Ein paar Worte zum NATO-Logistikkonzept der achtziger Jahre, hier mit Schwerpunkt Bundeswehr: Für die Erstausstattung an Mengenverbrauchsgütern (MVG = v.a. Munition, POL) waren im Falle Munition ausschließlich die Standortmunitionsniederlagen vorhanden. Hier waren im Schnitt 5 "Tagesrationen" Munition gelagert. Und hier wurde es gegen Mitte der achtziger Jahre definitiv "eng". Die meisten StOMunNdlg wurden in den sechziger Jahren errichtet, als Hauptmunitionsarten bei den Panzern 90mm und bei der Artillerie z.T. noch 105 mm waren. Mit der generellen Ausstattung Artillerie mit 155mm sowie des Leo 2 mit 120 mm war einfach nicht genug Platz in den vorhandenen MLH, um den 5-Tages-Vorrat zu lagern. Zu dem waren die Unterbringung von immer komplexerer Munition (man denke an die 120mm APFSDS Munition) in den relativ simpel gesicherten MLH alles andere als adäquat. POL-Vorrat war in der Regel in den Kasernen selbst oder in bestimmten Kasernen einer Brigade (Brigadegrundvorratslager) vorhanden.
Für die Anschlussversorgung der im Verfügungsraum bzw. im Verteidigungssektor stehenden Verbände waren dann die Korpsdepots zuständig. Hier waren für jedes Korps im Schnitt 9 Tagessätze an MVG sowie Verpflegung und EVG (Einzelverbrauchsgüter, z.B. Ersatzteile) gelagert. Bei den Korpsdepot muss man unterscheiden zwischen "gemischten Korpsdepots" und artreinen Korpsdepots (z.B. für Munition oder POL). Die gemischten Korpsdepot (also mit Lagerbereichen Munition, POL und Material) hätten als Brigadeversorgungspunkt einer Kampfbrigade gedient bzw. dieser wäre einem solchen Korpsdepot angelehnt gewesen. Aus diesem Grund wurden die Korpsdepots ab Ende der siebziger Jahre nach vorne verlegt, im Rahmen der geltenden Doktrin der Vorneverteidigung. Im Idealfall wäre für jede Brigade eines Korps mind. ein gemischtes Korpdepot im Verfügungsraum der Brigade existent gewesen. Es gab jedoch auch noch rückwärtige gemischte Korpsdepots, um die erwarteten Verzögerungsgefechte auf rückwärtige Verteidgungslinien logistisch abzufangen. Gegen Mitte der achtziger Jahre tauchte ein neuer Typ an Korpsdepot auf, eben der Typ Forward Storage Site mit i.d.R. nur einem Lagerbereich Munition und einem Lagerbereich POL, also Konzentration auf MVG. Was ich nicht sagen kann, ist, wie dann die Brigadeversorgung mit EVG ausgesehen hätte. Direkt aus den Depots der Versorgungskommandos (namentlich Gerätedepots und Teildepots Material) ?
Auf alle Fälle ist das Thema logistische Versorgung der Truppe im V-Fall das vermutlich komplexeste und spannendste überhaupt.

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Meine Frau und meine Kinder sind schon sauer auf mich 


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