Alte Panzerspuren im Wald

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  • Ritchie 66
    Cold Warrior
    • 09.07.2011
    • 533

    #1

    Alte Panzerspuren im Wald

    Hallo,
    heute möchte ich euch einige relativ unspektakuläre Bilder vorstellen. Sie zeigen alte Panzerspuren, die im Sommer 1981 bei einer Übung der Amerikaner entstanden sind. Als Jugendlicher habe ich damals in der Nacht gehört, dass ganz in der Nähe unseres Wohnortes in einem mir bekannten Waldstück das "Gebrumme" von Panzermotoren zu hören war. Nun, es war mitten in der Nacht entschloss ich mich gleich am nächsten Tag dort hinzufahren um zu sehen was man dort eventuell finden könnte. Aus erfahrung wusste ich, dass es in den Gebieten in denen Übungen und Manöver stattfanden für uns Kinder immer etwas zu entdecken gab. Vor allem wenn es die Amerikaner waren die dort geübt hatten.

    Interessant waren für uns vor allem die damals noch C - Rationen in Dosen später die MRE`s aber auch allerhand zurückgelassene Gegenstände aus der Ausrüstung. Auch Übungsmunition war immer wieder zu finden. So war es eine beliebte wenn auch nicht unbedingt ungefährliche Angelegenheit, dass von uns aus den gefundenen Platzpatronen das Pulver entfernt, zu größeren Haufen aufgeschüttet und angezündet wurde. Gottseidank ist dabei nie etwas passiert.

    So bin ich also am nächsten Morgen mit meinem kleineren Bruder zu diesem Forst gefahren, da es Wochenende war ging das. was wir sahen entsprach vollkommen unseren Erwartungen. Die Panzer hatten ganze Arbeit geleistet. Die Wege in dem Waldstück waren zerschunden und man sah wo sich die Besatzungen mit ihren fahrzeugen zwischen den Bäumen positioniert hatten. Überall lagen Dosen aus den Rationen der Soldaten herum. Manche waren geöffnet manche noch verschlossen. Für uns ein begehrtes Objekt unserer Begierde. Oftmals wussten wir gar nicht was diese Dosen enthielten, da die meisten von uns nicht das beste Englisch sprachen oder verstanden. Es war aufjedenfall immer wieder spannend was nach dem öffnen zum Vorschein kam.

    Die Bilder die ich euch nachfolgend zeige, zeigen die Spuren dieser Nacht. Selbst mehr als drei Jahrzehnte nachdem diese Spuren in den Wald gegraben wurden sind sie noch zu sehen. Zeugen einer Zeit als in Europa zwei Machtblöcke sich bis an die Zähne bewaffnet gegenüberstanden, bereit dem jeweils anderen an den Hals zu gehen. Meistens wurdenn solche Übungs - und Manöverschäden ja im Laufe der Zeit repariert und ausgebessert. Diese jedoch wurden vom Besitzer des Waldes nie bereinigt. Und so kann man sie noch heute "bewundern". Wenn ich an ihnen vorbei komme erinnern sie mich jedesmal an diese Zeit und die Zeit meiner Kindheit. Für die heute jungen Menschen ist es ja nicht mehr vorstellbar wieviel Militär noch vor zwei Jahrzehnten hier vorhanden war.

    So jetzt viel Spass beim ansehen der Bilder. es sind wie gesagt keine aufregenden Aufnahmen. Sie zeigen Spuren des Kalten Krieges, die man auch heute noch in der Landschaft sehen kann. Dem unbedarften Spaziergänger könnten sie auch als Spuren von landwirtschaftlichen Maschinen erscheinen aber ich habe diese Spuren gesehen als sie frisch waren. Noch heute kann ich mich an den Geruch der frisch aufgerissenen Erde erinnern.

    Gruß
    Ritchie 66

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    Tief haben sich die Spuren der Panzerketten in den Boden eingegraben.

