SAS Oberolm, Wackernheim (US)

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  • alexanderkopp
    Warrior
    • 05.06.2009
    • 68

    #31
    Da ich mich nächste Woche wieder einmal in Mainz aufhalte und ein Spaziergang im Ober-Olmer Wald wohl unumgänglich sein wird , bin ich schon sehr auf die Ergebnisse von eds Recherchen gespannt.
    Super, eine solche Aktion!
    Güße, Alex

    Oberolm1.jpg
    Oberolm5.jpg

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    • ed22ful
      Cold Warrior
      • 01.11.2010
      • 1208

      #32
      Tja,

      1995 war´s besser, da war ich drin und konnte mir alles anschauen. Leider (ärgere mich heute noch) ohne Foto, da bestand meinerseits noch kein Interesse am KK.
      Daher hoffe ich nächste Woche auf gutes Bildmaterial aus den Akten, denn es gibt einfach viel zu wenig an Fotomaterial.

      Allerdings sind die Dimensionen da oben schon beachtlich, immerhin 650.000qm das komplette Munitionslager mit 82 Gebäuden sowie nochmals über 200.000qm die Nike-Stellung, kann man schon länger spazieren gehen.

      Dazu mal kurz was aus meiner Kindheit (auch ein Grund meiner Recherche), ich habe vier Jahre auf dem Lerchenberg gewohnt (1978-82) und kenne daher die beiden Anlagen noch aus aktiver Zeit.
      Vom Munlager sah man nicht viel, weil man nur an einer Stelle dort am Zaun was sehen konnte, aber die Nike war schon klasse, wer´s nicht gesehen hat, Schade.

      Mein älterer Bruder und ich sind da in nebeligen Nachtstunden mal hingeschlichen (ohne entdeckt zu werden), war wie in einem gutem Edgar-Wallace-Krimi.

      Wir haben uns ziemlich nahe an den Zaun rangewagt, ich immer hinter meinem Bruderherz, spannend und zugleich beklemmende Atmosphäre, als hätten wir eine Straftat beplant. Irgendwie war alles still, nur ab- und zu hat sich mal einer der Wachhunde (man sieht auf GE noch die Zwinger) dezent gemeldet, vor denen hatten wir am meisten Schiß. Die Gi´s sind in ihren Ponchos mit geschultertem Gewehr gemächlich durch den inneren Bereich zwischen den Zäunen gelaufen, immer zu zweit hintereinander mit größerem Abstand, aber ohne zu sprechen. Dann das grelle Licht rundum mit dem Nebel, alles mysteriös und geheimnisvoll, damals wußte ja kaum einer, was da gemacht wird.

      Als ich dann 95 das erste mal da drin war, mußte ich sofort an dieses Erlebnis denken und bin dann innendrin an die Stelle gelaufen, wo wir beide draußen gehockt haben, diesmal war ich der Bewacher, hehe.

      Die Militärpolizei, die dort oben Streife gefahren ist, hat des öfteren auch mal die Spaziergänger kontrolliert und verscheucht, das hat dann immer viele Diskussionen gegeben.
      Einmal auch den damaligen Chefintendanten vom ZDF, der mit seiner Frau Sonntags da rumlief. Der war stinksauer und hat dem amerikanischem Kommandeur richtig Druck gemacht, denn der Ober-Olmer Wald war ja trotz der Militärpräsenz Naherholungsgebiet.
      Danach wars dann erst mal wieder ruhiger, nette Zeit.

      Trotzdem, Ober-Olm ist einfach ein Mysterium, kaum Info´s drüber, na, ändert sich hoffentlich bald.

      Bis zum nächsten Beitrag

      ed
      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
      Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
      www.ig-area-one.de

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      • ed22ful
        Cold Warrior
        • 01.11.2010
        • 1208

        #33
        Alexanderkopp,

        da du gerade die Bilder eingestellt hast.

        Vor zwei Wochen hab ich dort auch fotografiert, da war die Tür noch offen und vorgestern hat die Forstverwaltung folgendes gemacht:



        Zugeschüttet.jpg
        Zugeschüttet, aus die Maus.

        Hier noch ein paar kleine Impressionen aus dem Munlagerbereich:


        E-Kasten 1.jpg E-Kasten.jpg
        E-Verteilerkasten, mitten im Wald.


