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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 3312

    #31
    Zitat von allrad Beitrag anzeigen
    Mir fehlt etwas die Vorstellung eine logistische Einrichtung und eine San Einrichtung in ein und denselben kleinen Bahnhof zu legen.
    Ich habe geschrieben: "Bahnhöfe, in denen Züge mit Verwundeten und normale Transportzüge stehen." Das wird immer dann passieren, wenn es zu Friktionen kommt. Wie willst Du verhindern, dass bei einer Zerstörung von Gleisanlagen sich Züge zurückstauen und dann der Munitionszug neben dem ebenfalls hängen gebliebenen Krankentransportzug im gleichen Bahnhof steht? Dazu gibt es genügend Beispiele aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs.

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    • PI80
      Cold Warrior
      • 07.12.2016
      • 112

      #32
      Sorry - hier die komplette Datei
      Erste_Hilfe_komplett.pdf

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      • DeltaEcho80
        Cold Warrior
        • 09.03.2013
        • 1773

        #33
        Grau ist doch alle Theorie. In Afghanistan z.B. war es spätestens ab 2011 doch so, dass man bewusst auf die Kennzeichnung mit dem Roten Kreuz verzichtet hat. Denn die Insurgents haben gezielt auf diese Fahrzeuge geschossen, um z.B. der Patrouille den BAT weg zu nehmen.

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        • Nemere
          Cold Warrior
          • 12.06.2008
          • 3312

          #34
          Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
          Grau ist doch alle Theorie.
          Genauso ist es. Das Problem trat doch schon im "konventionell" geführten Krieg. Wenn der San-MTW vorne bei der Kampfkompanie einen Verletzten abholen muß, wird es sich auch nicht immer vermeiden lassen, dass er dann mit dem roten Kreuz am MTW zwischen den Schützen- oder Kampfpanzern herumfährt. Oder beim Marsch eines Bataillons. Da werden die Fahrzeuge der Verbandplatzgruppe auch ohne erkennbare Trennung zwischen den anderen Fahrzeugen der Stabs- und Versorgungskompanie fahren.

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          • allrad
            Cold Warrior
            • 09.02.2014
            • 157

            #35
            Eventuell ein Missverständnis, ich bezog mich nicht auf deine Aussage, dass aufgrund von Stockungen im Betriebsablauf oder auch nur durch zufällige Begegnung zeitgleich Transportzüge und Verwundetentransporte in einem Bahnhof stehen. Das wird vorkommen, sicherlich genauso Strassenmärschen. Der Truppensanitätsdienst hätte immer ein hohes Risiko gehabt versehentlich bekämpft zu werden. Wobei der besagte Santruppführer in seinem MTW schon versuchen sollte nicht planlos zwischen den Gefechtsfahrzeugen rumzugurken sondern sein Handeln der Lage anzupassen. Nicht unbedingt der Schwerpunkt in der Ausbildung zum San. Uffz.
            Was die Verbandplatzgruppe angeht ist beim geschlossenen Marsch eines Verbandes diese ja an die vorgeschobenen Versorgungsdienste angegliedert. Auch da ist eine Trennung kaum möglich.
            Ich bezog mich auf den graphischen Teil eines GDP Befehls der 11. Panzergrenadierdivision. Ohne den Schriftteil zu kennen deute ich diesen Befehl so, dass am Bahnhof Schwarmstedt sowohl eine Eisenbahnkesselwagen Ausgabestelle als auch eine San Sammelstelle eingerichtet werden sollten. Wenn das tatsächlich so gewesen sein sollte halte ich das schon für ein fahrlässiges Handeln, was die Gefahr einer versehentlichen Mitbekämpfung der San Einrichtung unzulässiger weise herausfordert. Oder umgekehrt den Vorwurf provoziert hier Kraftstoffumschlag verbotenerweise unter dem Schutz des Roten Kreuzes zu betreiben.