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    Zuletzt geändert von Ritchie 66; 09.10.2012, 07:38.
  • Ritchie 66
    Cold Warrior
    • 09.07.2011
    • 533

    #2
    DSCI1129.JPG

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    Kommentar

    • Horner
      Cold Warrior
      • 24.05.2009
      • 2257

      #3
      Tolle Bilder Ritchie 66,
      die Natur ist zwar ein guter Baumeister, um sich wieder selbst herzustellen, aber manchmal bleibt doch noch etwas aus vergangenen Zeiten über

      Gruß
      Horner

      Kommentar

      • Ritchie 66
        Cold Warrior
        • 09.07.2011
        • 533

        #4
        Hallo Horner,
        die Natur braucht lange bis sie Wunden die ihr einst geschlagen wurden wieder überdeckt. Aber diese sieht man heute noch.

        Gruß
        Ritchie 66

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        • CampGates
          Cold Warrior
          • 14.01.2009
          • 1048

          #5
          Hallo Ritchie 66,

          tolles Thema, tolle Photos, toller Beitrag, genau nach meinem Geschmack, vielen Dank dafür !

          Auf genau solche "Relikte" werfe ich bei Wanderungen oder Radtouren nebenbei auch immer ein Auge! Nur ein "geschulter" Blick läßt erahnen, welche "Geschehnisse" sich an so manchen Ort während der Manöver im Kalten Krieg abgespielt haben! Wie Du schreibts, werden durch solche Spuren Kindheitserinnerungen geweckt, an längst vergangene, aber irgendwie ruhigere Zeiten (auch wenn der geschichtliche Hintergrund für diese Relikte sicherlich nicht "ruhig" war ).

          Viele dieser Spuren sind heute, 30, 40 Jahre nach deren "Verursachung" noch deutlich erkennbar, mehr auf den Asphalt von Straßen (hierzu habe ich vor längerer Zeit einen Beitrag eingestellt: http://www.cold-war.de/showthread.ph...ht=ulrichstein ) als im unbefestigten Gelände. In meinem "Photoarchiv" habe ich dutzende Aufnahmen von Panzerspuren, die im Asphaltbelag bis heute konserviert sind.

          In der Nähe meines Heimatortes verläuft ein Waldweg (mittlerer Lichtraum so um die 3 m), durch welchem sich Mitte der Siebziger in Schlangenlinien ein amerikanischer M60 Kampfpanzer auf so ca. 600 m Länge "gequält" hat. Der Schaden damals war enorm. Noch heute sind die Aufwerfungen des Waldbodens und die verharzten Narben an den Nadelbäumen zu erkennen, bei genauem Hinsehen kann man sogar die mit Moos bewachsenen Abdrücke der einzelnen Kettenpolster erkennen. Ich werde hiervon demnächst mal einige Photos einstellen.

          Abschließend noch zwei Photos von Panzerspuren, die im Asphaltbelag verewigt sind:

          Zwischen Bobenhausen II und Ulrichstein, Vogelsbergkreis, Hessen


          In der Nähe von Schönbrunn, Landkreis Wunsiedel, Bayern


          Gruß Hagen

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          • Ritchie 66
            Cold Warrior
            • 09.07.2011
            • 533

            #6
            Hallo Hagen,
            freut mich, dass dir die Aufnahmen gefallen! Sie sind wie gesagt "unspektakulär" aber wie du schon sagst, sie sagen dem "Eingeweihten" was sich hier vor langer Zeit einmal abgespielt hat. Dann bin ich also nicht der einzige der sich an solchen "Spuren" erfreuen kann.

            Für mich sind sie einfach eine Brücke in die Vergangenheit. Wenn ich alle Jahre mal an diesen alten Panzerspuren vorbei komme, dann steht da nicht der erwachsene Mann sondern der 15 jährige Junge der gesehen hat wie diese Spuren frisch waren. Ich habe noch heute den Geruch des von den Ketten der Panzer frisch aufgerissenen Bodens in der Nase. Ich kann noch das Harz der angefahrenen Bäume richen, als sich die Panzer durch die engen Waldwege gezwängt haben oder als sie beim rangieren zwischen den Bäumen diese angefahren haben. Ich sehe noch die Übereste von Verpackungen der C - Rationen auf dem Boden liegen. Viele dieser Dosen konnte man noch in verostetem Zustand nach einem Jahrzeht liegen sehen. Erinnerungen halt.

