HSchBrig 51 - Abwehr einer Seelandung an der Ostsee

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  • EmilBerggreen
    Cold Warrior
    • 19.07.2015
    • 514

    #1

    HSchBrig 51 - Abwehr einer Seelandung an der Ostsee

    Hallo zusammen,

    ich hoffe, dass dieses Thema noch nicht besprochen wurde.
    Sind die konkreten GDP-Pläne der Verteidigung Ostholsteins durch die HSchBrig 51 bekannt?

    In Bolik: NATO-Planungen finde ich da nicht so viel.
    S. 30 HSchBrig 51 verteidigt Ausgänge SACHSENWALD? HSchBrig 51 war doch ganz anders disloziert.
    Stab/Stabskompanie Heimatschutzbrigade 51, Eutin
    Jägerbataillon 511, Flensburg-Weiche
    Jägerbataillon 512, Putlos (Oldenburg in Holstein)
    Panzerbataillon 513, Flensburg-Weiche

    JgBtl 511 u. PzBtl 513 im hohen Norden Flensburg an der dänischen Grenze und JgBtl 512 in Ostholstein, also schon Küstenschutz, Abwehr einer Seelandung.

    Wie wurden Küsten verteidigt?
    Sicherlich nicht starr wie damals in der Normandie sondern sehr beweglich, da sich erst einmal herauskristallisieren musste, wo der polnische Seelandungsverband angreifen würde.
    Vielleicht ist ja mehr aus neueren Quellen darüber bekannt.

    Gruss,
  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2880

    #2
    1. Worauf schließt Du, dass die Heimatschutzbrigade 51 unbedingt zur Verteidigung Ost-Holsteins Verwendung finden musste? Ein Großverband muss doch nicht zwingend in der Nähe seiner Stationierungsorte eingesetzt werden. Das wäre zwar wünschenswert gewesen, war aber in der Praxis aus einer Vielzahl von Gründen nicht der Fall. Wir haben doch genügend Beispiele, wo das nicht zutraf.
    Beispiele: 1. LL-Div, wo der LL-Brig 25 aus dem Schwarzwald und die LL-Brig 26 aus dem Saarland nach Ostbayern verlegen mussten. Im Vergleich dazu sind die Marschentfernungen der HSchBrig 51 bis in ihren GDP-Raum wirklich eher marginal.
    12. PzDiv, die bis Anfang der 1980er Jahre ihre 3. Brigade (PzBrig 14 bzw. PzBrig 34) aus Hessen bzw. dem Koblenzer Raum nach Unterfranken verlegen musste.
    Sicherlich wäre es aus Gründen der Einsatzplanung wünschenswert gewesen, die HSchBrig 51 im Raum ostwärts Hamburg zu stationieren, aber hier gab es eben keine nutzbaren Standorte.

    2. LANDJUT hatte die gleichen Probleme wie das II. (GE) Korps in Bayern:
    a) Eine zwar nicht unmittelbar bestehende, aber sehr wahrscheinliche Flankenbedrohung (Seelandung in Schleswig-Holstein bzw. Vormarsch durch Österreich).
    b) überdehnte Fronten

    Wegen der überdehnten Fronten erhielten sowohl die 1. Gebirgsdivision in Bayern wie auch die 6. PzGrenDiv in SH eine Heimatschutzbrigade als quasi 4. Brigade unterstellt. Damit konnte bei beiden Divisionen eine Brigade als wirklich kampfkräftige Reserve freigemacht werden.
    Die 6. PzGrenDiv setzte deshalb die HSchBrig 51 ostwärts von Hamburg ein, das Gelände entsprach der Kampfkraft der HSchBrig 51 (keine Schützenpanzer!). Nördlich schlossen PzGrenBrig 16 und 17 an. Die PzBrig 18 war damit als DivRes verfügbar.

