Krieg in der Ukraine

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 3313

    #451
    Interessanter Gedankenansatz:

    "Deutschland, die EU und die USA müssen Selenskyj endlich erklären, dass er nur dann Waffen erhält, wenn jeder Schuss daraus mit einem Friedensangebot verknüpft ist. Konkret: Waffen werden nur solange geliefert, bis Selenskyj das Kriegsziel erreicht hat: die Wiederherstellung einer souveränen Ukraine, wie sie vor dem völkerrechtswidrigen Überfall vom 24. Februar 2022 immerhin noch bestanden hatte. Dann ist Schluss. Über alles andere müsste dann auf dem Verhandlungswege entschieden werden, auch etwa über den Status der Krim.

    Es gibt ein historisches Beispiel für diese Strategie, die implizit auch ein Friedensangebot an Russland enthielte: Im Jom-Kippur-Krieg hat die USA schnell ihre Unterstützung an das zunächst angegriffene, dann aber militärisch erfolgreich gegen Ägypten und Syrien vorgehende Israel daran geknüpft, dass die israelischen Streitkräfte weder nach Damaskus noch nach Kairo marschieren. Es kam zum Waffenstillstand, nicht zuletzt weil die USA mäßigend auf ihren auftrumpfenden Verbündeten Israel eingewirkt hatten."
    Der Ukraine-Krieg hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die ukrainische Offensive und die Teilmobilmachung Russlands haben die Gefahr eines Dritten Weltkrieges wachsen lassen. Es geht jetzt darum, aus der Position der Stärke für einen Frieden zu werben. Der Westen muss dabei auch den ukrainischen Präsidenten zum Einlenken bringen.

    Wobei mir durchaus klar ist, das der FOCUS zunehmend eine Art Bildzeitung für gehobene Stände ist.

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    • Malefiz
      Cold Warrior
      • 22.12.2010
      • 402

      #452
      Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
      Interessanter Gedankenansatz:

      "Deutschland, die EU und die USA müssen Selenskyj endlich erklären, dass er nur dann Waffen erhält, wenn jeder Schuss daraus mit einem Friedensangebot verknüpft ist. Konkret: Waffen werden nur solange geliefert, bis Selenskyj das Kriegsziel erreicht hat: die Wiederherstellung einer souveränen Ukraine, wie sie vor dem völkerrechtswidrigen Überfall vom 24. Februar 2022 immerhin noch bestanden hatte. Dann ist Schluss. Über alles andere müsste dann auf dem Verhandlungswege entschieden werden, auch etwa über den Status der Krim.
      Vielleicht liegt der Grund für die zögerlichen Lieferungen genau hier. - Ich glaube mit den Grenzen vom 23.2. gibt sich die Ukraine nicht zufrieden. Da wären wir ja wieder bei Minsk.

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      • uraken
        Cold Warrior
        • 27.09.2008
        • 872

        #453
        Sollten die Waffen mit der Bedingung das die Ukraine den Russischen Forderungen (was auch immer die nun sind, da die ja sehr dynamisch sind) verknüpft werden ist das gleich bedeutet mit den Auftrag an die Ukraine doch Selbstmord zu begehen.
        - Rußland hält keine wie auch immer gearte Vereinbarung
        - Rußland wird dies ausnutzen in dem es sein dreckiges Spiiel weiterspielt und jede kleinste angeblich Verhandlungsunwilligkeit der Ukraine voll ausschlachten
        - Rußland maximal Ziele stehen immer noch.
        - Verhandlung aus Russischer Sicht ist Rußland fordert, die anderen akzeptieren.

        Dieser Gedanke wäre der erste Schritt das man dann über die Balten, Moldawien, die ehemaligen WP Staaten inklusive DDR auch "verhandelt". Willkommen in den 50ern.
        Im Prinzip als genau das was Putin braucht, der Sieg der ihm im Amt hält und neue Korrekturen der grö0ten Tragödie der Geschichte, den Untergang der Soviet Union ermöglicht.

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        • Nemere
          Cold Warrior
          • 12.06.2008
          • 3313

          #454
          Zitat von uraken Beitrag anzeigen
          Sollten die Waffen mit der Bedingung das die Ukraine den Russischen Forderungen (was auch immer die nun sind, da die ja sehr dynamisch sind) verknüpft werden
          Bitte genau lesen, was da vorgeschlagen wurde. Es geht nicht um die Erfüllung der russischen Forderungen, sondern um die Wiederherstellung des status quo ante!

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          • uraken
            Cold Warrior
            • 27.09.2008
            • 872

            #455
            Quo ante wann? 2013, 2014, 24.02.2022, 01.04.2022, 01.09.2022?
            Dieser Krieg begann nicht am 24.2.2022 sondern 2014.
            24.02.2022 bedeutet der Western erkennt an das sich Rußland was es will mit Waffengewalt greifen kann, wenn es satt einmal zweimal schiesst.