            In der Nähe meines Heimatortes verläuft ein Waldweg (mittlerer Lichtraum so um die 3 m), durch welchem sich Mitte der Siebziger in Schlangenlinien ein amerikanischer M60 Kampfpanzer auf so ca. 600 m Länge "gequält" hat. Der Schaden damals war enorm. Noch heute sind die Aufwerfungen des Waldbodens und die verharzten Narben an den Nadelbäumen zu erkennen, bei genauem Hinsehen kann man sogar die mit Moos bewachsenen Abdrücke der einzelnen Kettenpolster erkennen. Ich werde hiervon demnächst mal einige Photos einstellen.
            Ja ich würde mich freuen, wenn du deine "Cold War - Spuren" und Erinnerungenin bildlicher Form einstellen würdest. Ich sehe mir so etwas immer wieder gerne an! Und andere sicher auch.

            Gruß
            Richard
            Zuletzt geändert von Ritchie 66; 10.10.2012, 06:58.

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            • Ritchie 66
              Cold Warrior
              • 09.07.2011
              • 533

              #7
              Nur der Volständigkeit halber,
              die Bilder stammen aus einem Waldstück bei Hirschau in der Oberpfalz. Im Landkreis Amberg - Sulzbach in Bayern. Bei der Bevölkerung ist der Wald als "Amberger Wald" bekannt.

              Gruß
              Richard
              Zuletzt geändert von Ritchie 66; 10.10.2012, 07:07.

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              • lufti
                Rekrut
                • 02.06.2012
                • 2

                #8
                Hallo,

                da dies mein erster Beitrag ist,moechte ich mich kurz vorstellen.Bin Jahrgang 73 und in einer Ortschaft in der Manoeverhochburg Vogelsberg aufgewachsen.Waehrend meiner Kindheit war ich in der gluecklichen Lage,die grossen Reforger Manoever live zu erleben.Auch ich gehe oft durch die Vogelsberger Waelder und finde noch Relikte aus der guten alten Manoeverzeit.Auch alte Essensdosen hatte ich kuerzlich an einer Stelle gefunden,wo ich im Jahre 83/84 oder 1985(weiss nicht mehr genau)am Waldrand bei einer Hubschraubercrew war.Ich versuche das Bild anzuhaengen.

                Beste Gruesse
                Angehängte Dateien
                Zuletzt geändert von Harry (†); 13.10.2012, 18:27.

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                • Keilerdackel
                  Cold Warrior
                  • 06.10.2011
                  • 126

                  #9
                  Für mich ist der Herbst, vor allem bei so wunderbarem Wetter wie dieses Jahr, untrennbar mit den Herbstübungen der Streitkräfte verbunden.

                  Meine ganze Kindheit war geprägt durch die Präsenz von Militär in und um meinen Heimatort.

                  Wie oben bereits erwähnt, war es auch für mich im Rückblick eine schöne und vor allem unbeschwerte Zeit, die in meinen Augen vorallem sehr stabil für die Bürger dieses Landes war; obwohl sich der Kalte Krieg in seine Hochphase befand.

                  Wenn ich heute, als erwachsener Mann, an diese Zeit und die damit verbundenen Erinnerungen zurückblicke, möchte ich keinen Moment missen. Die Eindrücke die wir als Kinder oder Jugendliche sammeln konnten sind unvergessen. Die Erinnerungen an die Amerikaner durchweg positiv.

                  Wer diese Zeit nicht erlebt hat, kann es nicht verstehen. Wir leben heute in einem friedlichen Nebeneinander und der Kalte Krieg ist Geschichte. Die Frage stellt sich nur, ob es uns heute besser geht. Stabiler ist die Lage keinesfalls.

                  Viele Grüße

                  Mike

                  Kommentar

                  • Rex Danny
                    Administrator
                    • 12.06.2008
                    • 5049

                    #10
                    Zitat von Keilerdackel
                    Für mich ist der Herbst, vor allem bei so wunderbarem Wetter wie dieses Jahr, untrennbar mit den Herbstübungen der Streitkräfte verbunden.

                    Meine ganze Kindheit war geprägt durch die Präsenz von Militär in und um meinen Heimatort.

                    Wie oben bereits erwähnt, war es auch für mich im Rückblick eine schöne und vor allem unbeschwerte Zeit, die in meinen Augen vorallem sehr stabil für die Bürger dieses Landes war; obwohl sich der Kalte Krieg in seine Hochphase befand.

