Umstrukturierung der Bundeswehr (ab 2023)
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Wobei solche Spielchen eher nicht von der Ministerialbürokratie unternommen werden, sondern von manchmal recht seltsamen Akademikern, die bei der Führungsakademie, den Universitäten der Bundeswehr, dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften oder beim Zentrum für Innere Führung ihr Unwesen treiben und das alles unter dem Deckmäntelchen der "Inneren Führung" als Ausdruck des Leitbildes des Staatsbürgers in Uniform verkaufen.Zitat von uraken Beitrag anzeigen
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Ich denke man muß zwischen sicher verwalten und Kampf durch logistische und andere Mittel unterstützen unterscheiden.
Der Logistiker und Waffenwart spielen in einer anderen Liga als der Ministerialbürokrat der immer noch nach Bilder von Altkanzler Schmidt in WW2 Uniform fandet.
Und ja Bürokratie und ihre Abarten sind zuviel bei der BW und generell in Deutschland.
Ganz ohne Bürokratie geht es nicht aber Bürokratie ist die einzige Organisation die ständig wächst und sich zunehmend nur mit sich selbst beschäftigt, ganz egal zu welchen Zweck sie jemals geschaffen wurde.
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Folgender Satz des Artikels fande ich am treffensten:
Das Problem ist, dass für Kämpfer in der Bundeswehr von heute zu wenig Platz ist. Militärhandwerk, wie es in der Ukraine zu sehen ist, gehört nicht (mehr) zu ihrem Markenkern. Sie kann sich gut selbst verwalten und braucht dafür viel Personal.
Wenn es bei 180.000 aktiven Soldaten nicht möglich ist 4.000 ( < 3%) in Litauen zu stationieren, ist dass Verhältnis zwischen Truppe, Unterstützern und Stabern in meinen Augen durchaus unausgeglichen.
Da stehen doch die großen Fragen im Raum:
- Was muss die Bundeswehr im Rahmen der Bündnisverteidigung leisten können?
- Können wir noch Heeresverbände personell und materiell stellen ?
- Gibt es entsprechende Reserven?
- Sollte die Kernkompetenz der Bundeswehr zukünftig in der Luftverteidgung liegen?
- Hauptaufgabe Logistikdrehscheibe ?
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Ich stimme der grundsätzlichen Aussage, das die Bundeswehr zu Tote verwaltet und reguliert wird, durchaus zu. ABER - folgende Aussage im Artikel der NZZ ist einfach Quatsch:
Setzen wir mal 1990 als Meßlatte an:Noch nie hatte sie so wenig Soldaten und gleichzeitig so viele Organisationsbereiche, Stäbe, Kommandos und Behörden wie heute.
Damals hatte die Bundeswehr
- drei Korps
- drei Territorialkommandos
- 12 Divisonen
- fünf Wehrbereichskommandos
- 36 Feldheer-Brigaden, dazu sechs aktive und sechs nicht aktive Heimatschutzbrigaden
Allein im Bereich Korps, Divisionen, Brigaden sind Stäbe ohne Ende weggefallen.
Auf der territorialen Ebene gibt es zwar jetzt 16 Landeskommandos (Brigade-Ebene), dafür sind aber über dreißig Verteidigungsbezirkskommandos (ebenfalls Brigadeebene) und ca. 80 Verteidigungskreiskommandos (Führungsebene Regiment) verschwunden.
Einige der neuen Stäbe, Kommandos usw. sind einfach der Entwicklung der Technik geschuldet. 1990 gab es bei der Truppe außer einigen monströsten Main-Frame-Rechnern für HEROS usw. und den altertümlichen FALKE-Rechnern bei der Artillerie noch kaum Cypertechnik im heutigen Sinn, von Internet usw. ganz zu schweigen. Da war ein "Kommando Cyber- und Informationsraum" noch nicht nötig. Heute ist das anders.
