„Spuren“ des Kalten Krieges im Fichtelgebirge

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  • TopOfTheRock (†)
    Cold Warrior
    • 15.11.2007
    • 460

    #16
    Na ja, wundert mich gar nicht. Ist doch die ideale Party Location. Einsam gelegen, man kann machen was man will und wenn dann noch die Tür auf ist....

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    • CampGates
      Cold Warrior
      • 14.01.2009
      • 1064

      #17
      Zitat von Fischi Beitrag anzeigen
      Hallo, hab mich gerade eben aufgrund dieses Threads mal hier registriert.
      Ich war heute auch mal im Camp Gates. Das haus mit dem Balkon ist unbewohnt. Die Tür steht offen und ansonsten ist der Zustand auch eher bescheiden.

      Die anderen Gebäude sind in einem eher schlechten Zustand.
      Ich denk mal die Heizungsrohre etc. sind alle aufgrund des stregen Winters hinüber. Was mich aber wunderte, dass dort eine Zeitschrift lag aus dem Jahre 2004-2005 und Fly aus diesem Jahr.

      Komisch Komisch.

      Werd dort aufjednfall nochmal vorbeischauen und paar Fotos machen.

      Gruß Fischi
      Ich überlege auch schon die ganze Zeit, ob ich das Gelände durch eines der zahlreichen Löcher im Zaun mal betreten soll um etwas genauere Erkundungen anstellen zu können! Aber irgendwie hab ich etwas Respekt davor, auch mit dem Hintergrund, daß das Camp Gates auf Grund des nachstehenden Vorfalls mit Sicherheit ab und zu "beobachtet" wird:

      Brand/Marktredwitz ? Ein Spaziergänger stellte am vergangenen Sonntag fest, dass schon vor einigen Tagen auf dem Gelände des ehemaligen ?Camp Gates? bei Haingrün ein Gebäude abgebrannt ist. Wie sich herausstellte, wurde eine ehemalige Kfz-Werkstatt ein Raub der Flammen.


      Gruß Hagen

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      • CampGates
        Cold Warrior
        • 14.01.2009
        • 1064

        #18
        Servus zusammen,

        wie schon vor längerer Zeit angekündigt, möchte ich als nächste „Spur des Kalten Krieges im Fichtelgebirge“ die ehemaligen militärischen Anlagen am Schneeberg vorstellen.

        Zitat von CampGates Beitrag anzeigen
        Der nächste Beitrag zu diesem Thema soll sich mit den ehemaligen militärischen Anlagen am Schneeberg befassen! Bis dahin kann es jedoch noch etwas dauern, ich muß erst mal auf Wanderung gehen und Photos schießen!

        Gruß Hagen
        Heute zeige ich nur ein paar Photos, die bei einer Schlittentour (die ehemalige asphaltierte Militärzufahrt zum Schneeberggipfel eignet sich bestens dafür!) am 14.02.2009 entstanden sind. Leider verdeckt der viele Schnee so manches. Aber es wird ja bestimmt auch wieder mal Frühling und Sommer!

        Allgemein ist zu sagen, daß der Schneeberg mit 1051 m über NN der höchste Berg des Fichtelgebirges ist und in dessen zentralen Höhenzug liegt. Der Gipfel wurde zwischen 1950 und 1994 militärisch genutzt. Weitere textliche Erläuterungen werde ich noch zu einem späteren Zeitpunkt beifügen.

        Hier die Erklärungen zu den Photos:

        SCHNEE_01: Turm und Aussichtsturm „Backöfele“ aus der Ferne
        SCHNEE_02: Schutzzaun und Verwaltungsgebäude
        SCHNEE_03: Nahaufnahme Turm und Aussichtsturm „Backöfele“
        SCHNEE_04: Gebäude am Fuß des Turmes
        SCHNEE_05: Weiteres Gebäude am Fuß des Turmes

        Gruß Hagen
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        • Geograph
          Wallmeister
          • 10.05.2006
          • 7602

          #19
          … wie schon vor längerer Zeit angekündigt, möchte ich als nächste „Spur des Kalten Krieges im Fichtelgebirge“ die ehemaligen militärischen Anlagen am Schneeberg vorstellen.

