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BW 2/25478 Digitalisat zu den Jahren 1984/1985. Sehr allgemeine Angaben.
Wir hatten neulich mal eine Diskussion, ob die Berichte zu einem Mörserfehlschuss vom Truppenübungsplatz Munster auf eine Kirche/Kindergarten in der Umgebung ein Urbane Legende sind, oder auf Tatsachen beruhen. Ich finde es nicht wieder, kann mir jemand helfen?
Ich bilde mir ein einen Bericht gelesen zu haben. Ist wohl auch öfter passiert (Fehlschuss meine ich). Es gibt eine Bundestagsschriftsache für Vorgänge nach 82
Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Lippelt (Hannover), Frau Schilling
und der Fraktion DIE GRÜNEN
- Drucksache 11/3617 -
und Niedersächsischer Landtag - Elfte Wahlperiode Drucksache 11/2020
Etwas irritierend finde ich die Angaben zum Bestand an Luftfahrzeugen in der Akte BL 1/32388. Für "Die Bundeswehr 1989", Teil 3 (Luftwaffe) habe ich seinerzeit aus der verfügbaren Quellenlage sehr intensiv den Bestand recherchiert. Die Diskrepanz kann ich mir nicht erklären. Beispiele:
Die Bundeswehr hatte bis 1989 210 Tornado IDS für die Luftwaffe und 112 Tornado IDS für die Marine beschafft. Davon waren bis 1989 10 Maschinen durch Absturz verlorengegangen. Somit sollten 322 Tornado zur Verfügung gestanden haben, davon 200 bei der Luftwaffe, 109 bei den Marinefliegern und 3 bei der WTD 61. In der Akte BL 1/32388 wird der "Verfügungsbestand" an Tornado jedoch nur mit 227 angegeben. Selbst wenn man die 22 Tornado abzieht, die bei der RAF im Rahmen des TTTE technisch betreut wurden, ergibt das ein Fehl von 73 Maschinen. Wo sind die abgeblieben? Wir reden hier immerhin von einer Größenordnung, die der Ausstattung von zwei Jagdbombergeschwadern bzw. mehr als einem Fünftel des Gesamtbestandes entspricht.
Mit diesem "Verfügungsbestand" von 227 konnte die Bundeswehr nicht einmal ihre vergleichsweise ohnehin relativ gering angesetzten Verpflichtungen gegenüber der NATO erfüllen, der waren nämlich (siehe u.a. Akte BW 18/868) 135 Tornado der Lufwaffe plus 15 aus dem Bestand des TTTE plus 96 der Marineflieger = 246 zugesagt.
Ähnlich, wenn auch in absoluten Zahlen nicht so dramatisch, verhält es sich bei allen anderen fliegenden Waffensystemen (jeweils der ermittelte Sollbestand einschließlich WTD 61 im Vergleich mit dem "Verfügungsbestand"):
- 154 F-4F Phantom II SOLL, 126 verfügbar (fehlen 28)
- 74 RF-4E Phantom II SOLL, 66 verfügbar (fehlen 8)
- 170 Alpha Jet SOLL, 150 verfügbar (fehlen 20)
Verfügungsbestand = der bei den Einsatzverbänden verfügbare Bestand = die Gesamtzahl der Waffensysteme minus des Geräts, das sich in längerfristiger Wartung, Modernisierung oder Erprobung befindet.
Unabhängig davon, wo die fehlenden Maschinen jetzt zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Berichte tatsächlich waren, stimmen mich die Klarstand-Zahlen doch etwas bedenklich.
In der Taktik-Ausbildung der Offizierschule und der Führungsakademie wurde uns immer eine Einsatzbereitschaft der fliegenden Waffensysteme von 80 % im Krieg gelehrt. Die Zahlen dieser Zustandsberichte der Luftwaffe sprechen teilweise schon eine etwas andere Sprache – und das ohne Feindeinwirkung:
- Tornado 62 %
- Phantom F-4F 66 %
- Phantom RF-4E 66 %
- Alpha Jet 71 %
- Transall C-160 72 %
- BR 1150 Atlantic SIGINT 55 %
- BR 1150 Atlantic MPA 68 %
- Bell UH-1 D 70 %
- CH 53 G 71 %
- Alouette II 84 %
- Bo 105 VBH 73 %
- Bo 105 PAH 76 %
- Sea King 71 %
- Sea Lynx 49 %
Nur die „uralten“ Alouette II kommen auf über80 %, gerade die unmittelbar für Close Air Support wichtigen Typen wie Tornado und Phantom kommen nicht mal auf 70 %. Die für die Luftbeweglichkeit der Luftlandebrigaden entscheidenden Hubschrauber liegen gerade mal bei 70 % und führen damit das Konzept dieser Brigaden als luftbewegliche Reserve ad absurdum.
