Dislozierungen der GSSD am 10.11.1989

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  • joachim
    Rekrut
    • 14.07.2005
    • 32

    #31
    Hallo Thunderhorse,

    Ich bin bisher davon ausgegangen, dass entsprechende Lageberichte - so diese in die Staatsarchive (in diesem Fall wohl Niedersachsen) eingegangen sein sollten, erst nach 30 Jahren eingesehen werden können (Archivgesetz). Eine Ausnahme bilden die Nachlässe der DDR Organe, die vollständig eingesehen werden können (mit Ausnahme des Nachlasses des Außenministeriums der DDR, hier gilt die 30-Jahres-Frist).

    Die Akten auf westlicher Seite - Lageberichte (des BGS?) - sind also teilweise zugänglich?
    Betreiber von Grenzmuseen würde ich gern anschreiben. Kannst Du mit Hinweisen helfen? Ich recherchiere auch schon sehr viel, wie Du weißt seit einem Jahr im Rahmen des Mauerprojekts (NVA-Forum). Ich habe auch einen Forschungsantrag bei der BStU gestellt (läuft seit Januar). Ich mache das aber alles in meiner Freizeit und bin daher für jede Hilfe dankbar.


    Joachim

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1970

      #32
      Hi Joachim,

      auch wenn Sperrfristen bestehen, wenn es sich um einen offiziellen Forschungsauftrag handelt, dürfte es auch etwas einfacher sein, Unterlagen zu sichten.
      Hier müßte man jeweils separat vor Ort in den Archiven anfragen.

      Zu den Lageberichten /Tage-, Monatslagen) BGS. Erwarte hier nicht zuviel in den Archiven. Ich habe schon in einem anderen Zusammenhang daruf hingewiesen, dass Akten nach 5 oder 10 Jahren Sperrfrist vernichtet werden mußten/wurden. Es sei denn, man benötigte noch das eine oder andere. Das waren z.B. Dislo-Übersichten, Dokumentation zu den Sperranlagen, Statistiken, etc..


      Zu dem Hinweis, Grenzmuseen. Schreibe doch diese einfach mal an oder Frage telefonisch dort nach, inwieweit diese Unterlagen von den ehem. Grenzbehörden West oder Ost in den Archiven haben. Jedes HZA, ZKom, GPI oder GPS, GK oder GB der GT hatte ja Akten, Fotos.
      Und ob das Material, für Forschungszwecke (Antrag/Verfahrensweise mußt Du slebst klären) vor Ort gesichtet werden kann!

      Eventuell ist auch eine Anfrage bei den damit befaßten Dienststellen der Bundespolizei/BGS, HZA Erfolg versprechend.
      Kann ich jedoch nicht beurteilen.

      Du bist doch in HH ansässig, bei der Bundespolizei in Lübeck existiert ein Grenzmuseum. Dort kann man auch mal Anfragen.

      TH
      Zuletzt geändert von Thunderhorse; 22.12.2006, 09:00.

      Kommentar

      • Lauterbacher
        Cold Warrior
        • 11.10.2006
        • 101

        #33
        Moin Moin,

        also ich hab mal mein Schwiegervater auf die Sache angesprochen (Eisenacher) und der hat mal seine Kollegen gefragt.
        Zusammenfassend folgendes:

        1.) In der Tat wurden die Grenzer nur sehr sehr spärlich über Operationen der Sowjets informiert, wenn überhaupt.

        2.) Durch die Politik von Gorbi und Co. bestand ein starkes Mißtrauen der Sowjets den NVA/ GT gegenüber, anders als in der immer wieder beschworenen Waffenbrüderschaft der sozialistischen Staaten...

        3.) Im Bereich Eisenach (also Übergang Herleshausen) gab es keine militärischen Aktivitäten der Sowjets

        4.) Die Alamierung auf Seiten der DDR war ausschließlich für einen Einsatz im Inneren vorgesehen. Offenbar ist da nicht einmal einer auf die Idee gekommen, daß der "böse Westen" die Situation militärisch ausnutzen könnte.

        5.) Seine Kollegen hatten eher den Eindruck, daß der WP viel mehr Sorgen über das mögliche Verhalten der DDR-Staatsorgane hatte. Es hörte sich so an, daß die Sowjets eher die para/- und militärischen Organe der DDR im Auge halten sollten.


        Soweit aus den Quellen!

        Was mich nur doch etwas verwundert sind die 600m!

