Einsatz der Kampftruppen des Territorialkommandos SÜD

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  • DeltaEcho80
    Cold Warrior
    • 09.03.2013
    • 1765

    #31
    Zitat von Nemere Beitrag anzeigen

    „Hauptproblem war, mit nur 30.000 zugestandenen Mann des TerrKdo, Reservisten eingeschlossen, fast alle Aufgaben eines Befehlsbereichs zu üben, der mehr als die halbe Bundesrepublik umfaßte und einzelne Aufgaben räumlich bis an die Pyrenäen und bis zur Atlantik- und Nordseeküsten wahrzunehmen hatte.“

    30.000 teilnehmende Soldaten – das TerrKdo Süd hätte nach Mobilmachung mehr als das zehnfache umfasst, nämlich ca. 320.000 Soldaten. Dazu wäre es nötig gewesen, etwa 50.000 zivile Kraftfahrzeuge einzuberufen, was in Übung LV 88 überhaupt nicht Thema war.
    Dieser Umstand wird in der Einleitung und den weiteren Ausführungen der Auswertung mehrfach angesprochen, dass man ja "nur" mit 10% des Mob-Personals üben konnte. Es werden hier auch die Umstände angesprochen, warum das so war.

    Es wird weiter folgend auch ausgeführt, dass hierdurch nur gewisse Bilder und bestimmte Themen gezeigt werden konnten.

    Beim Thema "WHNS" beispielsweise, welches durch das Unterstützungskommando 8 beübt wurde, wurde das Thema "Materielle Mob-Ergänzung" angesprochen. Hier war es wohl so, dass es sehr große Probleme mit den einzuberufenden LKWs gab, da die oft lebensälteren und lebenserfahrenen Kraftfahrer ihre LKW nur sehr, sehr ungern an Reservisten abgaben, die noch nicht mal 30 waren und kaum Fahrerfahrung auf LKWs hatten.


    Aber ja, wenn man das natürlich in dem Licht der von dir genannten Ausführungen sieht, ist es ein ganz anderer Blickwinkel.

    Kommentar

    • Nemere
      Cold Warrior
      • 12.06.2008
      • 3289

      #32
      Um die tatsächlich im V-Fall hier mobilzumachenden und (hoffentlich) verfügbaren Kräfte deutlich zu machen, habe ich habe mir die Sanitätstruppen des TerrKdo SÜD etwas näher angeschaut. Betrifft also das Sanitätskommando 850 und die ebenfalls sehr starken Sanitätstruppen der unterstellten Wehrbereichskommandos IV, V und VI. Siehe zu den nach Mobilmachung vorgesehenen Stärken beigefügte Tabelle.

      TerrKdo Süd - Sanitätstruppen.pdf

      An Sanitätstruppen hatte das TerrKdo SÜD 43.507 Soldaten und 21.680 Zivilpersonen, gesamt also 65.187 Personen. Davon war 1/3 verpflichtetes Zivilpersonal (Krankenschwestern, Pflegekräfte)
      Bei einer Gesamtstärke TerrKdo SÜD mit den drei unterstellten Wehrbereichskommando von 320.000 umfassten die 65.187 Angehörigen der Sanitätstruppe somit 20,37 % der Gesamtstärke. Das dürfte die immense Bedeutung des Sanitätsdienstes im Bereich des Territorialheeres nochmals verdeutlichen.
      Eine „normale“ Bundeswehrdivision hatte eine Stärke einer etwa 25.600 Soldaten, die 65.187 Angehörigen der Sanitätstruppen des TerrKdo SÜD entsprachen also etwa 2, 5 Divisionen. Beim TerrKdo NORD und beim TerrKdo Schleswig-Holstein wird man zusammen auch etwa 65.000 Personen des Sanitätsdienstes annehmen können. Der beim TerrH vorzuhaltende Sanitätsdienst entsprach als der Personalstärke von 5 Divisionen des Feldheeres.

      Dieser enorme Umfang wurde bei der Heeresübung Landesverteidigung 1988 nicht mal im Ansatz dargestellt.
      Tatsächlich übten im Rahmen von Mobilmachungsübungen mit Volltruppe von den Sanitätstruppen nur
      - ResLazGrp 7426 (BEXBACH)
      - Lazaratt 7441 (BURGWALD)
      - Sanitätskompanie 540 (HSchBrig 54, KAISERSLAUTERN)
      - SanMatNachschubZug 7401 (HEIDWEILER)
      sämtlich vom WBK IV.

      Vom SanKdo 850 übten nur
      - Sanitätsbataillon 856 (Teile, FRIEDRICHSHAFEN)
      - Krankentransportkompanie 853 (St. INGBERT)

      Weiter nahmen teil:
      - die aktive 2./SanLehrBtl 851 als Übungstruppe
      - Kräfte von den teilaktiven Sanitätsregimentern 74 und 75 sowie der Stabskompanie SanKdo 850 als „Rahmen-Leitungsgruppen“. Hier wurden faktisch nur die Stäbe bzw. die Führungsteile dargestellt.

      Schon diese wenigen Übungstruppen zehrten zusammen mit den ebenfalls übenden Truppensanitätsdiensten aller andere Truppenteile 15 % der zugestandenen 30.000 Übungsteilnehmer auf.

      (Quelle: Brugmann, Heeresmanöver aaO, S. 188 – 191)

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