          Heute zeige ich nur ein paar Photos, die bei einer Schlittentour (die ehemalige asphaltierte Militärzufahrt zum Schneeberggipfel eignet sich bestens dafür!) am 14.02.2009 entstanden sind.
          »Schnee-Spur« des Kalten Krieges am Schneeberg im Fichtelgebirge…


          Super Aufnahmen! Vielen Dank!



          Aber es wird ja bestimmt auch wieder mal Frühling und Sommer!
          Da soll einer sagen, die Deutschen wären Pessimisten …


          .
          sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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          • CampGates
            Cold Warrior
            • 14.01.2009
            • 1064

            #20
            Zitat von CampGates Beitrag anzeigen
            Servus zusammen,

            wie schon vor längerer Zeit angekündigt, möchte ich als nächste „Spur des Kalten Krieges im Fichtelgebirge“ die ehemaligen militärischen Anlagen am Schneeberg vorstellen.
            [...]
            Weitere textliche Erläuterungen werde ich noch zu einem späteren Zeitpunkt beifügen.
            Die eigentliche militärische Nutzung des Schneeberggipfels begann schon vor dem Kalten Krieg im Jahre 1938, als die Deutsche Luftwaffe einen Holzturm errichtete, der jedoch 1942 abbrannte.

            Am 14. November 1951 "besetzte" dann die US Army eine Teil des Gipfels, sperrte diesen weiträumig ab und errichtete mehrere Gebäude, darunter auch eine Turnhalle, eine Werkstatt sowie Stahlträgerkonstruktionen für Antennen und Parabolspiegel. Im August 1991 verließen die Amerikaner den Schneeberg, offiziell wurde deren Nutzung am 30.04.1992 beendet. Alle US-Anlagen wurden zwischen 2003 und 2004 abgebrochen.

            Ab 1961 nutze die Bundeswehr den an das US-Areal angrenzenden Gipfelbereich. Der Bau der Anlagen und des über 70 m hohen Fernmeldeturmes begann 1962 und wurde 1967 abgeschlossen. Ab 1972 wurden zusätzliche Gebäude errichtet, darunter eine Kantine und Werkstätten sowie weitere Anbauten am Turm. Am 30.10.1994 wurde die Bundeswehrliegenschaft Schneeberg endgültig aufgelöst. Die Gebäude und Anlagen sind bis heute weitestgehend erhalten (siehe Photos oben) und werden zivil genutzt.

            Während der militärischen Nutzung wurde das amerikanische Areal des gesperrten Schneeberggipfels anlässlich des 50. Jahrestages der Baufertigstellung des Aussichtturmes "Backöfele" am 29.08.1976 für die Bevölkerung freigegeben. An diesem Tag kamen mehr als 10.000 (!!!) Besucher auf dem Gipfel!!! (Quelle: Siehe Literaturhinweis unten)

            Hier noch ein Link mit ein paar schönen Photos zum Thema:

            Schneeberg im Fichtelgebirge

            Weitere Informationen sowie interesante Photos findet man u. a. auch in „Der Schneeberg - höchster Berg des Fichtelgebirges“ von Rudolf Thiem aus „Das Fichtelgebirge, Schriftenreihe zu seiner Geschichte, Natur und Kultur“, Broschüre 13/2006, ISBN 3-926621-47-8

            Gruß Hagen

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            • CampGates
              Cold Warrior
              • 14.01.2009
              • 1064

              #21
              Die ehemalige militärische Anlage auf dem "Großen Kornberg"

              Servus miteinander,

              so, die nächste „Spur des Kalten Krieges im Fichtelgebirge“, die ich hier vorstellen möchte, ist die ehemalige militärische Anlage auf dem Großen Kornberg.

