Krieg in der Ukraine

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  • Dragoner
    Cold Warrior
    • 15.03.2008
    • 2162

    #241
    Beim Versuch einer Flussüberquerung wurde offenbar eine gesamte russische Bataillonskampfgruppe vernichtet. Auf CNN meinte ein ehemaliger US-General, man sehe in der Ukraine die Taktiken und Mittel des 21. Jahrhunderts im Einsatz gegen die Taktiken und Mittel des Zweiten Weltkriegs. Mag in der Form übertrieben sein, trifft aber wohl den Kern. https://www.spiegel.de/ausland/ukrai...d-636fef70e64a

    Dazu auch dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=j0O6zZtx-Bo
    Zuletzt geändert von Dragoner; 13.05.2022, 19:40.

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    • Dragoner
      Cold Warrior
      • 15.03.2008
      • 2162

      #242
      Zitat von uraken Beitrag anzeigen
      Das entwickelt sich zu einer sehr bedrückenden Konstante.
      Deutschland (nach 1945) hatte meiner bescheidenen Meinung nach selten einen Kanzler von weltpolitischem Format. Eigentlich nur einen (nö, nicht der Pfälzer ...).

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      • uraken
        Cold Warrior
        • 27.09.2008
        • 872

        #243
        Da war noch ein Hamburger ...

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        • uraken
          Cold Warrior
          • 27.09.2008
          • 872

          #244
          Bei den Taktiken aus 20/21 Jahrhundert bin ich mir nicht so sicher.
          Die versuchten Deep Strikes mit Hubschrauber gestützten Hubschraubern waren ja eher moderner und sollten wohl das was die Amis schon im 1. Golfkrieg z.B. mit der 101 Airborne vorgemacht hatten nachmachen. Ähnliches gilt für die tiefen aber schmalen Stöße.
          Wo die Russen aber total versagen ist die Luftwaffe. Die war bei den westlichen Aktionen der Schlüssel das das klappte. Bei den Russen gibt es statt dessen nun Fehlanzeige.
          Ja es gibt Angriffe mit Abstandswaffen wir Marschflugkörpern gegen strategische Ziele wie Depots und Infrastruktur aber doch nur sehr wenige. Von einer Abriegelung des Gefechtsfeldes aus der Luft kann kaum die Rede sein.
          Die relative wenigen und noch aus Sovietzeiten stammenden Flugabwehrsysteme der Ukrainer halten die russische Luftwaffe im Zaum obwohl die eigentlich beste Voraussetzungen haben müßte, diese nieder kämpfen zu können. Schließlich haben sie ja die gleichen Systeme. Also gibt es relativ wenig strategische Angriffe oder Interdiction..
          Gleiches scheint in weiten Bereichen für die Luftnahunterstützung - Close Air Support -zu gelten. Die Kampfhubschrauber und Spezialerdkampfflieger wie die Su-25 scheinen nicht gegen leichte Fla Systeme wie Stinger/SA7, ... anzukommen, zumindest nicht in dem Masse das es entscheidende Vorteile bringt.
          Damit fallen dann taktische Luftlandungen eher weg.
          Ich glaube es ist mehr ein Unvermögen die theoretisch vorhandenen Mittel einzusetzen so wie oft auch ein frappierender Mangel an Grundlagen wie z.B. Tarnung, Bewegen im Gefecht usw. Bei dem Klassiker, den die Österreicher analysierten, war praktisch ein komplettes Bataillon auf circa 30m*150m zusammen geballt und das bei Feindkontakt.

          Okay ich war nur W15, Profis werden da noch viel mehr entdecken.

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          • Duebbekold
            Cold Warrior
            • 28.01.2018
            • 644

            #245
            Moin,

            wir hatten ab 1974 Helmut Schmidt, der Vordenker und Stratege ersten Ranges war.
            Ein Offizier, ein Gedienter, ein Mensch, der mit klugem Abwägen und breiter internationaler
            Erfahrung viele richtige Dinge angepackt hat. Gestürzt auch von seiner eigenen Partei, verraten von der FDP.