    3. Ich gehe davon aus, dass die Bekämpfung von Landungen in Ostholstein vor allem Aufgabe der dänischen Streitkräfte gewesen wäre, evtl. auch mit britischer Unterstützung. Der absolute Schwerpunkt der 6. PzGrenDiv war dagegen, einen Durchbruch des Feindes in Richtung Hamburg und damit ein Abtrennen Schleswig-Holsteins zu verhindern. Ob bei einer Landung dann momentan nicht gebundene Kräfte der 6. PzGrenDiv eingesetzt worden wäre, hätte von der aktuellen Lage abgehangen.
    Weiter standen noch das Verfügungstruppenkommando 41 des TerrKdo Schleswig-Holstein mit unterstellter HSchBrig 61 sowie den beiden HSchRgt 71 und 81 zur Verfügung. Über die Eignung dieser Verbände zur Abwehr einer Seelandung kann man wegen der kaum vorhandenen Artillerie sicher streiten, aber rein von der Personalstärke waren das recht umfangreiche Verbände.
    Angeblich soll es von Mitte der 1960er Jahre bis etwa 1980 zwei Feldartillerie-Btl für die Küstenverteidigung gegeben haben. Ausstattung zunächst noch mit der (von LKW gezogenen) Feldkanone 155 mm LongTom, zuletzt mit Feldkanone 175 mm (SF). Diese beiden Bataillone werden mehrfach in der Literatur erwähnt (Taschenbuch der Landstreitkräfte usw.), wirklich finden konnte ich sie bis heute aber nirgends. Erwähnt werden diese beiden Geisterbataillone als Feldartilleriebataillone 630 und 640, bleiben aber nicht fassbar.

    4. Zur Abwehr von Seelandungen findet sich in der HDv 100/100 – Truppenführung – nur folgendes in der Nr. 920 „Feindliche Landungsverbände auf See“: „Das Feuer der Landstreitkräfte soll feindliche Kräfte möglichst schon während des Landens zerschlagen. Gleichzeitig setzten die See- und Seeluftstreitkräfte ihre Angriffe gegen die Landungsverbände fort.“
    Die Nr. 2412 sagt dann noch: „Der Schutz des Küstenlandes richtet sich nach den Grundsätzen für den Schutz von Räumen und Objekten. Es kommt darauf an, in Zusammenarbeit mit Luft- und Seestreitkräften beabsichtigte Anlandungen des Feindes frühzeitig zu erkennen und sie durch Verteidigung oder Angriff abzuwehren. Landeköpfe sind bereits im Entstehen zu zerschlagen, bevor der Feind sich festsetzen und schwere Waffen nachführen kann.
    Mit Feuer von See können Seestreitkräfte den Kampf im Küstenland unterstützen.“


    Der Schutz von Räumen war eine typische Aufgabe der Heimatschutzregimenter, damit wären wir wieder beim Einsatz der beiden HSchRgt 71 bzw. 81.
    Das Artillerieregiment 6 übte anscheinend regelmäßig das Zusammenwirken mit der Marine in der Form, das ein Vorgeschobener Beobachter (Heer) vom Land aus das artilleristische Feuer der Marine lenkte. Das scheint aufgrund der bauartbedingten sehr schnellen Schußfolge der Marinegeschütze recht effektiv gewesen zu sein. Fraglich blieb allerdings die recht geringe Anzahl verfügbarer Geschütze doch kleineren Kalibers bei der Marine.

    Die eher für das Territorialheer wichtigte HDv 100/500 „Das Heer in der Militärischen Landesverteidigung“ ist etwas ausführlich zum Thema Abwehr von amphibischen Landungen.
    Nr. 905: „ Küsten in rückwärtigen Gebieten sind durch Seelandungen bedroht. Dabei landen zunächst vornehmlich Spezialtruppen sowie Luftlandetruppen, im Anschluß daran Seelandetruppen bis Regimentsstärke an. Nach gelungener Anlandung ist auch mit dem Nachführen nichtamphibischer Truppen zu rechnen.“
    Nr. 975. "… Zeichnet sich eine Seelandung ab, sind die Kräfte zu ihrer Bekämpfung früjhzeitig zusammenzufassen. Ob sie an der Küste oder abgesetzt davon eingesetzt werden, hängt wesentlich vom Gelände und dem Stand der Vorbereitungen in der Landezone sowie den Operationen eigener Luft-, See- und Seeluftstreitkräfte ab.
    Am Strand angelegte Sperren und Hindernisse sind stets zu überwachen, feindliche Landefahrzeuge möglichst noch auf See zu bekämpfen.
    Angelandete Feindkräfte sind zu zerschlagen, bevor sie verstärkt werden können.“