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            • allrad
              Cold Warrior
              • 09.02.2014
              • 157

              #36
              So war es. War allerdings ja wohl auch so, dass die San Teile als leichte Ziele ausgemacht wurden und auch deshalb gezielt bekämpft wurden. Neben dem von dir beschrieben Effekt, das der Patrouille der Bat zur weiteren Durchführung des Auftrages genommen wurde. Neben dem Verzicht auf die Kennzeichnung wurden San Teile auch wieder schwerer bewaffnet, z.B. mit MGs. Das war auch nie durch die Genfer Konvention untersagt sondern in der BW hatte man sich irgendwann in den 1960ern entschieden San Personal nur noch mit Pistole, Mpi und Gewehr zu bewaffnen und auch nur daran auszubilden. Der Konflikt in Afganistan hatte zwar ein anders Kriegsbild als das bei Ost West Konflikt zu erwartende, ob sich da alle Seiten an die Genfer Konvention gehalten hätten ist doch letztlich ungewiss. Auf der andern Seite von vornherein ohne stichhalte Gründe davon auszugehen, dass der Gegner das dauerhaft nicht tut ist auch kein Weg.

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              • Nemere
                Cold Warrior
                • 12.06.2008
                • 3312

                #37
                Zitat von allrad Beitrag anzeigen
                ... Neben dem Verzicht auf die Kennzeichnung wurden San Teile auch wieder schwerer bewaffnet, z.B. mit MGs. Das war auch nie durch die Genfer Konvention untersagt ...
                Auch hier kann man auf die Erfahrungen des 2. Weltkriegs zurückblicken. Bei Kriegsbeginn gab es nicht mal für jeden Sanitäter eine Pistole, Gewehre, MPi oder MG waren in den Sanitätseinheiten nicht vorhanden.
                Sanitätskompanie (mot) 1939 - war auf Divisionsebene eingesetzt

                Feldlazarett 1937 - bestand 1939 noch genauso auf Divisionsebene


                1944 dagegen sind die Einheiten für jeden Soldaten mit einem Gewehr oder MPi ausgestattet und haben MG erhalten:
                Sanitätskompanie Division

                Feldlazarett

                Krankenkraftwagenzug- selbst diesem hat man ein MG zugeteilt.


                Es gibt aus dieser Zeit Berichte, wie Sanitäter mit geballten Ladungen oder Minen Panzer bekämpfen, welche Einrichtungen der Sanitätstruppe angreifen. Peter Bamm beschreibt in seinem immer noch lesenswerten Buch "Die unsichtbare Flagge" wie er irgendwann als Stabsarzt in die Verlegenheit kommt, sich mit Teilen seiner Sanitätskompanie auf einen Gegenstoß gegen eingedrungenen Feind einzurichten. Er selbst war im ersten Weltkrieg Infanterieoffizier an der Westfront gewesen, die Masse der Sanitätssoldaten bestand ebenfalls aus "alten" Infanteristen, so dass zumindest das nötige fachliche Know How vorhanden war. Im Chaos des totalen Zusammenbruchs 1945 in Ostpreußen engagiert er schließlich eine versprengte Armeekampfschule, die offenbar niemanden mehr direkt unterstand, zur Sicherung seines Reservelazaretts. Das verlief höchst erfolgreich, weil die Lehrkräfte der Kampfschule eben über jahrelange Erfahrung verfügten, ausgezeichnet bewaffnet waren und die absoluten Spezialisten bei der Abwehr auch überlegener sowjetischer Angriffe waren.

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                • Nemere
                  Cold Warrior
                  • 12.06.2008
                  • 3312

                  #38
                  Zitat von allrad Beitrag anzeigen
                  Ohne den Schriftteil zu kennen deute ich diesen Befehl so, dass am Bahnhof Schwarmstedt sowohl eine Eisenbahnkesselwagen Ausgabestelle als auch eine San Sammelstelle eingerichtet werden sollten. .
                  Da müsste man jetz die genaue Situation vor Ort, vor allem am Bahnhof kennen. Ich kann mir vorstellen, das die Eisenbahnkesselwagen durchaus recht weit entfernt von der San-Sammelstelle lagen. Bei der San-Sammelstelle braucht man doch eher Rampen oder Personen-Bahnsteige, um Verwundete in die Eisenbahn verladen zu können.
                  Eisenbahnkesselwagen stehen eher auf Gleisen, wo eine Zugfahrt von LKW (Tankwagen) und das Umpumpen des Betriebsstoffs möglich ist.
                  SChwarmstedt scheint ja eine recht umfangreiche Gleisanlage gehabt zu haben.

