Welche C-Kampfmittel der NATO in den frühen 1980er Jahren?

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  • EmilBerggreen
    Cold Warrior
    • 19.07.2015
    • 514

    #16
    Okay, Soman kann also mit Bomben, Scuds/Frog-Kurzstreckenraketen oder RakArt verschossen werden.
    Gegen Ziele, in denen die Beweglichkeit des Gegners gehemmt werden soll, also z.B. ein Fliegerhorst, wo der Nervenkampfstoff dann sämtliche Aktionen des Bodenpersonals lahm
    legt. Overgarment nur für wenige, etc., etc.
    Oder auch gegen Schlüsselgelände im rückwärtigen Gebiet, die ROT nicht selbst besetzen will/kann? Gegen Verfügungsräume, Schwarmliegeplätze der PAHs, Anmarschstraßen,
    Versorgungsstruktur, etc.

    Sesshaft, also lange Zeit wirksam und bei jeder Witterung einsetzbar?

    Also nicht unbedingt gegen Verteidigungslinien, wo ROT Widerstand brechen will und am Ende selbst da durch muss.
    Eigentlich nur sehr schwer vorstellbar, in einem kontaminierten Areal Kampfhandlungen durchzuführen.

    Möglicherweise auch gegen nicht evakuierte Großstädte, um dort die SanVersorgung komplett zusammenbrechen zu lassen.

    Wie war die ABC-Abwehr der BW organisiert? ABC-Abwehr auf Korpsebene?
    ABC-Alarmposten und ganz wenige ABC-Spürtrupps mit TPz Fuchs u. ABC-Spürausstattung, die (auf Verdacht?) bestimmte Geländeabschnitte untersuchen, dann
    ABC-Warnung absetzen. Die Kampftruppe wurde ja für den ABC-Alarm ausgebildet. Der Ruf "ABC-Alarm!" und Verschuss der ABC-Alarmpistole mit der SigPi - hatte die nicht sogar einen
    Heulton gehabt? Wie sah so eine ABC-Meldung eigentlich aus? Dazu war die Zahl der Unbekannten doch eigentlich viel zu groß.
    "ABC-Warnung im Raum A-STADT. Vermutlich Nervenkampfstoff [muss ja erst analysiert werden]. ABC-Warnung an Truppe weitergeben ... Dekontaminationsmaßnahmen einleiten", etc.

    Das ganze Kapitel ABC-Einsatz und -Abwehr bleibt mir doch recht schleierhaft.

    Kommentar

    • EmilBerggreen
      Cold Warrior
      • 19.07.2015
      • 514

      #17
      Im SPIEGEL stand mal etwas über den C-Krieg.
      „Todeswolken über Europa“ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14345551.html DER SPIEGEL 8/1982


      Hier ein paar Auszüge:
      Übungsgelände des Chemical Corps School in Fort McClellan, im US-Bundesstaat Alabama, Vegetation ähnlich den Tannenwäldern Westdeutschlands
      Denkbarer Einsatz: 2.000 Tonnen Kampfstoff pro Gefechtstag
      Bei kühlem und typisch norddeutschem Wetter ausgebracht.
      Voraussetzung: dichte Bewölkung, kein Regen und leichter Südwestwind, das würde den Kampfstoff etwa 16 Kilometer weit tragen.
      Im Kerngebiet lag die Überlebenschance bei weniger als 10%.


      C-Krieg auch eine Qual für den Angreifer. ABC-Schutzausrüstung lässt sich nur 45 Min. am Stück tragen.
      Brigadegeneral J. H. Rothschild sagte einmal 1964 über den Einsatz von C-Waffen:
      „There is nothing humane about any method of warfare. War just wasn’t designed that way.
      Burning a man to death with flame-thrower, blasting off a couple of legs, blinding a man or injuring his mind beyond recovery with shell fire is apparently acceptable.
      But is it humane?”
      – Chemische Waffen sind da sehr viel effizienter und humaner: sie verursachen zumindest keine Verstümmelungen, keine klaffenden Wunden und auch keine blutüberströmten Leichen.
      Wir sollten sie den Krieg gewinnen lassen!“ So in etwa das Zitat.

