Ich bin übrigens der Meinung das "vorbereitende Infrastrukturmaßnahmen" außerhalb der für den Umbau vorgesehenen Stellungen durchgeführt wurden. Also Anpassungen an das Straßennetz (Kurvenradien, Verbreiterungen, Zufahrten etc.) im Nahbereich der Hawk-Stellungen. Fahrzeugtechnisch liegen ja zwischen Hawk und Patriot schon Welten und man wollte ja auch irgendwie zu Stellung kommen. In den Stellungen selbst wurde aber nichts mehr umgebaut oder angepasst.
Umbau von Hawk auf Patriot (Luftwaffe)
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Ich habe mal schnell alle drei Seiten nochmal überflogen. Also aus dem Diskussionsverlauf geht hervor das es sich bei Hawk auf Patriot-Umbauten (bezogen auf die deutsche Luftwaffe) nur um Planungen handelte. Andere Nutzer in Deutschland wurden hier bisher noch nicht berücksichtigt. Wenn du etwas dazu beizutragen hast, von mir aus gerne!Zitat von HAWKie Beitrag anzeigen
Ich bin übrigens der Meinung das "vorbereitende Infrastrukturmaßnahmen" außerhalb der für den Umbau vorgesehenen Stellungen durchgeführt wurden. Also Anpassungen an das Straßennetz (Kurvenradien, Verbreiterungen, Zufahrten etc.) im Nahbereich der Hawk-Stellungen. Fahrzeugtechnisch liegen ja zwischen Hawk und Patriot schon Welten und man wollte ja auch irgendwie zu Stellung kommen. In den Stellungen selbst wurde aber nichts mehr umgebaut oder angepasst.
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Straßennetzarbeiten waren nicht notwendig, die Zufahrten waren schon breiter und die "Trompeten" - Einfahrten
an den Zufahrtstraßen zu den Hauptstraßen hatten auch größere Radien. Ein MAN630A ohne Lenkhilfe mit achs-
schenkelgelenktem, 2-achs- SEA Anhänger (BWB2345) brauchte einen größeren Wendekreis als ein PATRIOT- Launcher.
Energietechnisch ebenfalls, da war HAWK auch vom Bedarf höher als PATRIOT. Bei der Umplanung der Stellung in
Rohr an der Laaber ist nur eine Erneuerung der Trinkwasserleitung als Infrastrukturmaßnahme verzeichnet.
Die Änderungen wurden nötig durch die Umorganisierung von 1986-1988. NIKE wurde gegen PATRIOT ausgewechselt.
Die ROLAND- Einheiten kamen dazu, NLD und USA ersetzten mehrere HAWK und alle NIKE- Einheiten durch - dann
weniger - PATRIOT- Verbände. Die Belgier hielten an NIKE fest da sie sich nicht an PATRIOT beteiligen konnten.
Aufgrund der dadurch verminderten Batterie-Anzahl in Deutschland und der drei nun voll mobilen Systeme (HAWK,
PATRIOT und ROLAND ) wurde da Konzept von drei Riegeln auf die so genannten CLUSTER , FlaRak-Verbundkampf-
räume, umgestellt. Ab 1990 hatte sich das dann überlebt und die FlaRak- Verbände wurden ein Wanderzirkus.
Zur Zeit sind noch 12 Deutsche und ein paar US PATRIOT in Deutschland stationiert.
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Ich habe mal die Umbauskizze der Stellung Rohr hier eingefügt.
Die HAWK-Stellung war für acht PATRIOT-LCHR umgeplant worden, ist aber aus den oben genannten Gründen nicht realisiert worden.
