Der Großteil dieser Boote wurde in den 70ern dann allerdings ausgesondert und verkauft. Neben verbleibenden solchen Booten und den Hafenschleppern und ähnlichen Hafenfahrzeugen der Stützpunkte stand danach dann (als "Gerätebestand") nur noch die Flotille des BWB als Reserve für diese Einheiten zur Verfügung.
Bundesmarine im Kalten Krieg
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Die Bundesmarine verfügte in den 60ern und 70ern über Dutzende alte Minenräum- und Suchboote sowie Arbeitsboote, die aus Beständen der Kriegsmarine oder Nachkriegsorganisationen (Labor Service, Rhine River Patrol etc) stammten. Diese waren an den Stützpunkten, Truppenübungsplätzen, Schulen und z.B. als Verbindungsboote eingesetzt, im Großteil ab Anfang der 60er. Die Geschwader wurden ursprünglich gebildet um diese im V-Fall organisatorisch zusammenzufassen und einer Funktion zuzuführen.
Der Großteil dieser Boote wurde in den 70ern dann allerdings ausgesondert und verkauft. Neben verbleibenden solchen Booten und den Hafenschleppern und ähnlichen Hafenfahrzeugen der Stützpunkte stand danach dann (als "Gerätebestand") nur noch die Flotille des BWB als Reserve für diese Einheiten zur Verfügung.
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Wobei noch die Frage offen bleibt, ob nicht im Rahmen der "Materiellen Mobilmachungsergänzung" auch Boote und Schiffe von Privat eingezogen wurden, ähnlich wie es auch mit Kraftfahrzeugen und anderem Gerät geschah.Zitat von kato Beitrag anzeigenNeben verbleibenden solchen Booten und den Hafenschleppern und ähnlichen Hafenfahrzeugen der Stützpunkte stand danach dann (als "Gerätebestand") nur noch die Flotille des BWB als Reserve für diese Einheiten zur Verfügung.
Anscheinend hat man sich aber in der Frage der Heranziehung ziviler Schiffe noch mehr bedeckt gehalten, als das bei der MatMobErg sowieso der Fall war. Ich zitiere aus einer Bundestagsdrucksache (Große Anfrage der GRÜNEN vom Sommer 1989, Drucksache 11/4836, S. 15):
d) Frage: Wie viele in der Bundesrepublik Deutschland zugelassene Binnenschiffe werden über das Bundesleistungsgesetz für den Kriegsfall requiriert?
Antwort: Grundsätzlich unterliegt die Inanspruchnahme aller Binnenschiffe den Vorschriften des Bundesleistungsgesetzes. Die Anzahl der heranzuziehenden Schiffe läßt sich nicht fixieren.
e) Frage: Treffen Informationen der Fraktion DIE GRÜNEN zu, wonach bei der WINTEX-CIMEX-Übung im März 1987 bereits am zweiten „Kriegstag" 180 Binnenschiffe über das Bundesleistungsgesetz beschlagnahmt waren?
Antwort: Einzelheiten der NATO-Übung WINTEX-CIMEX unterliegen der Geheimhaltung.
Auch sonst werden in dieser Drucksache eine ganze Reihe interessanter Fragen zur Gesamtverteidigung behandelt.
Es gab auch spezielle Lehrgänge für Handelsschiffsoffiziere, bei denen diese in wenigen Wochen zum Reserveoffizier ausgebildet wurden. Auch für Funker auf Handelsschiffen gab es entsprechende Einweisungen für den Funkverkehr im Spannungs- und V-Fall. Und nicht zuletzt lagen im Safe des Kapitäns entsprechende, als Verschluss-Sache eingestufte Anweisungen für den Ernstfall. Ich bin mir allerdings nicht mehr ganz sicher, wo ich darüber etwas gelesen habe. Es könnte bei Johannes Berthold Sander-Nagashima, "Die Bundesmarine: 1950 bis 1972 - Konzeption und Aufbau" oder bei Florian Reichenberger, "Der gedachte Krieg: Vom Wandel der Kriegsbilder in der Bundeswehr" gewesen sein.
Marine ist nun mal nicht mein Schwerpunkt.Zuletzt geändert von Nemere; 19.02.2019, 15:40.
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Moin,
schaut mal unter https://de.wikipedia.org/wiki/Marineschifffahrtleitung nach. Früher gab es vier Marineschifffahrtsleitstellen (MSLtSt) in Kiel, Hamburg, Bremerhaven und Emden. Es gibt heute noch eine Folgeorganisation Dienststelle in Hamburg, welche zwar etwas geänderte Aufgaben hat.
Da gibt es spannende Mob-Stellen.
Viele Grüße
Leif
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Ich kann mich an eine Fahrt erinnern, an der ein Reservist als Offizier mitgefahren ist.Zitat von Nemere Beitrag anzeigenEs gab auch spezielle Lehrgänge für Handelsschiffsoffiziere, bei denen diese in wenigen Wochen zum Reserveoffizier ausgebildet wurden.
Er war Korvettenkapitän, hatte also den selben Dienstgrad wie der Kommandant, da er wohl im Zivilen Kapitän auf großer Fahrt war - seemännisch also pauschal jedem Marineoffizier überlegen.
Allerdings durfte er kein Kriegsschiff alleine fahren, daher wurde ihm ein (wirklich junger) Leutnant zur Seite gestellt, was dem Reservist übelst aufgestoßen war ...
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So ist das eben. Ich bekam als Zugführer einen Lt von einer Sportfördergruppe vorgesetzt. Er sollte sein Truppenpraktikum machen. ZUm Glück sah er ein, dass er nicht so wirklich Plan hatte und wir hatten einen Deal: Ich sagte, was lief, er hörte zu und er bekam am Ende die Loorbeeren. Lief sehr gut."Damals, als ich in meinem Alter war..."
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