        Also, wenn man einer Gefahr eines Durchbruches der US/BW oder NATO begegnen will, also eine Auffangstellung aufbaut, ist das viel viel viel zu nah an der Grenze. Die Gefahr der Ausflankierung und Überflügelung ist zu groß. Nicht einmal mehr für räumlich stark begrenze Operationen ist da noch Platz. Also für den Verteidigungsfall ist eine solche Nähe zur Grenze völliger Quatsch.

        Eher Sinn macht die Nähe, wenn ein Grenzübergang militärisch geschlossen werden soll. Da jedoch bei Herleshausen definitiv keine militärische Operationen der Sowjets statt fanden, kann dieser Zweck ausgeschlossen werden. Es macht ja nur Sinn, wenn alle Grenzübergänge gleichzeitig geschlossen werden.

        Die Nähe macht auch Sinn für eine offensive Absicht, aber das scheint ja wohl auch auszuscheiden. Zu wenige Truppen, keine allgemeine Alamierung, fehlende Aktivitäten der Marine/ Luftwaffeneinheiten...


        Allerdings stimmt nicht ganz, daß auf westlicher Seite alles ganz ruhig gewesen war. Ich weiß ja nicht, wer hier wo gedient hat und was er in dieser Zeit gemacht hat, aber es war einiges los.

        Einer der 10. Spec.Forces meinte dazu, daß es die "tollsten" Tage seid dem Fall von Saigon gewesen waren. Auf US Seite war man zwar der Ansicht, daß daraus keine Gefahr für das NATO-Gebiet sich entwickeln könnte, aber die Gefahr von Bürgerkrieg, Unruhen..in der DDR und WP-Staaten wurde erwartet. Und eine solche Gelegenheit zur Infiltration wollte man sich ja wohl dann doch nicht entgehen lassen. Außerdem dachte man auch eher an einen vorübergehenden Zustand.

        Eine ganze Reihe von Stützpunkten entlang der Grenze waren sehr wohl in erhöhter Alarmbereitschaft. z.B. Fulda. Insbesondere in den Stützpunkten Sickels und Langöns standen 50% der Hubschrauber in den ersten 6 Tagen mit laufender Turbine auf dem Startplatz. Ob jetzt aufmunitioniert, konnte mir nun keiner sagen, aber die Stützpunkte waren hermetisch abgeriegelt. Dies wurde übereinstimmend und unabhängig von einer ganzen Reihe von Augenzeugen berichtet, kann also für gegeben hingenommen werden.




        Gruß Ulrich


        Was genau waren denn das für Truppen, die da lagen ??

        Kommentar

        • Thunderhorse
          Cold Warrior
          • 09.02.2006
          • 1970

          #34
          Hallo Lauterbacher,

          schöne Ausführungen von Dir.

          Im Raum Herleshausen/Wartha, wie auch bei Melpers oder auf dem Blosenberg, oder im Nordbereich fanden schon miltärische Aktionen der GSSD statt. Die bekannten B-Stellen waren seitens der Aufklärungsbtl. der GSSD meist besetzt. So auch zu dieser Zeit.


          Und woher stammen die Augenzeugenberichte, dass 50 % der Helikopter auf Sickels und Langöns über 6 Tage mit laufenden Turbinen standen???
          Das wäre selbst den Anwohnern aufgefallen, bei dem Lärm!
          Es wurde normale bzw. zusätzliche Grenzüberwachung geflogen bzw. die Führung des 11th ACR machte sich ja auch ein Bild vor Ort.

          Die Stützpunkte an der Grenze und dabei handelt es sich um die BOP´s (waren nicht mal alle besetzt) bzw. die Border Camps (ständig besetzt), waren in keiner erhöhten Bereitschaft. Hier wurde normaler Dienst geschoben, die Reaction Teams waren wie gehabt in Stand By in den BC´s.
          Es wurden auch keine Kräfte zusätzlich verlagert.


          Und welche Stützpunkte waren hermetisch abgeriegelt? Munitionsdepots, Air Defence Stellungen?
          Sicherlich nicht die BC´s oder BOP´s.
          Ich konnte dies nicht in den BOP´s oder Border Camps feststellen, obwohl ich dort fast täglich vor Ort war. Für einige BOP´s hatten wir Zugangsberechtigungen, da wir im Besitz der Schlüssel waren.
          Und die seitens der US-Army genutzten, konnten jederzeit von uns Betreten werden (kurzer Anruf vorher).

