SAS Oberolm, Wackernheim (US)

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  • dochol
    Cold Warrior
    • 18.05.2009
    • 629

    #1

    SAS Oberolm, Wackernheim (US)

    Hallo,
    die Semesterferien nahen, und es ist Zeit das Thema mal systemtisch auseinanderzupflücken.
    In diesem Fred soll es um die militärischen Einrichtungen im sog. Ober-Olmer Wald gehen. Es handelt sich dabei um diese Koordinaten: 49.960947, 8.171461
    (Leider weiß ich nicht, wie man direkt zu google maps verlinkt)

    Wie man sieht, kann man das Ganze grob in vier Teile aufteilen:

    1. Nike-LA (49.955287, 8.178413): Im Forum schon besprochen
    2. kleines Depot mit zwei-drei Bunkern (49.959318, 8.159101): Sieht aus, wie ein SAS, ähnlich dem in der Nähe von Hanau (50.162270, 8.943931)
    3. Ein größeres Depot (49.961817, 8.166466): auffällig ist, dass es bewaldet ist
    4. Ein weiteres Depot (49.964433, 8.163934): Im Gegensatz zu 3. natürlich klar: komplett gerodet, bis an den Rand.

    In den bisherigen Freds ging es ja ausschließlich um die Nike-LA, aber der Rest (von dem heute ja noch einiges erhalten zu sein scheint, im Gegensatz zur LA) wurde dabei scheinbar vergessen.

    Alle Infomationen, die irgendwie verfügbar sind, sollen hier gesammelt werden, mal sehen, was daraus wird. Meine Fragen direkt zum Anfang:
    1. Handelt es sich bei dem Objekt 2 tatsächlich um ein SAS-Lager?
    2. Wieso ist Objekt 3 bewaldet, 4 hingegen komplett gerodet?
    3. Gibt es eine Übersicht, was ungefähr wo gelagert wurde?


    Der Militarisierungs-Atlas sagt, dass "die amerikanische Armee [...] im Ordonnanz-Depot in Mainz ein Atomgeschutz (85t) vorgeführt habe" Mil-At S.106
    Auf Seite 253 wird ein Munitionsdepot in Mainz-Finthen erwähnt.

    Legt mal los. Wenn es sich ergibt, fahre ich nächste Woche zum foto- und kartographieren rüber und präsentiere euch die Ergebnisse

    gruß!
  • dochol
    Cold Warrior
    • 18.05.2009
    • 629

    #2
    niemand weiß was. niemand sagt was. kann ja garnicht sein! rafft euch auf

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    • dochol
      Cold Warrior
      • 18.05.2009
      • 629

      #3
      Guten Morgen,
      Diese Seite spricht auch von einem SAS in Ober Olm. Nämlich das oben genannte.
      Beinahe übersehen, die Siete spricht von zwei SAS. Jetzt dürfte auch kalr sein, wieso die eine Waldfläche gerodet ist....
      Wieso ist über dieses SAS nicht bekannt, obwohl es doch so ca. 10 Bunker waren?
      Zuletzt geändert von dochol; 17.07.2009, 04:28.

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      • Firefighter
        Systemadministrator
        • 09.07.2006
        • 1035

        #4
        Moin,

        schau dir mal den Link an:

        Landesforsten Rheinland-Pfalz: Ohne Zäune und Raketen: Neue Perspektiven für den Ober-Olmer Wald

        Mit weiteren Infos kann ich derzeit leider auch noch nicht dienen, eine MP Company oder eine Ordnance-Unit in der nähe ist mir auch nicht bekannt, was eigentlich jede SAS hatte.
        Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
        Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
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        • dochol
          Cold Warrior
          • 18.05.2009
          • 629

          #5
          Gude,
          Sehr interessanter Link. Man erkennt ja deutlich den Standart-Turm des SSCC.
          Ich hab noch folgende Karte gefunden: Karte
          Laut der Seite Werkbund hieß das größere SAS wohl „CL III Storage Area GE 62E“.
          €:Bin nicht sicher, ob das wirklich das gerodete Areal darstellt. Könnte auch das einfache Depot direkt südlich davon sein.
          €²: Nicht direkt mit zum eigentlichen Thema, aber trotzdem ganz interessant: Lärmbelästigung
          Zuletzt geändert von dochol; 17.07.2009, 20:49.

