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Mir war bisher nicht klar, das russische Truppen in Weißrussland an der polnischen Grenze (Brest) stationiert sind. Das ist für Polen ein Alptraum.
In Brest sind laut der OSINT-Gruppe CIT gemischte Truppen in Bataillonsstärke, die wohl zum 217ten Luftlanderegiment gehören. Diese wurden ca am 25.01. per Zug dorthin verlegt.
Ich bin immer noch skeptisch, ob Putin nach den olympischen Spielen dann auf die Ukraine los geht oder ob er nicht woanders (Baltikum?!) die Lunte anbrennt. Wobei natürlich im Baltikum die direkte Konfrontation mit der NATO gegeben wäre.
Putin argumentiert ja immer mit den russischen Minderheiten, die es zu schützen gelte. Hier sind auch in den baltischen Staaten relativ große russische Bevölkerungsgruppen zu finden.
Nachdem ich nun viele deutsche Zeitungen und Magazine gelesen habe in den letzten Tagen wundert es mich schon, dass sehr laut nach Waffenlieferungen gerufen wird, auch im Wissen, dass diese nur symbolischen Charakter haben. Das macht mich echt betroffen, weil das die Lage nur verschärfen würde.
Die 9 alten NVA-Haubitzen wären Symbolik, ebenso wie die Lieferung von einigen Funkgeräten. Die geforderten modeernen Funkgeräte, Nachtsichttechnik etc sind eh egal, die hat die Bundeswehr gar nicht, um sie zu liefern. Die einzige Lösung ist die Diplomatie! Die EU/NATO hat den Kamf um die Ukraine schon 2014 verloren,als man nur halbherzige Wirtschaftssanktionen nach der Besetzung der Krim und dem Einsatz russischer Truppen im Donbass durchsetzte. Und von der UN ist überhauot nichts zu erwarten, solange im Sicherheitsrat jedes Kaffeaufbrühen durch das Vetorecht seitens Russlands und Chinas blockiert wird.
Die AUfregung der USA wegen NS2 ist ebenso Show, denn die USA hat ihre Ölimporte aus Russland gar noch gesteigert und denkt nicht daran, daran etwas zu ändern.
Die Krise ist echt vertrackt, denn Russland will die Zusage, dass die NATO die Ukraine und Georgien nie in das Bündnis aufnehmen würde, ein Nachgeben würde diese aber erst recht angreifbar machen und man würde zwischen Russland und der NATO über die Souveränität eines Drittlandes entscheiden. Klappt selten, wie schon 1938 gezeigt hat.
Der Journalist Gabor Steingart betreibt ja das Portal "The Pioneer". Hier gibt es einen täglichen Podcast, das "Morning Briefing", den ich schon seit langer Zeit jeden Morgen höre.
In der gestrigen Ausgabe hat Steingart ein Interview mit Prof. Horst Teltschik geführt, der ja bekannt sein dürfte als ehem. Berater von Helmut Kohl. Teltschik trifft in diesem Interview einige interessante Aussagen und spricht auch ganz klar an, dass alle beteiligten Partner (Deutschland-EU-USA-NATO-Russland - Ostblockstaaten) ihre eigenen Fehler begangen haben.
Kohl und er haben in Sachen NATO-Osterweiterung immer gebremst. Man war der Meinung, dass man nach 10 Jahren irgendwann mal den osteuropäischen Staaten zunächst einmal den EG bzw. EU-Beitritt empfehlen sollte, aber definitiv nicht den Beitritt zur NATO. Allerdings hat sich das dann irgendwie verselbstständigt, als plötzlich der damalige Verteidigungsminister Rühe nach dem Jugoslawien-Thema mit dem Beitritt zur NATO hausieren gegangen ist - warum auch immer. Und viele dieser Staaten waren natürlich "affin" dafür.
Teltschik wusste aus den Verhandlungen mit Gorbatschow über den Abzug der russischen Truppen aus der DDR bereits, dass das ein sehr sensibles Thema ist.
In diesem Zusammenhang bin ich auf einen interessanten Beitrag der SWP Berlin, erschienen am 11.02.2022, gestoßen. Man beachte die Seite 6 im pdf, hier wird erklärt, warum die Vereinbarungen "erodiert" sind. Ein gewisser George W. Bush war hier nicht ganz schuldlos....
Ein äußerst aufschlußreicher Aufsatz.
Wie würden sich den die USA verhalten, wenn auf einmal in ihrem Vorgarten andere Bündnisse "wildern" würden?.
