Die Psychologische Kampfführung/Verteidigung im Kalten Krieg

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  • Roxel
    Warrior
    • 13.11.2006
    • 83

    #16
    Zitat von FEK Beitrag anzeigen
    (..). Es gab nach dem Oktober 1949 nicht mehr "die" deutschen Staatsbürger. Es gab deutsche Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland und es gab deutsche Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik.

    FEK
    Nein, FEK, da bist du im Irtum.
    Auch nach 1949 gab des den "deutschen Staatsbürger" noch immer. Das spielte übrigens auch bei Verbeamtungen das Deutschland in den Grenzen von 1937 eine Rolle. Ohne diese Voraussetzung zu erfüllen, gab es keine Verbeamtung.

    Übrigens: Wann hat die DDR denn den Begriff der "deutschen Staatsbürgerschaft" verwendet? Hies es nicht immer "Bürger der Deutschen Demokratischen Republik"?
    Gruß
    Michael

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1918

      #17
      Hi FEK,

      Nicht im Osten wurde eine separate Währung eingeführt, nicht der Osten gründete flugs einen eigenen Staat, bis hierhin konnte die DDR keine Hintergedanken haben, da es einen Staat DDR gar nicht gab. Später war es auch nicht der Osten, welcher sich miltärisch als erster in einem Bündnis band.

      Wir schweifen hier vom ursprünglichen Thema weit ab, Nu JA.

      Ich will nicht anfangen und aufrechnen.
      Nur mal aus dieser Sicht betrachtet:
      Das in der einstigen SBZ, später DDR, bereits frühzeitig massiv, jedoch unter Tarnbezeichnungen, bewaffnete Kräfte (KVP) aufgebaut wurden läst sich durch die Archivmöglichkeiten und Veröffentlichungen mittlerweile gut nachvollziehen.
      Über Nacht die NVA bereits in der Anfangsphase über eine respektable Stärke verfügte.
      Auch die spätere GSSD nach 1945, lange Jahre keine Kräfte reduzierte und deaktivierte, im Gegensatz zu den Amerikanern, Briten, Franzosen in den Westzonen, ist Fakt.
      Die WEU und die NATO (Stichwort auch Koreakrieg) stellten, durch den Zusammenschluß, einen Gegenpol zu den militärischen Kräften der Sowjetunion dar.
      Die polizeilichen Kräfte in den 3 Westzonen für die ureigensten Aufgaben der Polizei eingesetzt wurden, in einer Stärke, die nicht annähernd an die in der SBZ/DDR herankamen.
      An der Grenze zur Ostzone und der CSSR nur schwache Kräfter der US-Constabulary bzw. Britsichen Armee standen, neben Landeseigenen Grenzpolizeien.
      Bereitschaftspolizeien der Länder und der BGS ab 1951 entstanden.

      Die DDR, nach der Gründung der BRD auch schnell auf die Beine gestellt wurde.

      Die Westmächte sehr schnell erkannten, dass die Reparationen der falsche Weg waren und die Sowjetunion weiterhin diese Reparationen eintrieb, alles bekannt.

      Einer mußte den Anfang machen, die Spätere DDR zog dann meist sehr schnell nach.

      Pauschal gesagt:

      Jede Aktion/Maßnahme hatte und hat einen Grund/Hintergedanken.
      Man möchte damit doch was erreichen.

      Regards.

      TH

      P.S:: Ohne Gegensätze könnten wir uns nicht austauschen.

      Kommentar

      • FEK
        Cold Warrior
        • 02.09.2005
        • 279

        #18
        Zitat von Roxel Beitrag anzeigen
        Nein, FEK, da bist du im Irtum.
        Auch nach 1949 gab des den "deutschen Staatsbürger" noch immer.
        na klar gab es noch deutsche Staatsbürger. Sogar zwei verschiedene Arten. Denn es gab ja zwei deutsche Staaten. Der größere der beiden deutschen Staaten reklamierte jedoch alle deutschen Staatsbürger für sich und gestand dem anderen keine Bürger zu.

        Zitat von Roxel Beitrag anzeigen
        Hies es nicht immer "Bürger der Deutschen Demokratischen Republik"?
        nicht immer. Aus dem Hut weiß ich es aber nicht, ab wann.