          Sorry, aber ich war damals vor Ort, und meine US-Kollegen von damals können sich auch nicht daran erinnern.

          Im übrigen waren es damals tolle Tage.

          TH
          Zuletzt geändert von Thunderhorse; 03.01.2007, 12:04.

          Kommentar

          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1970

            #35
            Zur Ergänzung:


            Ruhig war es sicherlich nicht in den Tagen nach der Grenzöffnung, also ab dem 10. November 1989, in den frühen Morgenstunden.
            Alarmiert wurde auch, aber um Kräfte für die Verkehrsregelungen heranzuführen, die Versorgung der DDR-Reisenden zu gewährleisten.

            Und zu den BOP´s - BC´s.
            Die US-Army führte ihren normalen Grenzdienst durch. Die Besatzungen der Border Camps fuhren Streife, die Kräfte auf den BOP´s (nicht alle waren besetzt und wurden nach dem 09.11.89 auch nicht besetzt) sind im 24-Stunden Rhytmus abgelöst worden.
            Was wegen dem Verkehrsaufkommen gar nicht so leicht war.



            Zu hermetisch abgeriegelten Stützpunkten:
            Ich konnte dies nicht in den BOP´s oder Border Camps feststellen, obwohl ich dort fast täglich vor Ort war. Für einige BOP´s hatten wir Zugangsberechtigungen, da wir im Besitz der Schlüssel waren. Was auch nach dem 09.11. nicht verwehrt wurde.

            Empfehle Dir das Buch: On Freedom´s Frontier, des 11th ACR Fulda



            Cover anklicken und dann durcharbeiten.
            Die Bilder entstanden ab dem 10. November 89.

            TH
            Zuletzt geändert von Thunderhorse; 03.01.2007, 12:22.

            Kommentar

            • Thunderhorse
              Cold Warrior
              • 09.02.2006
              • 1970

              #36
              Hi Lauterbacher.


              Zu den 10 SF, 1 Btl in Bad Tölz.

              Eine Gefahr einer Überreaktion bestand anfänglich sicherlich. Zumal in den ersten Stunden die Organe vor Ort nicht informiert wurden und in eigener Entscheidung handeln mußten. Die Mitteilung zu den Reiseerleichterungen und die schnelle Umsetzung seitens der Bevölkerungsmassen ab den späten Abendstunden des 09.11.89 kam ja auch überraschend. (Siehe auch NVA-Forum)

              Das man einen Bürgerkrieg oder Unruhen für eine Infiltration nutzen wollte, dies halte ich für eine Mär/Hoax.
              Darauf war zu diesem Zeitpunkt meiner Meinung nach keiner Vorbereitet.
              Siehe 13. August 1961.
              Und die SF im Kurzhaarschnitt auf dem Boden des WP???

              Ab der Grenzöffnung waren jedoch die westlichen MVM´s in der DDR on Tour, um ein Lagebild zu erstellen.

              TH

              Kommentar

              • emu
                Cold Warrior
                • 26.12.2005
                • 166

                #37
                Hallo Thunderhorse,
                es ist spannend wie genau Du das berichtest,Lob,Lob,Lob!!!!

                Ein Gutes und lehrreiches Jahr wünsche ich uns allen!!
                "Lasst uns die Beziehungen zwischen den Staaten so gestalten,dass internationale Streitigkeiten nicht auf dem Schlachtfeld,sondern am Verhandlungstisch beigelegt werden"
                Andrej Gromyko,1964

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                • Thunderhorse
                  Cold Warrior
                  • 09.02.2006
                  • 1970

                  #38
                  Da es ja zuvor um den Bereich des 11th ACR - V US-Corps ging.

                  Auch im Bereich des VII US-Corps, zuständiges ACR war das 2th (für die Grenze zur damaligen DDR (Trennungslinie der US-Corps lag in Unterfranken) und CSSR) mit HQ in Nürnberg, Schwadronen in Bamberg, Bindlach bei BT und Amberg (mit den zugeordneten Grenzcamps BC´s), gab es keine höheren Maßnahmen. Weder in Schweinfurt, noch in Bamberg oder Nürnberg/Feucht liefen in diesen Tagen die Turbinen der Helikopter Rund um die Uhr, auch nicht die 50 %.

                  TH

                  Kommentar

                  • Lauterbacher
                    Cold Warrior
                    • 11.10.2006
                    • 101

                    #39
                    Moin Moin,

                    klaro!

