Signalanlagen an der Grenze

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  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1901

    #31
    Zu Beitrag 11:

    Bezeichnung Anlage: Signaltechnische Anlage
    Bezeichnung Zaun: Signalteil für Grenzzaun I, St-GZ-I (1975ff), Signalteil für Hinterlandmauer
    Gesamthöhe (m): GZI 3,0m ab Boden
    Pfosten: Beton
    Streckmetallplatten: 2 - 3 verzinkte Platten, 3 x 1m oder 3 x 1,5m
    Abweiser: unter 45° abgewinkelt, freundwärts (d.h. Richtung DDR)
    Drahtmaterial: Einadriger Stacheldraht verzinkt, 1979ff x5 CrNi 18/10
    Anzahl Drähte gesamt: 4 - 8
    Anzahl Drähte Abweiser: 4, 2 x 4, 8
    Isolatoren: Porzellanisolatorrollen, Kunststoffschellen ab 1979, Abweiserhalter – Flachstahl (40 x 5)
    (Verw. Abweiser für GSZ 70 war möglich- jedoch zusätzliche Befestigung erforderlich)
    Untergrabschutz: ohne
    Feldlänge (m): 2x 300m (max.)
    KSB 1 – 4,
    GSG: (Grenzsignalgerät zur Steuerung/Alarmauslösung/-übermittlung): GSG 55, 70,
    GSG 70, Signalisation am GSZ-Feld, Ja, optisch/akustisch. Fernmeldekabel
    Alarmauslösung (Signalimpuls) bei Trennung eines Stacheldrahtes bzw. Berührung zweier benachbarter Stacheldrähte.
    Verwendung: HSE (=hinteres Sperrelement, Hinterlandzaun)
    Einsatz: Grenze zur BRD und Berlin (West)
    Besonderheiten: Einführung CrNi-Stahl-Draht, verzinktes Streckmetall, Abweiserhalter, Porzellanisolatorrollen, Kunststoffschellen ab 1979
    GZ I, max. Sperrlänge ohne Tor 3 km.
    Montage St – GZ I u.a. in unübersichtlichem Gelände

    Auf dem Elbdeich war das Signalteil für den GZ I teilweise mit dem GSG55 geschaltet. Fotos im Bestand,

    Im Herbst 1989 waren noch ca. 31 km Signalteil mit Grenzzaun I im Bereich des Hinterland (Schutzstreifen) der Grenze zur Bundesrepublik und zu Berlin West vorhanden.

    Fotos: Alles eigene Aufnahmen, Quelle und Archiv TH
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    Zuletzt geändert von Thunderhorse; 30.10.2022, 17:11.

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    • Thunderhorse
      Cold Warrior
      • 09.02.2006
      • 1901

      #32
      Bezeichnung Zaun: GSZ 55
      Gesamthöhe (m): 1,8
      Pfosten: Beton
      Streckmetallplatten: zunächst ohne, später 1 unverzinkte Platte unten
      Abweiser: ohne
      Drahtmaterial: Stahl, verzinkt
      Anzahl Drähte gesamt: 13
      Anzahl Drähte Abweiser: 0
      Isolatoren: Kunststoffisolatoren mit Metallkern an Holzleisten / Flacheisen
      Untergrabschutz: ohne
      Feldlänge (Grenzsignalzaunfelder) ca. (m): 20x 300m
      GSG (Grenzsignalgerät zur Steuerung/Alarmauslösung/-übermittlung): GSG 55
      GSG 55, Signalisation am GSZ-Feld, Nein, Sperrlänge bis 6000m.
      KSB-Brocken (Gerät für 5000m) in Kompanie oder Füst,
      (Kompaniesignalgerät, Typen: KSB-1 bis KSB-4)
      Besonderheit, Verwendung von erdverlegten Kabeln nicht möglich, Starkstromkabel.
      Verwendung: HSE (=hinteres Sperrelement, Hinterlandzaun)
      Besonderheiten: dieser Zaun war ab 1955 zunächst als reiner Sperrzaun ohne Signalisierungsfunktion aufgebaut. Er wurde später (Mitte der 1960er Jahre) mit einem GSG 55 als Steuergerät zum ersten Signalzaun erweitert und später teilweise mit einer unverzinkten Streckmetallplatte unten erweitert

      Foto: Ausschnitt der ersten Ausführungen Zaunanlage GSZ55 hier 1968ff.
      Quelle/Archiv: TH
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      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 1901

        #33
        Im Grenzmuseum Bad Sachsa werden u.a. einige Geräte die für die Technik des GSZA80 genutzt wurden ausgestellt.
        In einem Plexiglaskasten u.a. ein Gerät Grenzsignalgerät mit wildabweisendem Charakter - EG 4.

        Auf dem Gehäuse steht jedoch Wildabweiser-Steuergerät MIA-4.
        Diese Bezeichnung und Funktionsangabe ist jedoch nicht korrekt.
        Einige Steckplätze sind leer.

        Das EG 4 dient der Erkennung einer Überweindung des Signalteils des GSSZ sowie der Weitermeldung an eine nachgeordnete Fernwirk- und Empfangseinrichtung ZA 41, ZA 411, ff sowie dem dazugehörigen Stromversorgungs- und Schaltgerät SSG2.
        Daneben besitzt das Gerät die Möglichkeit Wildabweisend (Impulsspannung) zu arbeiten.
        Das EG 4 überwacht bis zu zwei Zaunfelder mit Längen zw. 25 bis 300m.