Gehen wir mal davon aus, dass die Ukraine mit großen Teilen jahrhundertelang essentieller Bestandteil Rußlands, sie war einer der zwei Kernstaaten des russischen Reiches: "Kleinrußland - die Ukraine" und die "Großrussen" um Moskau. Wenn sich so ein Staat auf einmal verselbständigt, ist das wahrscheinlich ganz anders zu beurteilen, als wenn sich die zwangsweise 1939 okkupierten baltischen Staaten wieder für unabhängig erklären.
Wie würden den die Vereinigten Staaten reagieren, wenn sich plötzlich Texas, das noch keine 200 Jahre zu den USA gehört, als selbständiger Staat erklären würde und gemeinsam mit Mexiko und anderen mittelamerikanischen Staaten ein Verteidigungsbündnis gegen die USA eingehen würde? Ich bin überzeugt, die USA würden im Endeffekt genauso reagieren wie heute Moskau im Fall Ukraine.
Die Situation ist gründlich gegen die Wand gefahren worden, wenn man rechtzeitig Verständnis für die zumindest aus meiner Sicht durchaus erklärlichen Bedenken Rußlands gehabt hätte, wäre sicher manches anders gelaufen.
Es gibt allerdings auch die erklärlichen Bedenken der Bewohner der Ukraine die jahrhundertelang die Herrschaft aus Moskau genossen hatten.
Was "jahrhundertelang" betrifft:
Irland war jahrhundertelang unter englischer Herrschaft
die Balkanstaaten waren jahrhundertelang unter türkischer oder österrisch/ungarischer Herrschaft
die Griechenland war jahrhundertelang unter türkischer Herrschaft
die balltischen Staaten waren jahrhundertelang unter russischer Herrschaft
Finnland war jahrhundertelang unter schwedischer und russischer Herrschaft
Island war jahrhundertelang unter dänischer Herrschaft
Norwegen war jahrhundertelang unter schwedischer und dänischer Herrschaft
die Kaukasus Staaten waren jahrhundertelang unter russischer Herrschaft
Helgoland war jahrhundertelang unter englischer Herrschaft
Schleswig Holstein war jahrhundertelang unter dänischer Herrschaft
Pommern war jahrhundertelang unter schwedischer Herrschaft
Übrigens waren große Teile der Ukraine jahrhundertelang Österreichisch oder Teil des polnisch litauischen Commonwealth.
Welche Änderungen des letzten Jahrhundert darf denn mit Hinweis auf die vorhergehenden Jahrhunderte mit Panzern zurückgedreht werden und welche nicht?
Welche Änderungen des letzten Jahrhundert darf denn mit Hinweis auf die vorhergehenden Jahrhunderte mit Panzern zurückgedreht werden und welche nicht?
Ich habe nichts davon gesagt, dass etwas mit Panzern zurückgedreht werden soll. Mir geht es einfach darum, dass dieses Ukraine-Problem nicht rein NATO- oder USA-zentriert betrachtet werden darf.
Weiter habe ich zunehmend den Eindruck, dass Putin zur Zeit der wesentlich bessere Taktierer ist. Er führt doch den Westen ständig vor, er ist immer einen Schritt voraus. Wie jetzt bei der Anerkennung der abtrünnigen Provinzen in der Ukraine.
Man könnte noch weitere Gedankenspiele betreiben. Putin ist ja auf einmal sehr dick mit China liiert. Wie wäre es denn, wenn China auf einmal den Druck auf Taiwan erhöhen würde, das sie bekanntlich als abtrünnige Provinz Chinas betrachten. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dann den USA wesentlich mehr an ihren pazifischen Interessen liegt als an der Ukraine.
Bei dem besseren Taktieren von Putin, bzw. der Unfähigkeit westeuropäischer Politiker mit der Androhung von Gewalt umzugehen bin ich oll bei dir. Auch was China betrifft und das den USA im Zweifel ihre eigenen Interessen näher liegen stimme ich voll mit dir überein.
Wenn de aktuelle Krise etwas zeigt, dann das Westeuropa nur in der Lage ist mit Schönwetter um zu gehen. Wenn der Wind rauer wird müssen die USA ran.
rein NATO- oder USA-zentriert
Die Gegenseite - Russland -hat einen auch einen extrem russisch zentrierten Blick. Das gilt auch für die Debatte hier. Was immer runterfällt ist der Blick der Osteuropäer.
