Grenze Berlin hier Pankow

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  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1968

    #1

    Grenze Berlin hier Pankow

    In Pankow steht noch ein kleines Teil der Sperranlagen aus dem Jahre 1961/62.
    Die Entdeckung gelang mir bereits 1999, bis heute habe ich sie jedoch geheim gehalten. Es geht um etwa 80 laufende Meter innerdeutsche Staatsgrenze vom 13. August 1961 im Urzustand. Das letzte noch…



    Der ""Entdecker"" haut da bei seiner Darstellung etwas auf den Putz.


    Anmerkung von mir:
    Es sind Reste der im Jahre 1961 errichteten ersten Sperranlagen. Hier unter Einbeziehung von Gebäudeteilen.

    Mit den Aussagen zu Strom und Alarmdrähte liegt er wohl daneben.
    Alarmanlagen in der Form gab es 1961ff noch nicht. Wurden ab 1964 erprobt.
    Strom als Sperrmittel kam an der Grenze auch nicht zum Einsatz.

    Zum Abgleich habe ich mir Originalfotos aus den 60er Jahren von diesem Bereich mal angeschaut.
    Zwischen der als Sperre ausgebauten Meuerresten und dem zurückversetzt angelegten doppelten Stacheldrahtzaun wurden zusätilichSignalgeräte SP1 an Pflöcken aufgestellt.
    Auf westlicher Seite war die Beleuchtung des Güterbahnhof bzw. der S-Bahn Haltestell Schönholz vorhanden. Ebenso entlag dem Grenzverlauf in Teilbereich ein Maschendrahtzaun.

    Später wurde dort, zurückversetzt (Die Grenzspitze wurde ausgelassen) die GM75 als Sperrmauer errichtet.
    An der Ecke Buddestraße/Schützenstraße stand ein BT9.
    Der „antifaschistische Schutzwall“ der DDR ist doch nicht spurlos verschwunden. Ein rühriger Heimatforscher konnte jetzt ein 80 Meter langes vergessenes Stück von 1961 identifizieren.

    Der Kartenausschnitt wurde zeigt den Bereich. Im Jahre 1988 fertigte die Grenztruppe Übersichtsaufnahmen von der Grenze.
    Diese landeten dann auch im Archiv des MfS, HA I.
    Die Punkte markieren den Standort bei der Aufnahme mit Blickrichtung, die Ziffern bezeichnen die Fotos für den jeweiligen Teilabschnitt.
    Zuletzt geändert von Thunderhorse; 26.01.2018, 18:28.
  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1968

    #2
    Hier mal der Blick von westlicher Seite.
    1965
    https://www.gettyimages.de/detail/na...re-id549022941

    Kommentar

    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1968

      #3
      Zwischen dem Zweiten und Dritten (gleichzeitig letzten) Gebietstausch (Exklaven/Enklaven) lagen fast 16 Jahre.
      Am 31. März 1988 wurde die Vereinbarung unterzeichnet.
      Die dafür erforderlichen Verhandlungen (erster Abschnitt) begannen im November 1983 und endeten mit dem 14. Gespräch am 20. Dezember 1984.
      Bis in das Jahr 1987 ruhten anschließend die Verhandlungen, die DDR-Seite sah zunächst keine entsprechenden Voraussetzungen für weitere Gespräche.
      Erst nach zweimaligem Gesprächen zwischen dem damaligen Bürgermeister Diepgen und und Honecker (anläßlich der Leipziger Frühjahrsmessen in den Jahren 1986 und 1987) erfolgte eine Fortsetzung der Verhandlungen.
      Das Politbüro stimmte dem Gebietstausch am 25.11.1987 schließlich zu, nachdem zuvor das DDR-Außenministerium den Entwurf mit den beteiligten Ministerien und KoKo abgestimmt hatte.

      Bei diesem Gebietstausch wurde erstmals eine Fläche (Streifen Schwedter Straße/Bezirk Prenzlau) die Bestandteil der Westsektoren war, dem Ostsektor zugeschlagen.
      Probleme bereiteten hier die entsprechenden Formulierungen/Begriffsvarianten im Vertrag.
      Ebenso die unterschiedliche Größe der zu tauschenden Fläche ( 96,7 ha an West-Berlin, dass im Gegenzug nur 87,3 ha abgab), dafür wurde seitens West-Berlin ein Ausgleichsbetrag von 76 Millionen DM an die DDR gezahlt.