        Ebenso hatte der aktive Meldegeber MI 1 durch seine Hochspannungsimpulse eine wildabweisende Wirkung.
        Das Gerät diente jedoch Schwerpunktmäßig zur Überwachung von Zaun- und Mauerkornen-Sicherungsstrecken.

        Als reine Wildabweisanlage kam i.d.R. das EZK 20 zum Einsatz.


        Foto: Eigene Aufnahme TH
        Grenzsignalgerät mit wildabweisendem Charakter EG 4
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        • Thunderhorse
          Cold Warrior
          • 09.02.2006
          • 1901

          #34
          Da hier das Museum Bad Sachsa - Grenzlandmuseum kurz genannt wird, der Beitrag aus NDR Niedersachsen zur Info.

          Bad Sachsa: Grenzlandmuseum vor dem Aus?
          In Bad Sachsa steht das Grenzlandmuseum kurz vor dem Aus. Seit mehr als 30 Jahren wird hier über die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung aufgeklärt. Ein Wasserschaden macht dem Verein seit einiger Zeit zu schaffen. Die Probleme reichen aber viel weiter. Eine Reportage.

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          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1901

            #35
            Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
            Da hier das Museum Bad Sachsa - Grenzlandmuseum kurz genannt wird, der Beitrag aus NDR Niedersachsen zur Info.

            Bad Sachsa: Grenzlandmuseum vor dem Aus?
            https://www.ndr.de/kultur/kunst/nied...museum226.html
            Seit Mitte Juni wieder geöffnet:
            https://www.grenzlandmuseum-badsachsa.de/

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            • Thunderhorse
              Cold Warrior
              • 09.02.2006
              • 1901

              #36
              Zurück zu den Signalanlagen,
              hier dem Grenzsignalzaun GSZ bzw. ab 1983 dem Grenzsperr- und Signalzaun GSSZ.

              Nach einem Grenzdurchbruch hat das MfS nach der Spurensicherung und Tatortarbeit am GSSZ 1986 Versuche mit verschiedenen Sorten von Haarspray durchgeführt.
              Durch das einsprühen der Signaldrähte mittels verschiedener handelsüblicher Haarspray sollte die Leitfähigkeit beim zusammendrücken unterbunden werden.

              Ergebnis:
              Mit bestimmten Haarspray war es möglich ein Auslösen des GSSZ durch zusammendrücken der Signaldrähte zu verhindern.

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              • Thunderhorse
                Cold Warrior
                • 09.02.2006
                • 1901

                #37
                Zitat von Thunderhorse Beitrag anzeigen
                Ergänzung/Änderung zu Beitrag 11:

                Bezeichnung Anlage: GSZA 55 (GSZA=Grenzsignalzaunanlage)
                Bezeichnung Zaun: GSZ 55

                Gesamthöhe (m): 1,8
                Pfosten: Beton
                Streckmetallplatten: zunächst ohne, später 1 unverzinkte Platte unten
                Abweiser: ohne
                Drahtmaterial: Stahl, verzinkt
                Anzahl Drähte gesamt: 13
                Anzahl Drähte Abweiser: 0
                Isolatoren: Kunststoffisolatoren mit Metallkern an Holzleisten / Flacheisen
                Untergrabschutz: ohne
                Feldlänge (Grenzsignalzaunfelder) ca. (m): 20x 300m
                GSG (Grenzsignalgerät zur Steuerung/Alarmauslösung/-übermittlung): GSG 55 Sektorblock
                GSG 55, Signalisation am GSZ-Feld, Nein, Sperrlänge bis 6000m.

                [COLOR="#00FF00(("]KSB-Brocken (Gerät für 5000m) in Kompanie oder Füst,
                (Kompaniesignalgerät, Typen: KSB-1 bis KSB-4)))[/COLOR]

                Besonderheit, Verwendung von erdverlegten Kabeln nicht möglich, Starkstromkabel.
                Verwendung: HSE (=hinteres Sperrelement, Hinterlandzaun)
                Besonderheiten: Dieser Zaun war ab 1955 zunächst als reiner Sperrzaun ohne Signalisierungsfunktion aufgebaut. Er wurde später (Mitte der 1960er Jahre) mit einem GSG 55 als Steuergerät zum ersten Signalzaun erweitert und später teilweise mit einer unverzinkten Streckmetallplatte unten erweitert.

                An Stelle der Versionen KSB:

                Anlagenteil GSG 55,
                Anlagenteil GSG 55 in Variante A / B / C / CC
                Sektorblock GSG 55
                Zentraleinheit ZA55, Hersteller UdSSR

                Lade- und Verteilertafel
                Ladegleichrichter WSA 5 k
                Sektorblock

                Bezeichnung Anlage: GSZA 70 (GSZA=Grenzsignalzaunanlage)

                Hier kamen zum Einsatz:
                Kompaniesignalgerät
                KSB 2.1
                KSB 3
                KSB 4

                Anlagenteil GSG 70 in Variante A / B / C / CC
                Postentableau

                GSG 70 mit Einschub und Einschubträger
                Einschub I / II / III


                Bild 1:
                GSZA 70
                Anlage Brocken
                Signalteil

                Bild 2:
                Zentraleinheit ZA55 Hersteller UdSSR, eingeführt 1972
                Quelle: Anlagenpläne zu GSZA 55
                Archiv TH
                Kleine Ergänzungen/Korrekturen

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