Umstrukturierung der Bundeswehr (ab 2023)

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 3290

    #481
    Zitat von Malefiz Beitrag anzeigen

    Was ist der Unterschied zwischen CSS - und Logistikbataillon?
    Ich kann mir vorstellen, das
    - CSS für die unmittelbare Versorgung der Brigade auf dem Gefechtsfeld zuständig ist, also das, was früher die Brigade- Nachschub- und Instandsetzungskompanien durchführten
    und das
    - das zweite Logistikbataillon für die "Anschlußversorgung" zuständig ist, also dafür, was ehemals das Divisions-Nachschubbataillon, Divsiions-Instandsetzungsbataillon und die entsprechenden Einheiten auf Korps- und Territorialkommando-Ebene (Versorgungskommandos mit den Depots) erledigten.

    Je nach dem wo die Brigade eingesetzt wird, muss ja diese ganze Anschlußversorgung von Fall zu Fall erst aufgebaut werden. Zu Zeiten des früheren GDP war regional genau festgelegt, wo welche Brigade eingesetzt war, dementsprechend konnten Versorgungspunkte, Versorgungsstraßen, Ausladebahnhöfe, Abschubbahnhöfe, Instandsetzungspunkte, die Zusammenarbeit mit den Depots usw. sowie der Ablauf der sanitätsdienstlichen Versorgung genau festgegelegt werden. Das ist jetzt alles nicht mehr Fall.

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    • tannenzapfen
      Cold Warrior
      • 25.01.2022
      • 466

      #482
      Die Marine sucht nach einem Standort für einen zusätzlichen Marinehafen an der Nordseeküste. Fünf Standorte sollen in der engeren Auswahl sein, darunter Bremerhaven, Cuxhaven und Emden. Insbesondere Bremerhaven und Emden scheinen gute Chancen zu haben.

      Die Bundeswehr rüstet auf - und mit ihr die Deutsche Marine. Diese prüft derzeit, ob an der Nordseeküste ein weiterer Militärhafen eingerichtet werden soll. Als Favoriten gelten Emden und Bremerhaven.

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      • DeltaEcho80
        Cold Warrior
        • 09.03.2013
        • 1765

        #483
        Zum Thema Drohnen lief vor Kurzem eine Sendung aus der Reihe "Mit offenen Karten" auf ARTE - vielleicht in diesem Kontext sehr interessant.

        Für mich war z.B. neu, dass die Türkei der größte Drohnenproduzent ist. Die 12 Minuten sind sehr informativ.

        Drohnen prägen die moderne Kriegsführung – von gezielten Tötungen wie der des Hamas-Chefs Jihia Sinwar bis zu FPV-Mikrodrohnen in der Ukraine, die russische Truppen stören. Die Technologie ist kostengünstig und minimiert eigene Verluste. Armeen müssen sich an diese neue Bedrohung anpassen, da der Luftraum zunehmend militarisiert wird.

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        • tannenzapfen
          Cold Warrior
          • 25.01.2022
          • 466

          #484
          Neuigkeiten zur Planung für die Artillerie:
          Die Artillerietruppe des Heeres soll bis 2032 massiv wachsen. Insgesamt sind im aktualisierten Zielbild Einsatzkräfte Heer zehn Artilleriebataillone, 6.000 Dienstposten, 285 Rohrartilleriesysteme und 84 Raketenartilleriesysteme vorgesehen, das geht aus einer Präsentation im Rahmen der Future Artillery Conference 2026 hervor. Dies stellt im Vergleich zum Status quo mit sechs Artilleriebataillonen, 96 Rohrartilleriesystemen und 36 Raketenartilleriesystemen einen


          Es soll ein Korpsartilleriebataillon mit Raketenartillerie MARS 3 kommen, dazu 2 Divisionsartilleriebataillone (325 und 345) gemischt Rohr/Raketen, und sieben Brigadeartilleriebataillon (Rohr, 4x auf Kette, 3x auf Rädern). Die "leichten Kräfte" erhalten keine Brigadeartillerie. Die Batterien werden wieder größer (Rohrbatterien zu 9 Rohren, Raketenbatterien zu 12 oder sogar 16 Werfern) und die Bataillone erhalten alle noch eine voll ausgerüstete n/a Batterie.