      Kommentar

      • EmilBerggreen
        Cold Warrior
        • 19.07.2015
        • 514

        #18
        Korrektur: erst die ABC-Warnung (bei Verdacht?) und dann ABC-Alarm, nachdem ABC-AbwehrTr den Kampfstoff analysiert und das kontaminierte Areal identifiziert haben. So oder so ähnlich?

        Kommentar

        • Ritchie 66
          Cold Warrior
          • 09.07.2011
          • 533

          #19
          Hallo,
          hier Bilder einer simulierten Kampfstoffsperre wärend einer Übung im Truppenübungsplatz Hohenfels 1991. Zur großflächigen Darstellung von konventionellen Artilleriefeuer und dem Einsatz von chemischen Waffen wurden Rauchfelder durch Generatoren verlegt. Bei diesen Bildern kann ich mich noch erinnern, dass der Einsatz von chemischen Waffen trainiert wurde, dies war uns vorher jedoch nicht bekannt. Einige hundert Meter von unserem Standort wurde auf einmal massiv CS Gas eingesetzt. Ich erinnere mich noch gut daran, den ich hatte meine ABC-Schutzmaske an dem Tag nicht dabei. In der Tragetasche für die Maske befanden sich nützlichere Dinge, wie ein Fotoapparat, Süßigkeiten usw. ;-) Also musste ich das per Radio melden und eine schnelle taktische Evakuierung aus dem Zielgebiet war die Folge. Der Anschiss danach war auch nicht ohne. ;-)

          PS: Copyright der Bilder bei mir

          1510944_1379649065626860_1397722853_n.jpg

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          Kommentar

          • Nemere
            Cold Warrior
            • 12.06.2008
            • 3310

            #20
            Zitat von EmilBerggreen
            Das ganze Kapitel ABC-Einsatz und -Abwehr bleibt mir doch recht schleierhaft.
            Da Du hier mit dem sehr weitgespanntenThema ABC-Abwehr ein Riesenfass aufmachst, beschränke ich mich zunächst auf einen Aspekt.

            Organisation der ABC-Abwehr im Heer der Bundeswehr – Stand etwa 1986:

            Kompanie:
            Kompanietruppführer und ABC-Abwehrfeldwebel.
            mehrere ABCAbwehrtrupps.

            Bataillon:
            S 3 StOffz und ABC-AbwehrOffz.
            S 3 Fw und ABC-Abwehrfeldwebel.
            In einigen Kompanien und Bataillonen war auch noch ein 1 TEP-Trupp vorhanden (Truppenentgiftungsplatz – 1 LKW): je 4 x in den Stabskompanien der Brigaden und Divisionen, 1 x im DivInstbataillon, je 1 x in den Panzerflaregimentern, 2 x im Artillerieregiment, je 3 x in den Stabskompanien der Korps und je 1 x bei den meisten Korpstruppenbataillen.

            Brigade:
            Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im BrigGefStd.
            Bei den Heimatschutzbrigaden 51 – 55 und der Gebirgsjägerbrigade 23 jeweils 1 ABC-Abwehrkompanie mit 4 Feldkanonen, 1 Hauptentgiftungsplatz (HEP), 1 Vorgeschobener Entgiftungsplatz (VEP). KEINE Spürpanzer.

            Division:
            Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im DivGefStd.
            1 ABC-Abwehrkompanie (nicht bei 1. LL-Div!)mit 6 Spürpanzern Fuchs, 4 Feldkanonen, 1 Hauptentgiftungsplatz (HEP), 1 Vorgeschobener Entgiftungsplatz (VEP).

            Korps:
            Zelle ABC-Abwehr / AMZ(ABC-Meldezentrale) im KorpsGefStd.
            1 ABC-Abwehrbataillon mit 1 StVersKp, 1 ABCAufklärungskompanie, 3 ABCAbwehrkompanien. Ausstattung: 18 Spürpanzer Fuchs, 24 Feldkanonen, 6 HEP, 6 VEP, 2 Wasseraufbereitungsanlagen.

