Sas ----

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  • OG BglzII
    Rekrut
    • 20.12.2009
    • 48

    #1

    Sas ----

    Wenn ich mir hier so anschaue, wie viele Beiträge zu den in Deutschland befindlichen Atomwaffenlagern sich hier finden, um so unwohler wird mir bei dem Gedanken, was wohl im Falle des Kriegsausbruches gewesen wäre.

    Mir kommt hier eine Bemerkung eines ehemaligen Fußballkameradens, der seinerzeit als Z12 bei der BW war. in den Sinn:

    "Wenn das los geht, fahr ich zu meiner Familie, warte die Minuten ab und bin dann wenigstens im Kreis meiner Lieben... wir sind eh nur Kanonenfutter, bis der Ami seine Nuklearwaffen einsetzt..."

    Nun, da meine Mama aus Thüringen stammt, habe ich einen Großteil meiner Cousins (und Cousinen) im Gebiet der ehemaligen DDR. Die wehrfähigen Cousins waren bei der "Armee" und hatten wohl eine heidnische Angst vor uns....sie durften kaum ein WE nach Hause, weil ja der agressive kapitalistische Westen wenn, dann nur am WE angreift....hätten die gewusst, dass die alle Kasernen im Handstreich am Wocxhenende hätten einnehmen können....

    Nein, nun mal ohne Spaß:

    Ich find diese ganze Atomwaffen-Kacke, obwohl ich diese damals bei der BW verteidigt hab, absoluten Mist!!!

    Dies mal unabhängig zu meiner Einstellung zur Bundeswehr, die ich trotz aller ihrer Fehler als durchaus sinnvoll ansehe.

    Meine Wehrdienstzeit hat mir auf jeden Fall, trotz aller Langeweile und ödem Dienst, eine Menge gebracht. Das Kennenlernen all dieser verschiedenen Charaktere war schon toll.
    so mal aus der Erinnerung....

    Gusek.....der "Beutedeutsche" aus Ostpreußen, der so ein herrliches "Ostdeutsch" sprach un dimmer kurz vor dem Wehrsold noch Kohle hatte, weil er in seiner kurzenm Gesellenzeit für den Wehrdienst gespart hatter...

    Hansen - der erste Punk, den ich traf...Zeitsoldat....warum? Weil sein Antrag auf Wehrdienstverwweigerung angelehnt wurde, weil er ein Verfahren wegen Körperverletzung am Hals hatte---da wurd er eben Zeitsoldat...ach ja..und er fuhr Golf...hat mir dem bei der Auskleidung kurz geliehen....ICH FAHRE GOLF...seitdem

    jupp - heiisst eigentlich völlig anders, aber ich nannt ihn jupp...ein Kumpel, wie man ihn selten im Leben findet! Schade, dass wir uns aus den Augen verloren haben.

    Heim - ein Torwart vor dem Herrn....soll nach eigener Aussage in der schlaker A-Jugend zweiter TW hinter dem Sandhofe gewesen sein...was ich ihm ohne Nachfrage glaube....er hiess nicht umsonst bei uns "Katze"....und dazu um die 1,90m gross....konnte aber keion Englisch....dazu später mal...

    Dudda - aus Bonn...weinte, weil wir über Rosenmontag hinweg Dienst hatten...damals lachte ich....äh heute auch...wat ist Rosenmontag bzw Aschermittwoch für einen NOrddeutschen...hatte mal Konflikt mit Heim-----dazu später

    Lanz - aus Eckernförde....Lanz war ein Phänomen...fief von morgens bis abend nur grinsend dirch die Gegend...wat der sohl immer eingeschmissen hat

    Lerch - aus Dortmund...meinem Dortmund........dem ich mich immer noch soooooo verbunden fühle, nur weil ich da geboren bin umd im Alter von 3 Jahren Norddeutscher geworden bin..na ja...auch irgendwie immer war, weil mein Vater blonder und blauäugiger Nordfriese war---Lerch...keiner konnte so gut einen Besoffenen vorspielen und keiner spielte neben Heim so schlecht Skat.....Ich hab mal mit Lerch und Heim Skat gespielt-----2 Abende nach Dienstschluß----1/10 Pfenig....nach zwei Abenden hatte ich 30 DM gewonnen.... danach hatten die beioden keinen Bock mehr....

    ....to be continued-----
  • TopOfTheRock (†)
    Cold Warrior
    • 15.11.2007
    • 460

    #2
    Frage mich jetzt gerade was die Aufzaehlung all deiner Kumpels mit dem Thema SAS zu tun haben soll und was du jetzt ueberhaupt diskutieren willst....???
    Seelenstrip, oder wie?

