Flugbeobachtungsdienst des BGS 1952ff - 1956

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  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1901

    #1

    Flugbeobachtungsdienst des BGS 1952ff - 1956

    Im Dezember 1951 ging beim BMI die Forderung der amerikanischen Delegation, Sitz beim Ausschuß für passive Luftverteidigung beim militärsichen Sicherheitsamt in Koblenz, ein einen
    Auge-Ohr Flugbeobachtungsdienst des BGS entlang der Sowjetischen Besatzungszone (DL) einzurichten.
    Damit sollte in Grenznähe das ein- und ausfliegen von Luftfahrzeugen unterhalb einer Flughöhe von 200m erfasst werden um das damalige Radarnetz zu überlagern.

    Mangels Personal und entsprechender Fernsprechverbindungen konnte der BGS nur 15 Flugbeobachtungsstellen ständig, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, einrichten/besetzen.
    Die Meldungen gingen an die zuständigen Air-Force Center in Sundern, Wahn, Kassel und Freising..
    Eingebunden wurde auch der Zoll mit seinen Grenzkommissariaten, die Ihre Meldungen an die nächste BGS-Abteilung durchgegeben haben.

    Nachdem das Militärische Sicherhsitsamt am 05.05.1955 aufgelöst wurde ging der Luftbeobachtungsdienst allmählich an die Bundeswehr über.

    Im Standort Coburg wurde am 01. September 1952 eine Luftbeobachtungsstelle im Zwiebelturm des Stabsgebäude eingerichtet.
    Stärke 3 PVB, Fernmeldeleitung in die Standort-Funkstelle.

    Wimre gab es auch eine Luftbeobachtungsstelle in Wildflecken.


    Informationen zu diesen Flugbeobachtungsstllen des BGS sind eher spärlich.
  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2835

    #2
    In Hof / Saale gab es seit September 1952 einen ständigen Grenzsicherungszug des BGS, untergebracht in der noch von den US-Truppen belegten Kaserne, bzw. zeitweise auch im Gasthaus „Schönblick“ (Friedensstraße 2). Auf dem damals von den US-Streitkräften genutzten Flugplatz auf der Hohen Saas wurde eine der erwähnten Luftbeobachtungsstellen des BGS eingerichtet.

    Die BGS-Züge in Hof wurden von folgende BGS-Verbänden gestellt
    - 3. Hundertschaft der Grenzschutzabteilung Süd III mot. in Coburg (Sept. 1952 – Nov. 1952)
    - Grenzschutzabteilung Süd II in Amberg (Nov. 1952 - Mai 1954)
    - III. Abteilung Grenzschutzgruppe 2 (Mai 1954 – April 1955)
    Ab April 1955 wurde die I. Abteilung der Grenzschutzgruppe 2 ständig in Hof stationiert.

    Quellen:
    - Schmidt, Hans-Jürgen: Wir tragen den Adler des Bundes am Rock - Chronik des Bundesgrenzschutzes und der innerdeutschen Grenze Bd I: 1951 – 1971, Coburg 1995, S. 80, 85, 90 – 91.
    - Stadtarchiv Hof, A 1/715 Errichtung einer Garnison in Hof.
    - Wurdack, Jörg: Chronik der Stadt Hof, Band X: Militärgeschichte der Stadt Hof. Hof 2005, S. 445 - 449.

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1901

      #3
      Im Mai 1954 wurde der GSA III/2 der Grenzabschnitt Hof/Saale zugewiesen. Ein Zug der GSA III/2 in die Kingsley Kaserne in Hof verlegt.
      Dazu eine ständige Funkstelle eingerichtet.
      Verpflegt wurde im Gasthaus Schönblick.

      Ab 23. März 1955 übernahm die 5 Hundertschaft der GSG 1

      Im April verlegte die GSA I/2 zweiHundertschaften und den Stab nach Hof/Saale.
      Zwei Hundertschaften werden in Stadtsteinach stationiert.

      Mit AUfstellung der BW wurde die GSA I/2 und II/2 zunächst aufgelöst.
      Die GSA III/2 übernahm ab Juli 1956 den gesamten Bereich von Selb-Schirnding bis zur Bayerisch-Hessischen Landesgrenze.

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      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 1901

        #4
        Weitere Luftbeobachtungsstellen befanden sich zeitweise bei Lauenburg und bei Ziethen/Ratzeburg.
        Ausstattung:
        FF63, Fernglas, Kompass, Drehscheibe mit Himmelsrichtungen, Hocker.
        Mal war es eine kleine Hütte oder eine Art Schreibertisch mit Schutzhaube.

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        • Thunderhorse
          Cold Warrior
          • 09.02.2006
          • 1901

          #5
          Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
          Im Mai 1954 wurde der GSA III/2 der Grenzabschnitt Hof/Saale zugewiesen. Ein Zug der GSA III/2 in die Kingsley Kaserne in Hof verlegt.
          Dazu eine ständige Funkstelle eingerichtet.
          Verpflegt wurde im Gasthaus Schönblick.