            Grüße

            Duebbekold

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            • Malefiz
              Cold Warrior
              • 22.12.2010
              • 402

              #246
              Ja, der beste CDU Kanzler den es gab

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              • Dragoner
                Cold Warrior
                • 15.03.2008
                • 2162

                #247
                Zitat von Dragoner Beitrag anzeigen
                Die deutsche Ukraine-Politik: Worte, denen keine Taten folgen. https://www.spiegel.de/wirtschaft/un...b-da3468f1f0a0
                Die amerikanische Ukraine-Politik: https://www.fr.de/politik/m777-usa-r...-91538264.html

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                • Dragoner
                  Cold Warrior
                  • 15.03.2008
                  • 2162

                  #248
                  Die Türkei ist in das einzige NATO-Mitglied, das nach allen Standards keine Demokratie mehr ist (zugegeben, in Ungarn fehlt auch nicht mehr viel ...). Orban
                  blockiert in der EU bislang den Öl-Boykott gegen Russland. Erdogan blockiert den NATO-Beitritt von Finnland und Schweden. https://www.zdf.de/nachrichten/polit...sland-100.html

                  Frage an Kundige: gibt es in der NATO überhaupt ein Procedere, das zum Ausschluss eines Landes führen könnte? Faktisch ist die Türkei ja bereit seit Jahrzehnten nur eine Last, keine Stärkung des Bündnisses. Und Ungarn würde ich mir ohnehin gerne mal ansehen ohne EU-Gelder und ohne NATO-Hilfen ...

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                  • Nemere
                    Cold Warrior
                    • 12.06.2008
                    • 3313

                    #249
                    Interessantes Interview mit Herfried Münkler in der "Neuen Züricher Zeitung".
                    Es sind die Ukrainer, die gegen die russischen Invasoren kämpfen. Doch sie sind auf westliche Hilfe angewiesen. Und auch bei den Kriegszielen rede der Westen mit, sagt der deutsche Politikwissenschafter Herfried Münkler. Aber nicht mit einer Stimme.


                    Vor allem die folgenden beiden Absätze halte ich für sehr nachdenkenswert:

                    Welches Ende halten Sie für wahrscheinlich?

                    Ich neige dazu, die Akteure in Kiew und Moskau als rational denkend einzuschätzen. Aber sicher kann man nicht sein. Gerade die grossen Opferzahlen könnten Russland den Ausstieg aus dem Krieg erschweren, indem sie Moskau zwingen, irgendwelche Kriegsziele zu erreichen und dafür noch mehr Opfer zu bringen. Auf ukrainischer Seite mag der Hass nach der Zerstörung des Landes so gross sein, dass man die Russen nicht aus dem «Schwitzkasten» lassen will und weiterkämpft. Das wäre kollektivpsychologisch verständlich, aber strategisch und geopolitisch eine Katastrophe.

                    Möglich ist auch ein Ende der Kämpfe aus Erschöpfung. Das würde dann zu einer Waffenstillstandslinie irgendwo im Osten des Landes führen, an der sich die beiden Armeen noch auf lange Zeit gegenüberstehen.

                    Ja, und zwar als revisionistische Mächte, weil die eine Seite oder auch beide Seiten den Status quo nicht akzeptieren. Diese Konstellation machte einen erneuten Krieg wahrscheinlich. Friedensordnungen, die Bestand haben sollen, müssen dafür Sorge tragen, dass es keine revisionistischen Mächte gibt. Das kann man aus dem Scheitern der Pariser Friedensordnung von 1919 und des Genfer Völkerbunds lernen.

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                    • tannenzapfen
                      Cold Warrior
                      • 25.01.2022
                      • 468

                      #250
                      Es gibt auch ein neues "Nachgefragt", dieses Mal mit dem Inspekteur des Heeres:

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                      • tannenzapfen
                        Cold Warrior
                        • 25.01.2022
                        • 468

                        #251
                        Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
                        Interessantes Interview mit Herfried Münkler in der "Neuen Züricher Zeitung".
                        Möglich ist auch ein Ende der Kämpfe aus Erschöpfung. Das würde dann zu einer Waffenstillstandslinie irgendwo im Osten des Landes führen, an der sich die beiden Armeen noch auf lange Zeit gegenüberstehen.