Auch der Streit, wen man jetzt zu den "Kämpfern" und wen zu den "Nichtkämpfern" rechnet, ist uralt. Zu Wehrmachtszeiten gab es so Unterscheidungen wie "fechtende" und "nichtfechtende Truppe". Wie will man heute z.B. den Soldaten einstufen, der weit hinter der Front sitzt, kaum gefährdet ist und über seinen Bildschirm eine Drohne zum Angriff auf den Gegner steuert? Kämpfer oder Nichtkämpfer?
Was ist mit dem Personal in Depots weit hinten? Wahrscheinlich werden diese Soldaten nie einen Schuß abgeben, auch sie "sitzen im Kriegsfall nicht in Gräben und Stellungen, Kampf- und Schützenpanzern, Schiffen und U-Booten, kosten aber viel Geld", um aus dem Artikel oben zu zitieren. Ohne ihre Arbeit wird aber die "Kämpfer-" Armee keine drei Tage rollen.
Gerade die Geringschätzung von Logistik und Wehrwirtschaft hat der deutschen Armee schon zweimal das Genick gebrochen.
Insofern sehe ich den Bericht der NZZ als eine sehr verkürzte Darstellung an.
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Nach der Beichte vom "blanken Heer" schien man aufgrund der grundauf veränderten Sicherheitslage zügigen Handlungsbedarf in der Organisation des Heeres zu sehen. Im Hinterkopf dabei immer die "Division 2025".Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
Wobei sich mir dann aber auch wiederum Fragen stellen, in Sachen der neuen Kräfteeinteilung, warum z.B. eine Panzerbrigade Augustdorf ein PzGrenBtl in Hagenow führen "muss". Das hätte man vielleicht auch anders lösen können.
In der politischen Führung ging niemand davon aus dass sich die Ukraine solange tapfer verteidigen könne. Auf den darauffolgenden, aussenpolitischen Druck hin musste man das Heer nun nötigen einen Teil ihres raren Material an die Ukraine abzugeben.
Die Art und Weise dieser Umorganisation ist also quasi eine Notgeburt. Dies scheint auch innerhalb des Heeres nicht unumstritten zu sein. Insbesondere unter der jüngsten Ankündigung zukünfig dauerhaft eine Brigade ein Litauen zu stellen.
TRENNUNG
Ich habe heute einen sehr gelungenen Artikel zum Zustand des Bundeswehr in der NZZ gefunden:
Die Diskussion um die Bundeswehr wird oft auf Panzer, Schiffe und Flugzeuge verengt. Um aber ihren künftigen Aufgaben gewachsen zu sein, muss die Armee verjüngt und umstrukturiert werden. Mit Verwaltungssoldaten ist Deutschland jedenfalls nicht zu verteidigen.
Bedingt abwehrbereit: Deutschlands Armee braucht mehr als nur neue Waffen
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Die Bundeswehr hat knapp 182 000 Soldaten, davon 214 Generale und Admirale, gut 39 000 Offiziere, 95 000 Unteroffiziere und 46 000 Soldaten mit Mannschaftsdienstgraden. Noch nie hatte sie so wenig Soldaten und gleichzeitig so viele Organisationsbereiche, Stäbe, Kommandos und Behörden wie heute. Dafür gibt es einen Begriff: Kopflastigkeit.......
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Die Bundeswehr ist eine Verwaltungsarmee. Dafür sorgen nicht nur mehr als 80 000 Zivilbeschäftigte, sondern auch Zehntausende Soldaten, deren Tätigkeiten eher denen in grossen Behörden gleichen denn denen einer Truppe, die den Ernstfall trainiert. Kampfkraft erzeugen diese Verwaltungssoldaten nicht. Sie sitzen im Kriegsfall nicht in Gräben und Stellungen, Kampf- und Schützenpanzern, Schiffen und U-Booten, kosten aber viel Geld. Die Bundeswehr gibt inzwischen die Hälfte ihres Budgets für Personal aus. Doch eine Armee mit zu vielen «Häuptlingen» für zu wenig «Indianer» ist mit der neuen Konfrontation in Europa überfordert. Der Krieg in der Ukraine zeigt, worauf es in einem Konflikt an der Ostflanke ankommt.