                    Wenn ich heute, als erwachsener Mann, an diese Zeit und die damit verbundenen Erinnerungen zurückblicke, möchte ich keinen Moment missen. Die Eindrücke die wir als Kinder oder Jugendliche sammeln konnten sind unvergessen. Die Erinnerungen an die Amerikaner durchweg positiv.

                    Wer diese Zeit nicht erlebt hat, kann es nicht verstehen. Wir leben heute in einem friedlichen Nebeneinander und der Kalte Krieg ist Geschichte. Die Frage stellt sich nur, ob es uns heute besser geht. Stabiler ist die Lage keinesfalls.

                    Viele Grüße

                    Mike
                    Du sprichst mir aus der Seele. Besser hätte ich es auch nicht formulieren können.

                    Allen ein schönes Wochenende mit vielen Erinnerungen an die gute alte Zeit.


                    Rex Danny
                    Alles im Zusammenhang mit dem Kalten Krieg
                    www.COLD-WAR.de | www.SPERRANLAGEN.de | www.FULDA-GAP.de

                    Kommentar

                    • Horner
                      Cold Warrior
                      • 24.05.2009
                      • 2257

                      #11
                      Die Formulierung von Keilerdackel, die wohl aus gemeinsamen Herzen von uns spricht, ist auch für mich Volltreffend , denn das was aus der Kind u.-Jugendzeit schon erlebt wurde, ist aus dem Gedächtnis nicht zu löschen.

                      Darauf allen ein schönes Wochenende

                      Gruß
                      Horner

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                      • CampGates
                        Cold Warrior
                        • 14.01.2009
                        • 1048

                        #12
                        Spuren an einem Waldweg im Fichtelgebirge

                        Zitat von CampGates
                        …In der Nähe meines Heimatortes verläuft ein Waldweg (mittlerer Lichtraum so um die 3 m), durch welchem sich Mitte der Siebziger in Schlangenlinien ein amerikanischer M60 Kampfpanzer auf so ca. 600 m Länge "gequält" hat. Der Schaden damals war enorm. Noch heute sind die Aufwerfungen des Waldbodens und die verharzten Narben an den Nadelbäumen zu erkennen, bei genauem Hinsehen kann man sogar die mit Moos bewachsenen Abdrücke der einzelnen Kettenpolster erkennen. Ich werde hiervon demnächst mal einige Photos einstellen…
                        Hallo miteinander,

                        ich war im Laufe der vergangenen Woche an dem o. g. Waldweg und habe mal einige Photos aufgenommen. Relativ unspektakulär, aber trotzdem ganz interessant, finde ich. Es grenzt meiner Meinung nach an eine Wunder, daß man nach ca. 35 Jahren überhaupt noch die Spuren der damaligen Panzerfahrt sieht. Möglich ist dies nur deshalb, da der Waldweg (wird ausschließlich von Fußgängern und Mountainbikern genutzt) durch einen Privatwald führt und der Eigentümer seitdem augenscheinlich so gut wie keine Holzungsarbeiten durchgeführt hat, daher waren hier auch keine Rückefahrzeuge am Werk. Ich muß zugeben, man muß bei den Photos teilweise schon sehr genau hinsehen, um die "Hinterlassenschaften" des damaligen Manövers zu erkennen, wenn man vor Ort ist, fällt dies etwas leichter. Ich hab das "Geschehen" damals zwar nicht "live" erlebt, als das Monstrum sich zwischen den Bäumen "durchgekämpft" hat, war aber einige Tage später mit meinem Vater dort im Pilze suchen. Obwohl ich zu dieser Zeit erst so um die fünf Jahre alt war, kann ich mich noch heute genau an die damaligen Verwüstungen erinnern. So, genug geschrieben, nun die Photos:

                        An den im Vordergrund stehenden beiden Fichten links und der Kiefer rechts im Bild sind deutlich die auf Kettenhöhe enstandenen Schäden zu erkennen. Zudem ist links die muldenartige Vertiefung, die durch die Kette verursacht worden ist, zu sehen


                        In den folgenden drei Photos ist rechts deutlich ein Absatz bzw. eine Mulde im Waldboden zu erkennen






                        Hier sieht man im Moos noch den Abdruck der Panzerkette, in Realität erkennt man sogar noch die Umrisse der Kettenpolster


                        Links im Bild: Beschädigte Bäume, muldenartige Vertiefungen sowie Aufwerfungen des Waldbodens verursacht durch die Panzerkette


                        In den folgendes Photos sind immer wieder Vertiefungen und Aufwerfungen des Waldbodens sowie Schäden an den Bäumen zu erkennen








                        Weitere Photos folgen...

