ich wage schon gar nicht mehr zu fragen, da ich befürchte mit meiner ewigen Fragerei die Leute zu nerven, bzw. langsam damit auf den Geist zu gehen. Ihr mögt es mir verzeihen, doch ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit dem Thema und habe da noch etliche Wissenslücken.
OpZ/BtlGefStd eines Pz-/PzGrenBtl
Im V-Fall wird ein Pz- bzw. PzGrenBtl einerseits durch die bewegliche Befehlsstelle des Kdr aus dem Kommandeurspanzer und andererseits durch S3-/S2-Stabsarbeit der OpZ geführt.
PzGrenBtl 162 hat am VRV mit allen 3 Kampfkompanien Verteidigungsstellung bezogen und wird wie eingangs erwähnt, (arbeitsteilig) von der bew BefStelle Kdr und der OpZ als BtlGefStd Haupt geführt.
Der Kdr und der TrFmOffz sind mit ihrem umgebauten Führungspanzer (Spz Marder – PzGrenTr oder KPz Leopard 1 – PzTr) unterwegs. Der Führungspanzer hat 2 SEMs – BtlFüKs und BrigFüKs, beim Marder ist der Hintere Kampfraum für die 2 Offiziere dementsprechend umgebaut: Mitteltraverse entfernt, so dass vom BtlKdr auch Kartenstudien betrieben werden können – so zumindest meine Annahme (???).
Der BtlKdr d. PzTr ist gleichzeitig Kdt des KPz und hat aufgrund der räumlichen Enge nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Er führt allein über Funk.
Die OpZ eines PzGrenBtl hingegen besteht aus 2 M113FüFu-Pz, die Heck an Heck stehen und dazwischen wird ein Zelt mit Tarnnetz aufgespannt. Was bedeutet genau Licht- u. Arbeitsschleuse? Lichtschleuse vielleicht, dass dem Hauptzelt noch ein kleines Vorzelt vorgeschaltet ist – Lichtdisziplin i.d. Nacht? Und Arbeitsschleuse kann ich überhaupt nicht einordnen.
Was mich sehr interessiert – wie sah eigentlich die tägliche Arbeit aus?
Handelt es sich um einen S3-M113 und einen S2-M113, die notfalls auch allein operieren könnten? Die S2-Zelle (der Begriff Zelle ja erst ab Brig) arbeitet der S3-Zelle zu. Heißt S2 Offz und S2 Fw werten permanent die Feindlage anhand von Spähtruppmeldungen und Nachrichten von der Brigade aus und jetzt mal rein praktisch gesagt, markieren den Overhead-Layer auf der Lagekarte mit roten taktischen Zeichen – PzRgt 113 nähert sich aus Richtung A-Dorf auf B-Dorf, vermutete Absicht des Feindes, eigene Truppen aus B-Dorf zu werfen und in Richtung C-Stadt vorzustoßen. Also sehr viel kurzlebige Spekulation aber Grundlage für den OPPLAN des S3 Offz. Punkt Zwo: der S2 füllt die Spalte des Kräftevergleichs des Gegners.
Der Stabschef nimmt vom S2 die vermutete Feindlage auf und richtet u.a. danach seinen Operationsplan aus. Seinen (vorläufigen) OPPLAN legt er dem Kdr dann zur Genehmigung vor und dieser fasst dann seinen Entschluss.
Wenn meine sehr vereinfachte Darstellung richtig sein sollte, dann verdichtet sich nahezu die gesamte Stabsarbeit im Felde und auch ein Großteil der Belastung während eines Gefechtes geballt auf den S3, denn der muss ständig anpassen, neue Annahmen berücksichtigen, alles wieder umwerfen und immer wieder einen neuen, der Lage angepassten Plan ausarbeiten.
Dann trägt nicht der Kdr., sondern der S3 die Hauptbelastung, denn dieser muss schließlich (widersprüchliche) Funksprüche auswerten, ist nie vor Ort, sondern ausschließlich an die OpZ gebunden und muss Entscheidungsgrundlagen vorlegen.
Der nicht ortsgebundene Kdr pendelt vor Ort bei den Kampfkompanien und rückwärts bei der OpZ hin und her und muss die oben genannten Entscheidungsgrundlagen nur abnicken – „Es ist mein Entschluss ….“ Aber ist das denn die Wirklichkeit?
HDv ist HDv aber in der Hitze des Gefechtes und bei sich permanent ändernden Lagen sollte auch der S3, sofern er denn aktuellere Lagekenntnis als der Kdr besizt, die Machtbefugnis haben, z.B. der 4./- den Befehl zu geben, auf Linie TANGO-FOXTROTT auszuweichen, etc.
Vielleicht ist es aber auch viel zu heiß, um jetzt darüber nachzudenken …
Grüße


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