            Die Situation ist doch deutlich unterschiedlich zum Jom-Kippur-Krieg. Verglich damit wäre die Situation als ob die USA zugelassen hätten das z.B. Haifa bei den Arabern geblieben wäre.
            Auch war die militärische Lage deutlich besser für Israel. Die Syrer waren zerschlagen, eine ägyptische Armee offensiv unfähig, eine andere eingeschlossen. Von solch positiver Lage sind die Ukrainer weit entfernt.

            Was die Waffenunterstützung betrifft, so konnte Israel sobald die US den Schalter umlegte aus den vollen schöpfen, modernste Panzer, Flugzeuge, Munition direkt aus den US Depots an die Front.
            Die Ukraine kriegt gerade soviel um die Russen zu stoppen, aber kaum etwas was für massive Gegenangriffe taugt, also z.B. Kampf- und Schützenpanzer.
            Und Isreal hatte Atomwaffen.
            Und das ist der Kern des Problems.
            Die aktuelle Schlussfolgerung aus diesem Konflikt ist wer keine Atomwaffen hat, ist eine Blatt im Wind der Atommächte. Nur wer Atomwaffen hat, hat eine Chance gehört zu werden wenn es hart auf hart geht.


            Das da vorgeschlagen ist gilt, wenn Ukrainische Panzer in Richtung Moskau rollen, ohne das noch nennenswerte russische Verbände sich ihnen entgegenstellen könnten. Das wäre das Äquivalent zu 72. Davon sind wir aber noch extrem weit weg.

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            • Malefiz
              Cold Warrior
              • 22.12.2010
              • 402

              #456
              Zitat von uraken Beitrag anzeigen
              Quo ante wann? 2013, 2014, 24.02.2022, 01.04.2022, 01.09.2022?
              Dieser Krieg begann nicht am 24.2.2022 sondern 2014.
              24.02.2022 bedeutet der Western erkennt an das sich Rußland was es will mit Waffengewalt greifen kann, wenn es satt einmal zweimal schiesst.

              .
              Vielleicht ging das Theater noch vor 2014 los.
              Da gab es doch 2008 den Streit um das Gas die Pipeline https://www.welt.de/wirtschaft/artic...-abdrehen.html

              Da wurde schon mal ausprobiert....

              Im Prinzip sehe ich das so wie Du. Nur fürchte ich, dass das hier nicht viele mitmachen. Unser Bundespräsident ist wegen Minsk2 so beliebt in der Ukraine.

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              • Hoover
                Cold Warrior
                • 19.12.2013
                • 614

                #457
                sondern um die Wiederherstellung des status quo ante!
                Das kann nur bedeuten, die ukrainischen Grenzen von 2014, die Russland 1992 auch garantiert hat. Eine Herstellung der Situation vom 23.02.2022 würde den Konflikt nur in die Zukunft verlagern.
                "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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                • Floger
                  Warrior
                  • 21.08.2021
                  • 73

                  #458
                  Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
                  Das posttraumatische Stress-Syndrom ist nach meiner Meinung genauso eine Modeerscheinung.

                  Ohne jetzt irgend jemanden angreifen zu wollen, aber viele sind heute einfach überempfindlich und nicht mehr fähig, sich an den Realitäten dieser Welt zu orientieren. Stichwort "Generation Schneeflocke".
                  Manche sprechen auch von müde und alt gewordenen Gesellschaften. Das wird uns irgendwann das Genick brechen. Es gibt zunehmend Bevölkerungsschichten auf dieser Welt, die hier wesentlich robuster und stabiler sind.
                  So eine Modeerscheinung wie die Kriegszitterer nach 1918?
                  Es ist doch ein Unterschied, woher das PTBS kommt. Erst dann wird ein "Generation Schneeflocke"-Problem draus.

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                  • Floger
                    Warrior
                    • 21.08.2021
                    • 73

                    #459
                    Zitat von Dragoner Beitrag anzeigen

                    "According to the Ukrainian army, on the night of 29 April, 2022, a firefight took place between ethnic Chechen and Buryat soldiers in the Russian army. There were allegedly more than 50 participants on each side. The reason for the conflict was purportedly reluctance from the Buryats to conduct offensive hostilities, as well as resentment of perceived "inequality" in conditions with the Chechens. The Chechens were involved in the safe job of keeping the back line, and also allegedly taking a disproportionate share of the loot."
                    "Keeping the back line" - Gerüchten zufolge sind auch Sperrbataillone wieder im Einsatz und die Tschetschenen sollen als solche eingesetzt werden. Dann ging es bei den Burjaten wohl nicht nur um ungerechte Behandlung, sondern darum, daß sie in einem Kampf gegen eine Sperreinheit mehr Chancen gesehen haben als in einem Kampf gegen ukrainische Einheiten.

