Umstrukturierung der Bundeswehr (ab 2023)

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  • DeltaEcho80
    Cold Warrior
    • 09.03.2013
    • 1764

    #496
    Wenn ich die ganzen Informationen, die hier jetzt von der loyal veröffentlicht werden (wohl in der Mai-Ausgabe, in der April-Ausgabe ist das Schaubild nicht enthalten?!?), mit den Aussagen vergleiche, die OTL Leidner in dem von mir hier im Thema weiter vorne beschriebenen Vortrag getätigt hat, so verstehe ich jetzt ehrlich gesagt nur noch Bahnhof.

    Scheint aber wieder das bundeswehreigene Problem zu sein, dass sich Zielvorstellungen einer Reform und Ist-Zustand komplett konterkarieren.

    OTL Leidner hat die Aufteilung in leichte, mittlere und schwere Kräfte so beschrieben, dass hier die "NTE", also die "notice time to effort" eine zentrale Rolle spielt, also die Zeit, bis die jeweiligen Kräfte "wirkfähig" sind. Hier sind natürlich die leichten Kräfte die am schnellsten verfügbare Komponente, während die schweren Kräfte mehr Zeit für die Verlegung benötigen.

    Auch hat er die Aussage getroffen, dass es nicht geplant sei, auf Divisionsebene neue Strukturen zu schaffen. Die Frage kam sogar von einem der Teilnehmer.

    Was mich dann in diesem Zusammenhang komplett durcheinander bringt, ist die Tatsache, dass der Heimatschutz dann als "Leichte Kräfte" kategorisiert werden soll. Das verstehe ich gerade nach den bisher getätigten Aussagen gar nicht. Dass aufgrund der zu erwartenden Anzahl der Heimatschutzkräfte eine 2. Heimatschutzdivision kommen soll/muss, hat man bislang so als leises Gerücht am Horizont immer wieder mal gehört.

    Ich persönlich glaube, dass da noch sehr viel Bewegung "drin" sein wird und dass ein Zielbild 2035 auch wieder ein zahnloser Papiertiger bleiben wird, so wie man es ja "leider gewohnt" ist. Gerade auf dem Gebiet des Drohnenkampfes bzw. der Drohnenabwehr hat die Bundeswehr die Zeichen der Zeit noch gar nicht erkannt bzw. ist man viel zu schwerfällig. Es scheint wohl in den ganzen Ämtern und Dienststellen der BW noch tatsächlich die Meinung zu geben, dass das "Spielereien" sein...

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    • Nemere
      Cold Warrior
      • 12.06.2008
      • 3287

      #497
      Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
      Gerade auf dem Gebiet des Drohnenkampfes bzw. der Drohnenabwehr hat die Bundeswehr die Zeichen der Zeit noch gar nicht erkannt bzw. ist man viel zu schwerfällig. Es scheint wohl in den ganzen Ämtern und Dienststellen der BW noch tatsächlich die Meinung zu geben, dass das "Spielereien" sein...
      Vor ein paar Tagen habe ich per Zufall eine Fernsehdiskussion zum Thema Einsatzfähigkeit der Bundeswehr gesehen. Teilnehmer waren u.a. Carlo Masala, Thomas Wiegold und ein Professor der Uni der Bundeswehr München, der auch als "Sicherheitsexperte" verkauft wurde. Dieser Professor hat sich dann lang und breit darüber ausgelassen, dass er überhaupt nicht versteht, warum die Bundeswehr nicht mehr künstlichen Nebel auf dem Gefechtsfeld einsetzt, das wäre doch das ideale Mittel, um Drohnen abzuwehren. Von den anderen beiden kam nur zustimmendes Nicken.

      Nun bin ich sicher nicht der Drohnenexperte, aber ich habe so meine Zweifel, ob künstlicher Nebel der große Wurf zur Abwehr von Drohnen ist. Die bekannten Nachteile beim Einsatz von Nebel dürften auch hier massiv überwiegen.

      Ich habe den Eindruck, das sich auch innerhalb der Bundeswehr die Frage der Drohnenabwehr auch einem ähnlich fragwürdigem Niveau bewegt.

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      • kato
        Cold Warrior
        • 03.03.2009
        • 906

        #498
        Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
        Nun bin ich sicher nicht der Drohnenexperte, aber ich habe so meine Zweifel, ob künstlicher Nebel der große Wurf zur Abwehr von Drohnen ist.
        Die US Army und m.W. z.B. auch Australien testen das durchaus als ergänzendes Mittel. Aber nicht so wirklich als "Abwehr", sondern klassisch zur Behinderung von Zielerfassungssystemen.

        Als Beispiel eine Übung der 3ID zu einem mechanisierten Vorstoss, der durch Aufklärungsdrohnen unterstützt und dessen Aufdeckung und Bekämpfung durch taktisch gelegten Nebel (durch Bodenfahrzeuge und durch Drohnen) behindert werden sollte:

        "A key component of the demonstration involved deploying smoke screens using drone coordination. By synchronizing unmanned aerial observation with ground-based smoke systems, Soldiers created layered obscuration effects designed to disrupt enemy targeting systems and surveillance assets. The tactic complicates adversary use of precision-guided munitions and drone reconnaissance, a growing threat in modern combat environments."

        Auch in der Ukraine wird wohl seit längerem üblicherweise als Taktik eingesetzt dass Fahrzeuge sich einnebeln wenn FPV-Angriffsdrohnen unmittelbar im Anflug sind. Durch den Nebel fliegt der Pilot dann eben die letzten 50 Meter "blind" und kann daher eher sein Ziel verfehlen.