            Oberste Bundeswehrführung (BMVg):
            1 ABC-Abwehrbataillon mit 1 StVersKp, 3 ABCAbwehrkompanien. Ausstattung: 5 Spürpanzer Fuchs, 4 Feldkanonen. Die Kompanien waren vor allem zur ABC-Abwehr / Entgiftung / Entstrahlung in den Festen Anlagen / Ausweichsitzen der Bundesregierung vorgesehen (z.B. Marienthal).

            Territorialkommandos:
            Zelle ABC-Abwehr / Leit-ABC-Meldezentrale im GefStd.
            KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

            Wehrbereichskommandos
            Zelle ABC-Abwehr / AMZ (ABC-Meldezentrale) im GefStd.
            1 ABC-Abwehrbataillon mit 1 StVersKp, 3 ABCAbwehrkompanien. Ausstattung: 4 Feldkanonen, 6 HEP. KEINE Spürpanzer.
            1 ABC-Kampfmittel-Untersuchungsstelle (blieben größtenteils Planung).

            Verfügungstruppenkommando:
            Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im GefStd.
            KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

            Verteidigungsbezirkskommando:
            Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im GefStd.
            KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

            Verteidigungskreiskommando:
            Zelle ABC-Abwehr / AMS (ABC-Meldestelle) im GefStd (nicht bei allen VKK!).
            ABC-Meßtrupps (nicht bei allen VKK).
            KEINE eigenen Truppenteile zur ABCAbwehr.

            WHNS (Wartime Host Nation Support):
            WBK II: 1 ABCAbwBtl
            WBK III : 2 ABCAbwBtl
            WBK IV: 3 ABCAbwBtl
            WBK IV / Unterstützungskommando 4: 2 ABCAbwBtl – Nebel -
            WBK V: 1 ABCAbwBtl
            WBK V / Unterstützungskommando 5: 1 ABCAbwBtl – Nebel -
            WBK VI: 2 ABCAbwBtl
            Diese WHNS-Bataillone bestanden zum größten Teil nur auf dem Papier, es waren allenfalls Reservisten eingeplant.


            Literatur:
            Kameradschaft der ABC-Abwehr- Nebel- und Werfertruppe e.V. (Hrsg.): Chronik der ABC-Abwehr-truppe 1956 – 2006, Sonthofen 2006.
            HDv 100/500.- Das Heer in der Militärischen Landesverteidigung.

            Kommentar

            • kato
              Cold Warrior
              • 03.03.2009
              • 916

              #21
              Zitat von EmilBerggreen
              ABC-Alarmposten und ganz wenige ABC-Spürtrupps mit TPz Fuchs u. ABC-Spürausstattung, die (auf Verdacht?) bestimmte Geländeabschnitte untersuchen, dann
              ABC-Warnung absetzen.
              Die ABC-Spürtrupps gehen nach entsprechender Meldung in ein Gebiet, stellen mittels spektrographischer Analyse das/die verwendeten Kampfmittel fest und stecken dann ggf. auch den kontaminierten Geländeabschnitt mit Warnmarken ab. Zusätzlich werden Proben zur weiteren Analyse genommen und das Gelände im weiteren Verlauf mobil überwacht. Eine externe Erstanalyse findet hingegen (nur) bei vermuteten B-Kampfstoffen statt, hierfür waren die Füchse nicht ausgestattet. In diesem Fall beschränkt sich der Einsatz der TPz auf die Probennahme, Markierung und Überwachung. Ansonsten standen/fuhren die Füchse an befohlenen Beobachtungspunkten oder -routen zur stationären oder mobilen ABC-Beobachtung.

              Der maximal vorgesehene Einsatzraum bei geschlossenem Einsatz im Zugumfang (6 TPz) lag bei einem 30 km breiten Abschnitt.

