Neues aus Gießen

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  • Geograph
    Wallmeister
    • 10.05.2006
    • 7495

    #1

    Neues aus Gießen

    Aktuelle Nachrichten (»Gießener Allgemeine«; 14.09.2007) zum derzeitigen Stand der Standortschließung:


    "Militärmuseum im US-Depot ab sofort geschlossen

    Helmut Philipp und seine Frau Gabriele waren pünktlich um 10 Uhr zur Stelle. »Mein Vater hat 30 Jahre lang im Depot gearbeitet. Da musste ich einfach noch einmal hier reinschauen.« Ähnliche oder ganz andere Beweggründe veranlassten am Donnerstag viele Besucher, sich noch einmal auf den Weg in die Rödgener Straße zu begeben. Das »C.A.R.E.«-Museum am US-Depot war zum letzten Mal geöffnet. 16 Jahre lang hat es militärhistorisch interessierten Menschen Einblicke in die Geschichte des US-Großstandorts Gießen nach 1945 gegeben. Mit dem Rückzug der Amerikaner und der Schließung der militärisch genutzten Flächen endet – zumindest vorerst – auch die Geschichte des Museums. Dass es sich nur um ein vorläufiges Ende handelt, hoffen nicht nur die »Männer der ersten Stunde«, die gestern noch einmal im Gebäude neben dem Wachhäuschen zugegen waren. Sie setzen auf Pläne der Stadt, das Domizil nach Rückgabe der US-Liegenschaften an den Bund so schnell wie möglich wieder zu übernehmen und für kulturelle Zwecke zu nutzen. Die Rede ist von einem »militärgeschichtlichen Museum«, zu dem vor kurzem auch Kulturdezernent Dr. Reinhard Kaufmann seine Zustimmung signalisiert hatte [...].


    240 US-Zivilbeschäfigte haben Kündigung erhalten

    Mit dem Abzug der US-Armee werden bis Ende Oktober weitere Zivilbeschäftigte ihren Job am Standort Gießen verlieren. In den vergangenen Monaten hätten rund 240 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten, teilte die Gewerkschaft ver.di auf Anfrage der Allgemeinen Zeitung mit. 70 Betroffene haben seit Anfang des Jahres Kündigungsschutzklagen eingereicht, hieß es beim Arbeitsgericht. Vor allem ältere Mitarbeiter werden – mit zum Teil hohen Abfindungen – aus dem Dienst bei der Armee ausscheiden. Andere wollen einen Ersatzarbeitsplatz annehmen, den die Streitkräfte insbesondere in Südhessen angeboten haben. Außerdem haben sich Armee und ver.di darauf verständigt, eine Beschäftigungsgesellschaft einzurichten. Die 240 Dauerarbeitsplätze in Gießen gehen damit gleichwohl unwiderruflich verloren. Bis auf Weiteres verbleiben hier die 450 Zivilbeschäftigten, die im US-Depot in der Rödgener Straße arbeiten."



    Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/r...z.php?ART=art3 [14.09.2007; 16.30 Uhr]
    sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H
  • wadentritt
    Warrior
    • 20.07.2005
    • 55

    #2
    Zitat)Bis auf Weiteres verbleiben hier die 450 Zivilbeschäftigten, die im US-Depot in der Rödgener Straße arbeiten."

    die Pläne für den Abzug für Waren-und Logistikpläne seitens AAFES stehen sicher schon,es ist geplant das Distributionszentrum in der K-Twon/Ramstein gegend neu zu verlegen

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    • Geograph
      Wallmeister
      • 10.05.2006
      • 7495

      #3
      Neues aus Gießen

      Zitat von wadentritt Beitrag anzeigen
      die Pläne für den Abzug für Waren-und Logistikpläne seitens AAFES stehen sicher schon,es ist geplant das Distributionszentrum in der K-Twon/Ramstein gegend neu zu verlegen
      Woher stammen diese Informationen?
      sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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      • wadentritt
        Warrior
        • 20.07.2005
        • 55

        #4
        von einem Cpt der 284th BSB

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        • Geograph
          Wallmeister
          • 10.05.2006
          • 7495

          #5
          Endgültiger Abschied aus Mittelhessen

          Gestern fand nun die feierliche Abschlusszeremonie in Gießen statt:

          "Bewegender Abschied der US-Army von Gießen
          Mit Schließungszeremonie endet 62-jährige Präsenz – Viele Freundschaften geschlossen


          GIESSEN (Äat). Langsam sank die amerikanische Fahne gestern am Flaggenmast herab. 62 Jahre hat sie über der Stadt geweht, jetzt hat die US-Army ihr Engagement in Gießen endgültig beendet. Bei einem feierlichen Appell wurde die Schließung der Garnison vor rund 200 geladenen Gästen besiegelt. Für viele von ihnen war das ein bewegender Moment. So waren einige starre Gesichter zu beobachten, wischten Hände durch feuchte Augenwinkel. Craig G. Birchard, der Garnisonsmanager, hatte Mühe seine Stimme in den Griff zu bekommen, als er von der wunderbaren Garnison, vor allem aber von den vielen Freundschaften sprach, die zwischen Amerikanern und Deutschen entstanden seien. Der Kommandeur der US-Garnison in Wiesbaden, Oberst Ray A. Graham jr., fasste kurz die Gießener Geschichte der US-Army von 1945 bis heute zusammen. Er berichtete vom Ende des Kalten Krieges, von den darauf folgenden unausweichlichen Veränderungen. Ein letztes Mal, nämlich 1998, sei der Standort reaktiviert worden, als wieder Kampftruppen stationiert wurden. Den großen Erfolg des Standortes aber macht für Graham das höchst freundschaftliche Miteinander zwischen Soldaten und Zivilbevölkerung aus, denn feste Freundschaften seien entstanden. Deshalb ist er sich sicher, dass viele seiner Kameraden Gießen in guter Erinnerung behalten werden.
          Die Zeremonie begann mit einem Gebet, gespielt wurden auf dem Paradeplatz im Depot die beiden Nationalhymnen. Feierlich wurde die Truppenfahne eingerollt als Symbol dafür, dass auch der letzte Soldat die Stadt verlassen wird. Für Birchard haben Depot und Garnison in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle gespielt. Und man sei erfolgreich gewesen, habe professionell gearbeitet. Für ihn haben sich die Soldaten und ihre Familien in diesem »wunderschönen Teil Deutschlands« sehr wohl gefühlt, ist ihnen die Region zu einer zweiten Heimat geworden. Birchard nannte die Namen seiner engsten Mitarbeiter, auf die er sich immer habe verlassen können, rief den Gästen zu: »Look at this marvelous Garrison.«
          Doch nicht nur aus Gießen ziehen sich die Amerikaner zurück, sondern auch aus Butzbach, Bad Nauheim und Friedberg. Deren Bürgermeister, mit dem Gießener Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann an der Spitze, überreichten Graham jeweils eine amerikanische Nationalfahne. Auch Haumann hatte ein Geschenk für den Oberst dabei, nämlich ein Plakat mit Ansichten der verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Haumann bedankte sich für die ausgezeichneten Kontakte zwischen US-Army und Stadt, hob die vielen Berührungspunkte hervor, die auch auf privater Ebene im Laufe der Jahre entstanden seien: »Nehmen sie unsere Freundschaft mit, wo immer sie gerade sind.«"


          __________
          > Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...ocalnews&_dpa= [29.09.2007; 14.00 Uhr]
          .
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          • wadentritt
            Warrior
            • 20.07.2005
            • 55

            #6
            ich war da gestern und habe zwei kurze Videos gedreht wo die US Flagge eingeholt wird und die Standarte der Garrison übergeben wurde.

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            • wadentritt
              Warrior
              • 20.07.2005
              • 55

              #7
              Videos habe ich noch nicht runtergeladen hier noch 2 Bilder von der Casing the Colors Ceremony der 284th BSB Garrison Gießen
              Angehängte Dateien

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              • Geograph
                Wallmeister
                • 10.05.2006
                • 7495

                #8
                Erste Liegenschaftsübergabe geplant

                "Noch im Oktober erhält Stadt US-Sportfläche zurück
                Bundesanstalt: Andere Liegenschaften werden im Sommer 2008 freigegeben – Gespräche laufen


