Abriss von Gebäuden entlang der einstigen Grenze der DDR zum Bezirk Unterfranken.

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  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1918

    #1

    Abriss von Gebäuden entlang der einstigen Grenze der DDR zum Bezirk Unterfranken.

    Im Rahmen der Grenzsicherungsmassnahmen seitens der DDR wurden Gebäude / Weiler / Höfe / Ortsteile am Grenzverlauf und im bzw. außerhalb des Schutzstreifen geräumt und in den Folgejahren bis in die 80er Jahre hinein abgerissen.
    Entlang der Grenze des Regierungsbezirk Unterfranken zum einstigen Bezirk Suhl (Lkr. Meiningen und Hildburghausen) betraf es auch einige Objekte.
    Beginnend in der Hochrhön:

    Die Sophienhöhe.



    Die Rhön im Herzen von Deutschland. Dein Ort zum Wandern, Entspannen und Genießen.


    Im Sommer 1945 übernahm zunächst die russische Besatzungsmacht das Domizil und betrieb es für ihre Zwecke.
    Das Haus wurde von der SMAD (Sowjetischen Militär-Administration) den deutschen Behörden überlassen. Nach weiteren Umbauten wurde es von SED-Untergliederungen als Erholungsheim für Funktionäre genutzt.

    Die Umgebung wurde nach 1952 weitgehend von Baum- und Buschbestand befreit und war dann eine Zeitlang unbenutzt – kurzzeitig sogar noch bewohnt - denn dieses wunderschöne Kurheim hatte einen kapitalen Fehler: Es war zu nahe an der Zonengrenze gelegen! Der zum Haus gehörende große Garten lag bereits jenseits der Demarkationslinie – also im „Westen“.

    Am 09. August 1967 begann der Abriss des Hotels, mit Nebengebäuden, durch Zivile Ar-beitskräfte der DDR. Zunächst wurden die Einrichtungsgegenstände abtransportiert, an-schließend der Dachstuhl, Fenster, Türen und anderes verwertbares Material ins Hinterland abgefahren. Am 30. und 31. August 1967 sprengte ein Sprengkommando die noch stehenden Mauerteile.
    Während der Abbrucharbeiten war ständig eine Streife des Bundesgrenzschutz aus Oerlen-bach (GSA III/2) vor Ort. Kurz vor den jeweiligen Sprengungen kam es zu Kontaktaufnah-men seitens der Sicherungskräfte des NVA-Kdo Grenze.
    Vom 01. Bis 11. September 1967 erfolgte durch zivile Arbeitskräfte der Abtransport des Bau-schutt der Gebäude, in Richtung Frankenheim/DDR.

    Luftaufnahme BGS, Archiv TH
    Sophienhöhe mit Nebengebäude Sommer 1966
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    Zuletzt geändert von Thunderhorse; 28.07.2019, 14:32.
  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1918

    #2
    Ebenfalls ab 1952 im Schutzstreifen gelegen, das Gut Gereuthof, sw Helmershausen.
    Die Bewohner wurde im Rahmen Aktion Ungeziefer 1952 ausgesiedelt.
    Die Gebäude wurde in 1973 beginnend bis 1974 gänzlich dem Erdboden gleich gemacht.

    Heute ist der Ort eine Wüstung.
    Familie Bender wurde 1952 aus dem Grenzgebiet zwangsausgesiedelt, 1994 bekam sie ihr Anwesen zurück. Heute lebt die Wüstung Gereuthof – auf ganz eigene Art und Weise.


    Luftbildaufnahme vom Oktober 1973, Quelle BGS / Archiv TH
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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1918

      #3
      Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
      Ebenfalls ab 1952 im Schutzstreifen gelegen, das Gut Gereuthof, sw Helmershausen.
      Die Bewohner wurde im Rahmen Aktion Ungeziefer 1952 ausgesiedelt.
      Die Gebäude wurde in 1973 beginnend bis 1974 gänzlich dem Erdboden gleich gemacht.

      Heute ist der Ort eine Wüstung.
      Familie Bender wurde 1952 aus dem Grenzgebiet zwangsausgesiedelt, 1994 bekam sie ihr Anwesen zurück. Heute lebt die Wüstung Gereuthof – auf ganz eigene Art und Weise.


