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Für mich ein aktuelles Beispiel - der Airbus M400. Hier verlangt die Bundeswehr von Airbus, dass ein komplett neu entwickeltes Flugzeug gebaut wird, welches alle möglichen Raffinessen besitzt. Wieso nimmt man nicht ein verfügbares Modell (Hercules C130?) und baut das für sich um?
Der A400M ist spezifisch an die Kundenerfordernisse ausgerichtet. Andere Flugzeuge dieser Größenklasse gibt es nicht* - entweder man nimmt kleiner (C-130J) und verzichtet auf den Fahrzeugtransport den man unbedingt haben wollte, oder man nimmt größer (C-17A) und verzichtet auf "echte" taktische Einsatzfähigkeit. Faktisch wäre man in beiden Ausrichtungsfällen hinterher wieder bei einem Typenmix. "Umbauen" gibt es faktisch nicht im Flugzeugbau wenns nicht gerade nur darum geht, welcher LFK unterm Flügel hängt.
Die Nutzung muss man dazu auch im erweiterten Rahmen betrachten. Die A400M wird beschafft für das European Air Transport Command, dem die deutschen Lufttransportgeschwader unterstellt sind. Das fliegt dann im Zielzustand mit ca 200 (!) Flugzeugen als "taktisch-strategische" Einheiten A400M (>55%) und A330MRTT (<15%) sowie als "leichte" taktische Flugzeuge C-130H/C-130J (20%) und CN-235/C-295/C-27J (<20%).
* von Herstellern aus alliierten Ländern. Das Nutzlastprofil liegt grob (am unteren Rand) bei der Il-76M.
Das ist ja alles richtig und bekannt, aber der Grund liegt doch darin, dass man wieder eine eierlegende Wollmilchsau wollte – genauso wie damals beim Starfighter.
Was hat man bekommen? Ein jeden Kostenrahmen sprengendes, unzuverlässiges Flugzeug mit geri geringer Einsatzbereitschaft und massiven Qualitätsmängeln. Von den acht A400M, die bei der Luftwaffe im Jahr 2017 durchschnittlich verfügbar waren, waren im Schnitt nur drei Stück oder 38 % einsatzbereit. https://www.dbwv.de/fileadmin/user_u...reitschaft.pdf S. 86
Der A400M bleibt ein Sorgenkind der Bundeswehr. Momentan kann keine der 14 Militärtransporter eingesetzt werden. Der Inspekteur der Luftwaffe, Müllner, spricht von einem "Flugzeug im Anfangsflugbetrieb".
Von den acht A400M, die bei der Luftwaffe im Jahr 2017 durchschnittlich verfügbar waren, waren im Schnitt nur drei Stück oder 38 % einsatzbereit.
Die Luftwaffe ist da aber nicht allein, und ausschließlich auf den A400M kann man das auch nicht schieben.
Die US Navy hat auf ihre 43 C-130 verschiedener Typen derzeit eine querschnittliche Einsatzbereitschaft von 23% - mangels Priorität für die Neubeschaffung von Propellern, die seit längerem in der Planbeschaffung sind und (in der Teilstreitkraft) dann nach einem schweren Unfall vor einem Jahr vorgeschrieben wurden.
Der A-400M ist da eine ganz eigene Geschichte. Die Bundesluftwaffe hat den Leistungskatalog immer wieder geändert, Airbus hat den einfach so angenommen. Und hat dann bemerkt, dass es nicht funktioniert.
Nun kann er weniger zuladen, zudem der Puma auch schwerer geworden ist. Da greifen also 2 Probleme ein.
39 Prozent der im Jahr 2017 ausgelieferten Großgeräte an die Bundeswehr sind derzeit einsatzbereit. Dem Verteidigungsministerium machen vor allem das Transportflugzeug A400M und der Schützenpanzer Puma Sorgen.
Zitat daraus: "Von den 71 im vergangenen Jahr ausgelieferten Puma-Panzern sind 27 einsatzbereit, von den acht A400M die Hälfte. Auch bei den neuen Hubschraubern sieht es düster aus: Von sieben „Tiger“-Kampfhubschraubern aus dem Jahr 2017 sind zwei einsatzbereit, von sieben „NH90“-Transporthubschraubern sind es vier."
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