Wer Krieg führen soll, braucht Kämpfer und keine Bürokraten. Das Paradoxe ist, dass es der Bundeswehr nicht an Bewerbern für die Kampftruppen mangelt. Sie könnten die doppelte Zahl Gebirgs- und Fallschirmjäger, Panzergrenadiere und Aufklärer einstellen, als sie Dienstposten hätten, heisst es etwa aus dem Heer. Schwer tut sich die Bundeswehr indes damit, Personal zu finden, dessen Kenntnisse über das Militärhandwerk hinausgehen. Das sind zum Beispiel IT-Fachleute, Flugzeugtechniker, Maschinenbediener oder Sanitäter.
Das Problem ist, dass für Kämpfer in der Bundeswehr von heute zu wenig Platz ist. Militärhandwerk, wie es in der Ukraine zu sehen ist, gehört nicht (mehr) zu ihrem Markenkern. Sie kann sich gut selbst verwalten und braucht dafür viel Personal.
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Die Bundeswehr müsste wieder vom Kopf auf die Füsse gestellt werden. Weniger Ebenen, Verantwortungsdiffusion und Offiziere, dafür effizientere Strukturen, mehr Unteroffiziere und Mannschaften, notfalls auch unter Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht. Das alles ist bekannt, vielfach untersucht und findet sich in Teilen im Koalitionsvertrag der derzeitigen Regierung. Der Bundeswehr mangelt es nicht an Erkenntnis. Sie hat ein Umsetzungsproblem.
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Das müsste die Regierung den Bürgern klar und deutlich sagen, auch um ausverhandeln zu können, was den Deutschen ihre Sicherheit eigentlich wert ist. Doch stattdessen hat sich das Kabinett Scholz mit dem schuldenfinanzierten Sondervermögen Zeit gekauft. Im Herbst 2025 findet die nächste Bundestagswahl statt. Die Rechnung muss die Nachfolgeregierung begleichen.
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Mir ist schon bewusst, dass die Stationierungsplanung einer Bundeswehr zu Hochzeiten des Kalten Krieges eine andere war als die, die sie im Jahre 2023 sein "muss".
Diesen Themenkreis haben wir ja hier im geschätzten Forum schon mehr als ausreichend durch dekliniert.
Wobei sich mir dann aber auch wiederum Fragen stellen, in Sachen der neuen Kräfteeinteilung, warum z.B. eine Panzerbrigade Augustdorf ein PzGrenBtl in Hagenow führen "muss". Das hätte man vielleicht auch anders lösen können.
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Du hast ja aus Sicht der militärischen Planung völlig recht. Aber die Wirklichkeit ist nicht so. Wir haben in Deutschland in militärischen Fragen das Primat der Politik. Da mögen noch so viele operativ- planerische Argumente für die Schließung eines Standortes vorliegen, da mögen die handelnden Politiker noch so unfähig sein und keine Ahnung von den Sachfragen haben, wenn die Politik beschließt, das der aus Sicht der Bundeswehrorganisation völlig unzweckmäßige Einödstandort bleiben soll, dann bleibt er eben.Zitat von Hoover Beitrag anzeigenAber trotzdem: Es wäre völlig falsch, nur der Wirtshaft wegen ein solches Objekt weiterzubetreiben. Nienburg wäre auch so ein Streichkandidat, wenn man wirtshaftlich denkt.
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Dörverden ist auch ein gutes Beispiel. ein keines Dorf bei Verden. In Spitzenjahren mit 2.500 Soldaten belegt in der Niedersachsenkaserne. Dann innerhalb von 10 Jahren auf Null abgerüstet und geschlossen.