Der erweckte Eindruck ist doch das die NATO diese Länder, z.B. Polen, die Baltischen Staaten, ... gegen der Willen der Mehrheit Bevölkerung übernommen hatte. Dem war wohl in der Realität kaum so.
Auch diese Länder haben einen Blick und Interessen. Interessen, welche über Jahrhunderte einfach von den größeren Nachbarn niedergewalzt wurden.
Wie würden den die Vereinigten Staaten reagieren, wenn sich plötzlich Texas, das noch keine 200 Jahre zu den USA gehört, als selbständiger Staat erklären würde und gemeinsam mit Mexiko und anderen mittelamerikanischen Staaten ein Verteidigungsbündnis gegen die USA eingehen würde? Ich bin überzeugt, die USA würden im
Die Geschichte Texas wie auch anderer Südstaaten der USA (Kalifornien, Arizona, New Mexico sowie Gebieten weiter nördlich gelegener Staaten) weißt eine interessante Parallele zu dem auf was der Zeit passiert:
Das verfallende spanische Kolonialreich als die UdSSR
Mexiko, ein Nachfolgestaat
Texas und Co als Donez und Co
Wobei der letzte Punkt schon deutlich hinkt, da die Kräfte, die die Unabhängigkeit bzw. dann die Aufnahme in die USA betrieben, Migranten waren die in diese Gebiete aus dem Nord Osten kommend deutlich später einwanderten als die Nachfolger der Spanischen Kolonialisten. Letzter hatten vorher natürlich die ursprünglichen Bewohner wie man heute sagen würde ethnisch gesäubert ... Gleiches, Verdrängen und Vertreiben/Vernichten der ursprünglichen Bewohner, taten auch die aus dem Nordosten kommenden.
Auch waren die USA natürlich kein Nachfolgestaat des spanischen Kolonialreiches sondern eine externe Macht.
Wie bewußt sich die USA noch Anfang des letzten Jahrhunderts dieser Tatsache waren, zeigt die Reaktion auf das sogenannte Zimmermann Telegramm
Die Gegenseite - Russland -hat einen auch einen extrem russisch zentrierten Blick. Das gilt auch für die Debatte hier. Was immer runterfällt ist der Blick der Osteuropäer.
Der erweckte Eindruck ist doch das die NATO diese Länder, z.B. Polen, die Baltischen Staaten, ... gegen der Willen der Mehrheit Bevölkerung übernommen hatte. Dem war wohl in der Realität kaum so.
Auch diese Länder haben einen Blick und Interessen. Interessen, welche über Jahrhunderte einfach von den größeren Nachbarn niedergewalzt wurden.
Wie meinst du das mit "die Debatte hier" ? Ich verstehe das fast schon als Vorwurf.
Ich habe gelernt, im Leben immer zwei Seiten zu sehen oder zumindest zu verstehen zu versuchen. Das war auch der Grund, warum ich diese beiden Beiträge oben geschrieben habe.
Man sieht eben, dass dieser Konflikt, der jetzt in der Ukraine - leider - kumuliert, schon seit langen Jahren Ursachen hat. Wobei Putin natürlich schon eine sehr zurecht gebogene Sichtweise hat. Siehe seine Aussagen von heute Nacht "er müsse die Ukraine entnazifizieren".
Mir geht es in keiner Weise darum, das Vorgehen Russlands zu verteidigen oder schön zu reden. Das möchte ich hier klarstellen.
Wie meinst du das mit "die Debatte hier" ? Ich verstehe das fast schon als Vorwurf.
Ich habe gelernt, im Leben immer zwei Seiten zu sehen oder zumindest zu verstehen zu versuchen.
Meine Lektion des Lebens ist das es für viele Dinge mehr als nur zwei Seiten gibt.
Sollte ich was ich geschrieben habe als persönlicher Angriff gesehen werden können, dann möchte ich klar stellen das nicht so gemeint war. Entschuldige bitte wenn das so rüber kam
Mit dem "hier" bezog sich auf Deutschland. Bevor ich das schriebt hatte ich einen intensiven Streifzug durch die gesamte Presse gemacht
Auch wenn es für Diplomatie zu spät sein dürfte...
Für die, die ihn nicht kennen: Dirk Müller ist wohl DER bekannteste Börsenexperte Deutschlands.
Lol, bekannt ist er vor allem dafür, dass sein "Premium Fonds" keinerlei Rendite aufweist, außer (über die Managementgebühren) für ihn. In den letzten 5 Jahren hat er sagenhafte -0.6% Rendite erreicht, das muss man in dem Umfeld der letzten Jahre erstmal schaffen.
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