                GIESSEN (tt). Noch in diesem Monat soll die gegenüber der Millerhall gelegene Sportfläche, das Baseballfeld, an die Stadt zurückgegeben werden. Alle anderen ehemaligen von den US-Streitkräften genutzten Liegenschaften sollen im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2008 freigegeben werden – und können erst dann auch offiziell begutachtet werden. Dies erklärte der Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima), Guido Déus, auf Anfrage. Im Auftrag des Bundes vermarktet die Bima die freiwerdenden Militärflächen. Zwar habe am 28. September die feierliche Schließung des US-Standortes Gießen durch das Einholen der US-Flagge stattgefunden. »Dennoch verbleibt nach den völkerrechtlichen Vereinbarungen bis zur förmlichen Rückgabe an die Bundesrepublik der Besitz und die Verantwortlichkeit für die Liegenschaften bei den US-Streitkräften und ihrer Liegenschaftsverwaltung«, erläuterte der Bima-Sprecher. Diese endgültige Freigabe werde nach den jetzigen Ankündigungen im Frühjahr/Sommer 2008 stattfinden und mit der Dulles-Siedlung beginnen. Bis dahin werden die US-Streitkräfte nach den Worten von Déus die erforderlichen Obhutspflichten wie Bewachung und Verkehrssicherung wahrnehmen und vor allem den Zutritt zu den Liegenschaften kontrollieren. »Daher kann die künftige Verwalterin der Konversionsliegenschaften, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, zur Zeit keine Erlaubnisse für Besichtigungen und Begehungen erteilen, sondern bei berechtigten Anliegen lediglich vermitteln.« Entsprechende Bemühungen liefen aber bereits.
                Déus bestätigte, dass an der Millerhall sowohl die Stadt als auch die Sportwissenschaftler der Justus-Liebig-Universität (JLU) ihr Interesse an einer Folgenutzung erklärt hätten. Die Bima werde umgehend entsprechende Verhandlungen aufnehmen. Die gegenüber der Halle liegende Sportfläche werde nach Kündigung des Sicherstellungsvertrages noch im Oktober an die Eigentümerin, die Stadt Gießen, zurückgegeben werden können. Auch für einige Infrastrukturobjekte wie Schulen und Kindergärten habe die Stadt Interesse angemeldet. »Grundsätzlich können derartige Erwerbswünsche für kommunale Aufgaben vorrangig erfüllt werden«, sagte der Bima-Vertreter. Die Bundesanstalt stehe in engem Kontakt zum Magistrat. Insbesondere fänden seit geraumer Zeit Abstimmungen über die künftige städteplanerische Entwicklung der freiwerdenden Flächen und Siedlungen statt. Mit der Stadt bestehe Einigkeit darüber, dass insbesondere in den Wohnsiedlungen sowohl Gebäudeabrisse wie auch städtebauliche Fehlentwicklungen vermieden werden sollen. Aus diesem Grund begrüße die Bundesanstalt die nun im vereinfachten Verfahren verabschiedeten Bebauungsplanentwürfe zu den beiden US-Wohneinheiten, der Marshall- und der Dulles-Siedlung, erklärte Déus.
                Beim jüngsten Gespräch Anfang des Monats zwischen Vertretern der Bundesanstalt und Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann sowie Baudezernent Thomas Rausch sei vereinbart worden, möglichst flexibel und einvernehmlich die Verwertungs- und Entwicklungsziele festzulegen und zu diesem Zweck engen Kontakt zu pflegen.
                Neben den Wohnungen, die zu einem Teil von der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Gießen, der Wohnbau GmbH, bewirtschaftet werden sollen, hat die Stadt vor allem ihr Interesse an einer Übernahme der Schulen und Kindergärten signalisiert.


                __________
                > Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...ocalnews&_dpa= [10.10.2007; 10.30 Uhr]
                .
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                • Geograph
                  Wallmeister
                  • 10.05.2006
                  • 7495