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          • Firefighter
            Systemadministrator
            • 09.07.2006
            • 1035

            #6
            Danke für den Plan, den kannte ich wiederum noch nicht.
            Mit der Bezeichnung kann ich nichts anfangen, ich kenne nur Class V, was konventionelle Munition war.

            Das SSCC auf dem Bild dürfte von der Nike-Stellung sein.

            Auf alle Fälle ist der Ober-Olmer Wald ein großes Rätsel, da nirgends genauere Infos zu finden sind.

            Vielleicht sollte man sich mal an den Forst sowie den Werksbund wenden, die haben bestimmt noch weiteres Material.
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            • vizekonteradmiral
              Cold Warrior
              • 21.01.2006
              • 199

              #7
              Hallo ihr Meenzer bzw. Mainz-Auskenner

              Was sind denn das für 3 seltsame "Installationen" am Nordrand des Ober-Olmer Waldes:
              mainz - Google Maps
              ??

              Und wiederum an dieses Gelände nördlich anschließend ist eine funktechnische Anlage, die noch aktiv ist (zumindest zu dem Zeitpunkt als die Google Bilder entstanden). Was'n das?
              Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen.
              G.Schabowski, 9.11.1989

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              • Firefighter
                Systemadministrator
                • 09.07.2006
                • 1035

                #8
                Hallo,

                ich war im April am Finthen AAF sowie im Ober-Olmer Wald, die Anhänger standen damals nicht mehr auf den Hügeln.

                Wackernheim 2000.

                Auf Bild 5 und 6 findest du Bilder von den Anhängern aus dem Jahr 2000

                Welchen Zweck diese hatten kann ich dir leider auch nicht sagen, sieht irgendwie nach Richtfunk aus.
                Eventuell standen diese in Verbindung mit der TENCAP-Site Finthen, direkt nebenan.
                Tactical Exploitation of National Capabilities (TENCAP)

                Anbei ein Bild, in der mitte die SigInt-Site, auf der rechten Seite die Hügel sowie den Zaun des Übungsgeländes.
                Angehängte Dateien
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                • Firefighter
                  Systemadministrator
                  • 09.07.2006
                  • 1035

                  #9
                  Da die Boardsoftware das Bild automatisch verkleinert hat, nochmal das Bild in scharf und ohne Artefakte.
                  Angehängte Dateien
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                  • dochol
                    Cold Warrior
                    • 18.05.2009
                    • 629

                    #10
                    Hallo,
                    gegenteilig zu meinen Vermutungen ist dort wohl wirklich nichts mehr übrig. Das ganze Konversionsprojekt wurde als vorbidlich gefeiert, habe ich irgendwo im Verlauf gelesen. Land/Bund/Forst/"Gemarkungseigentümer" haben dort wohl ganze Arbeit geleistet und keinen Stein auf dem anderen gelassen.
                    Wirklich verwunderlich ist nur, dass ich bisher nur eine einzige Quelle gefunden habe, die das Areal als SAS ausweißt (Abgesehen von meinen Vermutungen und den Offesichtlichkeiten.) Auch unter der o.g. Beschreibung findet man nur Verweise zu diesem Kunstprojekt. Das wäre u.U. ein Ansatz für weitere Informationen.
                    Hat noch jemand Möglichkeiten, evtl. dort stationierte Soldaten zu befragen?

                    €:EIn Zugang zu den CQB-Häusern ist anscheind nicht mehr möglich, weil die Tore geschlossen wurden.
                    Zuletzt geändert von dochol; 19.07.2009, 17:47.

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                    • ed22ful
                      Cold Warrior
                      • 01.11.2010
                      • 1208

                      #11
                      Hallo,

                      siehe da, alte Heimat, da bin ich zeitweise aufgewachsen (Lerchenberg), die Raketenstation war schon gut gesichert, die Einfahrt war ja gerade mal 30m von der "öffentlichen" Ober-Olmer Straße entfernt. Also, dreifacher Zaun mit Stacheldraht obendrauf, im inneren Kreis die fetten Strahler..., war schon mysteriös, die andere Ecke mit den Munbunkern habe ich erst viele Jahre später gesehen.
                      Heute steht da gar nix mehr ausser einem Schaukasten mit einem kleinen Bericht. Die hätten den Wachturm als Mahnmal stehen lassen sollen, aber nun gut, weg ist.
                      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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                      • dochol
                        Cold Warrior
                        • 18.05.2009
                        • 629

