Elvis Presley als wehrpflichtiger GI in Grafenwöhr

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2878

    #1

    Elvis Presley als wehrpflichtiger GI in Grafenwöhr

    Mal etwas ganz anderes, das aber auch ein kleiner Mosaikstein der kältesten Zeit des Kalten Krieges bildet.

    Elvis Presley, wahrscheinlich immer noch einer der erfolgreichsten Rockstars aller Zeiten, leistete 1958 bis 1960 seinen Wehrdienst in der US-Army ab und war bei einem Panzerbataillon in Friedberg nördlich von Frankfurt stationiert. Während dieser Zeit befand er sich auch zweimal einige Wochen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz . Im Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr steht heute noch ein Flügel, auf dem Elvis in der damaligen „Micky“-Bar gespielt hat.

    Im Jahresband 2020 des Historischen Vereins der Oberpfalz findet sich ein Aufsatz über eine kurze Begegnung des GI Elvis Presley mit seinen Fans in Hirschau am Südrand des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.


    Man kann sich natürlich fragen, warum man so eine Kleinigkeit zu einer 20-seitigen Abhandlung mit wissenschaftlichem Apparat aufblasen muss und damit aus einer Mücke einen Elefanten macht.

    Andererseits finde ich es hochinteressant, dass ein Star, der 1958 bereits die US-Charts dominierte, ganz normal seinen zweijährigen Wehrdienst absolvierte und das in einem ganz gewöhnlichen Panzerbataillon und nicht etwa bei AFN, was ja vielleicht naheliegend gewesen wäre.
    Mir fällt eigentlich sonst kein „Star“ ein, der bei so einem Bekanntheitsgrad noch ohne weiteres seine Wehrpflicht hinter sich brachte, unter den Deutschen schon gar nicht. Wir haben 1981 in München einen eigenmächtig abwesenden Jungschauspieler aufgegriffen, der später beim „Traumschiff“ eine führende Rolle spielte – aber 1981 kannte den noch keiner.

    Toll finde ich in dem Aufsatz auch die Beschreibung des Autos des rasenden Lokalreporters: Ein DKW Auto-Union 1000 Sp, von der Karosserie her ein Nachbau des amerikanischen Ford Thunderbird. Allerdings holte der Ami-Schlitten zwischen 200 und 300 PS aus einem V8-Motor, der DKW brachte es mit seinem 3-Zylinder Zweitakter gerademal auf 55 PS. Faktisch war das ein „getunter“ Munga-Motor.
  • kato
    Cold Warrior
    • 03.03.2009
    • 887

    #2
    Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
    Mir fällt eigentlich sonst kein „Star“ ein, der bei so einem Bekanntheitsgrad noch ohne weiteres seine Wehrpflicht hinter sich brachte, unter den Deutschen schon gar nicht.
    Ihre Wehrpflicht ableistende heute bekannte "Stars" gab es in den USA schon, beispielsweise Clint Eastwood oder James Earl Jones (beide während Koreakrieg). Allerdings hatten die praktisch alle damals ihre entsprechenden Schauspielkarrieren noch nicht begonnen. Tony Curtis, dessen Stil Presley ja abkupferte und der in den 50ern einen ähnlichen Bekanntheitsgrad hatte, begann ebenfalls sich erst nach seiner Dienstzeit in die Richtung zu orientieren.

    Ggf. auf demselben "Starlevel" wie Presley dürfte Henry Fonda gespielt haben - der war schon ein recht bekannter Star mit einer Latte Hauptrollen, als er sich 1942 freiwillig zur Navy meldete (und führte auch noch während seiner Dienstzeit einige Projekte fertig).

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    • DeltaEcho80
      Cold Warrior
      • 09.03.2013
      • 1724

      #3
      Elvis war doch auch mal zum Manöver in Wildlflecken, oder?

      Jedenfalls "wimmelt" es in den Traditionsräumen ebenfalls von Elvis-Devotionalien.

      Zitat von Nemere Beitrag anzeigen

      Mir fällt eigentlich sonst kein „Star“ ein, der bei so einem Bekanntheitsgrad noch ohne weiteres seine Wehrpflicht hinter sich brachte, unter den Deutschen schon gar nicht. Wir haben 1981 in München einen eigenmächtig abwesenden Jungschauspieler aufgegriffen, der später beim „Traumschiff“ eine führende Rolle spielte – aber 1981 kannte den noch keiner.
      Der Fussballer Jimmy Hartwig (u.a. HSV) war Soldat im PzGrenBtl 362 in Walldürn, hier gibt es in der Chronik entsprechendes Bildmaterial bei irgendeinem Reforger-Manöver, wo er als Leutnant als Zugführer eingesetzt war.

      Vielleicht kein "Star", aber der amtierende bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat u.a. seine Grundausbildung und einige Zeit danach in Mellrichstadt verbracht. Er hat es inzwischen ja zum OTL d.R: gebracht. Wurde vor einigen Jahren mal groß aufgebauscht, als er an einem Freitag Nachmittag die ehem. Kaserne in MET besucht hat und der KFG sogar seinen ehem. Spieß mit "gebracht" hatte.



      Auch gibt es immer die Erzählungen, dass die beiden Musiker Klaus Meine (Scorpions) und Achim Reichel zumindest zeitweise in Mellrichstadt gewesen wären. Da Reichel aber in Wentorf bei Hamburg aufgewachsen ist, gehe ich davon aus, dass er da stationiert war und wenn - dann vielleicht zum Uffz-Lehrgang - woanders war. Lt. seiner Website wurde er als Uffz entlassen.

      Ich habe viele "alte Haudegen" in Mellrichstadt befragt, u.a. einen Kameraden, der lange Jahre die Uffz-Lehrgänge geführt hat, der Name "Meine" sagt ihm was. Aber er kann sich nicht mehr erinnern, er hat wohl einige Dutzend Soldaten unter seinen Fittichen gehabt.

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      • Nemere
        Cold Warrior
        • 12.06.2008
        • 2878

        #4
        Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
        Elvis war doch auch mal zum Manöver in Wildlflecken, oder?
        Gut möglich, Wildflecken liegt deutlich näher an Friedberg als Grafenwöhr.

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        • ElvisRobert
          Rekrut
          • 21.01.2026
          • 2

          #5
          Zitat von DeltaEcho80 Beitrag anzeigen
          Elvis war doch auch mal zum Manöver in Wildlflecken, oder?

          Jedenfalls "wimmelt" es in den Traditionsräumen ebenfalls von Elvis-Devotionalien.
          Ja war er, aber nur 5 Tage dann bekam er eine Mandelentzündung. 19.10.1959 - 23.10.1959)

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          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1965

            #6
            Elvis Presley und Wildflecken: Eine Liebe, die nie zu Ende geht?

            Als Elvis Presley in den 1950er Jahren als US-Soldat in Wildflecken war, wusste das Dorf durchaus, wer da durch die Gegend fuhr. Elvis und das Militär – bis heute identitätsstiftend für das Dorf in der Rhön.


            Hiernach waren es drei Wochen!

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