Umstrukturierung der Bundeswehr (ab 2023)

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Thunderhorse
    antwortet
    Zu Beitrag 141.

    Seit Mitte der 2010er gibt es neue/überarbeitete Vorschriften zum Umgang mit Munition / Sicherheitsbestimmungen, etc..
    Auch haben sich zahlreiche Bezeichnungen geändert.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Nemere
    antwortet
    Wir hatten Anfang des Jahres einen sehr interessanten Beitrag, in dem zahlreiche Vorschriften hochgeladen wurden:

    https://www.cold-war.de/showthread.p...t=Vorschriften

    Unter lfd. Nr. 16 und 17 sind auch einige der Vorschriften zum Umgang mit Munition / Sicherheitsbestimmungen (ZDv 34/ - Reihe). Hier kann man sich einen Überblick über die anzuwendenden Vorschriften verschaffen. Die dort zur Verfügung gestellten Vorschriften sind aber nur ein Teil der anzuwendenden Bestimmungen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • DeltaEcho80
    antwortet
    Im Interview heißt es - Zitat:

    "Wir planen deshalb mit der zivilen Industrie in Kooperationen zu gehen, um so zusätzliche Lagerflächen für unsere Aufgaben zu generieren. Zum Beispiel für Übungs- und Manövermunition, die wir zukünftig nicht mehr in unseren Munitionslagereinrichtungen lagern möchten, sondern im Rahmen einer komplexen Dienstleistung bei der freien Wirtschaft."

    Ich denke, das bedeutet nicht, dass "zivile Lager" errichtet werden, sondern dass man sich bei der zivilen Logistikbranche einmieten wird mit diesen Lagerflächen.

    Meine Frau hat beruflich tagtäglich mit Lagerhaltung, Logistik und Versand zu tun. Sie hat nur gemeint, dass sie nicht wissen will, was das für komplizierte Vorschriften für Munition sind.
    Denn bei ihr in der Firma müssen schon wahnsinnige Vorschriften für die Lagerung von Gefahrgut eingehalten werden. Und da geht es "nur" um 10 Rasenmäher-Akkus.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Relikte
    antwortet
    Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Was mich aufhorchen lässt, ist die Aussage, dass die BW künftig ihre Manöver - und Übungsmunition nicht mehr selbst lagern will, sondern in der zivilen Logistikbranche Lagerflächen buchen will.
    Auch sagt der Herr OTL, dass die 8 Depots, die wieder in Betrieb genommen werden, schon jetzt nicht mehr ausreichend sind.
    Hallo zusammen,

    kann es sein, dass diese Planungen schon realisiert werden?
    Ich bin vor einigen Tagen an einem ehemaligen Munitionsdepot der Bundeswehr vorbeigefahren. Das wurden von der Bw schon vor vmtl. 20 Jahren freigezogen. Alle Munitionsbunker blieben stehen und wurden zivil genutzt.

    Jetzt war die Ansicht komplett anders. Der Außenzaun ist mit grünem Sichtschutz zugehängt worden, ähnlich wie in hiesigen britischen Kasernen. Mindestens ein neues Gebäude befand sich im Entstehen. Für mich irritierend war die neue Beschilderung. Den genauen Text habe ich nicht mehr im Kopf, aber neben „Betreten verboten“ stand auf jeden Fall auch „Vorsicht Schusswaffengebrauch“ darauf. So wie an militärischen Liegenschaften, aber eben keine militärische Beschilderung.
    Ich hatte das als übertriebene Abschreckung gegen unerwünschte Besucher betrachtet und mich gefragt, ob man an seinem Privatgrundstück ohne Weiteres Schusswaffengebrauch androhen darf.

    Und jetzt sehe ich hier die Planung von zivilen Munitionslagern für die Bundeswehr.

    Einen Kommentar schreiben:


  • DeltaEcho80
    antwortet
    Der Bayerische Rundfunk hat das ganze Dilemma in einer Reportage aufgearbeitet.

    Roderich Kiesewetter (Oberst a.D. - ehem. Präsident des Reservistenverbandes) spricht es aus: "Die Bundeswehr ist spätestens seit 1991 verlottert - politisch gewollt".