    5. In den Anfangsjahren der Bundeswehr scheint man spezielle „Truppen der Bodenständigen Land- und Küstenverteidung“ als Teil der damaligen Territorialen Verteidigung geplant zu haben. Das ist aber über minimale Anfänge nicht hinausgekommen. Die einzige Einheit, die hier erwähnt wird, ist das „Küstengrenadierbataillon 720“ des VBK 20 (Bremen) als Geräteinheit um 1967.
    Zuletzt geändert von Nemere; 31.07.2022, 19:33.

    Kommentar

    • EmilBerggreen
      Cold Warrior
      • 19.07.2015
      • 514

      #3
      Guten Morgen Jörg,
      besten Dank für Deine detaillierten Ausführungen! Da muss ich Dir wie immer recht geben. Der Auftrag der HSchBrig 51 ist ... im Gegensatz zu PzGrenBrig 16 und 17 - beide am Elbe-Lübeckkanal nicht eindeutig beschrieben oder ich finde die Stelle im Bolik nicht.
      JgBtl 511 war ja der nördlichste Infanterieverband der Bundeswehr bei Flensburg und da hätte es natürlich Sinn gemacht, sie nicht unbedingt im SACHSENWALD einzusetzen. Und die 3 Brigaden der Jütland-Division
      1. Jyske Brigade (mech. Infanterie), Fredericia - relativ grenznah
      2. Jyske Brigade (mech. Infanterie), Skive - weit oben in Jütland
      3. Jyske Brigade (mech. Infanterie), Haderslev - grenznah
      auch da kenne ich keine klare Raumordnung. Es fehlt halt der GDP, bzw. die Karte zur Operationsplanung, um ganz klar abzugrenzen WER und WO. Für mich bleibt das alles nebulös.

      Wenn die Baltische Flotte zusammen mit dem großen polnischen Seelandungsverband (Landungsschiffe, Landungsboote und Luftkissenfahrzeuge) mit der 7. Polnische Seelandedivision/7. Lausitzer Seelandedivision (7 DDes) (poln. 7 Łużycka Dywizja Desantowa) in See sticht, ist er sicherlich auch schon recht gut aus der Luft zu bekämpfen. Ich habe da kaum eine Vorstellung, wie so eine Operation hätte ablaufen können. Wurde das nicht bei ZAPAD-81 intensiv beübt?

      Grüße

      Kommentar

      • EmilBerggreen
        Cold Warrior
        • 19.07.2015
        • 514

        #4
        Wie konnte so etwas ausgesehen haben?Der Seelandeverband geschützt von Marineschiffen der Baltischen Flotte bricht von Danzig auf, wird vielleicht noch von DDR-Marineeinheiten aus Rostok, Wismar ergänzt/begleitet und muss dann an den dänischen Inseln Lolland, Møn - Flankenfeuer - vorbei in die Lübecker Bucht und dann vielleicht als favorisierte Ziele für den Seelandekopf DAHME, KELLENHUSEN, SCHARBEUZ, was auch immer.
        Die Bundesmarine auf der Ostsee wird sich wohl wegen der nummerischen Überlegenheit nicht lange halten und der Seelandeverband braucht eine starke Luftbegleitung, um nicht gleich auf See vernichtet zu werden.


        Und dann, sobald sich herauskristallisiert, wo die Seelandung am wahrscheinlichsten wird, richten sich HSchRgt 71 bzw. 81 zur Küstenverteidigung ein, fassen Artilleriefeuer auf den Landepunkt zusammen.
        So zumindest meine laienhaften Vorstellungen.


        Ich meine, dass die Abwehr dieser Seelandungen auf der Manöverserie BOLD GUARD geübt wurde.