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          • tannenzapfen
            Cold Warrior
            • 25.01.2022
            • 466

            #485
            Heute gab's ja einiges an Neuigkeiten (oder Bestätigungen von Nachrichten, die schon länger kolportiert wurden).

            Zum Beispiel einen Personalplan:

            "Zuerst folgt bis 2029 ein fokussierter Aufwuchs, der vor allem die Verteidigungsfähigkeit und personelle Einsatzbereitschaft- schnell steigern soll. Die Einführung eines sinnstiftenden und attraktiven Neuen Wehrdienstes, intensivierte Personalgewinnung und neue Maßnahmen zur Deckung des Personalbedarfs sind beispielhafte Instrumente, um diesen schnellen und umfangreichen Aufwuchs zu erreichen. Z.B. werden bei Ausbildungsplätzen bewusst Überbuchungen dort zugelassen, wo Standorte bei jungen Männern und Frauen besonders beliebt sind. Wir stellen dann zwar punktuell mehr Personal ein, als geplant, lassen jedoch keine Ausbildungskapazitäten ungenutzt und decken zudem den quantitativen Verlust, wenn Personal den Dienst nicht antritt oder abbricht. Weitere Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung zur Unterstützung des personellen Aufwuchses werden kontinuierlich entwickelt und umgesetzt. Die mittlerweile verstetigten positiven Personalzahlen der vergangenen Monate zeigen, dass der personelle Aufwuchs in vollem Gange ist und sich positiv entwickelt.

            In der zweiten Phase folgt bis zum Jahr 2035 ein deutlicher Fähigkeitszuwachs in allen Dimensionen (Land, Luft, See, Cyber/Weltraum) entlang der NATO- und nationalen Fähigkeitsziele. Damit werden wir die Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit weiter stärken und zugleich die im Soldatengesetz festgeschriebenen personellen Ziele erreichen.

            Am Ende dieser beiden Phasen steht das bekannte Ziel von 460.000 kampfbereiten Soldatinnen und Soldaten, zusammengesetzt aus 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten und 200.000 Reservistinnen und Reservisten.
            [...]
            Wichtigstes Prinzip für den gesamten Aufwuchsplan ist, dass wir den Aufwuchs von der Verteidigungsrelevanz her denken: Wir müssen dort aufwachsen, wo es direkte Auswirkungen auf die Kampffähigkeit hat. Dies gilt für den Aufwuchs der „Truppe“ genauso wie für die zivilen Teile der Bundeswehr. Dieser zivile Aufwuchs wird auf das bedarfsgerechte Mindestmaß begrenzt werden und primär da erfolgen, wo der Kernauftrag der aufwachsenden Streitkräfte unterstützt werden muss. (Aufwuchs der Anteile „nah an der Truppe/Teil der Truppe“)."

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            • tannenzapfen
              Cold Warrior
              • 25.01.2022
              • 466

              #486
              Immerhin das altpreußische "Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln" gilt unverändert: Die Wiesel 2 Ozelot, die 2012 vom Heer zur Luftwaffe wechselten, wechseln 2027 von der Luftwaffe zum Heer ?
              Der Skyranger als "Bodyguard der Landstreitkräfte" – Im Interview spricht GenLt Heico Hübner, Stv. Heeresinspekteur, über Heeresflugabwehr.


              Sollen dort den Grundstein für zwei 2028 aufzustellende Flugabwehrbataillone bilden.

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              • tannenzapfen
                Cold Warrior
                • 25.01.2022
                • 466

                #487
                In der Loyal ist eine vereinfachte Darstellung zur Zielstruktur des Heeres für 2035.

                -Es sind zwei Heimatschutzdivisionen geplant, jeweils mit 4 Heimatschutzregimenter und geführt von einem Heimatschutzkorps
                - Weiter gibt es drei Kampftruppendivisionen:
                -- Panzerdivision mit 3 PzBrig
                -- PzGrenDiv mit 3 PzGrenBrig
                -- Division Leichte und Mittlere Kräfte mit 2 Mittleren Brigaden, einer LLBrig und der GebJgBrig
                - Jede Kampftruppendivision hat neben den Kampfbrigade einen Aufklärungs-und Wirkungsverbund mit Lenkwaffen über 100 km Reichweite in Brigadestärke, ein Flugabwerregiment sowie weitere Divisionstruppen
                - Als 6. Division soll es eine "Korpstruppendivision" geben, mit
                -- 2x PzAufklBrig
                -- 1x Heeresfliegerbrigade und Teile einer weiteren
                -- 1x PiBrig und Teile einer weiteren
                -- 1x ArtBrig
                -- 1x FlaBrig
                - Die EGB-Kräfte sollen mit dem KSG zu einer Brigade Spezialkräfte verschmelzen
                - Daneben soll eine "Multi-Domain-Task-Force" aufgestellt werden, die direkt dem Kommando Heer unterstellt wird

