Zurück zu Lee: Lees Führung in taktischer und operativer Hinsicht wird heute noch als Beispiel der Kampfführung gegen überlegene Gegner an diversen Militärakademien gelehrt und fand oder findet sich auch noch in amerikanischen Vorschriften. Nicht umsonst hatte man auch eines der ersten Atom-U-Boote 1959 nach Lee benannt. Ob daher nicht ein gewisses Neidgefühl von Seiten der damaligen Nordstaaten eine Rolle spielt und man daher so freudig die nach Südstaaten-Generälen benannten Kasernen umbenennt, lasse ich mal dahingestellt. Die rein militärischen Erfolge der Union waren nicht so berauschend.
Den Sezessionskrieg als "Sklavenbefreiung" zu verklären, ging schon immer fehl. Da gab es ganz handfeste andere Gründe, vor allem auch wirtschaftlicher Art, warum die Union sich gegen die Südstaaten durchsetzen wollte. Aber das würde jetzt endgültig vom Thema wegführen.
Konsequenterweise müssten dann auch sämtliche Benennungen von öffentlichen Plätzen usw. nach dem Unionsgeneral William T. Sherman aufgehoben werden. Dieser hat 1864 bei seinem "Marsch zum Meer" in Georgia und im Anfang 1865 in Carolina erste Ansätze des "totalen Krieges" vorweggenommen und mit seiner Strategie der "verbrannten Erde" vor allem die Zivilbevölkerung bekämpft. Nach 1945 wurden deutsche Oberbefehlshaber wegen genau der gleichen Verfahrensweise als Kriegsverbrecher angeklagt.
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