              Der Große Kornberg ist mit 827 m über NN der nordöstliche Eckpunkt des Fichtelgebirgs-Hufeisens. Auf seinem Gipfel steht ein Aussichtsturm des Fichtelgebirgsvereins (FGV), genannt „Schönburgwarte“ sowie der zwischen 1973 und 1976 errichtete Aufklärungsturm der Bundeswehr, der von der Fernmeldekompanie 946, die in Hof/Saale stationiert war, bis 1994 betrieben wurde. Auf dem Gipfel führt von Nordwesten her eine asphaltierte Zufahrtsstraße, deren Nutzung damals nur für das Militär bestimmt war.

              Einige Male im Jahr bauten auch Military Intelligence-Einheiten der US Army (u. a. 501st Military Intelligence Battalion der 1. US Panzerdivision „OLD IRONSIDES“, waren in den Achtzigern des vorherigen Jahrhunderts in Ansbach, Katterbach Kaserne, stationiert) ihr Lager für jeweils mehrere Wochen am Kornberggipfel oder am Fuß der Skipiste gelegenen Parkplatz auf, um den „Feind“ im Osten abzuhören.

              Der ca. 64 m hohe Fernmeldeturm, auf welchem sich derzeit Wetter-, Funkrelaisstationen und die Anlagen von Mobilfunkanbietern befinden, wird heute, nach der militärischen Nutzung, vom Fraunhofer-Institut aus Erlangen unterhalten und verwaltet.

              Heute möchte ich hier ein paar Photos von der ehemaligen Bundeswehranlage zeigen, die Anfang November 2009, bei leider nicht optimalen Bedingungen (einsetzende Dämmerung, leichter Nebel), vom Aussichtsturm „Schönburgwarte“ aus aufgenommen wurden:

              Geographische Lage (Quelle GOOGLE EARTH):






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              • CampGates
                Cold Warrior
                • 14.01.2009
                • 1064

                #22
                Fortsetzung "Großer Kornberg"









                Hier noch drei Links zum Thema:

                Willkommen auf dem großen Kornberg im Fichtelgebirge

                Die Internetplattform für Unterkunftshäuser und Berge im Fichtelgebirge.

                Der Große Kornberg im Fichtelgebirge

                Gruß Hagen

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                • Geograph
                  Wallmeister
                  • 10.05.2006
                  • 7602

                  #23
                  »Großer Kornberg«

                  Heute möchte ich hier ein paar Photos von der ehemaligen Bundeswehranlage zeigen, die Anfang November 2009, bei leider nicht optimalen Bedingungen (einsetzende Dämmerung, leichter Nebel), vom Aussichtsturm „Schönburgwarte“ aus aufgenommen wurden …

                  Beeindruckende Aufnahmen!…………


                  .
                  sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

                  Kommentar

                  • CampGates
                    Cold Warrior
                    • 14.01.2009
                    • 1064

                    #24
                    "Luftige Exkursion"

                    Hallo miteinander,

                    wie die "Jungfrau zum Kinde" kam ich am gestrigen Sonntag zu einer "luftigen Exkursion" auf den ehemaligen Fernmeldeturm der Bundeswehr auf dem Großen Kornberg. Wir (Fichtelgebirgsverein) hielten unseren monatlichen "Turmdienst" auf der Schönburgwarte am Großen Kornberg ab. So gegen 16:00 Uhr besuchte uns eine Wandergruppe, um sich mit einem Getränk zu erfrischen. Nach kurzem Gespräch erhielt ich die Information, daß die Gruppe anschließend beabsichtigte, den ehemaligen Bundeswehraufklärungsturm zu besteigen. Meine Frage, ob ich mich wohl anschließen könnte, wurde bejaht. Welch einmalige Gelegenheit!! Während der Exkursion stellte sich dann heraus, daß ein Mitglied der Wandergruppe, eine ehemaliger Bundeswehrsoldat war, der 1994 als "Letzter" den Turm "zusperrte" und somit die Epoche des "Kalten Krieges" auf dem Großen Kornberg für immer beendete.