                  #9
                  Erste Liegenschaftsübergabe verzögert sich

                  Nun beginnt die »deutsche Gründlichkeit« …


                  "Rückgabe des Sportfeldes verzögert sich

                  GIESSEN (tt). Die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) noch für diesen Monat angekündigte Rückgabe des Sportfeldes an der Millerhall verzögert sich. Dies teilte Baudezernent Thomas Rausch mit. Ursprünglich sollte die Stadt die Fläche heute wieder übernehmen. »Die Bima hat uns mitgeteilt, dass sich die Rückübertragung vier bis fünf Wochen nach hinten verschiebt«, so Rausch. Gründe für die Verzögerung nannte der Dezernent nicht. An dem Gelände, das sich im Eigentum der Stadt befindet, haben mehrere Sportvereine ihr Interesse bekundet. Wie Rausch weiter ausführte, gehe es nach der Übergabe jedoch zunächst darum, die Fläche zu sichern und zu begutachten. Erst dann werde man entscheiden, wie das Areal, das von den US-Streitkräften unter anderem als Spielfeld für Baseball genutzt wurde, künftig verwendet werden soll. Bis in die neunziger Jahre wurde auf dem Gelände an der Grünberger Straße das deutsch-amerikanische Freundschaftsfest ausgetragen.
                  Zugleich bekräftigte Rausch das Interesse der Stadt an den ehemals von den Amerikanern genutzten Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten. Deren Freigabe wird nach Einschätzung der Bima allerdings nicht vor dem Sommer des nächsten Jahres erfolgen."


                  __________
                  > Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...ocalnews&_dpa= [14.10.2007; 19.00 Uhr]
                  .
                  Zuletzt geändert von Geograph; 14.10.2007, 19:36.
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                  Kommentar

                  • wadentritt
                    Warrior
                    • 20.07.2005
                    • 55

                    #10


                    auf dem Link ist auch ein Video der Ceremony zu sehen vom AFN gefilmt

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                    • Geograph
                      Wallmeister
                      • 10.05.2006
                      • 7495

                      #11
                      Erste Liegenschaftsübergabe für den 31.10.2007 geplant

                      Und nun geht es los …


                      "Erste US-Fläche geht an Stadt Gießen zurück

                      Vor genau vier Wochen wurde der US-Großstandort Gießen mit einer feierlichen Zeremonie geschlossen. Das Einrollen der amerikanischen Flagge war freilich mehr als symbolischer Akt zu verstehen. Bis das über 200 Hektar große Areal an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) übergeben wird, dürften noch einige Monate ins Land gehen. Bis dahin werden Depot, Wohnsiedlungen und andere Flächen von einem kleinen Team der US-Liegenschaftsverwaltung betreut. »Derzeit sind noch einige Angestellte an ihrem Arbeitsplatz, aber nach dem 31. Oktober sind hier die Tore komplett zu«, beschrieb Petra Roberts den aktuellen Stand. Auch für die Pressesprecherin selbst sind die letzten Tage in Gießen angebrochen. Sie wird zum 1. November ins »Public Affairs Office« am Standort Hanau versetzt. »Ich habe gestern mein Büro geräumt und den letzten Teppich abtransportiert«, berichtete Roberts. Ab Mitte kommender Woche werden nur noch Wachen und einige Liegenschaftsmitarbeiter auf dem riesigen Gelände unterwegs sein und sich um die Gebäude und deren Instandhaltung kümmern. Als erste Kaserne des heimischen Großstandorts soll Friedberg an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten zurückgegeben werden. Die erste Fläche, die sofort an die Stadt Gießen zurückgeht, ist das Sportfeld gegenüber der Miller-Hall, dass die Amerikaner von der Stadt gepachtet hatten."


                      __________
                      > Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/r...z.php?ART=art2 [26.10.2007; 15.00 Uhr]
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                      • Geograph
                        Wallmeister
                        • 10.05.2006
                        • 7495

                        #12
                        »Wunderbares« aus Gießener Wohnblocks der US-Army …

                        Aktuelles zum Konversionsprozess in Gießen findet sich in heutigen Ausgabe der »Gießener Allgemeinen« (20.03.2008):


                        "Aus Armeeblocks »etwas Wunderbares machen«

                        Gießen (kw). »Wenn die Gießener merken, dass sie ernst genommen werden, dann arbeiten sie auch gut mit. Ihre kreativen Potenziale könnte man gut nutzen«, meint Kathrin Appel. Als »interessierte Bürgerin« befasst sie sich schon geraume Zeit mit der Frage, was aus den ehemaligen Wohnhäusern der US-Armee an der Grünberger Straße wird. Nun ruft Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich auch andere dazu auf.

                        Unter dem Titel »Ein Stadtteil wird geboren« sollen bei einer Veranstaltung am Abend des 15. April Ideen für die Entwicklung eines »familienfreundlichen und lebenswerten« Viertels gesammelt werden. Dazu lädt die Arbeitsgruppe Verkehr und Wohnen des lokalen Bündnisses für Familie ein.