              Zitat von EmilBerggreen
              Korrektur: erst die ABC-Warnung (bei Verdacht?) und dann ABC-Alarm, nachdem ABC-AbwehrTr den Kampfstoff analysiert und das kontaminierte Areal identifiziert haben. So oder so ähnlich?
              Ein "ABC-Alarm" ist lediglich eine Warnung im Rahmen der ABC-Abwehr aller Truppen, d.h. im Rahmen des ABC-Alarmpostens bei Erkennen/Vermuten des Einsatzes von ABC-Wirkmitteln. Die ABC-Lage wird durch die ABCAbwTruppe festgestellt und über die ABCAbwOffze der Truppe verbreitet.

              Zitat von EmilBerggreen
              ABC-Schutzausrüstung lässt sich nur 45 Min. am Stück tragen.
              Bitte? Die Einsatzzeiten im vollen Zodiak betrugen am HEP70 geplant bis zu 10 Stunden.

              Auch wenn einem erfahrungsgemäß nach spätestens zwei Stunden der Schweiß zentimeterhoch in den Stiefeln steht - selbst bei null Grad im Schnee. Am "berüchtigtsten" war hierbei die Station zur Dekontamination von Overgarments, bei der im wesentlichen Kleiderstangen mit mehreren abgegebenen Overgarments in ein mit heißen Abgasen gefülltes Zelt rein und raus getragen werden mussten.


              Zitat von Nemere
              Bei den Heimatschutzbrigaden 51 – 55 und der Gebirgsjägerbrigade 23 jeweils 1 ABC-Abwehrkompanie mit 4 Feldkanonen, 1 Hauptentgiftungsplatz (HEP), 1 Vorgeschobener Entgiftungsplatz (VEP). KEINE Spürpanzer.
              Kleine Anmerkung: Der HEP und VEP sind Funktionen, keine Teileinheiten o.ä. - nur falls das jemand mißversteht.

              Die allgemeine Fassung "1 HEP + 1 VEP" ergibt sich aus der Ausstattung einer ABCAbwKp mit einem mDekonZg (DekonGrp Pers/Ausr, SdGer, GroßGer) und einem leDekonZg (drei leDekonGrp, eine Erkd/UstgGrp) - letzterer Zug war hauptsächlich mit viel Personal ausgestattet. Ein HEP wurde durch den mDekonZg plus eine leDekonGrp gebildet, die übrigen zwei leDekonGrp reichen aus um dann noch einen VEP zu betreiben. Der VEP war aufteilbar auf Gruppenebene und spezialisierbar (Personal oder Material). Der mDekonZg konnte ohne die beigestellte leDekonGrp einen genauso spezialisierten HEP betreiben. Dementsprechend konnten durch eine Kompanie bis zu vier Entgiftungsplätze parallel betrieben werden, z.B. ein HEP Pers und drei VEP Pers oder entsprechende HEP/VEP Mat.

              Ein HEP konnte in der vorgegebenen Betriebszeit maximal 44 Fahrzeuge und 300 Personen behandeln, bei Bekleidung und persönlicher Ausrüstung lagen die Leistungsdaten niedriger und waren auch vom Kampfstoff abhängig. Ein VEP konnte in der vorgegebenen Betriebszeit maximal 22 Fahrzeuge und 160 Personen behandeln, ebenfalls reduziert für Ausrüstung. Das mit der Bekleidung und persönlichen Ausrüstung ist relativ zu sehen, "solange Vorrat reicht" wäre schlicht entsorgt und neu eingekleidet worden.

              Bei HEP/VEP Pers bzw. Mat wurde obige Kapazität bei identischem Umfang schlicht nach "Fahrzeug" und "Personen" aufgeteilt, es konnten aber eben mehr dieser spezialisierten Entgiftungsplätze betrieben werden. VEPs waren für die Behandlung von Truppe in Zug- bis maximal Kompaniestärke im Einsatzraum vorgesehen, konnten aber durch Spezialisierung und Kombination dies entsprechend bis in Bataillonsstärke ausbauen. Der HEP wäre "nah am Einsatzraum" rückwärtig aufgebaut worden.


              Die ABCAbwBtl WBK waren von obigem abweichend ausgestattet, allerdings kann ich hier über die Zusammenstellung nur mutmaßen (denkbar: 2 mDekonZg + reduzierter leDekonZg mit 2 leDekonGrp + ErkdGrp).