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                        • CampGates
                          Cold Warrior
                          • 14.01.2009
                          • 1048

                          #13
                          Spuren an einem Waldweg im Fichtelgebirge, Teil 2















                          Zitat von Ritchie 66
                          …Für mich sind sie einfach eine Brücke in die Vergangenheit. Wenn ich alle Jahre mal an diesen alten Panzerspuren vorbei komme, dann steht da nicht der erwachsene Mann sondern der 15 jährige Junge der gesehen hat wie diese Spuren frisch waren. Ich habe noch heute den Geruch des von den Ketten der Panzer frisch aufgerissenen Bodens in der Nase. Ich kann noch das Harz der angefahrenen Bäume richen, als sich die Panzer durch die engen Waldwege gezwängt haben oder als sie beim rangieren zwischen den Bäumen diese angefahren haben. Ich sehe noch die Übereste von Verpackungen der C - Rationen auf dem Boden liegen. Viele dieser Dosen konnte man noch in verostetem Zustand nach einem Jahrzeht liegen sehen. Erinnerungen halt…
                          Zitat von Keilerdackel
                          Für mich ist der Herbst, vor allem bei so wunderbarem Wetter wie dieses Jahr, untrennbar mit den Herbstübungen der Streitkräfte verbunden.

                          Meine ganze Kindheit war geprägt durch die Präsenz von Militär in und um meinen Heimatort.

                          Wie oben bereits erwähnt, war es auch für mich im Rückblick eine schöne und vor allem unbeschwerte Zeit, die in meinen Augen vorallem sehr stabil für die Bürger dieses Landes war; obwohl sich der Kalte Krieg in seine Hochphase befand.

                          Wenn ich heute, als erwachsener Mann, an diese Zeit und die damit verbundenen Erinnerungen zurückblicke, möchte ich keinen Moment missen. Die Eindrücke die wir als Kinder oder Jugendliche sammeln konnten sind unvergessen. Die Erinnerungen an die Amerikaner durchweg positiv…
                          Ich sehe schon, Euch geht es genauso wie mir: Die "Relikte" aus dieser "wilden Manöverzeit" rufen positive Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit hervor .

                          Zitat von lufti
                          …da dies mein erster Beitrag ist,moechte ich mich kurz vorstellen.Bin Jahrgang 73 und in einer Ortschaft in der Manoeverhochburg Vogelsberg aufgewachsen.Waehrend meiner Kindheit war ich in der gluecklichen Lage,die grossen Reforger Manoever live zu erleben.Auch ich gehe oft durch die Vogelsberger Waelder und finde noch Relikte aus der guten alten Manoeverzeit.Auch alte Essensdosen hatte ich kuerzlich an einer Stelle gefunden,wo ich im Jahre 83/84 oder 1985(weiss nicht mehr genau)am Waldrand bei einer Hubschraubercrew war.Ich versuche das Bild anzuhaengen….
                          Hallo lufti, wir kennen uns, oder ?

                          Danke für das schöne Photo mit den Käsedosen (Peanut Butter war mir damals aber lieber !). Es ist erstaunlich, daß trotz der langen Zeit, welche die Konserven den "Elementen" ausgesetzt waren, teilweise noch der olivgrüne Lack einschl. Aufdruck erkennbar ist.

                          Gruß Hagen

                          Kommentar

                          • Ritchie 66
                            Cold Warrior
                            • 09.07.2011
                            • 533

