsraum 500"-Konzepts. Allerdings werden auch dort Teilleistungen nicht vorgehalten, sondern bedarfsweise zivil angemietet - vor allem die Sanitärcontainer.
Beim SysBR500 handelt es sich um vorgeplant aus anderen Einheiten und Zusatzmaterial zusammengestellte Feldlagerbetriebskompanien im Sinne des Aufbaus und Betriebs von Infrastruktur für Feldlager für Einsatzkräfte (ohne die Unterbringung selbst). Also Meldeköpfe und Lotsendienste, Abstellflächen für Fahrzeuge, Wartungs-/Instandsetzungspunkte, Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung, Kommunikationsnetz, Verpflegung für bis zu 1000 Personen mehrmals täglich, Verbrauchsgüterlogistik.
Bei der Bundeswehr dürfte vergleichbares durch die Feldlagerbetriebskompanien SpezPiRgt in Kombination mit Logistikeinheiten durchaus "möglich" sein. Aber die wären im V-Fall ja anderweitig verplant.
Ich finde den Kommentar vom 16.07.2024, 20:10 Uhr am sinnvollsten: "Und wenn man dann schaut was man für so ein CSC benötigt… stellt man fix fest das macht bereits heute jeder Messe oder Event Betreiber.
Man braucht stellfläche für die Fahrzeuge… da nimmt man sich die Rastplätze links und rechts der Autobahn…
Man braucht braucht Betriebsstoff Versorgung. Da nimmt man die Autobahntanstellen und stellt sicher das die ausreichend Beliefert werden.
Die Soldaten müssen ihre Notdurft verrichten und sich waschen…. jeder der Mal auf einem x-belibigen Festival war kennt die Mobilen Lösungen der Messebauer dafür.
Catering ist auch kein Problem wenn der Anbieter die Zahlen hat was er da versorgen muss….
Unterm Strich alles marktverfügbare Dienstleistungen die im V-Fall auch zur Verfügung stehen weil Festivals und Messeevents wohl erh untersagt werden von den Ordnungsbehörden."
Das trifft genau den Kern der Sache, die Bundeswehr hätte keine einzige der hier benötigten Dienstleistungen in ausreichendem Umfang. Geklärt werden muß natürlich der kriegsvölkerrechtliche Status der zivilen Betreiber. Aber das dürfte nicht das Problem sein.
Wiegold hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem er berichtet, dass die Bundeswehr eine Ausschreibung für zivile Dienstleister heraus gegeben hat, die die Convoy Support Center bei einem Aufmarsch durch Deutschland betreiben sollen.
Interessant - wie immer - die Diskussionen in den Kommentarspalten, in der einige Schreiber die Meinung vertreten, der Betrieb dieser CSCs müsse zwingend durch Soldaten dargestellt werden - andere wiederum schreiben, dass es ohne eingekaufte Dienstleistungen nicht funktionieren wird.
Das Wehrpflicht-Modell von Pistorius ist eher stark angelehnt am Selective Service, wie er in den USA zwischen ca 1969 und 1973 durchgeführt wurde (damals um zum Ausklang des Vietnamkrieges die Zahl der Wehrdienstleistenden "fair" zu begrenzen).
Hauptunterschied zum schwedischen Modell ist, an welchem Punkt die "Auswahl" stattfindet. Bei Pistorius und dem Selective Service der frühen 70er wird eine durch Bedarf und Kapazität zu definierende Zahl festgelegt und aus zuvor "Registrierten" nur diese Zahl zur Musterung berufen (und bei Tauglichkeit im Regelfall zum Wehrdienst einberufen). Im Schwedischen Modell wird dagegen jeder gemustert, und aus diesen dann eine gewisse Zahl einberufen.
Effekt hiervon ist dass man (im Gegensatz zu Schweden) keine vollumfängliche KWEA-Infrastruktur aufziehen muss.
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