In Folge ist eine Bäckerei, 1 Restaurant, zwei Handwerksbetriebe verschwunden. Die Gemeidne hat das das mit heute nicht wirkich kompensieren können. Die Kasernenlage ist immer noch Brachland.
Aber trotzdem: Es wäre völlig falsch, nur der Wirtshaft wegen ein solches Objekt weiterzubetreiben. Nienburg wäre auch so ein Streichkandidat, wenn man wirtshaftlich denkt.
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Ich denke, dein letzter Satz trifft es auf den Punkt:
Wie dir mit Munster so geht es mir mit Kitzingen: Als Kind und Jugendlicher in den 1980er und 1990er Jahren war ich sehr oft und gerne in Kitzingen, da 1. mein Vater dort gearbeitet hat und 2. der Großteil meiner Schulfreunde aus Kitzingen kamen, da ich in der Abtei Münsterschwarzach das Gymnasium besuchte. Kitzingen hat damals "gebrummt", die Stadt hat gut von den Amerikanern gelebt. Vor Corona (2018 oder 2019) hatte mich ein ehemaliger Klassenkamerad eingeladen, ein Konzert seiner Band im Bistro Gambrinus zu besuchen. Das Gambrinus war zu meiner "Jugendzeit" unser "Kultladen". Als ich also nach KT kam, am Mainkai geparkt hatte und in die Stadt Richtung Gambrinus lief, ist mir die Kinnlade runter gefallen. Die halbe Innenstadt ist Leerstand. Und alles - bis auf die Dönerläden und Spielhöllen - komplett abgeranzt.
Würzburg hat halt das sehr große Glück, dass Wohnraum in den ehemaligen US-Liegenschaften (s. ehem. Hospital, Leighton - Hubland) sehr sehr begehrt ist, weswegen die Konversation fast "von alleine" läuft. Gut, bis auf die Faulenberg-Kaserne. Aber auch das wird über kurz oder lang der Markt regeln.
In Schweinfurt hat sich die Stadt sehr bemüht, die Areale der US-Garrison schnell und gut zu konvertieren, was relativ ordentlich gelingt.
Aber schon bei den Conn-Baracks, die ja nicht auf Stadtgebiet SW liegen, stockt die Konversion 10 Jahre.
In Mellrichstadt als ehem. BW-"Einöd"-Standort, der in den 1960er Jahren ja auch politischen Gründen geschaffen wurde, schaut es ganz mau aus. Der anfänglich löbliche Gedanke, das Areal der Bayersichen Landessiedlung zu verkaufen, statt der BIMA, um die Weiterentwicklung zu forcieren, muss jetzt 17 Jahre nach der Schließung der Kaserne als gescheitert betrachtet werden. Gut, die Stadt Mellrichstadt hat das, was sie beeinflussen kann (die von dir angesprochenen Wohnblocks) einigermaßen gut im Griff.
Bei MET kam ja damals ziemlich zeitgleich mit der Schließung der Kaserne die Schließung des Kreiskrankenhauses dazu. Die Stadt hatte hier auch einige Zeit zu kämpfen. Aber ich glaube, inzwischen hat man das soweit verkraftet, sicherlich auch durch den vorhandenen Mitelstand und die BAB 71. Wobei ich da auch nicht "tot übern Zaun hängen" wollte.
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Was die Bundeswehr, aber auch die alliierten Streitkräfte für Städte und Gemeinden bedeuten, ist sehr gut am Beispiel des Standortes Munster nachzuvollziehen.
Ich bin in Munster aufgewachsen und auch fast alle meine Schulkameraden hatten einen direkten oder indirekten Bezug zur Bundeswehr. Zusätzlich hatten wir noch mit den Dennis Barracks eine britische Kaserne.