Ein Gedanke zur niedrigen Verfügungsquote der Tornados. Ich könnte mir vorstellen, dass die Tornados der Verbände, die aufgrund der Umrüstung von F 104 auf Tornado gerade nicht assigniert waren trotz technischer Einsatzbereitschaft nicht in den Verfügungsbestamd eingerechnet wurden. Ansonsten ist dieses Dokument ziemlich ernüchternd. Die Luftwaffe war über weite Zeiten des kalten Krieges nur sehr eingeschränkt innder Lagr ohren V Auftrag zu erfüllen. Zum Ende des Ost West Konflktes der Tornado noch in Einführung, die wichtigste Munition, MW 1, noch nicht in ausreichender Menge beschafft. Die Ecr Version zum Niederhalten der Flugabwehr mit dem dazugehörigen Lfk Harm noch nicht beschafft. Die F4F, ohnehin eine Sparversion der F4, sowohl in der Rolle Lv als auch La veraltet, die Lw hatte sich ja erst spät zur Beschaffung der F 4 entschieden als im Prinzip schon die nächste Generation wie F 15 oder F 16 vom Band lief. RF 4 F im Prinzip hauptsächlich zur Abstandsaufklärung im Frieden geeignet, Aus Kapazitätsgründen sind die F 4 Verbände nur in einer Rolle einsatzbereit, Also nur Jagd, Jabo oder Aufklärer. Moderne Munition Luft Bodenwie Maverik nur in Geringen Mengen, Luft Luft Lfk mittlerer Reichweite fehlen komplett. Der Alpha Jet ist sowieso nie wirklich seiner Aufgabe CAS gewachsen gewesem
Ob CAS überhaupt gegen die starke Flugabwehr der WP Staaten durchführbar war wurde in den 1980ern in der Nato immer mehr bezweifelt. Persching war zechnisch einsatzbereit aber hauptsächlich über Posthauptanschluss zu führen. Flugabwehr für große Höhen entfällt gerade weil Nike schon weg aber Patriot noch nicht da war. Hawk funktionierte immerhin. Für mich als gelermten San Fw des Heeres besonders eindrucksvoll ist die Bankroterklärung des San Dienstes der Lw. Ich habe durchaus mit Neid auf die üppige Dotieruung der Dienstposten der San Staffeln der Lw geschielt.
Etwas irritierend finde ich die Angaben zum Bestand an Luftfahrzeugen in der Akte BL 1/32388. Für "Die Bundeswehr 1989", Teil 3 (Luftwaffe) habe ich seinerzeit aus der verfügbaren Quellenlage sehr intensiv den Bestand recherchiert. Die Diskrepanz kann ich mir nicht erklären. Beispiele:
Die Bundeswehr hatte bis 1989 210 Tornado IDS für die Luftwaffe und 112 Tornado IDS für die Marine beschafft. Davon waren bis 1989 10 Maschinen durch Absturz verlorengegangen. Somit sollten 322 Tornado zur Verfügung gestanden haben, davon 200 bei der Luftwaffe, 109 bei den Marinefliegern und 3 bei der WTD 61. In der Akte BL 1/32388 wird der "Verfügungsbestand" an Tornado jedoch nur mit 227 angegeben. Selbst wenn man die 22 Tornado abzieht, die bei der RAF im Rahmen des TTTE technisch betreut wurden, ergibt das ein Fehl von 73 Maschinen. Wo sind die abgeblieben? Wir reden hier immerhin von einer Größenordnung, die der Ausstattung von zwei Jagdbombergeschwadern bzw. mehr als einem Fünftel des Gesamtbestandes entspricht.
Mit diesem "Verfügungsbestand" von 227 konnte die Bundeswehr nicht einmal ihre vergleichsweise ohnehin relativ gering angesetzten Verpflichtungen gegenüber der NATO erfüllen, der waren nämlich (siehe u.a. Akte BW 18/868) 135 Tornado der Lufwaffe plus 15 aus dem Bestand des TTTE plus 96 der Marineflieger = 246 zugesagt.
Ähnlich, wenn auch in absoluten Zahlen nicht so dramatisch, verhält es sich bei allen anderen fliegenden Waffensystemen (jeweils der ermittelte Sollbestand einschließlich WTD 61 im Vergleich mit dem "Verfügungsbestand"):
- 154 F-4F Phantom II SOLL, 126 verfügbar (fehlen 28)
- 74 RF-4E Phantom II SOLL, 66 verfügbar (fehlen 8)
- 170 Alpha Jet SOLL, 150 verfügbar (fehlen 20)
Kann es sein, daß sich die fehlenden Maschinen, egal welchen Typs, in der "Umlaufreserve" befanden und daher nicht in die tatsächliche Verfügbarkeit eingerechnet wurden?
Als Beispiel nenne ich hier mal die B-52H des Air Force Global Strike Command der US Air Force im Jahr 2022:
Das 2nd Bomb Wing auf der Barksdale AFB in Louisiana bestand zu dieser Zeit aus der 20th Bomb Squadron "Buccaneers" und der 96th Bomb Squadron "Red Devils" sowie der 11th Bomb Squadron "Mr. Jiggs", die als Formal Training Unit die B-52H der 93rd Bomb Squadron der Air Force Reserve nutzt.