        Kommentar

        • Nemere
          Cold Warrior
          • 12.06.2008
          • 2880

          #5
          Ich finde, dass der Auftrag der HSchBrig 51 bei Bolik auf S. 29/30 schon eindeutig beschrieben ist.
          Zuerst die Absicht der 6. PzGrenDiv (S. 29):
          In Phase II verteidigt die Division mit 3 Brigaden nebeneineinander und zwar mit PzGrenBrig 17 links, PzGrenBrig 16 beweglich im Schwerpunkt in der Mitte, Heimatschutzbrigade 51 rechts und PzBrig 18 als Divisionsreserve.
          Mit den vorne eingesetzten Brigaden soll die 1. Taktische Staffel des Feindes soweit ostwärts als möglich zerschlagen und dem Feind die Zugänge auf HAMBURG und das Nehmen des entscheidenden Höhengeländes um BAD OLDESLOE verwehrt werden, um die Voraussetzungen zu schaffen, die 2. Taktische Staffel im Gegenangriff … zu zerschlagen. Damit soll das Gefecht gegen die 1. Operative Staffel im Dreieck LÜBECK – LAUENBURG – HAMBURG entschieden werden.

          Der Auftrag der HSchBrig 51 ist auf S. 30 oben beschrieben:
          Die HSchBrig 51
          - verteidigt zeitlich begrenzt im Zuge des VRV und
          - setzt die Verteidigung in Anlehnung an den linken Nachbarn fort,
          - hält die Ausgänge des SACHSENWALDES als Voraussetzung für den Gegengriff SICHEL offen und
          - verwehrt dem Feind den Zugang auf HAMBURG.
          - Übergänge über die BILLE dürfen erst auf Befehl der Division gesperrt werden.

          Mit der Formulierung „verwehrt dem Feind den Zugang auf HAMBURG“ ist der Schwerpunkt des Auftrags für die HSchBrig 51 klar beschrieben.

          Eine mögliche Landung an der Ostseeküste scheint bei den Planungen der 6. PzGrenDiv nicht als sehr wahrscheinlich betrachtet worden zu sein. Nach meiner Meinung waren die Landungsmöglichkeiten in der Kieler Bucht auch nicht so wirklich optimal, da durch die Inseln (Fehmarn, Lolland, Falster, Langeland usw.) die Operationsmöglichkeiten größerer Schiffsverbände doch erheblich eingeschränkt waren.

          Wie dann die Abwehr einer solchen Landung wirklich gelaufen wäre, weiß ich nicht. Ich habe auch keine Unterlagen dazu gefunden. Irgendwelche vorbereiteten Küstenbefestigungen hat es nach meinem Kenntnisstand nicht gegeben, über deren Sinn lässt sich nach den Erfahrungen aus der Normandie 1944 sowie endlos diskutieren.

          Auch mit der Artillerie zur Bekämpfung von Landungsschiffen war es bei realistischer Betrachtung nicht weit her. Es gab zwar in der Festungsbaukunst bis in das 20. Jahrhundert hinein den Spruch: „Eine Kanone an Land ersetzt 10 Kanonen an See“, aber mit dem Aufkommen der Luftwaffe und der Raketen dürften andere Maßstäbe gegolten haben.
          Verfügbar war doch auf deutscher Seite eigentlich nur das Feldartilleriebataillon 615 der HSchBrig 61, das mit 18 Feldhaubitzen 105 mm ausgerüstet war. Eine Umrüstung auf M 109 war zwar geplant, wurde aber nicht mehr durchgeführt. Dabei war das Schießen von Artillerie auf Seeschiffe sicher ein eigenes Problem, ob das jemals geübt wurde, kann ich nicht sagen.
          Ob Artillerie von der 6. PzGrenDiv verfügbar gewesen wäre, bezweifle ich. Eine Landung von Seeseite hätte doch wahrscheinlich nur stattgefunden, wenn es bei der 6.PzGrenDiv eine Krisensituation gegeben hätte und dort alle Kräfte gebunden gewesen wären.
          Das Raketenartilleriebataillon 650 war nur nuklear einsetzbar, nach Abgabe der Honest John gab es keine konventionell einsetzbaren Raketen mehr.
          Die beiden Mörserkompanien der HSchRgt waren allenfalls gegen gelandete Infanterie, sicher aber nicht gegen Schiffe einsetzbar.
          Weiter bin ich mir nicht sicher, ob beim Verfügungstruppenkommando 61, bei der HSchBrig 61 oder den beiden HSchRgt Verbindungsorgane zu Luftstreitkräften verfügbar waren – also FAC und ALO. Es wäre hier außerdem um „Luftwaffe“ und „Seeluftstreitkräfte“ der Bundesmarine gegangen. Ob der bei Heeresverbänden planmäßig vorhandene FAC, der von der Luftwaffe kam, auch jemals die Zusammenarbeit mit SEE-Luftstreitkräfte geübt hatte, entzieht sich meiner Kenntnis.