        FEK

        Kommentar

        • FEK
          Cold Warrior
          • 02.09.2005
          • 279

          #19
          stimmt wir sind Abweichler Will es auch nicht in die Länge ziehen. Haben halt unterschiedliche Ansichten-

          zu folgendem muß ich aber noch kurz was sagen:
          Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
          Hi FEK,
          Die Westmächte sehr schnell erkannten, dass die Reparationen der falsche Weg waren und die Sowjetunion weiterhin diese Reparationen eintrieb, alles bekannt.
          könnte das daran liegen, das im Gegensatz zu den Westmächten die Sowjetunion verheerende Zerstörungen auf ihrem Territorium zu beklagen hatte?

          Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
          P.S:: Ohne Gegensätze könnten wir uns nicht austauschen.
          was nun wieder war ist

          FEK

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          • Traveller
            Warrior
            • 01.04.2006
            • 68

            #20
            Zur Diskussionsgrundlage- Definition(Auszug):

            Gesetz über die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik
            (Staatsbürgerschaftsgesetz)

            vom 20. Februar 1967

            § 1. Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik ist, wer
            a) zum Zeitpunkt der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik deutscher Staatsangehöriger war, in der Deutschen Demokratischen Republik seinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt hatte und die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik seitdem nicht verloren hat;
            b) zum Zeitpunkt der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik deutscher Staatsangehöriger war, seinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt außerhalb der Deutschen Demokratischen Republik hatte, danach keine andere Staatsbürgerschaft erworben hat und entsprechend seinem Willen durch Registrierung bei einem dafür zuständigen Organ der Deutschen Demokratischen Republik als Bürger der Deutschen Demokratischen Republik geführt wird;
            c) nach den geltenden Bestimmungen die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik erworben und sie seitdem nicht verloren hat.
            .........
            ---------------------------------------------------------------------------

            Nachtrag:
            geändert durch
            Gesetz vom 29. Januar 1990 (GBl. I S. 31)

            faktisch aufgehoben durch
            Einigungsvertrag vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 889).


            Traveller

            Kommentar

            • FEK
              Cold Warrior
              • 02.09.2005
              • 279

              #21
              Zitat von Traveller Beitrag anzeigen
              Zur Diskussionsgrundlage- Definition(Auszug):

              Gesetz über die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik
              (Staatsbürgerschaftsgesetz)

              vom 20. Februar 1967

              § 1. Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik ist...
              bis dahin nannte es sich jedoch auch in Gesetzen "deutsche Staatsangehörigkeit":

              § 1. (1) Anträge auf Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit sind bei dem Rat des Kreises, Abteilung Innere Angelegenheiten, einzureichen, in dessen Bereich der Antragsteller seinen Wohnsitz hat.

              (2) Anträge auf Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit, auf Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit sowie auf Ausstellung von Staatsangehörigkeitsausweisen von Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, sind bei der für sie zuständigen Vertretung der Deutschen Demokratischen Republik oder beim Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Deutschen Demokratischen Republik einzureichen.

              so steht es hier: http://www.verfassungen.de/de/ddr/st...tsfragen57.htm

              FEK

              Kommentar

              • Thunderhorse
                Cold Warrior
                • 09.02.2006
                • 1918

                #22
                Kleine Anmerkung, eventuell auch Off Topic.

                Artikel 1 der Verfassung der DDR, vom 09. April 1968

                Die Deutsche Demokartische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation.

                Präambel:
                Getragen von der Verantwortung, der ganzen deutschen Nation den Weg in eine Zukunft des Freidens und des Sozialismus zu weisen.


                Neue Fassung von 07. Oktober 1974.

                Artikel 1

                Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.

                Präambel:
                In Fortsetzung der revolutionären Traditionen der deutschen Arbeiterklasse und gestüzt auf die Befreiung vom Faschismus hat das Volk der Deutschen Demokratischen Republik in Übereinstimmung mit den Prozessen der geschichtlichen Entwicklung unserer Epoche sein Recht auf sozial-ökonomische, staatliche und nationale Selbstbestimmung verwirklicht...


                TH

                Kommentar

                • Doc Hollywood
                  Warrior
                  • 07.01.2007
                  • 94

                  #23
                  @TH

                  da hatten die älteren Semester der ostdeutschen Kommunisten wohl ihre nationalen Wurzeln noch nicht vergessen!

                  natürlich auch off topic

                  Gruß Doc

                  Kommentar

                  • vizekonteradmiral
                    Cold Warrior
                    • 21.01.2006
                    • 199

                    #24
                    Der Vollständigkeit halber, und damit man die Wandlung der DDR-Verfassung bezüglich der "Staatsfrage" gut nachvollziehen kann, hier noch der entsprechende Passus aus der der Verfassung von 1949:

                    Artikel 1:
                    (1) Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.
                    ...
                    (4) Es gibt nur eine deutsche Staatsangehörigkeit.