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                  • Rex Danny
                    Administrator
                    • 12.06.2008
                    • 4934

                    #39
                    Ich versuche mal, den Bahnhof Schwarmstedt ein wenig aufzudröseln, da er ja fast vor meiner Haustür liegt.

                    Schaut man sich den Gleisplan von 1990 an, denkt man, daß Schwarmstedt ein riesiges und vor allem sehr breites Bahngelände gewesen sein muß. Dem war/ ist aber nicht so.

                    Schwarmstedt lag in den 80er Jahren an der Nord-Süd-Trasse von Hamburg über Buchholz, Soltau und Walsrode runter nach Hannover. Daher dürften die Gleise 1 bis 4, die sehr eng beieinander lagen, für den Personenverkehr genutzt worden sein. Die Gleise 5 und 6 waren direkt an die Gleise 1 bis 4 anschließende Abstellgleise und das Gleis 7 mündete an einer Kopframpe, die u.a. auch für Panzerverladungen genutzt wurde, da Schwarmstedt direkt im GDP-Gefechtsstreifen der 11.Panzergrenadierdivision lag und sich zudem in unmittelbarer Nähe auch der Truppenübungsplatz Bergen befindet. Man konnte von Schwarmstedt über Essel dann direkt nach Ostenholz in den Truppenübungsplatz einfahren.

                    Die Gleise 5 und 6 dürften für Eisenbahnkesselwagen genutzt worden sein. Ein Grund hierfür dürfte sein, daß sich Luftlinie nur 4,5 km nordöstlich das FBG-Tanklager Essel (oder Hademstorf) befunden hat. Dieses Tanklager verfügte nur über eine TKW-Beladeanlage, nicht aber über eine EKW-Beladeanlage. Wie nun aber der Treibstoff vom Tanklager zu den Eisenbahnkesselwagen kam, ist mir nicht bekannt. Vielleicht hat einer von euch eine Idee hierzu?

                    Die Gleise 9 und 10, die sich unterhalb des Gleises 1 auf dem Gleisplan befanden, gehörten zum Güterbahnhof und sind heute ebenfalls nicht mehr vorhanden.

                    Alles in allem muß man feststellen, daß Schwarmstedt eigentlich viel zu klein war, um alles so einzurichten, daß es irgendwelchen gesetzlichen Vorgaben oder Konventionen gerecht werden konnte. Ich gehe davon aus, daß die Gleise 3 und 4, eventuell auch noch Gleis 2 als Sanitätssammelstelle genutzt werden sollten und die direkt daran befindlichen Gleise 5 und 6 als Eisenbahnkesselwagenausgabestelle fungieren sollte, was unweigerlich in einer Katastrophe gemündet hätte, wenn ein Eisenbahnkesselwagen , der beladen oder noch restbefüllt bzw. nicht entgast war, in Brand geraten wäre.

                    Ich empfehle, auf Google Earth mal die verschiedenen Jahre, beginnend mit 2004, einzustellen. Dann kann man wunderbar die Veränderungen und Umbauten in den Jahren zumindest nach 2000 gut erkennen.

                    Grüße


                    Rex Danny

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                    • Nemere
                      Cold Warrior
                      • 12.06.2008
                      • 3312

                      #40
                      Zitat von Rex Danny Beitrag anzeigen
                      ... Ein Grund hierfür dürfte sein, daß sich Luftlinie nur 4,5 km nordöstlich das FBG-Tanklager Essel (oder Hademstorf) befunden hat. Dieses Tanklager verfügte nur über eine TKW-Beladeanlage, nicht aber über eine EKW-Beladeanlage. Wie nun aber der Treibstoff vom Tanklager zu den Eisenbahnkesselwagen kam, ist mir nicht bekannt. ...
                      Danke für die Ergänzung durch einen Ortskundigen.

                      Es muss nicht zwingend so sein, das die EKW mit Treibstoff aus Essel beladen wurden. Im Bereich TerrKdo SÜD gibt es Beispiel das leere EKW zu weiter entfernten Tanklagern zurückgefahren wurden, die über entsprechende Beladeanlagen verfügten, auch wenn in unmittelbarer Nähe des ursprünglilchen Entladeorts andere Tanklager waren, die aber eben KEINE EKW-Beladeanlagen hatten.