          Ob die Abwehr von Seelandungen bei BOLD GUARD jemals geübt wurde, weiß ich nicht. Es gibt kaum Literatur, die sich mit diesem Thema beschäftigt.

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          • uraken
            Cold Warrior
            • 27.09.2008
            • 865

            #6
            Die Marineflieger verfüten über mit MFG1 und 2 über 2 Geschwader Starfighter dann Tornado zur Bekämpfung von Seezielen mit relativ kurz reichenden Koromans. Dazu kamen auf Dänischer landgestütze Harpoon Systeme. Die die jetzr bei Odeasa eingesetzt werden.
            Also alles eher Systeme die die Baltische Flotte im Anmarsch als in direkt an der Landungsstelle bekämpfen sollten. Gleiches gilt für U- und S-Boote der deutschen und dänischen Marine, welche in großer Zahl vorhanden waren.
            Desweiteren waren nahezu alle Einheiten der Marine zum Minen legen befähigt, vor allen die umfangreichen Minensuchverbände der Marine.
            Deshalb ist meine persönliche Annahme das die Verteilungslinie gegen eine weit ins Hinterland der NATO zielende Landung eher auf dem Wasser als an der Küste lang.
            Dies gilt allerdings weniger für taktische Landungen in der Flanke der 6.PzGrenDiv zwischen Travemünde und z.B Neustadt. Da ist die Entfernung zu kurz.

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            • Hoover
              Cold Warrior
              • 19.12.2013
              • 601

              #7
              <<Dabei war das Schießen von Artillerie auf Seeschiffe sicher ein eigenes Problem, ob das jemals geübt wurde, kann ich nicht sagen. >>
              Wenn man den Munitionseinsatz der Heeres- und Küstenartillerie in der Normandie sieht und die tatäschlich erzielten Treffer würde ich nicht viel Hoffnung haben. Soweit ich weiß wurden von den fast 4000 Schiffen 3 Stück durch deutsche Artillerie versenkt. Die Minen waren erfolgreicher.
              "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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              • Holegus50
                Rekrut
                • 28.12.2022
                • 15

                #8
                Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
                Ich finde, dass der Auftrag der HSchBrig 51 bei Bolik auf S. 29/30 schon eindeutig beschrieben ist.
                Zuerst die Absicht der 6. PzGrenDiv (S. 29):
                ...

                Eine mögliche Landung an der Ostseeküste scheint bei den Planungen der 6. PzGrenDiv nicht als sehr wahrscheinlich betrachtet worden zu sein. Nach meiner Meinung waren die Landungsmöglichkeiten in der Kieler Bucht auch nicht so wirklich optimal, da durch die Inseln (Fehmarn, Lolland, Falster, Langeland usw.) die Operationsmöglichkeiten größerer Schiffsverbände doch erheblich eingeschränkt waren.
                Die Seelandung in in Ostholstein (Dahme) ist nicht profitabel.
                Er gibt keine Perspektive. Und er hilft nicht, die Vorderseite des 1. Korps zu durchbrechen.
                Es hat die Vorteile der Meereslandung nördlich des Kilsky -Kanals.
                Dies bricht die Verteidigung des Kanals aus und gibt eine weitere Aussicht, um in die Tiefen Dänemarks zu gelangen.

                Wir müssen auf die Seelandung warten in Strande - Schwrdeneck (54°27'5.43"С 10° 5'54.61"В). Größe - zum Regiment der Armee des DDR.

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                • EmilBerggreen
                  Cold Warrior
                  • 19.07.2015
                  • 514

                  #9
                  Gemeint ist wohl die Gemeinde Schwedeneck in der Eckernförder Bucht.
                  Ein Seelandungsverband muss ja in jeden Fall durch den Fehmarn-Belt hindurch und könnte dort wohl recht gut bekämpft werden, vermute ich mal.