                        Ja, und zwar als revisionistische Mächte, weil die eine Seite oder auch beide Seiten den Status quo nicht akzeptieren. Diese Konstellation machte einen erneuten Krieg wahrscheinlich. Friedensordnungen, die Bestand haben sollen, müssen dafür Sorge tragen, dass es keine revisionistischen Mächte gibt. Das kann man aus dem Scheitern der Pariser Friedensordnung von 1919 und des Genfer Völkerbunds lernen.
                        Das halte ich tatsächlich für sehr plausibel. Die Ukrainer haben zwar einige Erfolge bei Charkow erzielt und dort wieder die Landesgrenze erreicht, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sie das überall schaffen. Irgendwann könnte der Gewinn schlichtweg einfrieren, mit einem wackeligen Waffenstillstand anstatt eines Friedensvertrags.

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                        • uraken
                          Cold Warrior
                          • 27.09.2008
                          • 872

                          #252
                          Das war ja das Steinmeiersche Minsk Model, was genau zu den bereits angesprochenen Zuständen führte welche nun zur bereits 2. Runde geführt haben. Und da Rußland die Ukraine einfach auslöschen will wird es dazu wieder kommen außer Rußland, beziehungsweise der herrschende Diktator und seien Clique ändern ihre Position total.
                          Zuletzt geändert von uraken; 19.05.2022, 19:34.

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                          • tannenzapfen
                            Cold Warrior
                            • 25.01.2022
                            • 468

                            #253
                            Korrekt, dieses Mal wäre es aber denke ich kein "Einfrieren auf internationalen Druck & Vermittlung hin", sondern ein "Einfrieren aufgrund militärischen Gleichgewichts",wenn niemand der anderen Seite mehr große Geländegewinne abpressen kann.

                            Zum eigentlichen Kriegsverlauf ein exzellenter Artikel aus der NZZ:

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                            • Malefiz
                              Cold Warrior
                              • 22.12.2010
                              • 402

                              #254
                              Kann schon sein. Gestern Abend hat beim Lanz jemand hervorgehoben, wie sehr Putin sich und das Land in den Medien seit 2008 über das Militär definiert hat. Umstrukturierung, neue Waffen, militärische Jugendbewegung, Freizeitpark mit Kathedrale usw. Davon ist ja jetzt nicht viel übrig geblieben. Ich denke, das Putins Amtszeit dem Ende entgegen geht, und dann die Karten neu gemischt werden. Und es von daher schwierig ist zu sagen wie das weitergeht. Das Narrativ: wir haben zwar nicht allzu viel, aber dafür sind wir ein stolzes Imperium greift nicht mehr.

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                              • Dragoner
                                Cold Warrior
                                • 15.03.2008
                                • 2162

                                #255
                                Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko in einem Interview mit dem Brüssel-Korrespondenten der österreichischen "Kleinen Zeitung":

                                Sie haben auch Wladmir Putin selbst getroffen. Viele zweifeln an seinem Gesundheitszustand.
                                Vergessen Sie all die Erzählungen über seine geistige Gesundheit! Da ist nichts dran, auch nichts an einer Krebserkrankung. Er denkt rational, hat eine Mission, die er sich selbst zurechtgelegt hat. Es geht nicht um Donbass oder Krim, es geht darum, die Ukraine nach Russland zurückzubringen - aber ohne Ukrainer. Ich denke, sein Ziel ist Genozid, die Kolonialisierung eines Landes. Er will unsere Wurzeln vernichten, er wird das bis zum Ende durchziehen. Ich glaube nicht an Friedensabkommen, die es bei Donbass oder Krim belassen.
                                Aber was braucht man, um den Krieg zu beenden? Waffen, Verhandlungen, Kompromisse?
                                Angesichts von Putins Zielen sind Verhandlungen und Kompromisse unmöglich. Wenn wir ihm zubilligen, ganze ethnische Gruppen auch nur teilweise auszulöschen, wird er nicht stoppen. Er lässt uns keine Wahl. Wir können nur auf dem Schlachtfeld gewinnen, dann ist sein Regime am Ende. Erst dann hat Russland die Chance, sich neu zu formieren und wieder normale Beziehungen zu anderen Ländern herzustellen.

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