                            #14
                            An den im Vordergrund stehenden beiden Fichten links und der Kiefer rechts im Bild sind deutlich die auf Kettenhöhe enstandenen Schäden zu erkennen. Zudem ist links die muldenartige Vertiefung, die durch die Kette verursacht worden ist, zu sehen
                            @CampGates: vielen Dank für die schönen Bilder mit den "Cold War - Spuren!" Man kann wirklich noch erkennen, wo sich die Besatzung des gepanzerten Fahrzeugs "ausgetobt" hat. Wenn man solche Schäden schon mal in Echt gesehen hat, kann man sich auf deinen Bildern gut vorstellen wie sie frisch ausgesehen haben. Schon erstaunlich wie trotz Errosion und Witterung sich diese Spuren bis heute gehalten haben! Die meisten Menschen die dort heute vorbei kommen werden sie wahrscheinlich eher als Hinterlassenschaften von landwirtschaftlichen Maschinen sehen. Wer schon einmal die Schäden gesehen hat die in einem Waldtsück entsehen wenn dort ein Harvestereinsatz erfolgt ist weis was ich meine. Ich habe schon Forstabteilungen gesehen, die haben danach ausgesehen wie wenn eine ganze Panzerkompanie in einem Bereitstellungsraum gelegen hätte.

                            Einfach tolle Bilder CampGates, in denen wir "Eingeweihte" die Spuren sehen können wie wenn sie erst gestern entstanden währen! Eine Reise zurück in unsere Kindheit!

                            @ufti: auch dir vielen dank für das Bild der C - Rationen Dosen. Wirklich erstaunlich, dass die nach der langen Zeit noch so gut erhalten sind! Sogar die Schrift ist noch lesbar! Peanut Butter und Chedar Cheese waren meine Lieblingsdosen!

                            Seit einigen Tagen läuft in Grafenwöhr und Hohenfels eine große Übung. Sogar Freilaufend sind Truppenteile unterwegs. Nicht nur Verlegebwegungen zwischen den Truppenübungsplätzen sondern Fahrzeuge und Panzer auf Wiesen, in Wäldern und auf Äckern. Es erinnert mich ein bisschen an die gute alte Zeit.

                            Gruß
                            Ritchie
                            Zuletzt geändert von Ritchie 66; 13.10.2012, 21:57.

                            Kommentar

                            • Keilerdackel
                              Cold Warrior
                              • 06.10.2011
                              • 126

                              #15
                              Hallo zusmmaen,

                              wirklich verblüffend, wie die Spuren über die Jahrzehnte erhalten geblieben sind. Erkennen kann sie aber nur derjenige, der die Spuren bei ihrer Entstehung gesehen hat.

                              Heute sind Kettenharvester im forstlichen Einsatz. Diese Maschinen hinterlassen die gleichen Spuren wie damals gepanzerte Fahrzeuge. Mit dem Unterschied, dass zwischen der Entstehung 3 Jahrzehnte liegen.

                              Hier im Hochspessart ist leider nicht mehr viel von den einztigen "Herbstübungen" zu sehen; zumindest ist mir nichts bekannt........... doch irgenwo im Wald liegt noch eine Panzerkette herum.

                              Was mich noch mehr fasziniert ,als diese "verdeckten" Spuren des Kalten Krieges, ist die Tatsache, dass ich mich heute auf Flächen bzw. Arealen bewegen kann die noch vor gut 20 Jahren eine Verhaftung oder gar den Schußwaffengebrauch der Wachen nach sich gezogen hätten. Wenn ich an solchen Orten direkt mit der Präsenz der Truppen im Kalten Krieg konfrontiert werde bin ich dieser Zeit noch viel näher.

                              Vor einigen Wochen habe ich an einem wunderschönen Herbsttag einen Spaziergang zu einem Depot gemacht, dass ca. 1992 von der US Army aufgegeben wurde. Ich traf dort auf 5 Jugendliche, die auf einer Mauer saßen und recht überrascht waren, als ich da ums Eck kam. In eimem kurzen Gespräch wurde mir bewusst, dass keiner der Jungs wusste wo er sich hier eigentlich befindet. Obwohl Bunker, der Zaun und auch die Wachtürme in unmittelbarer Nähe zu sehen waren.

                              Es liegt einfach daran, dass heute viele junge Menschen kein Interesse an unserer jungen Vergangenheit haben und die Spuren der Vergangenheit überhaut nicht mehr deuten können und wollen. Wenn selbst Gebäude und Einrichtunge, die eine militärische Nutzung klar anzeigen nicht wahrgenommen werden, wie sollen dann Spuren erkannt werden wie die von CampGates.


                              Viele Grüße

                              Michael
                              Zuletzt geändert von Keilerdackel; 13.10.2012, 22:32.

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