                    Ich befragte meinen Schwiegervater nicht nach irgendwelchen normalen Aktivitäten, die sonst auch stattfanden, sonders nach außergewöhnlichen Truppenbewegungen im Gelände. So wie in der ursprünglichen Fragestellung beschrieben. Klar, waren die Stellen besetzt, so wie meist immer!


                    Das mit den Hubschraubern hab ich ja gerade von den Anwohnern, mich darfst Du da nicht fragen, aber ich glaube nicht, daß die sich alle getäuscht haben und auch noch alle in der gleichen Sache. Das hermetisch abgeriegelt bezog sich übrigens auf die beiden genannten Stützpunkte. Aber wie gesagt, mehrere Anwohner erklärten das übereinstimmend, mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Ich hab dort nicht gewohnt!


                    Was allerdings die 10. angeht, da bist Du glaube ich auf dem Holzweg. Was glaubst Du wozu der hohe Anteil von Ausländern (insbesondere Ostblock) bei den SF da war? Ich meine sowas ist ja sogar in Trivialliteratur wie Schauer und Co. nachzulesen. Wozu in den SF insbesonders Wert auf fließende Fremdsprachenkenntnisse Wert gelegt wurde (Polnisch, Tschechisch, Russisch...) Wie war das mit dem Plan während Unruhen in das entsprechende Land zu infiltrieren?? Stand sogar dummerweise mal in der Times (Ich hab den Artikel irgendwo rumliegen, such ihn noch raus, war so 82/83...


                    "....Und die SF im Kurzhaarschnitt auf dem Boden des WP???..." Das sind die Ranger nicht die Green Berets!


                    Noch einfacher: Frag einfach mal einen der Jungs.

                    Gruß Ulrich

                    Kommentar

                    • Thunderhorse
                      Cold Warrior
                      • 09.02.2006
                      • 1970

                      #40
                      Woher will Dein Schwiegervater gewußt haben, wann die Bunker der GSSD besetzt waren? Ist er jedesmal dort vorbeigefahren?
                      Wenn er an der GÜST Wartha eingesetzt war, hat er dies doch gar nicht mitbekommen, die Nachricht ging doch nur an das zuständige GR, BG und GK, wenn überhaupt. Die dort befindliche Stellung war von der GÜST weit weg und nicht einsehbar!

                      Wartha war auch für die GSSD uninteressant. Alliierte in Uniform und zivil durften ja nur über Marienborn mit dem Pkw nach Berlin fahren.
                      Und der normale Reisende aus den USA, GB, Frankreich wurde dort von der PKE abgefertigt.
                      Sollte sich doch einer Verfranzt haben, hätte Ihn sicherlich der Grenzschutzeinzeldienst vorher gestoppt.
                      Aber auch die GSSD schaute fast täglich vorbei an der GÜST. mit der MI24 oder MI8 bei Ihren Kontrollflügen im Rahmen des DHS.

                      Die Green Berets muß ich nicht fragen. Die wollten ja auch ab und an die Grenze sehen.
                      Was ja auch von Ronald Reagen damals so angeordnet war. Jeder US-Militär sollte/mußte an die Grenze (auch bei Reforger z.B.) geführt werden. Lief aber mit Masse direkt über die US-Border Camps.
                      Fließende Fremdsprachen des Ostblock konnten auch die Angehörigen der MI-Dienststellen sprechen, Pflichtsprachen, sonst kam man nicht auf diese Dienstellen. War also nichts berühmtes.

                      Soso, Sickels und Langöns sollen hermetisch abgeriegelt gewesen sein!
                      Komisch. Hat uns damals vom 4/11 ACR bzw HQ 11th ACR keiner gesteckt.
                      Aber wenn man heute nach über 15 Jahren Leute befragt, was so um den 09/10.11.89 alles gelaufen ist, wissen die plötzlich alles und beim Hinterfragen "nichts".
                      Auf Sickels-, Feucht- oder Schweinfurt Airfield hat es damals auch schon vorher und danach gebrummt. Die US-Army hatte meist regen Flugbetrieb.