                  Kommentar

                  • flensburg
                    Rekrut
                    • 29.11.2022
                    • 4

                    #10
                    Ich würde nicht davon ausgehen, dass eine Passage des Fehmarn-Belts ohne die Landung und Einnahme von Fehmarn funktioniert hätte. Man kann davon ausgehen, dass der Belt mit Minen gepflastert worden wäre und die dänischen Landgestützten Verbände auf alles geschossen hätten was sich aus Richtung Osten genähert hätte.
                    Auch eine Landung im Bereich Schwedeneck würde ich eher als unwahrscheinlich halten, da es dort überwiegend Steilküsten gibt.
                    Ich persönlich würde den Bereich nördlich der Schlei als mögliche Landezone sehen bzw das nördliche Ufer der Eckernförder Bucht (wobei dort sehr schnell mit der Schlei das nächste Hindernis warten würde.

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                    • Dragoner
                      Cold Warrior
                      • 15.03.2008
                      • 2130

                      #11
                      Diskussionen über Szenarien des Kalten Krieges wie diese hier lesen sich aus dem Kenntnisstand von heute vollkommen absurd. Warum blendet ihr hartnäckig aus, dass die Streitkräfte des Warschauer Paktes von der ersten Minute der Kampfhandlungen an flächendeckend taktische Kernwaffen zum Einsatz gebracht hätten?

                      Anscheinend war den sowjetischen Planern klar, dass die Rote Armee mitsamt ihren Vasallen trotz der ungeheuren zahlenmäßigen Überlegenheit in einem konventionellen Krieg die NATO nicht überwinden kann. Die katastrophale Performance der russischen Streitkräfte im gegenwärtigen Ukraine-Krieg ist der späte Beleg dafür (und die NATO war damals weitaus besser gerüstet und vorbereitet, als es die Ukrainer sind bzw. sein konnten). Die Ursachen für das Debakel der Russen in der Ukraine sind exakt dieselben wie sie 1989 und davor in den Streitkräften der UdSSR und ihrer Verbündeten bestanden.

                      Um zum Anlass zurückzukehren: Es ist müßig, darüber zu spekulieren, an welchem Küstenabschnitt eine Landung hätte stattfinden sollen. Es wäre in jedem Fall eine Landung in einer nuklearen Wüste gewesen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die NATO nicht unmittelbar mit eigenen taktischen Kernwaffenschlägen reagiert hätte. Beispielsweise gegen einen auf See befindlichen Landungsverband.

                      Kommentar

                      • Holegus50
                        Rekrut
                        • 28.12.2022
                        • 15

                        #12
                        Zitat von Dragoner Beitrag anzeigen
                        Diskussionen über Szenarien des Kalten Krieges wie diese hier lesen sich aus dem Kenntnisstand von heute vollkommen absurd. Warum blendet ihr hartnäckig aus, dass die Streitkräfte des Warschauer Paktes von der ersten Minute der Kampfhandlungen an flächendeckend taktische Kernwaffen zum Einsatz gebracht hätten?

                        Um zum Anlass zurückzukehren: Es ist müßig, darüber zu spekulieren, an welchem Küstenabschnitt eine Landung hätte stattfinden sollen. Es wäre in jedem Fall eine Landung in einer nuklearen Wüste gewesen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die NATO nicht unmittelbar mit eigenen taktischen Kernwaffenschlägen reagiert hätte. Beispielsweise gegen einen auf See befindlichen Landungsverband.
                        Ich kann das genaue Jahr nicht benennen.
                        Aber bereits Ende der 1970er Jahre planten die WP und die NATO Militäreinsätze Operationen ohne den Einsatz von Tatik-Atomwaffen.

                        (I cannot name the exact year.
                        But already in the late 1970s, the Warsaw Pact and NATO planned military operations without the use of tattic nuclear weapons.)

