"Militärmuseum im US-Depot ab sofort geschlossen
Helmut Philipp und seine Frau Gabriele waren pünktlich um 10 Uhr zur Stelle. »Mein Vater hat 30 Jahre lang im Depot gearbeitet. Da musste ich einfach noch einmal hier reinschauen.« Ähnliche oder ganz andere Beweggründe veranlassten am Donnerstag viele Besucher, sich noch einmal auf den Weg in die Rödgener Straße zu begeben. Das »C.A.R.E.«-Museum am US-Depot war zum letzten Mal geöffnet. 16 Jahre lang hat es militärhistorisch interessierten Menschen Einblicke in die Geschichte des US-Großstandorts Gießen nach 1945 gegeben. Mit dem Rückzug der Amerikaner und der Schließung der militärisch genutzten Flächen endet – zumindest vorerst – auch die Geschichte des Museums. Dass es sich nur um ein vorläufiges Ende handelt, hoffen nicht nur die »Männer der ersten Stunde«, die gestern noch einmal im Gebäude neben dem Wachhäuschen zugegen waren. Sie setzen auf Pläne der Stadt, das Domizil nach Rückgabe der US-Liegenschaften an den Bund so schnell wie möglich wieder zu übernehmen und für kulturelle Zwecke zu nutzen. Die Rede ist von einem »militärgeschichtlichen Museum«, zu dem vor kurzem auch Kulturdezernent Dr. Reinhard Kaufmann seine Zustimmung signalisiert hatte [...].
240 US-Zivilbeschäfigte haben Kündigung erhalten
Mit dem Abzug der US-Armee werden bis Ende Oktober weitere Zivilbeschäftigte ihren Job am Standort Gießen verlieren. In den vergangenen Monaten hätten rund 240 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten, teilte die Gewerkschaft ver.di auf Anfrage der Allgemeinen Zeitung mit. 70 Betroffene haben seit Anfang des Jahres Kündigungsschutzklagen eingereicht, hieß es beim Arbeitsgericht. Vor allem ältere Mitarbeiter werden – mit zum Teil hohen Abfindungen – aus dem Dienst bei der Armee ausscheiden. Andere wollen einen Ersatzarbeitsplatz annehmen, den die Streitkräfte insbesondere in Südhessen angeboten haben. Außerdem haben sich Armee und ver.di darauf verständigt, eine Beschäftigungsgesellschaft einzurichten. Die 240 Dauerarbeitsplätze in Gießen gehen damit gleichwohl unwiderruflich verloren. Bis auf Weiteres verbleiben hier die 450 Zivilbeschäftigten, die im US-Depot in der Rödgener Straße arbeiten."
Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/r...z.php?ART=art3 [14.09.2007; 16.30 Uhr]
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