                Ich verstehe nicht ganz, warum man bei gerade einmal zwei mechanisierten Divisionen diese nicht gleich gliedert (sei es nun mit 2 Panzer- und 1 PzGrenBrigade oder umgekehrt) und stattdessen zwei "brigadenreine" Divisionen aufstellt. Positiv ist sicher der stärkere Fokus auf Flugabwehr (Bedarf wohl 532 FlakPz und 158 System IRIS-T-SLS) und Langstreckenwirkung. Die Korpstruppen dürften m.E. so geplant sein, dass man zusammen mit den Niederländern und ggfs. anderen Verbündten Korpstruppen für zwei Korps vorsieht. Unklar ist mir hier, warum man die nicht direkt benennt (wie es die Franzosen mit ihrem neuen 1. Armeekorps oder die Briten mit ihrem ARRC machen).

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                • tannenzapfen
                  Cold Warrior
                  • 25.01.2022
                  • 466

                  #488
                  PS: Hier hat es jemand grafisch veranschaulicht:

                  ?? The German Army of 2035 concept. The German army of 2035 concept introduces two new divisional elements: a second home defence division and a corps troops division with a slated manpower requirement of 151.000 active soldiers compared to todays ~63.000. 1/7

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                  • Malefiz
                    Cold Warrior
                    • 22.12.2010
                    • 392

                    #489
                    Ich habe heute Morgen auf YouTube eine Darstellung gefunden, wie sich Gen. Freuding Gefechte in der Zukunft vorstellt:



                    Interessant die Moderation der Sprecherin im Hintergrund. Da werden oft Dinge vorausgesetzt, bei denen man nur hoffen kann, dass das funktioniert. Mir lag oft ein WENN auf der Zunge. Beispiel Unterdrückung von gegnerischen Drohnen durch ELOKA.

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                    • Malefiz
                      Cold Warrior
                      • 22.12.2010
                      • 392

                      #490
                      Zitat von tannenzapfen Beitrag anzeigen
                      Neuigkeiten zur Planung für die Artillerie:
                      Die "leichten Kräfte" erhalten keine Brigadeartillerie.
                      Das Lag mir schwer im Magen. Unter leichten Kräften sind wohl die Heimatschutzdivision(en) zu verstehen. Das macht es dann verständlich. Auf X tauchte dies Grafik auf, die sich auf das aktuelle Loyal Heft bezieht, das ich nicht habe.Bild 11.jpg

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                      • kato
                        Cold Warrior
                        • 03.03.2009
                        • 906

                        #491
                        Zitat von Malefiz Beitrag anzeigen
                        Auf X tauchte dies Grafik auf, die sich auf das aktuelle Loyal Heft bezieht, das ich nicht habe.
                        Auf X schwirrt auch die abfotografierte entsprechende Doppelseite der Loyal rum, die ich natürlich nicht verlinke.

                        Die Gliederung in der Loyal entspricht der in dem englischsprachigen Bild. Zu ergänzen wäre als Abweichungen:
                        • Ein deutsches Heereskorps (neben dem Heimatschutzkommando) gibt es nicht. Die Divisionen werden multinationalen Korps zugeordnet.
                        • Das "Heimatschutzkorps" ist laut Loyal "nicht final".
                        • Bei der MDTF findet sich ein Vermerk "2500+ km". Das "Land Component Command" dem diese unterstellt ist ist das Kommando Heer, kein separates Korps.
                        • Die Korpstruppendivision wird im Einsatz aufgeteilt und drei NATO-Divisionen beiseite gestellt. Neben den sechs Brigaden umfasst dieser Pool Teile einer weiteren Pionierbrigade und Teile einer weiteren Heeresfliegerbrigade.
                        • Den Divisionen (auch Korpstruppen, nicht Heimatschutz) ist ein Fernmeldebataillon "mit Ballonelement und Cyber Defence" zugewiesen (hier "Staff and Signals Battalion"), dazu ein Flugabwehrregiment und nicht näher genannte "weitere Einheiten". Die Brigaden erhalten zusätzlich Flugabwehrkompanien.