Munster war damals ein wunderschönes kleines Städtchen, in deren Innenstadt nach Feierabend immer viel los war, wenn die Soldaten (damals noch überwiegend Wehrpflichtige aus dem Bereich Hannover und Nordrhein-Westfalen) Feierabend hatten. Dazu kamen die über das gesamte Jahr präsenten übenden Truppen, die ja auch hin und wieder Ausgang bekamen. Alles in allem war immer irgendwie was los.
Über die gesamte Stadtfläche von Munster waren Bundeswehrblocks und die Wohnbereiche der britischen Soldaten verteilt und die Wohnungen/ Blöcke waren allesamt in einem hervorragenden Zustand.
Dann begann Anfang der 90er-Jahre die große Abrüstungsorgie, die auch in Munster voll zum Tragen kam. Erst wurde die britische Kaserne geschlossen und die Einheit nach Bergen-Hohne verlegt. Anschließend wurden etliche Bundeswehreinheiten umgegliedert und teilweise auch aufgelöst, was dazu führte, daß die Garnisonsstärke um mehrere Tausend Soldaten verringert wurde. Durch diese beiden Aspekte standen plötzlich ganz viele der britischen, aber auch der deutschen Wohnbereiche leer. Nun ist es ja so, daß der Staat immer wieder dazu neigt, sein "Tafelsilber" zu verscherbeln. Und das passierte auch mit den Wohnungen. Diese standen damals noch unter der Verwaltung des Bundesvermögensamtes (dem Vorläufer der heutigen Bima) und dies verkaufte die Wohnungen an Immobilienfirmen.
Ich war vor einigen Tagen mal wieder in Munster, um im Bereich Wittekindgrund/ Muncloh nach einer dort befindlichen Sirene zu schauen. Diese beiden Straßenzüge waren damals reine Bundeswehrwohnblöcke, in denen viele meiner Schulkameraden aufwuchsen. Als ich jetzt dort war, habe ich einen echten Schreck bekommen. Die Blöcke waren großteils richtig heruntergekommen und man konnte sehen, daß dort jahrelang nicht investiert wurde. Ich sage jetzt einfach mal ketzerisch aus Sicht einer Immobilienfirma: "Warum auch? Dort wohnen ja keine gut verdienenden Staatsbediensteten mehr, sondern fast nur noch Rentner, Hartzer und andere Mieter, die, sofern sie in Lohn und Brot stehen, nicht unbedingt zur Mittelschicht zu rechnen sind."
Ich möchte anmerken, daß dies ein sehr krasses Beispiel innerhalb Munsters ist. In anderen Bereichen ist die Konversion der Wohnbereiche durchaus geglückt (inkl. der Umgestaltung der britischen Kaserne), aber der Verlust der Kaufkraft durch den Truppenabbau ist doch bis heute zu merken. Leider kamen nämlich die Stadtväter auch noch auf die Idee, den Innenstadtbereich verkehrsberuhigt umzugestalten, was zwangsläufig dazu führte, daß viele der alteingesessenen kleinen Läden nicht mehr lange überlebten und heute der Innenstadtbereich mehr oder weniger "tot" ist.
Als Fazit muß ich sagen, daß ich meine Kindheit und Jugend gerne in Munster verbracht habe, heute dort aber nicht mehr "tot über den Zaun" hängen möchte, weil der Flair, den eine richtige Garnisonsstadt früher hatte (insbesondere in Munster), verloren gegangen ist und durch den deutlichen Verlust der Kaufkraft dies auch visuell an allen Ecken und Enden erkennbar ist.
Das Beispiel Munster dürfte mit Sicherheit auch auf andere Städte und Gemeinden zutreffen, deren größter Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor Streitkräfte sind.
Grüße
Rex Danny
DiesesZuletzt geändert von Rex Danny; 29.07.2023, 18:34.