                    Nun einige Photos, die ich während des kurzen, aber interessanten Aufenthaltes im ehemaligen Sperrgebiet "geschossen" habe (teilweise läßt leider die Qualität etwas zu wünschen übrig):

                    Wachhäuschen an der Zaunpforte


                    Nebengebäude, wird heute vom Fraunhofer-Institut genutzt


                    Fernmeldeturm von unten


                    Eingangsbereich Turm 1


                    Weitere Photos folgen...

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                    • CampGates
                      Cold Warrior
                      • 14.01.2009
                      • 1064

                      #25
                      "Luftige Exkursion", Fortsetzung

                      Eingangsbereich Turm 2


                      Blick nach oben im Treppenhaus des Turms 1 (der Aufzug wurde nicht benutzt, da eine tadellose Funktion nicht mehr gewährleistet ist)


                      Blick nach oben im Treppenhaus des Turms 2


                      Oben angekommen 1


                      Weitere Photos folgen…

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                      • CampGates
                        Cold Warrior
                        • 14.01.2009
                        • 1064

                        #26
                        "Luftige Exkursion", Fortsetzung

                        Oben angekommen 2


                        Blick auf das Nebengebäude von oben


                        Blick nach Süden auf das Fichtelgebirge (Kösseine im Hintergrund)


                        Blick auf die Schönburgwarte von oben


                        Noch eine Information zu den Räumlichkeiten im Inneren des Turmgebäudes: Außer der Heizungsanlage (nicht mehr in Betrieb), einigen Elektroschaltschränken und Notstromaggregaten sind diese komplett "entkernt".

                        War wirklich eine tolle Sache, die sicher noch etwas länger in meiner Erinnerung bleiben wird!

                        Gruß Hagen

                        Kommentar

                        • CampGates
                          Cold Warrior
                          • 14.01.2009
                          • 1064

                          #27
                          Die ehemalige militärische Anlage auf dem "Schneeberg", Zeitungsberichte

                          Hallo miteinander,

                          nachfolgend zwei interessante Links zu Berichten aus der "FRANKENPOST" vom 23.04.2011 bezüglich o. g. Thema:

                          Jakob Strohschein schiebt schon drei Jahre lang Dienst bei Wind und Wetter, ehe der Turm steht. Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg sitzt den Horchposten auf dem höchsten Gipfel des Fichtelgebirges im Nacken.


                          Wunsiedel - Der 75 Meter hohe Fernmeldeturm des Sektors E auf dem Schneeberg ist seit 28. Oktober 2009 ein Denkmal.



                          Zur Ergänzung noch die zitierten Berichte:

                          "Soldat der ersten Stunde

                          Jakob Strohschein schiebt schon drei Jahre lang Dienst bei Wind und Wetter, ehe der Turm steht. Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg sitzt den Horchposten auf dem höchsten Gipfel des Fichtelgebirges im Nacken.