        Sandbleche.jpg
        Verkrumpelte Sandbleche am Wegesrand.


        Dose.jpg
        Dose, noch mit dem alten Verschluß, damals haben alle die Öse mit der Zunge fliegen lassen, bis die enuen Dosen kamen.
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        • alexanderkopp
          Warrior
          • 05.06.2009
          • 68

          #34
          Ach nee, wieder ein Erdhügel vor der Tür....
          War wohl nicht der erste, damals als ich davor stand sah es auch schon so aus, als ob da was weggegraben wurde.

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          • ed22ful
            Cold Warrior
            • 01.11.2010
            • 1208

            #35
            Na ja,

            zu sehen gibt es drinne sowieso nichts großartiges, ich hab meine Fotos durch die halb geöffnete Tür gemacht. Aber das wissen anscheinend die wenigsten, vielleicht sind es alles Gärtner, die durchs umgraben das Erdreich lüften .

            Als ich mich vor Ewigkeiten mit dem Revierförster, Hr. Koch, unterhalten habe, sagte er, als die Anlage noch stand, war er ständig am Zaun flicken bis zum Abriss.
            Jetzt läßt er eben das Erdreich verschieben, auch eine Art der Verkehrssicherung.
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            • flitzerz
              Rekrut
              • 05.05.2012
              • 2

              #36
              Kommt man da heute noch irgendwo rein?

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              • Harry (†)
                In Memoriam
                • 14.07.2005
                • 1232

                #37
                Überflüssige und unerwünschte Frage. Vor allem nach gerade mal 2 Beiträgen
                --------------------------------
                Der liebe Harry

                Kommentar

                • Rex Danny
                  Administrator
                  • 12.06.2008
                  • 4377

                  #38
                  Hallo, Harry !

                  Ich hatte gehofft, daß Du hierzu auch einen Kommentar abgibst.

                  Der macht sich noch nicht einmal die Mühe, seine echten Beweggründe zu verschleiern.

                  Jede Wette, daß wir von diesem "Herrn" (falls er überhaupt schon aus der Pubertät raus ist) nie wieder etwas lesen werden.

                  Grüße


                  Rex Danny

                  Kommentar

                  • Preto
                    Rekrut
                    • 25.07.2012
                    • 13

                    #39
                    @ed:
                    Was ist eigentlich aus dem Termin zur Akteneinsicht geworden?

                    Kommentar

                    • ed22ful
                      Cold Warrior
                      • 01.11.2010
                      • 1208

                      #40
                      Abend,

                      nach langer Zeit auch mal wieder was zu Ober-Olm.

                      Ich habe lange die mir vorliegenden Pläne angeschaut und die Erkenntnisse daraus mal in einer KMZ eingetragen.

                      Der gesamte Lagerkomplex ist durch einen durchgehenden äußeren Zaun abgegrenzt (3,7km Länge), unterteilt sich in drei Bereiche und besitzt mindestens 95 Gebäude (die Wachtürme habe ich mal ausgeschlossen), darunter sieben Gebäude für Verwaltung, Wache, Versorgung etc, die restlichen 88 sind Munitionslagergebäude, die ich leider noch nicht alle unterscheiden kann (Also Stradley oder z.B. eine einfache Holzhütte).
                      Besonderheit der Liegenschaft: Jedes der drei Munitionslager ist innerhalb nochmals extra ein- bzw. zweifach eingezäunt.

                      Ein Munitionslager, das untere Süd-Östliche ist ein konventionelles mit 2x6 Munitionslagerbunkern, dort steht auch noch das einzig erhaltene MLH mit der Nummer 6818.
                      Entgegen anderer öffentlicher Quellen, die von zwei reden, konnte ich bei meinen Begehungen nur diesen einen erhaltenen entdecken, der heute als Fledermausquartier dient.
                      Der Eingangsbereich wurde mit einem großen Erdhaufen verschüttet, man sieht allerdings noch den oberen Rand der Frontmauer.
                      Das Gelände ist mit einem einfachen Zaun ausgestattet gewesen, die Zaunpfosten selber sind die typischen quadratischen Betonpfosten uralter Bauart mit der oberen Abwinkelung für den Stacheldraht.
                      Der Lagerbereich hatte vier Einfahrten, man kann auf den noch vorhandenen betonierten Wegen die eingegossenen Ösen für die Fixierriegel entdecken.
                      Was mich ein wenig verwunderte, war ein relativ modernes Telefonkabel mit einer Verbindungsmuffe der neueren Art, was zumindest von der Kommunikation her auf ein jüngeres Nachrüstungsdatum schließen lässt.
                      Netterweise fand ich dann im Unterholz noch einen alten Lampenschirm, viel ist ja ansonsten nicht mehr zu finden außer Beton.