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    • B206
      Cold Warrior
      • 12.07.2007
      • 383

      #3
      Zitat von OG BglzII Beitrag anzeigen
      Wenn ich mir hier so anschaue, wie viele Beiträge zu den in Deutschland befindlichen Atomwaffenlagern sich hier finden, um so unwohler wird mir bei dem Gedanken, was wohl im Falle des Kriegsausbruches gewesen wäre.
      Und deswegen denke ich das es nicht schaden kann sich darüber zu informieren, also das Wissen darüber aufzuschreiben und für die Nachwelt zu erhalten. Du kannst das selber aufschreiben oder mithelfen wenn andere es aufschreiben wollen.

      Dir wird vermutlich kotzübel werden wenn Du eines Tages eine Karte der BRD (alte Bundesländer) siehst und anhand der Eintragungen erkennen musst wo all diese Waffen stationiert und die Bomben und Sprengköpfe dazu gelagert wurden.

      Ich find diese ganze Atomwaffen-Kacke, obwohl ich diese damals bei der BW verteidigt hab, absoluten Mist!!!
      Darf man Deinen Beitrag so verstehen das Du dieses Teufelszeug bewacht hast?

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      • OG BglzII
        Rekrut
        • 20.12.2009
        • 48

        #4
        Ja....und Nein.....ich wollte durchaus zum Ausdruck bringen, wie sehr ich Atomwaffen verachte.....dann...ich hab den Beitrag nach einer Unterbrechung weiter geschriebenfielen mir all die Kollegen ein, die ich dort kennengelernt hatte und wollte Ihnen wohl ein (kleines) Denkmal setzen...und dabei habe ich bei weitem nicht alle genannt......

        mea culpa....mea culpa maxima.....

        Kommentar

        • OG BglzII
          Rekrut
          • 20.12.2009
          • 48

          #5
          Jepp, ich habe dieses Teufelszeugs bewacht.


          Wenn ich darüber nachdenke, wird mir bewusst, dass das ganz entgegen meiner eigentlichen Einstellung gegen diesen Atom-Mist war.
          Ich habe während meiner Zeit auf dem Fachgymnasium gegen Atomkraftwerke demonstriert....(eine Kleinigkeit, die der MAD bei meiner besonderen Überprüfung für das Site Meyn mir vorgehalten hat....woher die das wohl wussten....genauso wie die meine Besuche in der Ex-DDR mit meinen Eltern als Jugendlicher ein Thema waren....BIG BROTHER!).

          Aber wie war das beim Bund?

          Keiner sagt dir was...Ich hatte in meiner Einberufung drinstehen: Grundausbildung in Seeth...(Furchtbarer Einödstandort....aber nur 20 km von mir weg...)....Ausbildung zum MKF B...weil ich keinen Führerschein hatte........danach Verwendung in Flensburg


          jau was konnte das wohl sein? KEINE AHNUNG!

          Keine Ahnung....das ist dann so gewachsen....man war in der Gemeinschaft....19 Jahre alt die Gemeinschaft war eine...."Verschworene"....die "Altsoldaten" instruierten uns....nachdenken.....war nicht mehr.

          Ich gebe zu, dass ich damals über die Atomwaffen-Frage damals nicht mehr nachgedacht habe....erst, als ich entlassen war ....und sehr viel später wurde mr klar, was ich da bewacht hatte......JA, ICH HATTE ATOMWAFFEN BEWACHT.....

          Ich verteufele Atomwaffen.....für das was damals war...entschuldige ich mich bei allen, bei denen ich mich entschuldigen muß!

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          • Harry (†)
            In Memoriam
            • 14.07.2005
            • 1234

            #6
            Ob Seelenstrip oder nicht, ich finde diesen Beitrag wirklich gut, zeigt er doch auch mal das "innere" der damaligen Soldaten, und das halte ich für eminent wichtig. Genauso wichtig, wenn nicht wichtiger wie das rein mathematische addieren von Stellungen.
            --------------------------------
            Der liebe Harry

            Kommentar

            • Horner
              Cold Warrior
              • 24.05.2009
              • 1897