                          Jakob Strohschein schiebt schon drei Jahre lang Dienst bei Wind und Wetter, ehe der Turm steht. Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg sitzt den Horchposten auf dem höchsten Gipfel des Fichtelgebirges im Nacken.
                          Wunsiedel - Zusammen mit dem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Fichtelgebirges, dem Turm auf dem Schneeberg, ist er in die Jahre gekommen: Jakob Strohschein ist allerdings schon vor dem monströsen Betonbauwerk auf dem Berg gewesen. Quasi als Soldat der ersten Stunde. Im Kalten Krieg ist er Schicht um Schicht auf dem Horchposten, um zu lauschen, was der Feind im Osten in der Luft treibt. Der Feind, das sind die Tschechen, die Ungarn, die Slowenen und der Süden der DDR. Ihnen gilt die gesamte Aufmerksamkeit bei der Luftraumüberwachung.
                          "Eine komische Einheit"
                          Wenige Monate, nachdem Strohschein 1958 endlich beim Bund ist, zitiert ihn der Chef zu sich, um ihm mitzuteilen, "dass man in Mannheim eine komische Einheit zusammenstellt, die Leute mit Ost-Sprachen suchen". Endlich kommt dem jungen Strohschein zugute, was bislang ein Hindernis in der neuen deutschen Heimat scheint: Er spricht fließend Russisch. Am 21. August 1961 wird Jakob Strohschein "als erster Bundeswehrsoldat mit vier Leuten auf den Schneeberg kommandiert".
                          Luxus kennt man hier oben nicht. Während die Amerikaner in einem Steinhaus aus dem Dritten Reich arbeiten, sitzen die deutschen Horchposten in drei Lkw. "Da haben wir gewohnt, gegessen und gearbeitet", erinnert sich Strohschein im Gespräch mit der Frankenpost. Von August 1961 bis kurz vor dem Einzug in den Turm ist der aus Bessarabien stammende Soldat "der Leitende auf dem Schneeberg", wie er erzählt. "1963 hat die Vorbereitung für Babylon begonnen", erzählt er. Damit meint er den Turmbau. Die ersten Bäume werden gefällt, riesige Gesteinsbrocken gesprengt. "Meter für Meter habe ich zugeschaut, wie der Turm wächst." Nach über drei Jahren Bauzeit nimmt der Fernmeldesektor E 1967 seine Arbeit auf.
                          Ehe Strohschein in Schönbrunn baut, erkundigt er sich bei seinem Chef, "ob ich auch nicht mehr mit einer Versetzung rechnen muss." Und da habe ihm der Oberstleutnant versichert: "Wenn kein Krieg kommt, bleibst Du auf dem Schneeberg bis zum Schluss."
                          Stets schieben 20 bis 40 Mann pro Schicht Dienst. Rund um die Uhr. "Wenn es kritisch wurde während des Kalten Kriegs haben wir Verstärkung aus anderen Einheiten geholt. Wenn Manöver in Grenznähe waren, wurde die Überwachung extrem verstärkt. Dann wurden die Sprachler aus den anderen Türmen von den Alpen bis zur Ostsee zusammengezogen. Es gibt entlang der früheren Grenze keinen Turm, in dem ich nicht gearbeitet habe", sagt Strohschein.
                          Allzu gut erinnert er sich an die Tschechen-Krise 1968. "Da hatte man schon das Gefühl, der Krieg bricht wieder aus. Ich war zu der Zeit in Köln auf einem Übersetzer-Lehrgang und musste umgehend zur Einheit zurück." Auch die Kuba-Krise einige Jahre zuvor habe höchste Alarmstufe bedeutet.
                          Vieles auf dem Schneeberg läuft routiniert ab. "Vor allem, wenn der Tag des Sieges am 9. Mai drüben gefeiert wurde. Dann hat sich unsere Karter-Gruppe gleich zu Dienstbeginn in die Ecke verzogen und den ganzen Tag gespielt. Da hat es gereicht, wenn einer den gesamten Flugverkehr überwacht. Ähnlich war es zur Oktoberrevolution und zu Silvester. Da herrschte im Feindesland totale Stille." Auch als der Deutsche Mathias Rust am 28. Mai 1987 auf dem Roten Platz in Moskau landet und den Geheimdienst mobilisiert, dreschen die Zivilisten und Soldaten eifrig Karten im Turm, ehe alle in Alarmbereitschaft versetzt werden.
                          Einfach abgeschossen
                          "Brenzlig wurde die Situation immer, wenn sich einer aus dem Osten oder Westen in den verbotenen Flugraum verflogen hat." Jakob Strohschein kann sich wie gestern an eine "ganz schlimme Sache" erinnern: "Da war eine Cessna von Braunschweig mit asthmakranken Kindern in eine Klinik gestartet und hatte sich in die DDR verflogen. Sofort schickten die einen Jagdflieger hoch, der vom Boden den Befehl zum Abschuss bekam. Ich habe alles per Funk mitverfolgt. Auch, als die Cessna mit den Kindern zum Teufel ging."
                          In der Hochphase der Überwachung leben in der Wunsiedler Kaserne, die 1964 bezogen worden ist, rund 250 Soldaten. Zwischen 100 und 120 Männer wechseln sich in Schichten auf dem Schneeberg-Turm ab. "Bis 1997 werden die letzten Dinger auf dem Schneeberg abgebaut", erzählt Strohschein. "Der Feind ist weg, es gibt nichts mehr zu tun", wissen er und all die Sprachler, die über Jahrzehnte auf Russisch, Tschechisch, Polnisch und Ungarisch verfolgt haben, was sich jenseits der wohl abgeschirmtesten Grenze während des Kalten Kriegs ereignet hat.
                          Bis zur Wiedervereinigung
                          Als Strohschein von seinem Bruder gefragt wird, wie lange er noch für die Bundeswehr zu arbeiten gedenke, "habe ich ihm gesagt, bis die Wiedervereinigung kommt. Natürlich habe ich daran auch nicht geglaubt." Die letzten acht Jahre, ehe Jakob Strohschein in Pension geht, verbringt der Schneeberg-Soldat der ersten Stunde in der Hofer Kaserne, die er als Oberstabsfeldwebel und Chef-Dolmetscher verlässt. Am 31. März 1990, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Nicht ohne Stolz sagt er heute: "Ich war von Anfang bis Ende dabei."