          Ab 23. März 1955 übernahm die 5 Hundertschaft der GSG 1

          Im April verlegte die GSA I/2 zweiHundertschaften und den Stab nach Hof/Saale.
          Zwei Hundertschaften werden in Stadtsteinach stationiert.

          Mit AUfstellung der BW wurde die GSA I/2 und II/2 zunächst aufgelöst.
          Die GSA III/2 übernahm ab Juli 1956 den gesamten Bereich von Selb-Schirnding bis zur Bayerisch-Hessischen Landesgrenze.
          Am 17. August 1954 verlegte die 9./ Hundertschaft der GSA III/2 nach Hof zur Verstärkung des dortigen Sicherungskommandos.
          Abgelöst wurde die Hundertschaft im Zeitraum 11. September 1954 durch Kräfte der GSA II/2 aus Coburg.
          Diese Kräfte blieben bis zum 25. September in Hof.
          Lediglich 1 MTW und das Personal für die Funkstelle verblieben in Hof.

          In diesen Zeitraum fiel auch ein größerer Einsatz der Abteilungen im Hinblick auf die Einschleusung von Personen / Personengruppen aus der DDR.
          Quellen u.a.; Chronik GSA Süd III - GSA III/2
          Zuletzt geändert von Thunderhorse; 15.08.2020, 08:40.

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          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1901

            #6
            Am 27. Oktober 1952 wird durch die GSA Süd III, 4. Hundertschaft eine dritte Luftbeobachtungsstelle in Wildflecken eingerichtet.
            Die B-Stelle wurde nur auf besonderen Befehl bzw. nach Durchgabe einer Kennziffer besetzt.

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            • Thunderhorse
              Cold Warrior
              • 09.02.2006
              • 1901

              #7
              Zu Beitrag 2:

              Am 05. September verlegte die GSA Süd III einen Zug der Abteilung, auf Weisung des GSK Süd, nach Hof.
              Hintergrund war, den Betriebsstoffverbrauch zu reduzieren.
              Unterbringung im Gasthaus Schönblick, Verpflegung wurde in der privaten Küche zubereitet.
              Am 15. November 1952 wurde der rechte Abschnitt (Raum Hof) der GSA Süd III an die GSA Süd II übergeben.
              Trennungslinie: Nordhalben - Kronach.
              Das Sicherungskommando der GSA Süd III verlegte zurück nach Coburg.

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              • Thunderhorse
                Cold Warrior
                • 09.02.2006
                • 1901

                #8
                Durch Zufall habe ich einige Scheriben zu den Flugbeobachtungsposten - FBSt erhalten.

                Für den Standort Coburg gab es dazu einen zweiseitigen "Wachbefehl für den Flugbeobachtungsposten der GSA Süd III" FBSt - Coburg

                Flugbeobachtungsdienst ist Wachdienst.
                Der FBSt muss je nach Jahreszeit entsprechend der allg. Dienstanweisung besetzt sein.
                Der Wachhabende ist verantwortlich, daß jeweils ein Mann zur Flugbeobachtung eingeteilt ist.
                Bei schlechtem Wetter kann der Posten mit Genehmigung des Hu.-Führers bzw. Offizier v. Stnadortdienst eingezogen werden.
                Der eingeteilte Posten beobachtet rundum, jedoch mit Schwerpunkt nach Norden.

                Stärke: 3 Grenzjäger (SB)

                Beobachtungszeit von Tagesanbruch bis zur Dämmerung.
                Die Posten lösen sich im zweistündigen Wechsel ab.

                Essen, Trinken und Rauchen war verboten.

                Durch den Führer des FBSt ist ein Wachbuch zu führen.

                Mit Schreiben vom 16. Juli 1956 des BMI wurde der Flugmeldedienst eingestellt.
                Seitens des GSK Süd gingen keine Meldungen mehr an die zuständigen amerikanischen Dienststellen.

                Entsprechende Beobachtungen, Luftraumverletzungen wurden in den Tages- / Monatsmeldungen aufgeführt.

                Ab April 1960 wurde die Vorschrift im Flugerkennungsdienst für den BGS auf Weisung des damaligen Inspekteurs überaqrbeitet, da sich hier inzwischen Mängel ergaben.

                @Nemere:
                Ab 05. September wurde durch die BW, Luftraumbeobachtungsabteilung 323 aus Goslar entlang der innerdeutschen Grenze Erkundungen für den Luftraumbeobachtungsdienst (LBO) durchgeführt.
                Der BGS wurde hierbei um Unterstützung gebeten.

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                • Thunderhorse
                  Cold Warrior
                  • 09.02.2006
                  • 1901

                  #9
                  Ein weiterer Standort, 1953 - 1956, des Flugbeobachtungsdienst des BGS war der Gauss(ß)turm (alte) bei Dransfeld.
                  Damalige GS-Abteilung II/4 der Grenzschutzgruppe 4 in Hann. Münden.

                  https://www.ardmediathek.de/video/berichte-vom-tage/der-gaussturm-das-wahrzeichen-von-dransfeld/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9hYmYwOWQyZS1mYjUzLTQ4NjktOTI3OC 1jZWUwZmRlNGI0NzM

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