                        Mit dem Abzug der Amerikaner werden unter anderem die beiden nach George C. Marshall und John F. Dulles benannten Siedlungen – Blocks mit insgesamt rund 600 Wohnungen dies- und jenseits des Gießener Rings – frei. Die Gebiete sollen in den nächsten Wochen an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) übergeben werden, die dann einen Käufer suchen kann. Die Stadt hat ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, um die Siedlungen dauerhaft für eine Wohnnutzung zu sichern.

                        Die Erfahrung mit der Umwidmung von einstigen Militärflächen zeige, dass es besonders wichtig sei, die Bevölkerung für solche Areale zu interessieren, sie zu informieren und für eine Mitgestaltung zu gewinnen: Das erklärten bei einem Pressegespräch Weigel-Greilich, Kathrin Appel und die beiden Sprecher der Arbeitsgruppe, nämlich die Stadt-Frauenbeauftragte Ursula Passarge und Rainer Stoodt, Geschäftsführer der Gesellschaft für soziales Wohnen, die die Gebäude der ehemaligen Pendleton Barracks verwaltet. Es gelte, neben den Fachleuten auch frühzeitig die Interessen der Bürger einzubeziehen. Das sei sinnvoller als eine aufwendige Planung von Verwaltungsseite, zu der Interessierte dann erst ihre Meinung sagen. Die Bürgermeisterin betonte, »Flächenrecycling« sei in vieler Hinsicht günstiger als Neubauten »auf der grünen Wiese«.

                        »Die Stadt wird nicht der Hauptplaner sein«, stellte Weigel-Greilich klar. Sie sei allerdings für die Rahmenbedingungen zuständig und werde Investoren oder Initiativen unterstützen, wo es nötig und sinnvoll ist. Auf jeden Fall wolle man »eine gute Mischung« von Bewohnern - eine soziale »Monokultur« nütze niemandem. Das bekräftigten die drei Agenda-Aktiven: Verschiedene Generationen, Familien und Studenten sollten möglichst miteinander leben. Voraussichtlich werde es Miet- wie Eigentumswohnungen geben, die Nahversorgung – vom Kindergarten über Sportstätten bis zum Supermarkt – kann wohl teilweise übernommen werden.

                        Passarge und Stoodt betonten, obwohl kaum jemand das Gelände wirklich kenne, gebe es bereits jetzt großes Interesse an dessen Zukunft. »Immer wieder kommen Menschen auf uns zu und sagen: Hier könnte man doch etwas Wunderbares machen!« Die Veranstaltung sei ein »erster Schritt«, möglicherweise werde dann eine feste Arbeitsgruppe entstehen.

                        Welche Möglichkeiten und Chancen bietet das Gelände, wie wurden andernorts Kasernen in schöne Wohngebiete umgewandelt, gibt es besondere Ideen für Gießen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Informationsabends am Donnerstag, 15. April, ab 18 Uhr im Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung(Hannah-Arendt-Straße 8). Referenten kommen vom Stadtplanungsamt, von der Fachhochschule Gießen-Friedberg, von Konversionsprojekten in Frankfurt, Wiesbaden und Wien. Außerdem werden mögliche Finanzierungsmodelle vorgestellt. Alle Interessierten sind willkommen. Nähere Informationen gibt es im Stadt-Frauenbüro, Tel. 0641/306-1020."


                        __________
                        > Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/H...ageid,113.html [20.03.2008; 21.00 Uhr]
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                          Wallmeister
                          • 10.05.2006
                          • 7495

                          #13
                          "Mitten in dieser von Natur geprägten Kulisse versperrt ein Hindernis den Weg …"

                          Neues aus Gießen …


                          "Menschenleeres Gelände in Licht getaucht
                          Zutritt verboten: Depot der amerikanischen Streitkräfte wird erst im Sommer vollständig frei gegeben – Wohnbau interessiert


                          Erhard Goltze

                          GIESSEN. Es ist kalt. Das braune Gras wirkt abweisend. Das Wiegen der Bäume im Wind scheint die einzige Bewegung in der Wieseckaue zu sein. Nur die Autobahn entwickelt eine stetige, aber eher sanfte Geräuschkulisse. Mitten in dieser von Natur geprägten Kulisse versperrt ein Hindernis den Weg: Es handelt sich nicht nur um einen einfachen Zaun, sondern um eine echte Barriere, über zwei Meter hoch, mit Stacheldraht besetzt. Das alles ist beleuchtet. Ein Lichtband zieht sich durch die Aue. Dahinter ist keine Bewegung zu entdecken. In einiger Entfernung beherrscht Beton die Szene. Noch immer werden das US-Depot, die Kasernen und die amerikanischen Wohnsiedlungen bewacht, als gäbe es dort noch Waffen und Munition, als gelte es, militärische Geheimnisse zu schützen.