                      Als Ort für diese Eisenbahnkesselwagen-Ausgabestellen wurden oft auch die Firmengelände regionaler Mineralöl-Firmen genutzt, wenn diese über eigene Anschlußgleise zum Bahnnetz verfügten. In diesen Firmengelände gab es meistens gute Möglichkeiten, um die STW aus den EKW zu befüllen. Ich weiß allerdings nicht, ob es in Schwarmstedt um 1990 eine solche Firma gab.

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                      • Rex Danny
                        Administrator
                        • 12.06.2008
                        • 4934

                        #41
                        In Schwarmstedt gab es keine solche Firmen. Aber 30 Kilometer westsüdwestlich von Schwarmstedt befand/ befindet sich das VTG-Tanklager Schäferhof (Nienburg), das sowohl über eine TKW-Beladeanlage als auch über eine etwas vom Tanklager abgesetzte EKW-Beladeanlage verfügte.

                        Das Tanklager Schäferhof konnte/ Kann von Schwarmstedt aus sehr leicht über die B 214, die direkt von Schwarmstedt nach Nienburg verläuft, erreicht werden.

                        Grüße


                        Rex Danny

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                        • allrad
                          Cold Warrior
                          • 09.02.2014
                          • 157

                          #42
                          Ich habe noch mal etwas recherchiert. Der Bahnhof in Schwarmstedt ist, wie Rex Danny sehr zutreffend beschreibt ein eher kleiner Landbahnhof an einer eingleisigen Nebenstrecke zwischen der Gegend von Hannover und dem Raum Hamburg, also etwa in Nord-Süd Richtung. In Schwarmstedt wurde diese Strecke von der Allertalbahn gekreuzt. Diese verlief grob in Ost-Westrichtung von Giforn über Celle und Schwarmstedt um kurz vor Verden in die Hauptstrecke Bremen Wunstorf Hannover einzumünden. Ein durchgängiger Betrieb wurde in den 80er Jahren eingestellt. Auf Teilstücken gab es aber noch Güterverkehr. Die Angaben, die ich im Netz finden konnte sind etwas wiedersprüchlich, es spricht aber viel dafür, dass die Strecke noch erhalten wurde, fraglich als strategische Bahn aufgrund einer Forderung des Verteidigungsministeriums. Was das die Eisenbahnkesselwagenausgabestelle dort noch kurioser erscheinen lässt ist das Vorhandensein einer zivilen Verladestelle für Eisenbahnkesselwagen in Gilten. Das lag an der Bahnstrecke nach Verden nur wenige Kilometer von Schwarmstedt entfernt. Umgeschlagen wurde dort das in der Gegend geförderte Erdöl, und zwar noch bis in die 90er Jahre. Also geradezu der perfekte Ort für eine solche Ausgabestelle. Allerdings lag zwischen dem Bahnhof Schwarmstedt und Gilten die Aller. Vielleicht war das der Grund die Ekws lieber in Schwarmstedt entladen zu wollen. Ansonsten teile ich die Meinung, dass der Bahnhof vom betrieblichen Ablauf her sicherlich für beides geeignet wäre, die nötigen Abstände aber nicht einzuhalten waren. Was ich noch gefunden habe ist eine Chronik des Nachschubkomandos 1. In der finden sich einige Angaben zu dem Einsatz von Eisenbahnkesselwagen. Ggf. relativiert sich die Situation dadurch etwas. Ich mache dazu mal ein eigenes Thema auf.

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                          • Nemere
                            Cold Warrior
                            • 12.06.2008
                            • 3312

                            #43
                            Noch zur Ergänzung der Situation Schwarmstedt. Der Raum nördlich von Schwarmstedt entlang der Aller und der Eisenbahnlinien wurde von der Heimatschutzkompanie 2224 des WBK II / VKK 222 - Nienburg überwacht (Operationsplan WBK II von 1988, BA-MA BH_7 1 1678). Auszugsweise Kopie füge ich bei.

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                            • Nemere
                              Cold Warrior
                              • 12.06.2008
                              • 3312

                              #44
                              Irgendwie gab es gestern eine Störung im Forum, daher wurde der Anhang nicht übernommen. Deswegen hier nachgereicht.
                              Angehängte Dateien

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