                        Bei dem was in dem Bild "Reconnaissance Strike Brigade" heißt handelt es sich um den für jede Division geplanten "Aufklärungs- und Wirkverbund" mit Aufklärungs- und Kampfdrohnen und 100+ km Reichweite.

                        Zusätzlich sind in allen Brigaden (sowie in den Heimatschutzregimentern) Aufklärungsbataillone mit Drohnen und auf in den Kampfbataillonen durchgängig Loitering Munitions in nicht genanntem Umfang geplant.

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                        • tannenzapfen
                          Cold Warrior
                          • 25.01.2022
                          • 466

                          #492
                          Zitat von Malefiz Beitrag anzeigen

                          Das Lag mir schwer im Magen. Unter leichten Kräften sind wohl die Heimatschutzdivision(en) zu verstehen. Das macht es dann verständlich.
                          Unter leichten Kräften verstand die Bundeswehr in den letzten Jahren immer Gebirgsjäger und Fallschirmjäger. Also im Schaubild von dir hätten dann die "Mountain Brigade" (= Gebirgsjägerbrigade 23) und die "Air Assault Brigade" (= noch durch Umgliederung zu einer Brigade-Bataillonsstruktur zu entstehende LLBrig) keine organische Artillerie.

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                          • tannenzapfen
                            Cold Warrior
                            • 25.01.2022
                            • 466

                            #493
                            Zitat von kato Beitrag anzeigen
                            [*]Bei der MDTF findet sich ein Vermerk "2500+ km". Das "Land Component Command" dem diese unterstellt ist ist das Kommando Heer, kein separates Korps.
                            Diese dürfte ohnehin noch etwas länger auf sich warten lassen. Die Tagesschau hat es heute schon berichtet, und Merz es wohl im ARD-Interview bestätigt: Die Amerikaner werden derzeit keine Tomahawk liefern. Die deutsche Bestellung von Typhon-Startgeräten dürfte damit zumindest in dickes Fragezeichen haben. Und ohne die fehlt der deutschen MDTF der Effektor...

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                            • Malefiz
                              Cold Warrior
                              • 22.12.2010
                              • 392

                              #494
                              Zitat von tannenzapfen Beitrag anzeigen

                              Unter leichten Kräften verstand die Bundeswehr in den letzten Jahren immer Gebirgsjäger und Fallschirmjäger. Also im Schaubild von dir hätten dann die "Mountain Brigade" (= Gebirgsjägerbrigade 23) und die "Air Assault Brigade" (= noch durch Umgliederung zu einer Brigade-Bataillonsstruktur zu entstehende LLBrig) keine organische Artillerie.
                              Ja, so habe ich das verstanden. Jetzt sind die aber in mittel-leichte Kräfte mutiert. Damit sind die Heimatschutzdivisionen jetzt die leichten Kräfte. Das sind ja sowas wie Sicherungskräfte. Die Sicherungsbataillone sollten früher Objekte Sichern und Räume überwachen. Wenn es ernst wurde, hätten aber Kampftruppen ran gemusst. Vielleicht sollte man denen auch Stinger und Skyranger geben. In Hostomel hat das Kiew den Hals gerettet.

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                              • Malefiz
                                Cold Warrior
                                • 22.12.2010
                                • 392

                                #495
                                Zitat von tannenzapfen Beitrag anzeigen

                                Diese dürfte ohnehin noch etwas länger auf sich warten lassen. Die Tagesschau hat es heute schon berichtet, und Merz es wohl im ARD-Interview bestätigt: Die Amerikaner werden derzeit keine Tomahawk liefern. Die deutsche Bestellung von Typhon-Startgeräten dürfte damit zumindest in dickes Fragezeichen haben. Und ohne die fehlt der deutschen MDTF der Effektor...
                                Ja, da werden wir uns wohl was einfallen lassen müssen. Vielleicht sollten wir mit den Ukrainern etwas zusammen entwickeln.

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