              Kommentar

              • Hoover
                Cold Warrior
                • 19.12.2013
                • 613

                #22
                Bataillon:
                S 3 StOffz und ABC-AbwehrOffz.
                S 3 Fw und ABC-Abwehrfeldwebel.
                Es gab auch weitere ausgebildete ABC-Abwehrfeldwebel bei uns im Bataillon damals, waren das zusätzich ausgebildete, also "Ersatzpersonal"? Mein MatNachwFw war z.B. auch einer.

                Und die längste Zeit im Overgarment hatte ich im Sommer 1993 mit 8 Stunden, von 2 Pausen unterbrochen. Danach konnte ich die Gummiüberschuhe mit Schweiß auskippen.
                Zumindest im PiBtl 11 waren für jeden Soldaten der V-STAN ein Overgarment vorhanden, sowie 2 "scharfe" Filter. In den KpTrupps lagerten weitere Pappröhren mit Ersatzfiltern.
                "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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                • kato
                  Cold Warrior
                  • 03.03.2009
                  • 916

                  #23
                  Ein HEP verfügte übrigens über rund 50 zusätzliche Zodiaks über die durch die DekonSdt selbst getragenen hinaus. Hauptverwendung wäre wohl für eingesetzte SanTr an den HEP/VEP gewesen.

                  Kommentar

                  • EmilBerggreen
                    Cold Warrior
                    • 19.07.2015
                    • 514

                    #24
                    Besten Dank für die hervorragenden Infos!

                    HEP: Hauptentseuchungsplatz
                    ZODIAC: ABC-Sonderschutzbekleidung der Bundeswehr

                    Aber was ich noch nicht begriffen habe: wo rechnete man denn am ehesten mit einem C-Angriff? Doch wohl eher im rückwärtigen Raum als am VRV, oder?
                    Soman kann man sicherlich nicht so gezielt einsetzen, dass man damit nicht auch die eigene Truppe gefährdet. Außerdem muss ja ständig die Windrichtung im Blick behalten werden.

                    Kommentar

                    • EmilBerggreen
                      Cold Warrior
                      • 19.07.2015
                      • 514

                      #25
                      Kämpfen unter ABC-Bedingungen. Was für eine Quälerei!

                      Kommentar

                      • kato
                        Cold Warrior
                        • 03.03.2009
                        • 916

                        #26
                        Zitat von EmilBerggreen
                        Aber was ich noch nicht begriffen habe: wo rechnete man denn am ehesten mit einem C-Angriff? Doch wohl eher im rückwärtigen Raum als am VRV, oder?
                        Ein Einsatz der ABCAbwTr war am VRV vorgesehen. Die HDv 330/100 unterscheidet die Dislozierung der ABC-Abwehrtruppe nach Gefechtsart. Unten dargestellt die Version 1999, die Version 1985 dürfte sich in diesen Punkten nicht allzusehr unterscheiden.

                        Angriff - ABCAufkl überwachen "an der Ablauflinie" und "folgen dem Angriff", Dekon "folgt gestaffelt hinter der Kampftruppe sprungweise". Bei Raumgewinn Bereithaltung zur Dekon "direkt hinter der Kampftruppe". Enge Anbindung an die Kampftruppe zur Sicherung der ABCAbw-Kräfte.
                        Verteidigung - ABCAufkl als Beobachter für "für die Operationsführung wichtige Räume" und als Aufklärung bei erfolgtem Einsatz; Dekon mit VEP in den Einsatzräumen der Truppe und HEP rückwärtig angelehnt. Bei Halten des Einsatzraumes durch die Kampftruppe logistische Unterstützung der durch die TEP-Trupps und ABC/SE-Trupps eingerichteten ABC-Abwehrpunkte (zur Behelfsdekontamination durch die Truppe selbst) im kontaminierten Gebiet und nach Möglichkeit der Lage Herauslösen der Kampftruppe zum Durchlaufen von VEP/HEP.
                        Verzögerung - ABCAufkl als Beobachter "in Stellungen in der Tiefe und auf Ausweichwegen", Dekon mit VEP bei der verzögernden Truppe und HEP rückwärtig entlang des zu durchlaufenden Raums. Hierbei Unterstellung unter die Kampftruppe und bedarfsweise verteilte Unterstützung einzelner Kampftruppenbataillone. Die ABCAbw erkundet (in Vorbereitung auf ein Verzögerungsgefecht) generell VEP-Plätze im rückwärtigen Brigade- und Divisionsgebiet, daher die Erkundungsgruppe im leDekonZg.