                    Neben der doch recht klar dargebrachten Haltung zur Unteilbarkeit Deutschlands fällt auf, dass weder in der Präambel noch im Artikel 1 noch im ganzen Rest der '49er Verfassung man die Wörter "sozialistisch" oder "Sozialismus" findet. Waren damals wohl noch nicht so in Mode.
                    Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen.
                    G.Schabowski, 9.11.1989

                    Kommentar

                    • Traveller
                      Warrior
                      • 01.04.2006
                      • 68

                      #25
                      Bin der Meinung,die jeweiligen Passagen wurden lediglich den aktuellen politischen Gegebenheiten angepasst.

                      Ausgangspunkt für die DDR ab 1949 war:
                      Artikel 1:
                      (1) Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.
                      ...
                      (4) Es gibt nur eine deutsche Staatsangehörigkeit.(siehe Vizekonteradmiral)

                      Bereits 1956 wurden seitens der DDR Vorschläge zu einer deutschen Konförderation an die Bundesrepublik unterbreitet-und westlicherseits ausgeschlagen.
                      Grundgedanke:
                      1.Fortschreitende Spaltung der deutschen Nation abbremsen und Chancen für die Wiederherstellung nationaler und staatlicher Einheit herzustellen.

                      2.Wege zur Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten anbahnen.

                      3.Konförderation ,als Möglichkeit,die militärische Konfrontation abzubauen,verbunden mit Rüstungsbegrenzung und militärischen Disengagement.

                      Diese Vorschläge wurden in modifizierter Form bis 1967,also auch lange nach dem 13.August 1961,seitens der DDR erneuert.
                      So z.B 1961,als man davon ausging,daß man sich auf längere Zeit mit der Existenz und Nebeneinander zweier deutscher Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung einrichten müsste,aber feststellte,der Konförderationsgedanke sei die geeignetste Form der friedlichen Koexistenz in Deutschland.Ein Minimum an Beziehungen sollte eine Konförderation anbahnen mit der Zielstellung der staatlichen Einheit!!!Also einer deutschen Nation.
                      1966 wurden nochmal Angebote von Politikern und Völkerrechtlern der DDR an den Westteil D. unterbreitet,die ebenfalls offiziell blockiert wurden.
                      Das in einer Zeit als Embargo,Hallstein und Alleinvertretungsanspruch auf internationaler Bühne Hochkonjunktur hatten .
                      Danach Verabschiedung des Staatsbürgerschaftsgesetzes der DDR.


                      Dadurch siehe:09.April 1968.....sozialistischer Staat deutscher Nation-ganze deutsche Nation..(siehe Thunderhorse)

                      Erst danach ließ man auch östlicherseits den Konförderationsgedanken in den Hintergrund treten und strebte geordnete Beziehungen zur Bundesrepublik an,da eine Weiterführung des Konförderationsgedanken unmöglich geworden war.
                      Die Bundesrepublik hatte zu diesem Zeitpunkt durch ständige Ablehnung der DDR-Vorschläge zum Scheitern einer deutschen Konförderation beigetragen und somit eine deutsche Einheit unrealistisch gemacht.

                      Der weitere politische Verlauf dürfte bekannt sein,zur Normalisierung der deutschen Beziehungen trat in Folge,der 1972 unterzeichnete Grundlagenvertrag in Kraft,der zur Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen beitrug und ein Weg zur Normalisierung der Beziehungen der beiden deutschen Staaten untereinander wurde.
                      Dadurch: 07.10.1974....DDR...sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.( siehe Thunderhorse)


                      Traveller
                      Zuletzt geändert von Traveller; 01.02.2008, 08:01.

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                      • FEK
                        Cold Warrior
                        • 02.09.2005
                        • 279

                        #26
                        Zitat von vizekonteradmiral Beitrag anzeigen
                        Neben der doch recht klar dargebrachten Haltung zur Unteilbarkeit Deutschlands fällt auf, dass weder in der Präambel noch im Artikel 1 noch im ganzen Rest der '49er Verfassung man die Wörter "sozialistisch" oder "Sozialismus" findet. Waren damals wohl noch nicht so in Mode.
                        der Antwort von Traveller ist wenig hinzuzufügen. Nur soviel: 1949 gab es weder den Wunsch in der östlichen deutschen Republik den Sozialismus aufzubauen, noch wollte man die im Westen begonnenen Teilung akzeptieren. Mit der Bildung der DDR sezte man schlicht den Weg des deutschen Volkskongresses zur Bildung eines demokratischen, antifaschistischen Deutschland auf dem Fleckchen Deutschland fort, welcher durch den Ausstieg der westlichen Länder aus dem Volkskongreßprozeß verblieben war.
                        Mit der fortschreitenden Entwicklung wurde man aber direkt in eine sozialistische Entwicklung getrieben.