                        #12
                        Mahlzeit!
                        Soeben kam Post vom Forstrevier Ober-Olm. Leider kann/darf der Revierleiter keine Aussage zu den Sonderwaffenlager machen. Zumindest hat er sie nicht dementiert Andere Bilder, als die auf der Seite liegen ihm nicht vor.
                        Er hat mich an die damals ausführenden Landschaftsarchitekten verwiesen. Ein Geschäftsführer von dort ist Vorstandsmitglied im "Werkbund", der auch eine Ausstellung vor der Konversion auf dem Gelände veranstaltete.
                        So weit so gut, ich bleibe dran.
                        Gruß

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                        • ed22ful
                          Cold Warrior
                          • 01.11.2010
                          • 1208

                          #13
                          Hallo,

                          auch wenn der Beitrag hier schon ein wenig älter ist, möchte ich ihn trotzdem nochmal eröffnen (auch mit der damaligen Bitte von dochol) und vorschlagen, sämtliche verfügbare Informationen hier zu sammeln.
                          Hintergrund ist, ich bin seit längerem dabei, diese "sehr schwer" zu beschaffenden Informationen über den Ober-Olmer Wald bzw. Wackernheim zu bündeln und in einer Dokumentation niederzuschreiben.

                          Irgendwie ist gegenüber anderen Liegenschaften in Deutschland der US-Streitkräfte Ober-Olm ein absolutes Mysterium und das macht das ganze um so interessanter!

                          Ich habe mir in den letzten Monaten wirklich die Finger wund geschrieben und diverse Stellen mit Schreiben bombadiert, leider ist das Ergebnis bis jetzt sehr ernüchternd. Bei einem Großteil stehen die Antworten nach Wochen immer noch aus, die bereits bekommenen Auskünfte sind sehr dürftig.
                          Was mich am meisten ärgert, sind die ganzen "Künstler", die 1996 in einer Ausstellung die ehemaligen Munitionslagerhäuser umwandeln konnten für ihre Kunstprojekte, meistens bekam ich gar keine Antwort, eine Dame bezichtigte mich sogar als Irren ! Das dumme bei der Sache, die Stadt Mainz hat diesen Künstlern genaue Lagepläne und Fotodokumente zur Verfügung gestellt, die ich auf Anfrage von offizieller Seite nicht zur Verfügung gestellt bekomme, welch ein Hohn.

                          Das Bundesarchiv in Koblenz ist noch eine große Hoffnung für mich, aber soweit bin ich leider noch nicht, da man dort nur persönlich vor Ort die Unterlagen einsehen kann und ich die ganzen Schlagwörter erst mal heraussuchen muß, bevor ich einen Antrag auf Einsicht stelle. Empfehlung trotzdem, die sind wirklich allerbestens sortiert im Bereich Militärgeschichte, zudem sind Kopien gegen Entgeld erhältlich. Im Archiv Freiburg liegen sogar Bau- und Konstruktionspläne aus, daher kann ich jedem empfehlen, dort mal zu stöbern, sehr interessant!

                          404 - Das Bundesarchiv online: Ihre zentrale Anlaufstelle für historische Dokumente, digitale Sammlungen und Informationen zur deutschen Geschichte. Besuchen Sie uns!


                          Einzig die damalige Leiterin des Kunstprojektes, Frau Prof. Ursula Bertram von der Technischen Universität Dortmund hat mir Hilfe angeboten, von ihr werde ich die nächsten Tage zumindest das Kunstbuch über das Projekt bekommen.
                          Zudem besitzt ein Architektenbüro in Mainz sämtliche Baupläne des Muntionsbereiches und der Nike-Stellung, aber, wie immer, keine Antwort bis heute bekommen.

                          Die Internet-Recherche erweist sich übrigens auch als sehr schwer mit diesem Thema, trotzdem bin ich ein wenig fündig geworden und habe hier noch zwei Bilder entdeckt:

                          001.jpg 002.jpg Quelle: http://www.publicartwiki.org/wiki/Ab...erhard_Bosslet

                          Die Fotos zeigen das damalige Projekt des Künstlers, er hat ein MLH im Bereich CL III Storage Area GE 62 enterden und auf gegenüberliegender Seite den Erdwall komplett aufschütten lassen, sieht zumindest ganz nett aus.
                          Das interessante bei Foto 002 ist die linke Ecke im Hintergrund, man sieht beim ranzoomen deutlich den stählernen Wachturm und die Beleuchtungsanlage.