P1010597.JPG
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Ich habe mir schon vor längerer Zeit die Mühe gemacht und alle Flugabwehrraketenstellungen auf dem Gebiet der alten Bundesländer in Google Earth zusammen getragen.Zitat von HAWKie Beitrag anzeigenErst mal die NLD- HAWK:
5.GGW
- Borstel
- Winzlar
- Steyerberg ( fertig gebaut, aber nicht bezogen und zum Pi-Depot umgebaut )
- Hoysinghausen
4. GGW
- Barsinghausen
- Bad Münder
- Goldbeck
- Reinsdorf
3.GGW
- Schwelentrup
- Schwalenberg
- Horn-Bad Meinberg
- Laatzen
Auf PATRIOT umgebaut wurden:
- Schwelentrup
- Horn-Bad Meinberg
- Reinsdorf
- Hoysinghausen
- Goldbeck
- Borstel
- Barsinghausen
- Schwalenberg
Bei der Anzahl der Boxen waren die NLD sehr flexibel nach den örtlichen Gegebenheiten.
Die durch Hawkie aufgelisteten niederländischen Stellungen stimmen zwar alle, jedoch sind seine Gliederungen der drei GGW aufgrund der nicht genannten Zeiträume nicht nachvollziehbar, denn im Zeitraum 1989/ 1990 gab es nur noch die 3e GGW und die 5e GGW mit Hawk:
3e Groep Geleide Wapens:
-Staf 3e GGW (Blomberg)
-324 Eskadron (Blomberg)
--Stellung Laatzen (ab 1989 Patriot)
-326 Eskadron (Blomberg)
--Stellung Velmerstot (ab 04/1990 Patriot)
-327 Eskadron (Blomberg)
--Stellung Goldbeck (ab 1988 Patriot)
-328 Eskadron (Blomberg)
--Stellung Schwalenberg (ab 1989 Patriot)
5e Groep Geleide Wapens:
-Staf 5e GGW (Stolzenau)
-500 Eskadron (Stolzenau)
--Stellung Borstel (ab 1987 Patriot)
-501 Eskadron (Stolzenau)
--Stellung Winzlar (ab 1988 Patriot)
-502 Eskadron (Stolzenau)
--Stellung Hoysinghausen (ab 1987 Patriot)
-503 Eskadron (Stolzenau)
--Stellung Reinsdorf (ab 1988 Patriot)
Hawk-Stellungen (aufgelöst):
-327 Eskadron
--Stellung Schwelentrup (bis 1975, dann nach Goldbeck verlegt/ anschließende Nutzung bis 1991 durch US-Streitkräfte als Communications Facility)
-421 Eskadron
--Stellung Bad Münder (bis 1972, dann nach Barsinghausen verlegt/ anschließende Nutzung bis 1991 (?) durch US-Streitkräfte als Communications Facility)
-421 Eskadron
--Stellung Barsinghausen (von 1972 bis ???? genutzt und offenbar ohne militärische Nachnutzung ???? geschlossen)
-503 Eskadron
--Stellung Steyerberg (in den 60er Jahren erbaut und bis ???? genutzt/ ab ???? bis mindestens 1989 Nutzung durch Bundeswehr u.a. zur Lagerung von Pioniermaterial und als Übungsgelände)
Im Anhang befindet sich ein KMZ-File mit allen niederländischen Hawk-Stellungen. In den einzelnen Files finden sich auch noch einige weitere Informationen zu den jeweiligen Stellungen.
Grüße
Rex DannyAngehängte Dateien
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Das ist soweit alles richtig, HAWK und NIKE waren nie komplett fertig. Es gab ständig Änderungen.
Die NL hatten ursprünglich 12 HAWK und 8 NIKE Stellungen besetzen wollen. Der Bau der Anlagen
zog sich in die Länge und den NL ging das Geld aus. Durch einen Brand 1968 wurde ein Teil der Ge-
räte der Squad 326 vernichtet. Das wurde aufgefüllt mit dem Material der Squad 503 (1.Aufstellung).
Die Stellung der 503, Steyerberg war da gerade fertig, aber noch nicht bezogen. Die 503 wurde ein-
gestampft, das abgegebene Material nicht ersetzt. Zum dem Zeitpunkt kristallisierte sich eine Um-
strukturierung der NL FlaRak heraus um die Kosten weiter zu minimieren. Aus den beiden NIKE GGW
1 und 2 wurde die GGW 12 und bis 1975 4 der acht Stellungen aufgegeben. Um die Überlappung im
HAWK- Riegel zu verbessern wurden gleichzeitig die Batterien aus Schwelentrup und Bad Münder
verlegt.