              #7
              Moin zusammen,
              ich bin der Meinung, das sich kaum einer, in den Alter von 19-21 Jahren darüber Gedanken gemacht hat, was überhaupt für eine gefährliche Waffengattung, da in unseren 3 Bunker geschlummert hat. Auch nicht, wie die ganze Maschinerie in Gang gekommen wäre und deren zerstörerrischen Wirkung, wenn es bei einen Ernstfall mit deren Einsatz zu stande gekommen wäre.
              Auf der einen Seite, warum gerade ich für so eine sensibele Sache ausgewählt wurde, auf der anderen Seite, das man mit seiner Anwesenheit als Soldat in diesen Lager, das ganze Atomic-Theatro mit unterstützt hat.
              Aber wir hatten ja keine Wahl, außer diesen Dienst zu Verweigern, aber das kam für mich auch nicht in Frage, warum?
              Was ich bis jetzt alles gelesen und erfahren habe, wie viele Lager in ganz Deutschland und in anderen Ländern waren, hat mein ganzes Denken umgestellt. Besonders, das diese Waffen in Dortmund, Werl und Dülmen zu finden waren, wovon keiner eine Ahnung hatte, das alles auch in unserer Umgebung zu gegen gewesen ist, in der man unbesorgt Aufgewachsen ist. Irgendwie sind in dieser Zeit, Schuldgefühle aufgekommen, weil ich wohl jetzt erst alles zusammenfügen kann, welchen Wahnsinn meine Freunde und ich, da unterstützt haben. Denn eine Gewehrkugel verletzt oder tötet einen Menschen, die nucleare Waffe, je nach nach Einstellung der KT, mehrere Hundert bis Tausende Menschenleben und verseucht und verwüstet ganze Landstriche.
              Gott sei Dank sind die Waffen in unseren drei Bunkern und in den anderen Lagern, nie geweckt worden, das Zenario wäre fatal gewesen.
              Deswegen verstehe ich die Meinung von OG BlgzII und was für Gedanken in einen herum gehen.

              Gruß
              Horner
              Zuletzt geändert von Horner; 15.05.2011, 10:23.

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              • TopOfTheRock (†)
                Cold Warrior
                • 15.11.2007
                • 460

                #8
                Auch OG BlgzII hätte jederzeit den Dienst von heute auf morgen verweigern können. Daher bezweifle ich dass er damals schon solche "seelischen Nöte" hatte. Zum Dienst bei der BW wird und wurde niemand gezwungen.

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                • OG BglzII
                  Rekrut
                  • 20.12.2009
                  • 48

                  #9
                  @TopOfTheRock

                  2 x hatte ich jetzt was geschrieben....dammich,,,alles wech

                  Ganz kurz; Ich hatte damals keine seelischen Nöte....bitte lies Dir meine Beiträge aufmerksam durch...ich bin bewusst zur BW gegangen....(Ahnungslos) aus Idealismus...und möchte die Zeit auch nicht missen.....

                  Kommentar

                  • TopOfTheRock (†)
                    Cold Warrior
                    • 15.11.2007
                    • 460

                    #10
                    OK, du hast Atomwaffen bewacht. Was ist so schlimm daran? Wäere es denn besser gewesen, diese wären nicht bewacht worden?
                    Die Zeiten waren wie sie waren und wir dürfen froh sein dass nix passiert ist. Wenn du damit wirklich ein Problem hast, dann lerne einfach alles was dazu geführt hat dass diese Dinger überhaupt hier waren. Da gab es nämlich eine spannende, dramatische Geschichte dazu und spätestens dann ist dir klar, dass auch die Atomwaffen die du bewacht hast im Endeffekt das Gleichgewicht der Kräfte bis zum Schluß mit getragen haben und damit auch dein Dienst die friedliche Revolution in der DDR erst ermöglicht hast.

                    Also, du hast überhaupt keinen Grund dich wegen deines Dienstes schlecht zu fühlen, ganz im Gegenteil, der Kalte Krieg wurde gewonnen weil Leute wie du ihren Dienst gemacht haben. Sei stolz drauf!

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                    • Hildesheim
                      Co-Administrator
                      • 10.11.2009
                      • 498