                      Was übrigens 1982 oder 1983 noch für SF galt, war in 1989 vielleicht, schon in Teilen überholt.
                      Und bei Unruhen infiltrieren, das wollte die politische Ebene damals sicherlich nicht. Dafür gab es andere Möglichkeiten. Warum haben sich die Westmächte und die Bundesregierung zurück gehalten? Die Chance für politische Veränderungen kam in den Tagen und Wochen danach und die hat man auch genutzt. Siehe Wiedervereinigung.
                      Es war auch kein Spannungsfall zur damalaigen Zeit!

                      Aber jeder soll seinen Glauben haben.

                      TH
                      Zuletzt geändert von Thunderhorse; 03.01.2007, 20:27.

                      Kommentar

                      • Lauterbacher
                        Cold Warrior
                        • 11.10.2006
                        • 101

                        #41
                        Moin Moin,

                        ".....Woher will Dein Schwiegervater gewußt haben, wann die Bunker der GSSD besetzt waren? Ist er jedesmal dort vorbeigefahren?
                        Wenn er an der GÜST Wartha eingesetzt war, hat er dies doch gar nicht mitbekommen, die Nachricht ging doch nur an das zuständige GR, BG und GK, wenn überhaupt. Die dort befindliche Stellung war von der GÜST weit weg und nicht einsehbar!...."


                        Keine Ahnung, ich sag doch, er hat die ehemaligen Grenzer gefragt, die zu der Zeit Dienst schoben. Ich kann nicht mehr dazu sagen.



                        "....Soso, Sickels und Langöns sollen hermetisch abgeriegelt gewesen sein!
                        Komisch. Hat uns damals vom 4/11 ACR bzw HQ 11th ACR keiner gesteckt.
                        Aber wenn man heute nach über 15 Jahren Leute befragt, was so um den 09/10.11.89 alles gelaufen ist, wissen die plötzlich alles und beim Hinterfragen "nichts".
                        Auf Sickels-, Feucht- oder Schweinfurt Airfield hat es damals auch schon vorher und danach gebrummt. Die US-Army hatte meist regen Flugbetrieb...."


                        Stimmt!!!!!!!!! das ist in der Tat ein Problem. Ich schreibe ja fleißig an meinem Buch, als ich dann das Einverständnis der Quellen zur namentlichen Nennung in der Quellenangabe einholte, war nur noch die Hälfte sicher. Jaja, wie immer. Dennoch habe ich es mit reingenommen, allerdings unter der persönlichen Meinung der genannten Quellen. Ich denke nur, daß insbesondere Anwohner, die ständig dem Flugbetrieb ausgesetzt waren am besten Unterschiede bemerken, weswegen ich ja auch die Tour unternommen hatte! Man was das nervig. Die ersten 40% sind zugezogen, die anderen 30% erinnern sich nicht mehr, die weiteren 25% wollen mit dem "Quatsch" nichts zu tun haben. Wenn es hochkommt bekommt man gerade mal 5% überhaupt vor das Mikro!




                        ".....Was übrigens 1982 oder 1983 noch für SF galt, war in 1989 vielleicht, schon in Teilen überholt.
                        Und bei Unruhen infiltrieren, das wollte die politische Ebene damals sicherlich nicht. Dafür gab es andere Möglichkeiten. Warum haben sich die Westmächte und die Bundesregierung zurück gehalten? Die Chance für politische Veränderungen kam in den Tagen und Wochen danach und die hat man auch genutzt. Siehe Wiedervereinigung...."

                        Auch das ist richtig, es war sehr viele Befehle überholt bzw. abgeändert worden. Ich rede hier auch nicht von einer Infiltration in Kompaniegröße oder so, sondern um einzelne Aufklärungsaktionen. Ich hoffe das ist nicht falsch verstanden worden. Es war nicht geplant da irgendwelche Einheiten zur Sabotage oder sowas hinüberzuschicken. In der Tat durfte von US bzw. Nato Seite keinerlei Einflußnahme ausgeübt werden. Es ging in diesem Zusammenhang wohl nur um bestimmte Objekte, die man sich mal etwas näher und unbemerkt ansehen wollte. Es war keine Einschleusung von was auch immer.

                        @Thunderhorse: Willst Du mein Buch dann, wenn es wirklich endlich mal fertig werden sollte, gegenlesen, also das Skript meine ich?? Ich würde mich freuen!

                        Gruß an Alle


                        Ulrich

                        Kommentar

                        • Doc Hollywood
                          Warrior
                          • 07.01.2007
                          • 94

                          #42
                          Hallo Jungs!