    Auf das Thema Munition und Depots wird ebenfalls eingegangen - die insgesamt 40 Minuten, die die Sendung dauert, lohnen sich.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Nemere
    antwortet
    Zitat von M-O Beitrag anzeigen
    für Handwaffenmunition schon selbst über gewisse Kapazitäten verfügen werden.
    Handwaffenmunition ist von den Sicherheitsbestimmungen nicht das große Problem bei der Lagerung. Diese Munition ist rein quantitativ auch nicht so bedeutend.
    1000 Schuß Patronen 7,62 x 51 in einer Holzkiste wiegen 29 kg, die kann man noch tragen und irgendwo in eine Ecke stellen.
    1 Patrone 120 mm für den Leopard 2 wiegt je nach Art der Patrone zwischent 19 und 29 kg, für den Transport würde man etwa 10 LKw 5 t brauchen

    Den größten Bedarf an Lagerflächen hat Artilleriemunition, Munition für Bordkanonen, Munitionsarten der Luftwaffe usw. Außerdem sind hier die Sicherheitsbestimmungen, z.B. hinsichtlich Schutzabständen oder Zusammenlagern erheblich problematischer.

    Einen Kommentar schreiben:


  • M-O
    antwortet
    Ich vermute, es geht hier darum, die "Verwantwortung" dem Hersteller aufzuerlegen. Wenn man mit denen einen Liefervertrag abschließen würde, der bestimmte Lieferzeiten beinhaltet, dann müssen die automatisch selbst mehr lagern. Ob und wie das gehen kann, k.A., dafür wieß ich zu wenig über Munitionslagerung im Allgemeinen. Aber ich denke doch, dass die Hersteller gerade für Handwaffenmunition schon selbst über gewisse Kapazitäten verfügen werden.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Thunderhorse
    antwortet
    Bezüglich Lagermöglichkeiten ist wohl zur Zeit einiges in der Prüfung.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Nemere
    antwortet
    Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    ... dass die BW künftig ihre Manöver - und Übungsmunition nicht mehr selbst lagern will, sondern in der zivilen Logistikbranche Lagerflächen buchen will.
    Munition wird im zivilen Bereich eher selten in größeren Mengen gelagert, zudem gelten für Munition besondere Lagerbestimmungen, auch wenn diese für Manöver- und Übungsmunition nicht so aufwendig sind, wie für Artilleriemunition, Raketen oder Sprengmittel.
    Ich kann mir daher nicht vorstellen, das in der zivilen Logistikbranche dafür so ohne weiteres Lagerflächen verfügbar sind.
    Außerdem dürfte rein mengenmässig Manöver- und Übungsmunition nur einen recht geringen Anteil an der Gesamtmunitionsmenge der Bundeswehr ausmachen. Für einen Großteil der Waffensysteme gibt es weder Manöver- noch Übungsmunition.

    Einen Kommentar schreiben:


  • DeltaEcho80
    antwortet
    Passt vielleicht hier mit rein - auf bundeswehr.de ist ein sehr interessantes Interview mit einem OTL vom Logistikkommando der BW in Sachen "ortsfeste Logistik":



    Was mich aufhorchen lässt, ist die Aussage, dass die BW künftig ihre Manöver - und Übungsmunition nicht mehr selbst lagern will, sondern in der zivilen Logistikbranche Lagerflächen buchen will.
    Auch sagt der Herr OTL, dass die 8 Depots, die wieder in Betrieb genommen werden, schon jetzt nicht mehr ausreichend sind.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Rex Danny
    antwortet
    Du vergisst, daß es sich um eine Lehrerin handelt. Die würde einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie Schriften mit militärischem Hintergrund in die Hand gedrückt bekommen würde. Mal davon abgesehen, daß sie wahrscheinlich mit dem Namen Moltke dar nichts anfangen könnte und DE dann voraussichtlich als "Nazi" hingestellt werden würde. Denn auch das ist Deutschland 2023.

    Grüße


    Rex Danny

    Einen Kommentar schreiben:


  • Nemere
    antwortet
    Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
    Diese Kultur, viel zu reden, aber nichts zu entscheiden, greift immer tiefer um sich.
    Da muss ich wieder mal drei Weisheiten des älteren Moltke zitieren:

    "Wenn man bei einem größeren Entschluss nicht etwas übers Knie bricht, nicht einige Rücksichten unberücksichtigt lässt, so kommt man in diesem Leben um und nimmer zu etwas."

    "Es gilt, mit richtigem Takt die in jedem Moment sich anders gestaltende Situation aufzufassen und danach das Einfachste und natürlichste mit Festigkeit und Umsicht zu tun."

    "Fester Entschluß und beharrliche Durchführung eines einfachen Gedankens führen am sichersten zum Ziel."