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                    • Nemere
                      Cold Warrior
                      • 12.06.2008
                      • 3313

                      #460
                      Zitat von Floger Beitrag anzeigen
                      So eine Modeerscheinung wie die Kriegszitterer nach 1918?
                      Nein, es geht zum Beispiel darum, dass Vorkommnisse und Erlebnisse, die in manchen Berufen einfach Teil des Berufsalltags sind, heute bereits ungeprüft als posttraumatische Belastung betrachtet werden.
                      Ich versuche das mal an meinem eigenen Beispiel klar zu machen. Ich war 25 Jahre als Unteroffizier und dann als Offizier bei der Feldjägertruppe der Bundeswehr, darin inbegriffen Auslandseinsätze und Auslandsaufenthalte. Wenn ich Bilanz ziehe, komme ich auf einen Schußwaffeneinsatz gegen einen Hund und vier Schußwaffeneinsätze gegen Menschen, bei denen ich in zwei Fällen nicht weiß, ob ich jemanden getroffen und vielleicht getötet habe.
                      Dann waren da mindestens 20 Tote, die ich erlebt habe, oft waren diese nicht mehr in sehr schönem Zustand, z.B. nach Selbsttötungen, bei Flugzeugabstürzen, Unfällen oder bei Fahrzeugbränden. Da waren Situationen dabei, die ich nicht mehr erleben möchte – ABER:
                      Ich stelle bei mir bis heute weder Alpträume noch andere psychische Störungen fest, vielleicht bin ich auch nur zu einfach gestrickt.

                      Aber dieser Aspekt weicht langsam zu weit vom eigentlichen Thema ab. Ich bleibe jedoch bei meiner Meinung, dass die moderne „westliche“ Gesellschaft psychisch viel zu labil und empfindlich geworden ist. Nicht umsonst gibt es heutzutage inzwischen sogar in Universitäten überall „Trigger“-Warnungen, wenn es mal um etwas belastende Lehrinhalte geht.

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                      • Dragoner
                        Cold Warrior
                        • 15.03.2008
                        • 2162

                        #461
                        Putins Armee erleidet in diesen Stunden im Raum Liman die nächste schwere Niederlage. Liman ist ein strategisch wichtiger Eisenbahnknoten. Die Ereignisse überschlagen sich, das Video hier, das die Situation analysiert, ist nur wenige Stunden alt - und dennoch bereits überholt: https://www.youtube.com/watch?v=cPA8zLjwZng

                        Die Ukrainer haben nach jüngsten Meldungen den Kessel bereits komplett geschlossen. Darin sollen mindestens 1500, möglicherweise aber bis zu 5500 russische Soldaten festsitzen.

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                        • tannenzapfen
                          Cold Warrior
                          • 25.01.2022
                          • 468

                          #462
                          Schon oft wurde eine Kesselschlacht vorhergesagt in den letzten 6 Monaten, jetzt scheint es tatsächlich eine zu sein.

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                          • Dragoner
                            Cold Warrior
                            • 15.03.2008
                            • 2162

                            #463
                            Zitat von Dragoner Beitrag anzeigen
                            Die Ukrainer haben nach jüngsten Meldungen den Kessel bereits komplett geschlossen.
                            Das war wohl etwas verfrüht. Die Russen haben in den Abend- und Nachtstunden ein weiteres Regiment in den Kessel gebracht und halten ihn weiterhin offen. Dabei soll es sich übrigens um einen Kampfverband mit mobilgemachten Soldaten handeln.

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                            • Floger
                              Warrior
                              • 21.08.2021
                              • 73

                              #464
                              Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
                              Ich bleibe jedoch bei meiner Meinung, dass die moderne „westliche“ Gesellschaft psychisch viel zu labil und empfindlich geworden ist. Nicht umsonst gibt es heutzutage inzwischen sogar in Universitäten überall „Trigger“-Warnungen, wenn es mal um etwas belastende Lehrinhalte geht.
                              Da widerspreche ich Dir nicht. Für mich klang nur die Ablehnung von PTBS zu undifferenziert

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                              • Hoover
                                Cold Warrior
                                • 19.12.2013
                                • 614

                                #465
                                Ukrainian military repelled Russian attacks near New York - General Staff of Armed Forces of Ukraine says in the morning report
                                Zwar nur ein Randnotiz, aber die Meldung ist doch...zum Schmunzeln. Gemeint ist natürlich das New York in der Ukraine.
                                "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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