Das 2nd Bomb Wing verfügte 2022 über 28 B-52H, die sich wie folgt verteilten:
-2nd Bomb Wing direkt unterstelle war 1 B-52H für Ground Instruction
-20th Bomb Squadron unterstellt waren 11 B-52H als Combat Coded, 2 B-52H als Backup Inventory Aircraft und 1 B-52H als Attrition Reserve
-96th Bomb Squadron unterstellt waren 11 B-52H als Combat Coded und 2 B-52H als Backup Inventory Aircraft
Gemäß dieser Aufstellung waren von den 28 B-52H nur 22 Maschinen für weltweite Einsätze einsatzbereit und mehr als 20% als Reserve bzw. für Bodenausbildung genutzt.
Gleiches galt auch für das 5th Bomb Wing auf der Minot AFB in North Dakota. Dies Geschwader bestand 2022 aus der 23rd Bomb Squadron "Bomber Barons" und der 69th Bomb Squadron "Knighthawks".
Auch das 5th Bomb Wing verfügte 2022 über 28 B-52H, die sich wie folgt verteilten:
-5th Bomb Wing direkt unterstelle war 1 B-52H für Ground Instruction
-23rd Bomb Squadron unterstellt waren 11 B-52H als Combat Coded, 2 B-52H als Backup Inventory Aircraft und 1 B-52H als Attrition Reserve
-69th Bomb Squadron unterstellt waren 11 B-52H als Combat Coded und 2 B-52H als Backup Inventory Aircraft
Gemäß dieser Aufstellung waren auch in diesem Geschwader von den 28 B-52H nur 22 Maschinen für weltweite Einsätze einsatzbereit und mehr als 20% als Reserve bzw. für Bodenausbildung genutzt.
Kann es sein, daß sich die fehlenden Maschinen, egal welchen Typs, in der "Umlaufreserve" befanden und daher nicht in die tatsächliche Verfügbarkeit eingerechnet wurden?
Als Beispiel nenne ich hier mal die B-52H des Air Force Global Strike Command der US Air Force im Jahr 2022
Bleiben wir in der Zeit des Kalten Krieges.
Die USAF plante für ein durchschnittliches Tactical Fighter Wing:
- 72 Maschinen als Primary Aircraft Inventory (PAI) = Luftfahrzeuge, die jederzeit für den Einsatz zur Verfügung stehen
- 8 Maschinen als Backup Aircraft Inventory (BAI) = Luftfahrzeuge, die beim Geschwader als Reservebestand vorhanden sind
- 18 Maschinen für den Ausbildungsbetrieb (nicht im Geschwader sondern bei einer Tactical Fighter Training Squadron)
- 2 Maschinen, die bei Erprobungseinheiten (Test Squadrons) verwendet werden.
Kurzum: Für ein Geschwader mit 72 Einsatzflugzeugen mussten 100 Maschinen beschafft werden.
Diese Größenordnungen wurden von der USAF in der Regel tatsächlich eingehalten. Ein konkretes Beispiel: Vom Jagdflugzeug F-15C/D wurden bis 1989 insgesamt 467 Stück an die USAF ausgeliefert. Davon waren bis 1989 18 Maschinen durch Absturz verloren gegangen, sodass noch 449 zur Verfügung standen. Davon wiederum waren 379 bei Einsatz-, Ausbildungs- und Erprobungsstaffeln.
Somit verblieben 34 Maschinen (= 9 Prozent des PAI) als Abnutzungsreserve.
Zum Vergleich die Planungszahlen (Stand 1983) für die F-15 (diesfalls einschließlich F-15A/B):
- 59,3 Prozent "operational" (= PAI)
- 7,4 Prozent "mainenance backup" (= BAI)
- 14,9 Prozent Training
- 17,1 Prozent Attrition Reserve
- 1,3 Prozent "other" (= v.a. Test Squadrons)
Die Zahlen aus demselben Zeitraum für die F-16 sind bis auf wenige Kommastellen ident.
Die "mission capable rates" (Klarstandsraten) für diese Maschinen lagen (Zahlen von 1988) bei 80 bis 90 Prozent. Wenn man das auf den Tornado überträgt, hätten von den 322 vorhandenen Maschinen etwa 260 bis 290 "mission capable" sein müssen, tatsächlich waren es aber nur 227.
Unabhängig davon, wo die fehlenden Maschinen jetzt zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Berichte tatsächlich waren, stimmen mich die Klarstand-Zahlen doch etwas bedenklich.
In der Taktik-Ausbildung der Offizierschule und der Führungsakademie wurde uns immer eine Einsatzbereitschaft der fliegenden Waffensysteme von 80 % im Krieg gelehrt. Die Zahlen dieser Zustandsberichte der Luftwaffe sprechen teilweise schon eine etwas andere Sprache – und das ohne Feindeinwirkung:
- Tornado 62 %
- Phantom F-4F 66 %
- Phantom RF-4E 66 %
- Alpha Jet 71 %
- Transall C-160 72 %
- BR 1150 Atlantic SIGINT 55 %
- BR 1150 Atlantic MPA 68 %
- Bell UH-1 D 70 %
- CH 53 G 71 %
- Alouette II 84 %
- Bo 105 VBH 73 %
- Bo 105 PAH 76 %
- Sea King 71 %
- Sea Lynx 49 %
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