                        FEK

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                        • Thunderhorse
                          Cold Warrior
                          • 09.02.2006
                          • 1918

                          #27
                          Möglichkeiten der psychologischen Beeinflußung.
                          Hier P2 des NVA-Kdo Grenze, mit Lautsprechern.
                          Übertragen wurden damit Wortbeiträge, unterbrochen durch musik. Überwiegend an Besucherschwerpunkten an der innerdeutschen Grenze.

                          TH
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                          • Doc Hollywood
                            Warrior
                            • 07.01.2007
                            • 94

                            #28
                            und wenn man schwerere propagandistische Geschütze auffahren mußte, kam der hier(ist aber original NVA)
                            Angehängte Dateien

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                            • Traveller
                              Warrior
                              • 01.04.2006
                              • 68

                              #29
                              Zitiert-Quelle: http://www.schimmeck.de/Texte/oldpage/psv.htm

                              .......Schon 1957 wurde im Strauß- Ministerium beim Führungsstab ein Referat für psychologische Kampfführung angesiedelt. Zu einer Zeit, als die politische Führung tagtäglich die kommunistische Invasion hereinbrechen sah, als im Verteidigungsministerium Listen über kommunistisch Infiltrierte kursierten, war es dem Militär ein dringendes Anliegen, sich eine Waffe unterhalb der Schwelle direkter physischer Gewaltanwendung zu schaffen.

                              Unter äußerster Geheinhaltung bezog 1959 die Radio-Kompanie 993 in einem Hotel im Luftkurort Rengsdorf/Westerwald den ersten PSV- Posten, um gegen Feindpropaganda aus der DDR anzufunken.

                              Das westliche Sendungsbewußtsein weitete sich schnell aus. Bald erhoben sich entlang der Grenze zigarrenförmige Plastikballons, um, von den vorherrschenden Westwinden über die Grenzbefestigungen getragen, Flugblätter und Zeitungen über DDR- Gebiet auszuklinken. "Solche Gasballons", klagten DDR-Publikationen, "explodierten schon mit Stichflammen in der Touristenstadt Quedlinburg oder im Gelände der Technischen Messe Leipzig nieder".

                              Getarnt als "Mitteldeutsche Arbeiterzeitung" oder als "Presse- Runschau für die bewaffneten Organe" wurde grobschlächtige West-Werbung auf Volksarmisten wie Zivilisten abgeworfen - bis 1965 rund 100 Millionen Flugschriften. "Arbeit, Lohn und Freizeit" verhießen die Botschaften der Psychologischen Kriegsführung, Autos und Konsum in Fülle: "Äußerst schlecht zu parken hier."

                              Der skurrile Papierkrieg lag im Trend. Auch die CDU und das "Ostbüro" der SPD ließen Text nach drüben aufsteigen, selbst die Zeugen klemmten ihre Heilsbotschaft an Luftballons. In der Gegenrichtung plärrten Lautspecherwagen über den Zaun, zur Hebung der Aufmerksamkeit für ihre nach Westen geschleusten Soldatenzeitungen schreckten die prüden Einheitssozialisten selbst vor Pin-Up- Girls nicht zurück.

                              Als Einflüsterer agierte im Verteidigungsministerium Ende der 50er Jahre Strauß-Berater Eberhard Taubert, der seine Karriere in Goebbels Propagandaministerium, zuständig für "Aktivpropaganda gegen die Juden", begann. Taubert, Autor des 1940 produzierten Films "Der ewige Jude", eines der finstersten Propaganda- Machwerke im Dritten Reich, später Beisitzer in Freisslers Volksgerichtshof und Propagandachef des "Generalreferats Ostraum", hatte zuvor im Gesamtdeutschen Ministerium gewirkt. "Taubert ist ein Mann, den wir brauchen", beschied ein Ministerialer 1955 auf Anfrage, "Taubert hat Erfahrungen."

                              Der Vizevorsitzende im "Volksbund für Frieden und Freiheit", einer aus Bonner Geheimfonds finanzierten "Sammlungsbewegung zur Abwehr des Bolschewismus", blieb Strauß über die Beratung beim Aufbau der Psychologischen Kriegführung hinaus verbunden. Noch 1972 organisierte er mit alten Kameraden Anzeigenkampagnen gegen die sozialliberale Regierungskoalition.