      Luftbildaufnahme vom Oktober 1973, Quelle BGS / Archiv TH
      Das Gelände am ehemaligen Gereuthof im Jahre 1975.
      Gebäude abgerissen, Teich verfüllt und Gelände planiert.
      Luftaufnahme von Sommer 1975, Quelle BGS / Archiv / TH
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      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 1918

        #4
        Gut Schmerbach s Helmershausen im ehemaligen Grenzabschnitt 43, lag im Schutzstreifen.
        Im Juni 1970 wurde ein BT11 am östlichen Waldrand errichtet und mit dem Bau des Schutzstreifenzaun begonnen. Gleichzeitig wurde erste, geräumte Gebaude abgerissen.
        Im Jahr 1974 war das Gut Schmerbach, bis auf den Trafotirum dem Erdboden gleichgemacht worden.

        Fotos: Frank Ch / TH, Archiv TH
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        • Thunderhorse
          Cold Warrior
          • 09.02.2006
          • 1918

          #5
          Gut Ruppers, südwestlich von Stedtlingen gelegen.
          1317 erstmals erwähnt. Beim Kauf 1393 erwarb die Familie von Stein eine Hälfte von Ruppers und 1459 die zweite Hälfte, zu jener Zeit im Besitz der Familie von der Thann.
          Juli 1945 besetzten die Sowjetischen Streitkräfte das Gut.
          Im September 1945 erfolgte die Bodenreform im Land Thüringen. Enteigung der Besitzer und Sprengung des Schloss.
          Nachnutzung durch angesiedelte Bauern.
          1972 erfolgte die Absiedlung der Bewohner des Gut/Weiher Ruppers. 1980 die Gebäude bis auf die Trafostation abgerissen und eine Stallung für Schweinezucht (LPG) errichtet.
          1996/97 ging der Grund und Boden wieder an die Familie von Stein.

          Süd-östlich davon, Geländepunkt 382, lag bis Ende der 1970er Jahre das Objekt der alten Grenzkompanie Stedtlingen. Baracke, Typ KG 356,
          Luftbildausschnitt von 1967.
          Quelle/Archiv TH
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          • Guenther (†)
            Cold Warrior
            • 04.09.2006
            • 1024

            #6
            Besteht nicht die Möglichkeit die Bilder größer darzustellen ???

            Man sieht darauf ja fast nichts

            wäre super !!!
            Suche Gliederungen der Heeresstrukturen 2 + 3.
            Außerdem suche ich die letzten Trichtersperren und Sperrmittelhäuser in Franken.

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            • Thunderhorse
              Cold Warrior
              • 09.02.2006
              • 1918

              #7
              Zitat von Guenther Beitrag anzeigen
              Besteht nicht die Möglichkeit die Bilder größer darzustellen ???

              Man sieht darauf ja fast nichts

              wäre super !!!
              Wie angefragt.
              Luftbildausschnitt von 1967. Gut Ruppers.
              Quelle/Archiv TH
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              • Thunderhorse
                Cold Warrior
                • 09.02.2006
                • 1918

                #8
                Luftaufnahme aus dem Jahr 1973.

                Bildmitte:
                Unterharles

                Im oberen rechten Bereich:
                "Oberharles" an der Verbindungsstraße nach Einödhausen gelegen.
                Oberharles wurde bis 1982 leergezogen und die Gebäude, bis auf zwei Scheunen, abgerissen.


                Foto: Archiv/Quelle TH
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                • Thunderhorse
                  Cold Warrior
                  • 09.02.2006
                  • 1918

                  #9
                  Gut - Weiler Kätzerode und Gut.
                  ostwärts bzw. so von Einödhausen gelegen.

                  Kätzerode wurde 889 erstmals urkundlich erwähnt.
                  Zu jener Zeit gehörte es zur Mark Nordheim im Grabfeld.
                  Die Besitzer des Guts - Weiler wechselten im laufe der Jahrhunderte.
                  Im laufe des Jahres 1973 erfolgte, wegen der Nähe zum Sperrgebiet, der Abriß - Abbrennen von Gebäuden, Stallungen. Die Absiedlung der Bewohner erfolgte Anfang der 1970er Jahre.
                  Zuletzt wurde 1984 das Kinderheim dem Erdboden gleich gemacht.

                  Lage des ehemaligen Weiler Kätzerode;
                  50°28'47.98"N
                  10°24'9.03"E

                  Standort des Guts
                  50°28'17.14"N
                  10°23'28.88"E

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                  • Thunderhorse
                    Cold Warrior
                    • 09.02.2006
                    • 1918

                    #10
                    sw von MIlz, im Milzgrund befanden sich zwei Mühlen.
                    Die Ammerbachsmühle auch als Ansbachmühle bzw. Untere Mühle bezeichnet,
                    Standort etwa hier:
                    50°22'6.35"N
                    10°30'43.21"E

                    und die Brunndorfsmühle,
                    Standort hier;
                    50°22'20.97"N
                    10°31'35.86"E

                    Die Ammerbachsmühle wurde im September 1961 abgerissen, die Brunndorfsmühle fiel im Januar 1969 der Spitzhacke zum Opfer.