                          Appell an Ehemalige
                          Jakob Strohschein bittet alle ehemaligen Mitarbeiter des Sektors E, sich wegen eines Treffens in Wunsiedel bei ihm zu melden. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer 09232/3101."


                          (Quelle: "FRANKENPOST" vom 23.04.2011)



                          "Ein monumentales Zeugnis

                          Wunsiedel - Der 75 Meter hohe Fernmeldeturm des Sektors E auf dem Schneeberg ist seit 28. Oktober 2009 ein Denkmal. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat den Turm aus Stahl und Beton mit 16 sich nach oben verjüngenden Geschossen und einem Turmkorb in die Denkmalliste nachgetragen: Der Turm im Weißenstädter Forst Süd gehört zu einer Gruppe von fünf Aufklärungs-Türmen, die von den EloKa-Einheiten (Elektronische Kampfführung) der Bundeswehr aufgestellt und betrieben wurden.
                          Diese seit 1960 geplanten Fernmeldetürme bildeten unmittelbar an der Grenze zum Eisernen Vorhang eine Kette, um über die Truppenbewegungen in der ehemaligen DDR und CSSR aufzuklären. Von fünf Türmen sind noch vier erhalten. Der Turm im Harz wurde laut Jakob Strohschein gesprengt. "Ich hatte schon befürchtet, unseren Turm ereilt das gleiche Schicksal." Ob von Marktredwitz oder von Nürnberg kommend - "da weiß ich immer, jetzt bin ich daheim, wenn ich den Turm auf dem Schneeberg sehe".
                          Prototyp für alle Türme
                          Der Turm des Fernmeldesektors E auf dem Schneeberg im Fichtelgebirge war der erste Turm dieser Bauart und Prototyp für die Folge-Bauten. Die Erhaltung des Turms liegt laut Denkmalschutzgesetz in der "hohen geschichtlichen Bedeutung".
                          "Der Turm auf dem Schneeberg ist ein monumentales Zeugnis der scharfen Konfrontations-Situation mitten in Deutschland und der 1990 untergegangenen Weltordnung des Kalten Krieges", heißt es in der Begründung für die Aufnahme in die Denkmalschutzliste. Die durch seine Funktion bedingte exponierte Lage des Turms und seine Höhe von 75 Metern machten das Bauwerk zu einer landschaftlichen Dominante.
                          Herrliches Ausflugsziel
                          Wenn es nach den Wünschen Jakob Strohscheins ginge, "sollte man das Areal rund um den Turm zu einem Ausflugsziel gestalten, damit alle etwas von der herrlichen Natur dort oben haben". In den Alpen gebe es viele Beispiele. Ein Übernachtungsproblem gebe es nicht: "Schlafräume, eine große Küche - dort oben gibt es praktisch alles, was man für ein Ausflugsziel bräuchte." zys"