                        Kommentar

                        • Malefiz
                          Cold Warrior
                          • 22.12.2010
                          • 384

                          #13
                          Zitat von Dragoner Beitrag anzeigen
                          Anscheinend war den sowjetischen Planern klar, dass die Rote Armee mitsamt ihren Vasallen trotz der ungeheuren zahlenmäßigen Überlegenheit in einem konventionellen Krieg die NATO nicht überwinden kann. Die katastrophale Performance der russischen Streitkräfte im gegenwärtigen Ukraine-Krieg ist der späte Beleg dafür (und die NATO war damals weitaus besser gerüstet und vorbereitet, als es die Ukrainer sind bzw. sein konnten). Die Ursachen für das Debakel der Russen in der Ukraine sind exakt dieselben wie sie 1989 und davor in den Streitkräften der UdSSR und ihrer Verbündeten bestanden.
                          Ich vermute, dass da auch noch Unterschiede zwischen der Sowjetarmee damals, und der russischen Armee heute bestehen. Vermutlich war die Performance mal besser. - Sonst sehe ich das genauso wie Du.

                          Kommentar

                          • Holegus50
                            Rekrut
                            • 28.12.2022
                            • 15

                            #14
                            Zitat von Dragoner Beitrag anzeigen

                            Anscheinend war den sowjetischen Planern klar, dass die Rote Armee mitsamt ihren Vasallen trotz der ungeheuren zahlenmäßigen Überlegenheit in einem konventionellen Krieg die NATO nicht überwinden kann. Die katastrophale Performance der russischen Streitkräfte im gegenwärtigen Ukraine-Krieg ist der späte Beleg dafür (und die NATO war damals weitaus besser gerüstet und vorbereitet, als es die Ukrainer sind bzw. sein konnten). Die Ursachen für das Debakel der Russen in der Ukraine sind exakt dieselben wie sie 1989 und davor in den Streitkräften der UdSSR und ihrer Verbündeten bestanden.
                            Die französische Armee des Modells von 1832 ist mit der französischen Armee von 1812 gleich?
                            Der heutige Zustand der Armee ist in der Vergangenheit seit vierßig Jahren extrapoliert - oder?
                            (The state of the army today is extrapolated in the past for thirty -five years - can I?)


                            PS Ich bitte mich, mich für den Kurventext zu entschuldigen.
                            Dies ist nicht meine Schuld - dies ist ein Übersetzer. )

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                            • Nemere
                              Cold Warrior
                              • 12.06.2008
                              • 2880

                              #15
                              Ich habe vor einigen Tagen in einem Antiquariat den Band zur Bundesmarine aus der schönen Reihe „Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland“ gefunden. Darin gibt es auch einige Aussagen zum Thema Seeanlandungen.
                              Die Marine sah die Gefahr von Landungen an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein als eher gering an. Man nahm amphibische Operationen vorrangig an den dänischen Inseln (Fünen, Lolland, Falster usw.) an, da es dem Warschauer Pakt vor allem um die Öffnung der Ostseeausgänge gehen würde. Für dieses Ziel hätte eine Landung in S-H weniger gebracht, allenfalls eine Landung in Fehmarn wurde als möglich betrachtet. Hier sah man NVA-Kräfte im Einsatz. Ob die Auffassung der Marine und des Heeres hier deckend waren, lasse ich dahingestellt. Da der Befehlshaber des Wehrbereichskommandos I, aus dem 1970 das TerrKdo Schleswig-Holstein wurde, immer ein Admiral der Marine war, dürfte die Sicht der Marine hier schon eine entscheidende Rolle gespielt haben.
                              Die Durchfahrten zwischen den dänischen Inseln sollten durch Minensperren gesperrt werden. Für die Engen bei Fehmarn sowie zwischen Gedser und Rostock wollte man Bundesbahn-Fährschiffe als Hilfsminenleger einsetzen, weil diese Fährschiffe aufgrund ihrer Bauweise dafür besonders geeignet waren.
                              Bei Planübungen in den 1960er und frühen 1970er Jahren kam die Marine aber recht schnell zu der Erkenntnis, dass sie gegen einen entschlossen angreifenden Gegner wenig Erfolgsaussichten hatte und dass „…praktisch nur der Einsatz von nuklearen Waffen gegen den Landungsverband aussichtsreich sei“.

                              Quelle:
                              Sander-Nagashima, Johannes Berthold: Die Bundesmarine 1950 bis 1972. Konzeption und Aufbau (Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik, 4) München 2006, S. 162 ff.

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