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        • tannenzapfen
          Cold Warrior
          • 25.01.2022
          • 466

          #499
          Moment: Die Gebirgsjäger und Fallschirmjäger sind nicht zu "mittel-leichten Kräften mutiert". Das beruht auf einer ungeschickten Übersetzung des englischen Schaubildes, das von einer "Light-medium division" spricht. Im Schaubild in der Loyal heißt die Division "Division Mittlere & Leichte Kräfte". Es gibt also nach wie vor beides- Mittlere und Leichte Kräfte, nur dass nun beide in einer Division zusammen sind. Der Unterschied zu früheren Planungen ist, dass die Mittleren Brigaden (mutmaßlich X21 und X41) nicht mehr mit Schweren Brigaden gemischte Divisionen bilden, sondern stattdessen mit den beiden Leichten Brigaden in einer Division zusammengefasst werden.

          Die Heimatschützer waren bei diesem Dreiklang schwer-mittel-leicht immer außen vor (siehe die Darstellung der Leichten Kräfte hier: https://www.bundeswehr.de/de/organis...heeres-5604280). Ich sehe im Schaubild der Loyal nichts, was daran was ändern würde. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass die Gebirgsjäger und die Fallschirmjäger auch in Zukunft die Leichten Kräfte bilden werden, und der Heimatschutz bei dieser Kategorisierung weiter außen vor bleibt- eben aufgrund der von DeltaEcho80 genannten Argumente.

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          • kato
            Cold Warrior
            • 03.03.2009
            • 906

            #500
            Der Reservistenverband hat inzwischen den Loyal-Artikel mit dem Schaubild (aus dem dieser hauptsächlich besteht) auf ihrer Website:

            Wie Deutschlands Streitkräfte künftig aufgestellt sein sollen, bleibt für die Öffentlichkeit unklar. Militärstrategie samt Plan dazu wurden als geheim eingestuft. Bei der Vorstellung der Gesamtkonzeption der Armee Ende April verweigerte die Streitkräfteführung um Minister Boris Pistorius beharrlich genaue Angaben zur...

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            • kato
              Cold Warrior
              • 03.03.2009
              • 906

              #501
              Allgemein zum Thema würde ich übrigens noch das Behördenspiegel-Spezial "Moderne Streitkräfte - Jahrbuch 2025: Das Zielbild der Bundeswehr - einsatzfähig und digital" vom September 2025 empfehlen. In diesem findet sich viel wieder bzw. angesprochen was jetzt in diesen Zielbildern planerisch umgesetzt werden soll.

              Die (ehrlich gesagt recht langen) Artikel in diesem Jahrbuch wurden dabei von der Bundeswehr selbst verfasst, darunter
              • GenLt Mais (InspH)
              • GenLt Sollfrank (KomOpFüKdo)
              • VAdm Daum (InspCIR)
              • Frau Lehnigk-Emden (Präs. BAAINBw)
              • Autorenteams aus Luftwaffe, Marine, CIR und BAAIUDBw
              Dazu kommt eine Einleitung vom Behördenspiegel selbst (Oberst a.D. Hönig) sowie ein erläuternder Artikel von Stefanie Wissmann (UniBw München).



              Anmerkung: Es handelt sich bei der URL um die vom Behördenspiegel selbst veröffentlichte und gehostete digitale Version. Zur Weiterverbreitung des PDFs und Auszügen aus diesem verweise ich auf den urheberrechtlichen Hinweis auf Seite 2 des PDFs.

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              • DeltaEcho80
                Cold Warrior
                • 09.03.2013
                • 1764

                #502
                Zitat von Nemere Beitrag anzeigen

                Vor ein paar Tagen habe ich per Zufall eine Fernsehdiskussion zum Thema Einsatzfähigkeit der Bundeswehr gesehen. Teilnehmer waren u.a. Carlo Masala, Thomas Wiegold und ein Professor der Uni der Bundeswehr München, der auch als "Sicherheitsexperte" verkauft wurde. Dieser Professor hat sich dann lang und breit darüber ausgelassen, dass er überhaupt nicht versteht, warum die Bundeswehr nicht mehr künstlichen Nebel auf dem Gefechtsfeld einsetzt, das wäre doch das ideale Mittel, um Drohnen abzuwehren. Von den anderen beiden kam nur zustimmendes Nicken.

                Nun bin ich sicher nicht der Drohnenexperte, aber ich habe so meine Zweifel, ob künstlicher Nebel der große Wurf zur Abwehr von Drohnen ist. Die bekannten Nachteile beim Einsatz von Nebel dürften auch hier massiv überwiegen.

                Ich habe den Eindruck, das sich auch innerhalb der Bundeswehr die Frage der Drohnenabwehr auch einem ähnlich fragwürdigem Niveau bewegt.
                Du hast wahrscheinlich die Live-Aufzeichnung des Podcasts "Sicherheitshalber" gehört, zu dem neben Wiegold und Masala noch Frank Sauer und Ulrike Franke gehören. Hier wurde die letzte Folge des Podcasts von Phoenix mitgeschnitten. Die Aussagen mit dem Nebel stammen von Professor Sauer. Irgendwer hat da wohl Erfahrungen mit dem künstlichen Nebel gemacht, von denen er hier berichtet. Wobei man bei Sauer auch aufpassen muss, da er manchmal ein bisschen in Ironie verfällt.

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