Es gibt eine grobe Zeitschiene:
1960 Planung und Baubeginn der Grundriegel HAWK und NIKE.
1966 Die Franzosen rücken ab und lassen eine Lücke von 8 HAWK und 8 NIKE Stellungen zurück.
Diese Lücke im Süden wird nicht geschlossen.
1972 Die NL reduzieren von 8 NIKE auf erst 6, später auf 4 Stellungen, HAWK von 12 (-Steyerberg)
auf 8 Stellungen. Gleichzeitig die Belgier von 12 Stellungen auf 8. Die "Zone 55" soll erst im Erstfall
durch die belgische FlaRakschule mit dem dann aufzustellendem Btl 64 feldmäßig besetzt werden.
2 bereits im Bau befindliche Stellungen der Zone werden zurückgebaut, die anderen beiden nicht
begonnen. Die Kaserne in Frankenberg (Eder) an Fernmelder abgegeben.
1986 Beginn der Umrüstung NIKE auf PATRIOT, Zuführung von ROLAND
1995 Nach Abzug der NL und BE Umzug des Btl 38 von Husum nach Arolsen.
Verlegung der PATRIOT- Btl (Grp) 21-26 auf ehemalige Fliegerhorste
2000 Beginn der Auflösung FlaRak Btl 31-36
2002 Zusammenlegung HAWK-ROLAND zu Btl (Grp) 11-12-14-15
2005 Abwicklung der aktiven Verbände 11-15
2010 Beginn der Abwicklung von PATRIOT 21-23
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Anmerkungen …
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-421 Eskadron
--Stellung Bad Münder (bis 1972, dann nach Barsinghausen verlegt/ anschließende Nutzung bis 1991 (?) durch US-Streitkräfte als Communications Facility)
-421 Eskadron
--Stellung Barsinghausen (von 1972 bis ???? genutzt und offenbar ohne militärische Nachnutzung ???? geschlossen)
Die Stellung »Bad Münder« wurde 1964 in Betrieb genommen und bis 01.12.1972 genutzt. 1976 erfolgte die Übernahme durch die US-Streitkräfte. Am 20.03.1991 verließen die letzten Soldaten die Stellung und die Liegenschaft wurde an die damalige Bundesvermögensverwaltung abgegeben, die sie wiederum an den ursprünglichen Besitzer, die Reihebürgerschaft Bad Münder, zurückgab.
Die militärische Nutzung der Stellung »Barsinghausen« wurde am 01.07.1975 endgültig aufgegeben.
_______
Vgl. MIERAU, UDO: Unterwegs im Deister-Süntel-Tal. Ein heimatkundlicher Streifzug von Springe über Bad Münder, Eimbeckhausen, Lauenau, Rodenberg nach Bad Nenndorf; herausgegeben von der Heimatbundgruppe Eimbeckhausen im Heimatbund Niedersachsen e.V.; Eimbeckhausen 2000; Seite 107.sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H
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Bitte erläutere was du mit der Trompete meinst.Zitat von HAWKie Beitrag anzeigenStraßennetzarbeiten waren nicht notwendig, die Zufahrten waren schon breiter und die "Trompeten" - Einfahrten
an den Zufahrtstraßen zu den Hauptstraßen hatten auch größere Radien. Ein MAN630A ohne Lenkhilfe mit achs-
schenkelgelenktem, 2-achs- SEA Anhänger (BWB2345) brauchte einen größeren Wendekreis als ein PATRIOT- Launcher.
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MoinZitat von B206 Beitrag anzeigenBitte erläutere was du mit der Trompete meinst.
Bin zwar nicht der angesprochene, aber ich denke, hier sieht man ganz gut was gemeint ist:
51.313055, 9.355626
Zufahrt zu einem ehemaligen BW Mun Depot die im 90 Grad Winkel auf eine Strasse trifft.
Diese Zufahrten haben eigentlich immer diese Trichter ( Trompeten ) Form so das man immer ohne grosse Lenkradkurbeleien in beide Richtungen ein und ausfahren kann.Gruss
Andreas
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