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Die Praxis sah schon früher und sieht noch immer anders aus. Angesichts der sich abzeichnenden Rezession und der zunehmenden Belastungen der Gemeinden durch alle möglichen von oben auf gestülpte Aufgaben wird kein Bürgermeister kampflos auf "seine" Bundeswehr verzichten und wird vom regionalen Abgeordneten bis zum Ministerpräsident alles in Bewegung setzen, um gegen einen örtlichen Truppenabbau vorzugehen.Zitat von Hoover Beitrag anzeigenDie Bundeswehr darf nicht sein und ist kein Mittel der Förderung für strukturschwache Regionen. .
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Die Bundeswehr darf nicht sein und ist kein Mittel der Förderung für strukturschwache Regionen. Die ganze Klungelei um Standorte ist schädlich für die Bundeswehr. Es muss nach verteidigungspolitischen Erfordernissen gehen, und nicht nach Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen für eine Gemeinde.„Jede dieser Brigaden ist in einer strukturschwachen Region stationiert. Kein Ministerpräsident kann ein Interesse haben, dass die Standorte auf ein Minimum heruntergefahren werden.“
Ich finde das Versprechen Pistorius´ zwar auch sehr sportlich, aber das hat sich ja schon vorher angekündigt mit der Forderung, dass die Bundeswehr noch mehr Verantwortung übernehmen soll, auch mit Truppen.
Der Fehler war nicht, dass die Zusage gemacht wurde, sondern, dass diese nicht von den zuständigen Stellen ausgearbeitet und beschlossen wurde.
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Unser ehem. Bürgermeister hat vor lauter Angst, was falsch zu machen, ständig gesagt: "Liebe Gästinnen und Gäste, Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder".
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Och, der letzte Generalinspekteur hat auf Twitter mal den "Mitglieder*innen" irgendeines Ausschusses gedankt. Da ist dann vor lauter automatischer Genderei wohl das Sprachgefühl mal kurz abhanden gekommen
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Das sind die Fragen, mit denen von den wahren Problemen der Truppe (oder bei anderer Gelegenheit des ganzen Landes) abgelenkt wird. Aber diesen Unsinn findet man inzwischen überall. Beispiel:
Ich habe heute morgen hier im Forum einen Link zum neuen Jahrbuch der Clausewitz-Gesellschaft eingestellt ( https://www.cold-war.de/showthread.p...z-Gesellschaft ). In diesem Jahrbuch gibt es ab S. 196 einen Aufsatz, der sich förmlich im Gendern überschlägt: "Gedanken zur Schnittstelle zwischen strategischer Zwecksetzung
sowie operativer Umsetzung und dem Ukrainekrieg - Riecht das nicht förmlich nach Clausewitz und Moltke?"
Es beginnt schon im ersten Satz: "Medienberichte, die Analysen wirklicher und selbsternannter militärischer Expertinnen und Experten und Deutungen von Politikerinnen und Politikern über ..." setzt sich fort mit "Spezialistinnen und Spezialisten" und erreicht bereits auf der zweiten Seite einen ersten Höhepunkt mit dem sowohl von Inhalt wie auch von der Formilerung her kaum verständlichen Satz: "Diese Formulierung einer Strategie stellt einen kaskadierenden Zusammenhang an der Schnittstelle zwischen strategischer Zwecksetzung eines Krieges und ihrer operativen, praktischen Umsetzung her. Hätten hiernach Reiterinnen und Reiter, die sich auf ihr bewegen, je einen ihrer Steigbügel in beiden Bereichen?". Und so geht es weiter, bis im letzten Absatz die "Strateginnen und Strategen und ihren vielfältigen Wirkungsfeldern..." auftauchen.
Ich fand die Artikel des Herrn Millotat schon zu der Zeit, als er noch als Oberstleutnant und Oberst seine Pamphlete in der damaligen "Truppenpraxis" eine Zumutung. Aber mit seinem hier mit seiner Co-Autorin gezeigten Parforceritt durch den Gender-Dschungel setzt der dem noch ein Spitze auf. Mit nunmehr 80 Jahren sollte er wirklich aufhören, solche Ergüsse von sich zu geben.
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