                      AAAA.jpg


                      Das zweite Lager unten Süd-Westlich ist ein Sondermunitionslager mit drei Lagerbunkern, doppelter Umzäunung und vielleicht ungewöhnlicher Weise "einem" Wachturm. Auf den Plänen ist zumindest ein turmähnliches Gebäude eingezeichnet, aber ich möchte mich da nicht festlegen.
                      Vom Aufbau her sieht es aus wie ein Lager "Typ J", ähnlich wie in einem anderen Beitrag von Firefighter der eingestellte Plan. Der Streifen zwischen den beiden Zaunanlagen war früher mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet, die Fundamente für die Metallmasten inkl. abgetrennter Versorgungskabel sind heute noch zu finden.
                      Die Zaunanlage besteht aus der bekannten Elkosta-Serie, also die dreieckigen grauen Zaunpfosten, was für mich ein Zeichen "neuerer" Umbaumaßnahmen ist.
                      Es gab nur eine einzige Zufahrt zu der Anlage über das westliche Doppeltor, ebenfalls ein Zeichen für die neueste Anlage dort.
                      Auch heute noch zu finden ist ein Kampfstand aus Sandsäcken, es sind allerdings noch die alten Leinensäcke der US-Armee.
                      Auffallend ist die für mein Verständnis immense Grund- und Regenwasserableitung, ich hab mir die sehr tiefen und großen Gräben um die drei MLH´s genau angeschaut, die Froschklappen und ein Abwasserschacht sind noch vorhanden, alles überdimensioniert ausgelegt.
                      Am Eingangsbereich befinden sich noch Überreste eines Abstellplatzes, genau dort fand ich diesen Isolator für eine Starkstromleitung:

                      AA.jpg

                      Dazu wären ein paar Meinungen gefragt, da ich nicht Elektriker bin. Entweder war das Teil für ein Trafohaus o.ä. gedacht oder vielleicht auch für einen elektrischen Zaun, wer weiß.
                      Ansonsten standen im Zufahrtsbereich zwischen den Zaunanlagen noch zwei weitere Gebäude sowie eventuell zwei weitere kleinere Munitionslagerhäuser.
                      Zuguterletzt bin ich der Meinung, das dieser Lagerbereich unter den dreien der am längsten genutzte war.


                      Zum Lager drei, dem nördlichsten, dieses ist ebenfalls ein Sondermunitionslager gewesen mit insgesamt 15 Gebäuden, darunter befinden sich elf Stradley (den genauen Typ bzw. Ausführung konnte ich noch nicht ermitteln) sowie einem Wachhaus, einem Transformatorgebäude und einem Wasserbecken, wohl der Feuerlöschteich (übrigens der einzige auf dem ganzen Areal, nicht irgendwo ein Hydrant zu sehen).
                      Das Gelände besaß ebenfalls eine doppelte Zaunanlage, allerdings habe ich hier nirgendwo noch ein Fundament o.ä. entdecken können, um genauen Aufschluß über die Zaunanlage zu bekommen, daher kann ich nur auf dieses Bild zurückgreifen:

                      Ausschnitt 2.jpg

                      Zudem ist hier einer der vier Wachtürme zu sehen, die an jeder Ecke aufgestellt waren.
                      Allerdings ist schon anhand der Holzmasten samt Beleuchtung zu sehen, das dieser Lagerbereich eindeutig älteren Baudatums ist als das untere SAS.
                      Auch hier ein Überbleibsel, was ich gefunden habe, zwei Isolatoren für die "reinen und blanken Kupferkabel", die die Beleuchtungsanlage mit dem nötigen Strom versorgt haben:

                      AAA.jpg


                      Zwischen MLH 6857 und 6855 liegt ein Gebäude mit der Bezeichnung 6856, dessen Sinn und Zweck mir völlig unklar ist, allerdings geht ein offenliegender Wassergraben nördlich etwa in der Hälfte des Weges unter der früheren Zaunanlage hindurch genau in dieses Gebäude hinein, daher vielleicht ein Pumpwerk etc.?