                          Die in post 11 erwähnte 21.MSD der NVA gab es nicht. Wird wohl ein MSR der 8.MSD gewesen sein.
                          Im NVA-Bereich hatte im Umkreis größerer Städte mit Sicherheit alles erhöhte Gefechtsbereitschaft.
                          Vom LSR-40 ist ja bekannt,daß es in den Straßen von Leipzig bereit stand.
                          Ich kann mir nur zu gut vorstellen, daß die Russen bei der angespanten Situation im Herbst 89 Gewehr bei Fuß standen.
                          Wenn sie wirklich so nah an der innerdt.Grenze in Bereitschaft lagen, muß daß den Grenzern vom GK Nord ja aufgefallen sein.
                          Das sie offiziell nichts wußten mag sein, denn um die viel gerühmte Waffenbrüderschaft haben sich die Russen einen Dreck geschert.
                          Man hat in wirklichkeit der NVA in Hinsicht auf eine Konfrontation mit der BW nicht über den Weg getraut.
                          Klassisches Bsp.: Einnahme von WB.Dort war der NVA-Gruppierung um die 1.MSD eine russ.Brigade unterstellt.(um den Schein zuwahren).In Wirklichkeit habeb sie mit eigenen Kräften die Einnahme von WB geplant.In dieses Szenario hatte kein NVA´ler Einblick.

                          Gruß Doc

                          Kommentar

                          • joachim
                            Rekrut
                            • 14.07.2005
                            • 32

                            #43
                            [QUOTE=Doc Hollywood;2365]Hallo Jungs!

                            Die in post 11 erwähnte 21.MSD der NVA gab es nicht. Wird wohl ein MSR der 8.MSD gewesen sein.

                            Richtig das ist ein Fehler, es handelte sich um das MSR 29 der 8. MSD.

                            Joachim

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                            • joachim
                              Rekrut
                              • 14.07.2005
                              • 32

                              #44
                              Noch mal zu den selbstständigen Panzerregimentern der GSSD / WGT die dort ab 10.11.1989 stationiert gewesen sein sollen (!).
                              Es gab davon vier: Die beiden, die der 2. Garde Panzer Armee der GSSD unterstellt gewesen sein sollen, trugen zunächst die Nummerierung 731. selbstständiges Gardepanzerregiment in Hagenow und 732. selbstständiges Gardepanzerregiment in Güstrow.
                              Es hat offensichtlich im Verlauf der 1980er Jahre hier eine Umnummerierung gegeben, danach trugen die besagten Panzerregimenter die Nummern 221 [Hagenow] und 222 [Güstrow]. Die beiden Panzerregimenter wurden noch vor der Wiedervereinigung in die UdSSR zurückverlegt.

                              Die Information zur Umnummerierung erhielt erst im Mai 2006 [für Thunderhorse: nachzulesen im Nicholson Thread des NVA Forums]

                              Joachim

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                              • Thunderhorse
                                Cold Warrior
                                • 09.02.2006
                                • 1970

                                #45
                                Doc Hollywood.

                                Vorstellen kann man sich vieles. Wie damals die Realität war, ist jedoch eine andere Sache.

                                Und was so alles am 09/10. November bei der NVA in Bereitschaft lag oder nicht das läßt sich ja heute an den zugänglichen Unterlagen weitesgehend nachvollziehen.
                                Das LSR 40 war zum damaligen Zeitpunkt nicht mehr in Leipzig. Die in Bereitschaft gesetzten Kräfte der NVA verblieben in den Standorten.Diese erhöhte Bereitschaft wurde am 10 oder 11.11.89 bereits wieder aufgehoben. Am Brandenburger Tor wurden zusätzliche Kräfte der GT zum Einsatz gebracht.
                                Es gibt dazu im NVA-Forum einiges an Informationen.

                                Es wäre eine Runde Sache wenn man mit konkretem Antworten/handfesten Informationen daherkommen könnte.

                                Nicht mit den Floskeln:
                                gut Vorstellen / mit Sicherheit / wird wohl ....


                                Und sollte doch mal die 21. MSD aufgetaucht sein. Man änderte bei den Übungen der NVA und GSSD auch mal schnell eine Truppenbezeichnung. Da Bedarf es einer tieferen Recherche inwieweit solch eine MSD bei einer Übung existierte.

                                Na Joachim hat ja schon eine Antwort zur 21. MSD gegeben.

                                TH
                                Zuletzt geändert von Thunderhorse; 08.01.2007, 21:11.

                                Kommentar

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