„Exotische“ Hartziele – Truppenübungsplatz Dauban 1993

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 3297

    #1

    „Exotische“ Hartziele – Truppenübungsplatz Dauban 1993

    Viele von uns kennen noch die Hartziele, die auf den bundesdeutschen Übungsplätzen vorhanden waren. Meistens waren das ausgesonderte M 47, HS 30, Panzerhaubitzen M 7 oder Schützenpanzer kurz.

    Auf den 1990 von der NVA übernommenen Übungsplätzen fand man dagegen Exoten, wie sie auf den beigefügten Fotos dargestellt sind. Ich überlasse es den Experten herauszufinden, um welchen Panzer bzw. Hubschrauber es sich hier handelt, die Lösung reiche ich nach.

    Die Fotos entstanden im Sommer 1993 beim ersten Übungsplatzaufenthalt des neu aufgestellten und mit der Masse aus Ex-NVA-Soldaten bestehenden Feldjägerbataillons 701 (Standorte damals Leipzig, Frankenberg und Erfurt) auf dem kleinen Truppenübungsplatz Dauban in Ostsachsen, nordostwärts von Bautzen. Das war der Übungsplatz der ehemaligen Offizierschule der NVA in Löbau gewesen.

    Die 250.000er Karte, mit der wir im 1993 in diesem Gebiet arbeiteten, habe ich ebenfalls im Ausschnitt beigefügt. Eine Bundeswehrkarte gab es nicht, es waren nur amerikanische Karten dieses Maßstabs vorhanden. Es gab zwar hervorragende Karten der NVA, aber diese waren noch nicht mit dem Aufdruck des UTM-Gitters versehen, so dass sie 1993 noch nicht für Meldezwecke brauchbar waren.

    Die A 4 endete damals bei Bautzen, die einspurige Fortsetzung nach Osten war für den Verkehr gesperrt, auf der Karte findet sich der Vermerk „buildings on disused motorway“. Die „Buildings“ waren Container, die von Bautzen-Ost bis Gröditz dicht an dicht auf der Fahrbahn standen. In diesen Containern war die „Staatsreserve Verpflegung“ der DDR eingelagert, jeder Container war vollgepropft mit Konserven.

    Die Gegend um Dauban – Bautzen gehört zum Sorbenland, deswegen sind die Ortsschilder hier zweisprachig ausgeführt – siehe beigefügtes Beispiel für Bautzen.

    Grüße
    Jörg
    Angehängte Dateien
  • kato
    Cold Warrior
    • 03.03.2009
    • 906

    #2
    Hubschrauber ist ein Mi-4, die in der NVA Ende der 70er ausgemustert wurden.

    Kommentar

    • klaus_erl
      Cold Warrior
      • 14.04.2013
      • 1073

      #3
      Das Geschütz würde ich für eine ИСУ-152 halten.

      Klaus

      Kommentar

      • Nemere
        Cold Warrior
        • 12.06.2008
        • 3297

        #4
        Richtig erkannt.

        Der Hubschrauber ist eine Mi-4, vergleichbare Typen im Westen waren der Sikorski S-55 bzw. S- 58, der auch bei der Bundeswehr flog.


        Der Panzer ist ein ISU-152

        Bewaffnet mit einer 152 mm Kanonenhaubitze war das Fahrzeug zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Sturmgeschütz entwickelt worden. Eingesetzt wurde das Fahrzeug bis in die 1970er Jahre zur Unterstützung von Panzerverbänden, aber auch als Jagdpanzer.
        Vergleichbare Fahrzeuge gab es in der NATO nicht. Zur Panzerabwehr auf große Entfernungen, zur Bekämpfung der schweren sowjetischen Panzer vom Typ "Josef Stalin III" bzw. zur direkten Unterstützung von Panzerverbänden hatte man schwere Panzer vorgesehen, wie sie die USA mit dem M-103 und die Briten mit dem Conqueror einführten.
        Auch die Gliederungen der Panzerbataillone der Bundeswehr in der Heeresstruktur I sehen noch eine schwere Panzerkompanie vor. Diese Kompanien wurden aber nie aufgestellt, da es an einem wirklich brauchbaren schweren Panzer fehlte. Weder M-103 noch Conqueror konnten überzeugen.

        Mit der Entwicklung leistungsfähiger Panzerabwehrraketen ab Anfang der 1960er Jahre (SS-10, SS-11, ENTAC, MBB-810 Cobra) wurde zumindest das Problem der Panzerabwehr gelöst, sodass hierfür die technish und einsatztaktisch problematischen schweren Panzer überflüssig wurden.

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