                          (Quelle: "FRANKENPOST" vom 23.04.2011)

                          Gruß Hagen

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                          • Thunderhorse
                            Cold Warrior
                            • 09.02.2006
                            • 2065

                            #28
                            [QUOTE=CampGates;21796]Hallo miteinander,

                            nachfolgend zwei interessante Links zu Berichten aus der "FRANKENPOST" vom 23.04.2011 bezüglich o. g. Thema:

                            Jakob Strohschein schiebt schon drei Jahre lang Dienst bei Wind und Wetter, ehe der Turm steht. Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg sitzt den Horchposten auf dem höchsten Gipfel des Fichtelgebirges im Nacken.


                            Wunsiedel - Der 75 Meter hohe Fernmeldeturm des Sektors E auf dem Schneeberg ist seit 28. Oktober 2009 ein Denkmal.



                            Zur Ergänzung noch die zitierten Berichte:

                            [B]"Soldat der ersten Stunde

                            Jakob Strohschein schiebt schon drei Jahre lang Dienst bei Wind und Wetter, ehe der Turm steht. Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg sitzt den Horchposten auf dem höchsten Gipfel des Fichtelgebirges im Nacken.

                            Einfach abgeschossen
                            "Brenzlig wurde die Situation immer, wenn sich einer aus dem Osten oder Westen in den verbotenen Flugraum verflogen hat." Jakob Strohschein kann sich wie gestern an eine "ganz schlimme Sache" erinnern: "Da war eine Cessna von Braunschweig mit asthmakranken Kindern in eine Klinik gestartet und hatte sich in die DDR verflogen. Sofort schickten die einen Jagdflieger hoch, der vom Boden den Befehl zum Abschuss bekam. Ich habe alles per Funk mitverfolgt. Auch, als die Cessna mit den Kindern zum Teufel ging."






                            Vorfall ereignete sich am 19. 04.1970 im Bereich Kaulitz bei Salzwedel.
                            Die Maschine mit dem Piloten, ein mitfliegender Vater und 5 kranke Kinder (Atemwegserkrankung) startete in Lüneburg.
                            Durch schlechtes Wetter und Problemen mit dem Funk geriet die Maschine in den unmittelbaren Bereich zur innerdeutschen Grenze.
                            Nach erfolglosen Abdrängversuchen durch 2 Jets, wurde die Cessna mit 2 Feuerstößen beschossen. nach Treffern im Rumpf und Leitwerk Notlandung im o.a. Bereich auf DDR-Gebiet.
                            Rückkehr der Kinder am nächsten Tag, Pilot und Elternteil ca. 3 Wochen später.
                            Zuletzt geändert von Thunderhorse; 27.04.2011, 08:36.

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                            • Nemere
                              Cold Warrior
                              • 12.06.2008
                              • 3309

                              #29
                              Aktueller Stand zu Camp Gates in Brand / Marktredwitz:

                              Seit 1991 steht das Camp Gates bei Haingrün leer. Seit die US-Soldaten abgezogen sind, bleibt das Gelände sich selbst überlassen. Alle Pläne für eine sinnvolle Nachnutzung scheiterten bisher.

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                              • CampGates
                                Cold Warrior
                                • 14.01.2009
                                • 1064

                                #30
                                "Ein Solarpark in Camp Gates"

                                Neuigkeiten vom Camp Gates, leider keine guten...

                                Wo US-Soldaten während des Kalten Krieg übten, sollen noch in diesem Jahr Sonnenstrahlen Strom erzeugen. Wegen der Förderung drängt die Zeit. Der Betreiber kommt aus Niederbayern. Der Stadtrat stimmt zu.

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