Elvis Presley, wahrscheinlich immer noch einer der erfolgreichsten Rockstars aller Zeiten, leistete 1958 bis 1960 seinen Wehrdienst in der US-Army ab und war bei einem Panzerbataillon in Friedberg nördlich von Frankfurt stationiert. Während dieser Zeit befand er sich auch zweimal einige Wochen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz . Im Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr steht heute noch ein Flügel, auf dem Elvis in der damaligen „Micky“-Bar gespielt hat.
Im Jahresband 2020 des Historischen Vereins der Oberpfalz findet sich ein Aufsatz über eine kurze Begegnung des GI Elvis Presley mit seinen Fans in Hirschau am Südrand des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.
Man kann sich natürlich fragen, warum man so eine Kleinigkeit zu einer 20-seitigen Abhandlung mit wissenschaftlichem Apparat aufblasen muss und damit aus einer Mücke einen Elefanten macht.
Andererseits finde ich es hochinteressant, dass ein Star, der 1958 bereits die US-Charts dominierte, ganz normal seinen zweijährigen Wehrdienst absolvierte und das in einem ganz gewöhnlichen Panzerbataillon und nicht etwa bei AFN, was ja vielleicht naheliegend gewesen wäre.
Mir fällt eigentlich sonst kein „Star“ ein, der bei so einem Bekanntheitsgrad noch ohne weiteres seine Wehrpflicht hinter sich brachte, unter den Deutschen schon gar nicht. Wir haben 1981 in München einen eigenmächtig abwesenden Jungschauspieler aufgegriffen, der später beim „Traumschiff“ eine führende Rolle spielte – aber 1981 kannte den noch keiner.
Toll finde ich in dem Aufsatz auch die Beschreibung des Autos des rasenden Lokalreporters: Ein DKW Auto-Union 1000 Sp, von der Karosserie her ein Nachbau des amerikanischen Ford Thunderbird. Allerdings holte der Ami-Schlitten zwischen 200 und 300 PS aus einem V8-Motor, der DKW brachte es mit seinem 3-Zylinder Zweitakter gerademal auf 55 PS. Faktisch war das ein „getunter“ Munga-Motor.
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