                      #11
                      Ich bin ehrlich, ich erachte ABC-Waffen durchaus als die unangenehmste Arten von dieser Welt zu gehen und finde auch wenige Argumente für diese Waffenarten aus moralischer Sicht. Ich teile auch die Auffassung, die hier schon angerissen wurde, dass man AKWs nicht wirklich braucht und ich diese persönlich auch nicht haben will. Doch für mich sind das zwei verschiedene Paare Schuhe, denn ungeachtet der Möglichkeit das beide durch irgendwelche unvorhersehbaren Ereignisse, irgendwie unter ganz besonderen hoffentlich nie eintretenden Umständen, aus Versehen hier vor unserer Tür hochgehen, muss man einfach differenzieren wozu AKWs und A-Waffen gebaut wurden.
                      Nüchtern betrachtet wurden A-Waffen entwickelt um möglichst großen infrastrukurellen Schaden zu verursachen und dabei möglichst viele Menschen über den Jordan zu befördern. Ungeachtet der Waffenart trifft das auch auf viele andere Waffen zu die auch bewacht wurden. Beim lesen dieses Fred kam mir dann so der Gedanke, ob es gute und Böse Waffen gibt?
                      Ich finde es spannend die Akteure des Kalten Krieges zu dokumentieren, deren Waffenlager und Planungen. Ich bin offen und ehrlich kein Militärfreund, erweise aber dennoch denen Respekt, die letztendlich bereit sind für uns (also auch für mich) unser Land /unser Europa zu verteidigen und dies zum höchsten denkbaren Preis!
                      Wenn ich in Googleearth alle Pins von Depots, SAS, Sperranlagen etc. aktiviere, dann habe ich eine gelbe Karte in der Form der alten BRD und es ist erschreckend WIE GELB der Westen ist.

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                      • TopOfTheRock (†)
                        Cold Warrior
                        • 15.11.2007
                        • 460

                        #12
                        Das hoert sich fast so an, als haette es das im OSTEN nicht gegeben? Oder hat es da nur noch keiner dokumentiert?

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                        • Hildesheim
                          Co-Administrator
                          • 10.11.2009
                          • 498

                          #13
                          Sperranlagen in der Form wie hier, scheint es da nicht gegeben zu haben, als ob konsens über die Vorstoßrichtung bestanden hätte. Depots sind wesentlich schlechter über GE zu erfassen oder neuerem Datums. Oft befinden sich diese an alten S200 Stellungen (Oft kann man an einer Hand abzählen) Trägt man die paar Flugabwehrstellungen ein die dokumentiert sind...dazu noch die U-Bauwerke und Bunker die Paul Bergner dokumentiert hat, dann sieht das immer noch nicht so übel aus wie in meiner westlichen Heimat.
                          Dies kann man auf zweierlei Art deuten: Entweder war der Westen wesentlich paranoider oder wir brauchen hier dringend Forscher aus den noch etwas neueren Bundesländern, die die Geschichte im Kalten Krieg Ost mehr dokumentieren.

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                          • TopOfTheRock (†)
                            Cold Warrior
                            • 15.11.2007
                            • 460

                            #14
                            Mein Post bezog sich eher auf die ABC_Waffenlager, Raketenstellungen usw., weniger auf defensive Sperranlagen. Dass diese im Osten nicht nötig waren weil die WP-Doktrin im Falle des Falles einen Präfentivschlag vorsah, der die Kampfhandungen vom ersten Tag an auf das Geländes des Feindes tragen sollten, dürfte sich mittlerweile herum gesprochen haben.

                            Meinen Post #12 habe ich eigentlich nur als Reaktion auf dieses "alles Gelb" in 124185s Post #11 geschrieben weil ich das Gefühl hatte, dieses "alles gelb" würde eine aggressive Haltung des Westens implizieren. Dass man defensive Sperranlagen nicht nicht mit Atomwaffenlagern in einen Topf werfen kann sollte klar sein, obwohl beide mit der Farbe Gelb markiert sind.

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                            • TopOfTheRock (†)
                              Cold Warrior
                              • 15.11.2007
                              • 460

                              #15
                              Zitat von 124185 Beitrag anzeigen
                              Sperranlagen in der Form wie hier, scheint es da nicht gegeben zu haben, als ob konsens über die Vorstoßrichtung bestanden hätte. .....
                              Dies kann man auf zweierlei Art deuten: Entweder war der Westen wesentlich paranoider oder wir brauchen hier dringend Forscher aus den noch etwas neueren Bundesländern, ...
                              Nimms mir nicht übel, aber jetzt bekomme ich das Gefühl dass du dich über die Anfänge und Hintergründe des Kalten Krieges noch nicht besonders intensiv informiert hast.

                              Kleiner Hinweis, die Verteidigungsmaßnahmen im Westen waren eine Reaktion auf das aggressive Vorgehen der Sowjets, das mit der Berliner Blockade begann und sich mit dem Koreakrieg fortsetzte. Der Westen warr nicht paranoid, sondern Ende der 40er quasi wehrlos weil ausser ein paar Besatzungsfutzis kein Militär in der jungen BRD anwesend war.

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