                      Das Lager verfügte komischerweise über drei Zufahrten, zwei unterhalb südlich und einer oben westlich am Wachhaus, soweit ich das ersehen konnte.

                      Ansonsten kann ich momentan nicht mehr dazu sagen, da dieser Bereich am stärksten zurückgebaut ist.


                      Zu den restlichen Anlagen auf dem riesigen Gelände werde ich später noch einiges kommentieren, ich erhoffe hier jetzt natürlich einen regen Erfahrungsaustausch.

                      Bis dahin, hier noch die KMZ und eine angenehme Nachtruhe

                      Munitionslager.kmz


                      ed
                      Zuletzt geändert von ed22ful; 17.01.2013, 23:13.
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                      • Ritchie 66
                        Cold Warrior
                        • 09.07.2011
                        • 444

                        #41
                        Hallo ed,
                        Dir auch ne gute Nacht! und vielen Dank, dass Du uns wieder mal an einer deiner Exkursionen und derren Ausbeute teilhaben läst!

                        Gruß
                        Richard

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                        • ed22ful
                          Cold Warrior
                          • 01.11.2010
                          • 1208

                          #42
                          Gerne.

                          Gute Nacht
                          Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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                          • Firefighter
                            Systemadministrator
                            • 09.07.2006
                            • 1035

                            #43
                            Dazu wären ein paar Meinungen gefragt, da ich nicht Elektriker bin. Entweder war das Teil für ein Trafohaus o.ä. gedacht oder vielleicht auch für einen elektrischen Zaun, wer weiß.
                            Das Teil dürfte aus einem 20 kV-Lasttrennschalter stammen, auch besser bekannt als Trenner.
                            Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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                            • ed22ful
                              Cold Warrior
                              • 01.11.2010
                              • 1208

                              #44
                              Zitat von Firefighter Beitrag anzeigen
                              Das Teil dürfte aus einem 20 kV-Lasttrennschalter stammen, auch besser bekannt als Trenner.



                              Hallo Firefighter,

                              danke für die Info, deiner Beschreibung her dürfte ich annehmen, das dieser Trenner hinter einem Versorgungskabel (z.B. Stadtwerke) sitzt und vor einer Trafostation endet.
                              Für eine Versorgung eines elektrischen Zaunes wären 20kV "vielleicht" ein bißchen viel, außer man wollte den Eindringlich sowieso gleich zu Asche verwandeln .

                              Man kann also davon ausgehen, das hier die Betriebsspannung der Anlage drüberlief für Steckdosen, elektr. Geräte, Beleuchtung und dergleichen.

                              Frage wohl geklärt.


                              Um noch mal auf die Beleuchtungsanlage zurück zu kommen, hier noch Fotos aus einer Ecke, wo die reinen Kupferkabel lagen samt einigen Isolatoren.

                              007.jpg 008.jpg 009.jpg 010.jpg

                              Wenn man bedenkt, das der Strom ohne Kabelisolierung da durchgelaufen ist, zeugt doch schon von einer anderen Epoche, zudem der Kostenfaktor.

                              Heute wäre solch eine Leitung wahnsinnig teuer, immerhin reden wir hier von einem Querschnitt von 0,5mm, dazu kommt die filigrane Handwerkliche Arbeit, mit der die Kupferkabel an die Keramik-Isolatoren verbunden wurden.


                              ed
                              Zuletzt geändert von ed22ful; 18.01.2013, 18:41.
                              Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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                              Kommentar

                              • ed22ful
                                Cold Warrior
                                • 01.11.2010
                                • 1208

                                #45
                                Zu der ganzen Geschichte hier darf ich auch noch mal auf folgende Seite verweisen mit ein paar wenigen, aber interessanten Fotos aus der Zeit vor dem Abriss, einige kennen sie sicherlich, aber bestimnmt nicht alle:


                                Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
                                Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
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