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                    • Thunderhorse
                      Cold Warrior
                      • 09.02.2006
                      • 1918

                      #11
                      Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                      Gut - Weiler Kätzerode und Gut.
                      ostwärts bzw. so von Einödhausen gelegen.

                      Kätzerode wurde 889 erstmals urkundlich erwähnt.
                      Zu jener Zeit gehörte es zur Mark Nordheim im Grabfeld.
                      Die Besitzer des Guts - Weiler wechselten im laufe der Jahrhunderte.
                      Im laufe des Jahres 1973 erfolgte, wegen der Nähe zum Sperrgebiet, der Abriß - Abbrennen von Gebäuden, Stallungen. Die Absiedlung der Bewohner erfolgte Anfang der 1970er Jahre.
                      Zuletzt wurde 1984 das Kinderheim dem Erdboden gleich gemacht.

                      Lage des ehemaligen Weiler Kätzerode;
                      50°28'47.98"N
                      10°24'9.03"E

                      Standort des Guts
                      50°28'17.14"N
                      10°23'28.88"E
                      Das Gut - Weiler trug den Namen "Debertshausen".

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                      • Thunderhorse
                        Cold Warrior
                        • 09.02.2006
                        • 1918

                        #12
                        Leitenhausen
                        50°19'3.97"N
                        10°36'32.89"E

                        1317 wurde Leitenhausen zum ersten Mal als Leydenhusen erwähnt.







                        Luftaufnahme vom Bereich südlich des Höhenzug Spanshügel - Bernhardshügel.
                        Archiv/Quelle: TH
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                        • Thunderhorse
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                          • 09.02.2006
                          • 1918

                          #13
                          Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                          Leitenhausen
                          50°19'3.97"N
                          10°36'32.89"E

                          1317 wurde Leitenhausen zum ersten Mal als Leydenhusen erwähnt.







                          Luftaufnahme vom Bereich südlich des Höhenzug Spanshügel - Bernhardshügel.
                          Archiv/Quelle: TH
                          Gelöscht, da doppelt.
                          Zuletzt geändert von Thunderhorse; 22.08.2021, 12:55.

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                          • Thunderhorse
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                            • 09.02.2006
                            • 1918

                            #14
                            Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                            Leitenhausen
                            50°19'3.97"N
                            10°36'32.89"E

                            1317 wurde Leitenhausen zum ersten Mal als Leydenhusen erwähnt.







                            Luftaufnahme vom Bereich südlich des Höhenzug Spanshügel - Bernhardshügel.
                            Archiv/Quelle: TH
                            In allen Publikationen und auch auf dem Gedenkstein steht, dass im Jahre 1972 der Abriss des Weilers erfolgte, nachdem im gleichen Jahr die letzte Familie abgesiedelt wurde.

                            Nach den Unterlagen der westlichen Grenzbehörden begann der Abriss der Gebäude des Weiler Leitenhausen im Januar 1975.
                            Die auf dem Bild (Aufnahme vom 24 Januar 1975) erkennbare Scheune wurde im Juli 1975 abgerissen.
                            Im November 1975 war der Abriss, bis auf das Trafohaus, abgeschlossen gewesen.
                            Zuletzt geändert von Thunderhorse; 22.08.2021, 12:55.

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                            • Thunderhorse
                              Cold Warrior
                              • 09.02.2006
                              • 1918

                              #15
                              Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                              sw von MIlz, im Milzgrund befanden sich zwei Mühlen.
                              Die Ammerbachsmühle auch als Ansbachmühle bzw. Untere Mühle bezeichnet,
                              Standort etwa hier:
                              50°22'6.35"N
                              10°30'43.21"E

                              und die Brunndorfsmühle,
                              Standort hier;
                              50°22'20.97"N
                              10°31'35.86"E

                              Die Ammerbachsmühle wurde im September 1961 abgerissen, die Brunndorfsmühle fiel im Januar 1969 der Spitzhacke zum Opfer.
                              Die Brunndorfmühle wird in der Ausgabe; Das Herzogthum Sachsen - Meiningen, 1844, auch als Oelmühle bezeichnet.
                              Gelegen in der Wüstung Brunndorf. Damaiige Einwohnerzahl: 9 Personen

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