      An West-Berlin gingen:
      Albrechts-Teerofen
      Bergstraße-Nennhauser Damm Finkenkruger Weg
      Fichtewiese Erlengrund
      Humboldthafen
      Kieler brücke
      Kienhorst
      Köpenicker Straße/Rudower Straße
      Lenne-dreieck
      Lohmühlenplatz
      Luisenberg
      Mönchmühler Straße/Lübars
      Neukölln-Mittenwalder Dreieck
      Schönholz
      Schönwalde

      An die DDR/Ost-Berlin gingen:
      Falkenhagener Wiesen
      Laßzinswiesen
      Wüste Mark
      Schwedter Straße

      Die Vereinbarung trat 3 Monate nach der Unterzeichnung in Kraft.
      In diesen 3 Monaten entstanden insbesondere im Bereich des Lenne-Dreieck Probleme, da dieses Gelände durch West-Berliner Alternative besetzt wurde.

      Nach dem Abschluß des 3 Gebietstausch bestanden keine Exklaven West-Berlins oder der DDR mehr.
      Hinsichtlich anderer "kleinerere Flächen" bestand weiterhin ein Verhandlungsbedarf.

      West-Berlin erhielt 123,8 ha, an die DDR bzw. Ost-Berlin gingen 102,9 ha.
      Für http://www.cold-war.de/newreply.php?...0&noquote=1die bestehende Flächendifferenz von 20,9 ha wurde seitens West-Berlin die Gesamtsumme von 111 Millionen DM gezahlt.

      Die Grenzspitze beim S-Bahnhof Schönholz ging im Jahre 1988 an West-Berlin.



      Hier noch die Grenzspitze erkennbar.


      Und 1983.


      Hier aus 1988, alter Grenzverlauf erkennbar.
      Der „antifaschistische Schutzwall“ der DDR ist doch nicht spurlos verschwunden. Ein rühriger Heimatforscher konnte jetzt ein 80 Meter langes vergessenes Stück von 1961 identifizieren.
      Zuletzt geändert von Thunderhorse; 28.01.2018, 20:43.

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      • Berlin Brigade
        Warrior
        • 10.05.2014
        • 82

        #4
        Nach dem Abschluß des 3 Gebietstausch bestanden keine Exklaven West-Berlins oder der DDR mehr.


        Die West-Berlin Exklave Steinstücken gab es weiterhin. Aber die war ja unterdessen auf dem Landweg angebunden worden.

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        • Thunderhorse
          Cold Warrior
          • 09.02.2006
          • 1968

          #5
          Zitat von Berlin Brigade Beitrag anzeigen
          Die West-Berlin Exklave Steinstücken gab es weiterhin. Aber die war ja unterdessen auf dem Landweg angebunden worden.[/COLOR]
          Damit war es keine Exklave mehr.

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          • Berlin Brigade
            Warrior
            • 10.05.2014
            • 82

            #6
            Stimmt schon im engeren Sinne, aber die Anbindung war nur ein "Korridor" durch die Mauer und man sagte in Berlin auch noch weiter Exklave dazu. Die eingemauerte Verbindungsstraße für West-Berliner wurde nicht von der DDR kontrolliert, nur beiderseitig beobachtet, vielleicht hat sie ja auch noch weiter zum DDR-Gebiet gehört?
            Hier noch eine Karte, Foto und ein paar Details:

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            • Thunderhorse
              Cold Warrior
              • 09.02.2006
              • 1968

              #7
              Zitat von Berlin Brigade Beitrag anzeigen
              Stimmt schon im engeren Sinne, aber die Anbindung war nur ein "Korridor" durch die Mauer und man sagte in Berlin auch noch weiter Exklave dazu. Die Verbindungsstraße wurde nicht von der DDR kontrolliert, nur beiderseitig beobachtet, vielleicht hat sie noch weiter zum DDR-Gebiet gehört?
              Hier noch eine Karte, Foto und ein paar Details:
              https://www.berlin.de/mauer/geschich...steinstuecken/
              Dann sollte man die Webside überarbeiten.
              Der damalige Beauftragte des Berliner Senat bzw. der Senat selbst stellte in 1988 dass es keine Exklaven und Enklaven mehr gibt.

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