    Vielleicht solltest Du Deiner Vereinsvorsitzenden mal das Studium der Schriften Moltkes empfehlen, vor allem die "Verordnungen für die höheren Truppenführer" wären zu empfehlen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • DeltaEcho80
    antwortet
    Ok, 1:0 für dich.

    Ich muss gestehen, dass ich die Debatte nicht ganz zu Ende verfolgt habe. Mir ging es eigentlich darum, dass die Behörden da jetzt einen riesen Bohei machen. Aber ja, von der Sache her haben sie in Bezug auf das Eichgesetz sicher recht.

    War vielleicht für das Thema "überbordernde Bürokratie" in Deutschland nicht das beste Beispiel. Aber meine Grundaussage dazu behalte ich dabei: Wir verwalten uns zu Tode.

    Einen Kommentar schreiben:


  • kato
    antwortet
    Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen


    DAS ist für mich Deutschland im Jahre 2023.
    Was daran? Dass sich ein Massenbäcker (und ja, der Görtz ist einer) durch Schummeleien noch weiter am Kunden zu bereichern versucht, indem er Vorschriften verletzt, die - aus gutem Grund - in verschiedener Form seit Jahrhunderten bestehen? Und dann auch noch so dumm ist, sich dabei nicht nur erwischen zu lassen, sondern in der Presse zu echauffieren?

    Einen Kommentar schreiben:


  • DeltaEcho80
    antwortet
    Zitat von uraken Beitrag anzeigen
    Und ja Bürokratie und ihre Abarten sind zuviel bei der BW und generell in Deutschland. .
    Ich denke, das ist des Pudels Kern. Habt ihr diese Diskussion mitbekommen, mit den halbierten Broten, die nicht auf einer geeichten Waage gewogen wurden?



    DAS ist für mich Deutschland im Jahre 2023. Wir schieben wahnsinnige viele ungelösten Probleme in unserem Land vor uns her, aber Hauptsache, der Bäcker wiegt richtig. Und das überträgt sich - gepaart mit einer wahnsinnigen Fehlervermeidungskultur - auf die Bundeswehr.

    --------------------------------------------------------- Trennung ------------------------------------------------

    Ich sehe das auch im kleinen Rahmen:

    Ich bin auf vielfachem Wunsch anderer Leute aus der Feuerwehr im Orga-Team für unser 150jähriges Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Ende September - 3 Tage Zeltfest mit 2000 Mann-Festzelt.
    Unsere Vereinsvorsitzende ist Lehrerin an einer privaten Wirtschaftsschule hier in Würzburg. Die gute Frau trifft keine Entscheidungen, ihre liebsten Führungsmittel sind Doodle Umfragen und sinn- und fruchtlose Diskussionen in WhatsApp-Gruppen. Und die verdammte Angst, irgendjemanden vor den Kopf zu stoßen.

    Als "Einkäufer" für alle möglichen Bestellungen für das Fest hat sie einen Kameraden ausgewählt, der in der Großindustrie in Schweinfurt als Einkäufer arbeitet. Hier werden auch nur seitenlange Excel-Listen geplagt, inkl. Punktebewertung der Anbieter (!!) - aber Entscheidungen werden keine getroffen bzw nur im Festausschuss, der wöchentlich tagt.

    In der letzten Sitzung ist es nun etwas "eskaliert", nachdem wir es 8 Wochen vor dem Fest noch nicht geschafft haben, eine Brauerei für die Bierlieferung zu beauftragen, da dem Herrn Einkäufer der Liter Bier noch 20 Cent zu viel kostet und er der brachialen Meinung ist, dass er die Brauerei noch "drücken" kann.

    Jetzt haben wir "alten Haudegen" , die schon x Feste organisiert haben und auch das 125jährige Jubiläum vor 25 Jahren, das Ganze in die Hand genommen und konkret Aufgaben und toDos verteilt. Seitdem läuft der Laden. Das bei der Bundeswehr gelernte Führungsschema ist hierbei sehr hilfreich.

    Was ich damit sagen will: Diese Kultur, viel zu reden, aber nichts zu entscheiden, greift immer tiefer um sich. Das macht mir echt Probleme. Wenn ich hier so drüber nachdenke, bin ich fast froh, dass wir keine Kinder haben (können).
    Zuletzt geändert von DeltaEcho80; 01.08.2023, 21:02.

    Einen Kommentar schreiben:

Lädt...
X