                              Die dunkle Vorgeschichte der psychologischen Kriegsführung gilt dem Ministerium heute als Störfaktor ersten Ranges. PSV operiere nur mit der Wahrheit, so die offizielle Diktion. "Einen Zuammenhang zwischen der NS- Propaganda und der PSV herzustellen, ist abwegig", erklärte der Hardthöhen- Staatssekretär Willy Wimmer Mitte April auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten Alfred Mechtersheimer. "Experten der Hardthöhe" verbreiteten in der "Welt" sogar, Taubert habe "niemals Verbindungen zu dem Bereich der psychologischen Verteidigung der Bundeswehr gehabt".

                              Das ist nachweislich falsch. Auch nach seinem Engagement im Strauß- Ministerium hatte Taubert einen Draht zur PSV. Ortwin Buchbender, ziviler PSV-Chef im Verteidigungsministerium, dankt in der Einführung zu seinem 1978 im Seewald-Verlag erschienenen Buch "Das tönende Erz - Deutsche Propaganda gegen die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg" auch Eberhard Taubert für seine "Hilfsbereitschaft".

                              Ein anderer PSV-Aktivist, Kurt Klein, Leitender Wissenschaftlicher Direktor an der Waldbröhler Akademie, empörte sich 1980, Taubert war schon tot, in einem Brief an den SPIEGEL über einen Artikel zur Stauß-Taubert-Verbindung. "Zur Ergänzung des schillernden Persönlichkeitsbildes" erklärte Klein: "Dr. Taubert war an erster Stelle leidenschaftlicher Antikommunist", erst "von hier aus fand er zum Nationalsozialismus und Antisemitismus." Ausgerechnet Taubert, für die Benutzung von Decknamen berüchtigt, habe, so Klein, "nie einen Hehl aus seiner Vergangenheit" gemacht und ihm, Klein, sogar vertraulich eröffnet, "er sei Mitglied der SPD, kenne und schätze Herbert Wehner und fühle sich der Partei loyal verbunden".

                              Der heftige Psycho-Kampf an der deutsch-deutschen Grenze endete erst 1972, als die Bundesrepublik und die DDR mit dem Grundlagenvertrag ihre Beziehungen zu normalisieren begannen.......

                              Traveller

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                              • Thunderhorse
                                Cold Warrior
                                • 09.02.2006
                                • 1918

                                #30
                                Die NVA verfügte ebenfalls sehr frühzeitig über entsprechende Abteilungen/Institutionen, um den agitatorischen und subversiven Kampf gegen die Bundesrepublik, speziell die Bundeswehr, zu führen.

                                Schon im Jahre 1956 begann innerhalb der PHV der NVA, eine Selbstständige Abteilung mit der Aufgabenerfüllung und brachte in der Folgezeit zahlreiche verschiedenartige Produkte in Umlauf.
                                Mit Masse handelte es sich um Schriftwerke, z.B. Die Kaseren, tabu, Soldatenfreund.
                                Ab 1961/62 wurde eine zweite Generation auf den Weg gebracht, die die ersten, o.a. genannten Produkte ersetzte.
                                Darunter Titel wie;
                                Wahre Informationen für die Truppe
                                Soldatenheft
                                Wehrpolitik - Zeitschrift für den deutschen Offizier
                                Contra
                                Rührt Euch

                                Die große Masse dieser Schriften fand den Weg per Postversand in den Westen.
                                Ein Teil wurde direkt in die Briefkästen vor Ort geworfen, die Depots zur Aufnahme der Druckerzeugnisse wurden teilweise am Grenzverlauf eingerichtet, bzw. in Reisezugwagen deponiert und in den Westen verbracht.

                                An der Grenze selbst wurden, der überwiegend vorherschende Westwind erlaubte es nur schwerlich, Ballons einzusetzen, Flugblattraketen im Bereich grenznaher Ortschaften abgeschossen bzw. Schwimmkörper (eher die Ausnahme) mit Inhalt in grenzüberschreitende Gewässer eingebracht.

                                Eine Zeitlang wurden Kaseren der BW gezielt mit Flugblattraketen beschossen.
                                Dazu sind, mit Taschenuhrzündern versehene Raketen, die Ladung beinhaltete Kleinflugblätter,eingesetzt worden.
                                Man versuchte mit dieser Methode, die Angehörigen der BW direkt zu erreichen.

                                Anfang Oktober 1960 funkte dann der "Deutsche Soldatensender 935".
                                Zuvor schon im Einsatz, der "Deutsche Freiheitssender 904".

                                TH

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