                          Dabei ist dort niemand mehr. Die Soldaten und ihre Familien sind allesamt abgezogen, ihr Material haben sie mitgenommen. Doch seit Monaten wird hier noch Wache geschoben, als wäre das alles ganz anders. Die Mitglieder des privaten Wachdienstes sind allerdings nicht zu sehen. Doch hier einzubrechen ist bei einem solchen Abwehrbollwerk sowieso nicht ganz einfach. Dabei ist es richtig, dass hier Wachleute zu finden sind, sonst würde mit Sicherheit randaliert. Passiert ist das schon einmal, als die Clubs der US-Army an der Rödgener Straße aufgegeben wurden, sich niemand mehr um die Gebäude kümmerte.

                          In kürzester Zeit, nämlich innerhalb von Wochen, war das Mobiliar zertrümmert. Es gibt weitere unrühmliche Beispiele in der Stadt, was leer stehenden Häusern passiert, wenn niemand danach schaut. Die Alte Post in der Bahnhofstraße gehört dazu.

                          Im US-Depot leuchten die Lampen im gesamten Gelände und an allen Zäunen. In der Rödgener Straße ist das leicht zu besichtigen. Die Planen des Sichtschutzes an den Zäunen haben die Stürme der letzten Zeit an vielen Stellen heftig zerzaust. Doch niemand repariert noch irgendetwas. Bezahlen müssen die Amerikaner dieses Lichterfest, sie haben einen speziellen Vertrag mit den Stadtwerken. Was das alles kostet, dürfen die Stadtwerke aber nicht sagen. So leuchtet es überall im Depot, ohne dass es Menschen nutzt.

                          Warum die Amerikaner sich bis heute weigern, irgendeine Person, auch von der Stadt, unbegleitet und ohne zeitliche Begrenzung auf dieses Gelände zu lassen, bleibt ihr Geheimnis. Für die Stadt ist das höchst ärgerlich, denn sie kann nur ganz grob und nicht im Detail für die Zukunft planen. Stadtverordnete mochten auf Nachfrage in den Parlamentsausschüssen gar nicht glauben, dass es so schwierig sein soll, dort hinein zu kommen.

                          Selbst der Besitzer des Geländes, die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima), also die Bundesrepublik Deutschland, darf im Depot noch nicht schalten und walten, wie sie das für richtig hält. Auch sie muss warten, bis die Amerikaner sie lassen. Ausnahme sind die Bereiche südlich der Grünberger Straße, denn die dortige Tankstelle oder die Schule sind frei gegeben. Das aber ist im Verhältnis eine relativ kleine Fläche. In einigen Wochen soll wenigstens ein Teil der Wohnbebauung frei gegeben werden, vielleicht auch noch Bereiche, in denen früher die Soldaten eingekauft haben. Irgendwann im Sommer soll das erst für das gesamte Depot gelten. Erst dann hat die Bima wirklich Zugriff auf das Gelände, erst dann kann der Bestand wirklich genau erfasst werden, ist es möglich, den Zustand der verschiedensten Gebäude zu ermitteln, denn klar ist, dass der Bund verkaufen, dass er einen möglichst guten Preis erzielen will.

                          Doch vor allem auf die Belegung der Wohnsiedlungen möchten die Gießener Einfluss ausüben, und zwar über die städtische Wohnbau. Ob das klappt, müssen die nächsten Monate zeigen. So lange werden die beleuchteten Zäune das Bild beherrschen, werden Menschen dort nicht zu finden sein – bis auf den einen oder anderen Wachmann."