                          Auch USAREUR gibt nicht so viele Informationen her, zudem fällt mir eine genaue Auflistung der ganzen Strukturierungsmaßnahmen sehr schwer, da seit der Inbetriebnahme der beiden Anlagen im Jahre 1957 bis zur Deaktivierung 1993 eine immense Zahl an Einheiten gegangen und gekommen ist, da hoffe ich ein wenig auf die Hilfe von euch. Vielleicht kann mir da einer eine grobe Auflistung anfertigen.
                          Walter Elkins hat mir mitgeteilt, das zwei SAS in einem gemeinsamen Bereich wie hier wohl eine absolute Ausnahme sind und daher einmalig in Deutschland. Zudem ist er auch der Ansicht, das die beiden Lager nicht zur selben Zeit betrieben worden sind.

                          Also, nochmals die Bitte an euch alle, mir zu helfen, dafür ist das Forum ja auch da. Ich hab mir hier ein ganz schönes Mammutprojekt angeeignet und bin da sehr dankbar für jegliche Unterstützung.

                          Sobald ich neue Erkenntnisse habe, werde ich diese hier einstellen.

                          Viele Grüße
                          ed
                          Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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                          • ed22ful
                            Cold Warrior
                            • 01.11.2010
                            • 1208

                            #14
                            Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema in Form einer KMZ.


                            Ober-Olm.kmz


                            Ich hab darin die Bereiche, wo mir ich mir keinen Reim drauf machen kann, mal rot markiert, vielleicht hat ja der ein oder andere eine Erklärung dafür.

                            Z.B. das IFC der Nike, wo war das? Einmal wird als Standort der benachbarte AAF Finthen angegeben, dann im Bereich der McCully-Barracks und ein ehemaliger GI, der dort stationiert war, gibt einen Standort ca. 400m nördlich der Nike-Stellung mitten im Wald an, wo ich auch Reste von Fundamenten gefunden habe. Sehr komisch!?

                            Zudem das T-Förmige Gelände oberhalb nördlich der Sichtschneise, was erfüllt das für einen Zweck?

                            Dann nördlich oberhalb des SML I, zwei ca. 5-6m hohe und vielleicht 15-20m lange Erdhügel. Die müssen schon sehr lange dort stehen und können nicht von den Abrissarbeiten zwischen 1997-2000 stammen, da die Bäume darauf genauso gewachsen sind wie der restliche Wald. Aber an beiden Hügeln sieht es so aus, als hätten einmal Wege dahin geführt.
                            Bilder hier:


                            Erdhügel 1.jpg Erdhügel 2.jpg

                            Zudem die U-Förmige Erdaufhäufung am Rand der Zufahrt zu SAS I, genauso rätselhaft, normalerweise würde ich sagen, ein Schutzwall für explosionsgefährdete Gebäude, aber an der Stelle, gerade mal 150m vom ersten MLH entfernt? Zudem auch der einzige Erdwall im gesamten Lagerbereich.

                            Fragen über Fragen... .

                            Die Anlage macht ihrem Ruf alle Ehre, keiner weis was, keiner sagt was, da heißt es doch glatt, dranbleiben, mein Ehrgeiz ist schon lange geweckt .

                            Was natürlich auch die Aussagen von jemanden, der dort zu aktiver Zeit war, untermauert, dazu eine interessante Seite, wenn natürlich auch in Englisch, einfach Google-Übersetzer im Notfall nehmen.



                            Er berichtet in Page 6 von seiner Ankunft in Wackernheim und seinem ersten Aufenthalt im Hochsicherheitsbereich des Sondermunitionslagers.

                            ed
                            Zuletzt geändert von ed22ful; 24.03.2012, 22:03.
                            Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
                            Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
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                            • dochol
                              Cold Warrior
                              • 18.05.2009
                              • 629

                              #15
                              Hallo,
                              Vielen Dank für die Mühe, ed22!
                              Ich habe vor gut einem Jahr den zuständigen Revierförster angeschrieben (s.o.), der mich an die Landschaftsarchitekten "Bierbaum und Aichele" verwiesen hat.
                              Bisher hatte ich noch keinen Kontakt dorthin, willst du das übernehmen?
                              Gruß

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