                        Auftrag der ABCAufkl in allen drei Fällen nach Einsatz von Kampfmitteln war dabei das Abstecken des kontaminierten Gebietes (primär entlang Zugangswegen) um Lücken und Ausweichmöglichkeiten sowohl für defensive als auch offensive Zwecke zu finden. In der Verteidigung wären kontaminierte Gebiete explizit auch als hemmende Elemente für den Feind zu berücksichtigen gewesen, und die ABC-Wetterbeobachtung Teil der Aufklärung.

                        Der dargestellte Aufbau der ABCAbwTr im Territorialheer - ausschließlich HEP in den WBK, keine ABCAufkl - passt in obiges dabei auch recht gut rein, wenn man Verzögerungs- und Verteidigungsgefecht auf strategischer Ebene betrachtet (Einsatz rückwärtig angelehnt in der Verteidigung, entlang Rückzugslinien in der Verzögerung). Die Kräfte im Territorialheer erkunden dabei Plätze für HEP vorbereitend raumdeckend; die ABC-Messtrupps der VKK dienen dem Überwachen kontaminierten Gebiets im rückwärtigen Raum (die ABCAbw-Kräfte der Korps halten entsprechende Messtrupps auch für ihre Einsatzräume vor).
                        Die territorialen Erkundungs- und Überwachungsaufgaben wurden hierbei in späteren Heeresstrukturen in den VBK gebündelt.
                        Zuletzt geändert von kato; 24.11.2018, 09:05.

                        Kommentar

                        • allrad
                          Cold Warrior
                          • 09.02.2014
                          • 153

                          #27
                          Ein denkbares Szenario war der massive Einsatz von C Kampfstoffen gegen Depots, Einsatzflugplätze, alle Einrichtungen die zum Heranführen der Verstörkungskräfte aus den Usa benötigt wurden usw. Das hätte diese Einrichtungen zwar nicht unbenutzbar gemacht aber das Personal zum Arbeiten unter Vollschutz gezwungen, was die Leistungsfähigkeit erheblich herabgesetzt hätte. Zur Struktur der Abc Abwehrkräfte. Die Abc Abwehr Truppenteile ohne Spürhfüchse hatten Aufklärungsteile mit Munga bzw. später mit VW 181. Auf Einsatzhäfen der Lw gab es 5 Sitzer mit einem Spühreinbausatz. Weiter bin ich mir nicht sicher ab wann es das Konzept mit den Vep gab. Ich meine erst recht spät. Ich belese mich mal.

                          Kommentar

                          • kato
                            Cold Warrior
                            • 03.03.2009
                            • 916

                            #28
                            Zitat von allrad
                            Weiter bin ich mir nicht sicher ab wann es das Konzept mit den Vep gab. Ich meine erst recht spät.
                            Auf jeden Fall mit der HDv 330/100 von 1985 in dieser Form.

                            Kommentar

                            • Nemere
                              Cold Warrior
                              • 12.06.2008
                              • 3310

                              #29
                              Ich habe noch eine Zusammenstellung der Leistungsangaben der ABC-Abwehr gefunden. Müsste aus der AnwFE 700/108 - Vorläufige Einsatzgrundsätze der Truppengattungen des Heeres - von Anfang der 1980er Jahre stammen und wurde in dieser Form an der Offizierschule ausgegeben. Die handschriftlichen Ergänzungen habe ich später eingefügt.
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                              • EmilBerggreen
                                Cold Warrior
                                • 19.07.2015
                                • 514

                                #30
                                Perfekt, besten Dank !!!

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