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                          > Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...ocalnews&_dpa= [31.03.2008; 12.00 Uhr]

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                          • Geograph
                            Wallmeister
                            • 10.05.2006
                            • 7495

                            #14
                            Zukunft der »Miller Hall« (ehemalige »Volkshalle«)

                            Neues aus Gießen …


                            "Stadt zeigt kein Interesse an der »Miller Hall«

                            Gießen (mö). Was wird aus der 1925 errichteten Volkshalle, die seit vielen Jahrzehnten »Miller Hall« heißt und im vergangenen Jahr ins Eigentum der Bundesrepublik Deutschland übergegangen ist? Einiges spricht dafür, dass die einstige Veranstaltungshalle der Öffentlichkeit auch künftig verschlossen bleibt, denn bei der Stadt Gießen gibt es eine klare Tendenz, sich nicht in die Reihe der Kaufinteressenten einzureihen, wenn die Immobilie vom Bund zum Verkauf ausgeschrieben sein wird.


                            Das sah Anfang 2007 noch anders aus, als Planungs- und Baudezernent Thomas Rausch die ersten Planvorlagen zu den freiwerdenden US-Liegenschaften ins Stadtparlamemt einbrachte. Damals standen wichtige Infrastruktureinrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Sportplätze und eben auch die »Miller Hall« auf dem Einkaufszettel von Rausch. Mittlerweile freilich hat er die Immobilien besichtigen können – und winkt insbesondere im Fall der altehrwürdigen Versammlungsstätte ab. »Eine Sanierung würde in die Millionen gehen«, sagte der Stadtrat, der außerdem noch nicht weiß, was die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Kaufpreis festsetzen wird. Der CDU-Stadtrat wartet auf das Ergebnis der Wertbegutachtung.

                            Der Umbau in ein Schmuckkästchen zu verwandeln für mittelgroße Veranstaltungen, für Kleinkunst, Konzerte und Feste aller Art, wie es zum Beispiel die Kulturmanagerin Ellen Schaaf vor vier Jahren bereits anregte, sei finanziell für die Stadt nicht darstellbar, meinte Rausch. Für ihn genießt die – ebenfalls kostenträchtige – Sanierung der Kongresshalle Priorität.

                            Das Gebäude an der Grünberger Straße mache nach jahrzehntelanger Nutzung als »Gym« der US-Streitkräfte einen überaus verbrauchten Eindruck. Allein energetisch sei die »Miller Hall« eine »Katastrophe«, so Rausch, der demnach seiner Koalition auch nicht empfehlen wird, einem aktuellen Antrag der SPD-Stadtverordnetenfraktion zuzustimmen. Die fordert, dass die Stadt, die kein Vorkaufsrecht hat, »unverzüglich« Verhandlungen mit der BIMA aufnimmt, dies mit dem Ziel einer Übernahme der früheren Volkshalle durch die Stadt."


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                            ► Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/H...ageid,113.html [29.05.2008; 19.00 Uhr]

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                            • Geograph
                              Wallmeister
                              • 10.05.2006
                              • 7495

                              #15
                              US-Elementary-School

                              Noch stehen die Gebäude der US-Elementary-School leer, aber wenn es nach dem Willen des Gießener Schulausschusses geht, wird sich das bald ändern:


                              "»Erstes Zugriffsrecht für die Helmut-von-Bracken-Schule«
                              Schuldezernent will Raumnot mit Umzug in ehemalige Grundschule der US-Armee beheben


                              GIESSEN (tt). Mit einem Umzug will die Stadt die Raumprobleme der Helmut-von-Bracken-Schule, die derzeit zum Schulzentrum Ost am Alten Steinbacher Weg gehört, lösen: Neuer Standort der Schule für Erziehungshilfe soll die ehemalige Grundschule der US-amerikanischen Streitkräfte in der Grünberger Straße werden. Dies teilte Schuldezernent Dr. Volker Kölb (CDU) bei der Sitzung des Schulausschusses mit. »Wenn die Stadt die Schule von den Amerikanern übernommen hat, hat die Helmut-von-Bracken-Schule das erste Zugriffsrecht«, betonte Kölb. Die private, von der Lebenshilfe betriebene Sophie-Scholl-Schule, die ebenfalls Interesse an einer Übernahme signalisiert hat, ginge leer aus, so der Dezernent. Keine Rolle in den Überlegungen der Stadt spiele dagegen die ehemalige Highschool der Amerikaner an der Rödgener Straße. »Die Schule ist für unsere Zwecke nicht geeignet.«"


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                              ► Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...=1133842&_dpa= [08.06.2008; 17:00 Uhr]


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