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Ihr Cold-War-Administratorenteam
Räumung, Sprengung oder Überlassen von Munitionsdepots im Verteidigungsfall
Ich füge in der Anlage noch zwei Grafiken zum Einsatz der Logistiktruppen des Korps und der Division insgesamt bei. Auch diese Skizzen sind nicht maßstabsgetreu. Die Lage des DVP habe ich gelb markiert. ...
Bei dem in der zweiten Skizze von Nemere gelb markierten Versorgungspunkt handelt es sich um den gemischten Divisionsversorgungspunkt für die Divisionstruppen, den die 2. Kompanie des Nachschubbataillons betreibt. Der Divisionsversorgungspunkt NVG/EVG trägt in der Skizze die Bezeichnung "Divisionsversorgungspunkt Mat" und ist ganz unten knapp außerhalb der rückwärtigen Divisionsgrenze eingezeichnet.
Zurück zur Verlegung:
Im Gefecht gleichen viele Entscheidungen der Wahl zwischen Pest und Cholera.
Mit jeder Stunde steigt die Gefahr, dass ein Versorgungspunkt vom Feind aufgeklärt und bekämpft wird. Aber nur solange, wie der DVP an einem Ort ist, kann aus ihm heraus versorgt werden.
Mit jeder Verlegung des DVP Mat wird die Versorgung der Division mit NVG und EVG für mindestens einen halben Tag unterbrochen. Das trifft besonders die Instandsetzungstruppe. Die Verlegung des DVP Mat muss daher besonders eng mit der ebenfalls von Zeit zu Zeit nötigen Verlegung der Instandsetzungseinrichtungen abgestimmt werden.
Im Gefecht gleichen viele Entscheidungen der Wahl zwischen Pest und Cholera.
Schön ausgedrückt und vollkommen richtig.
Im Zweifelsfall wurden die Versorgungspunkte und Instandsetzungseinrichtungen lieber einige Kilometer weiter hinten eingerichtet. Man nahm eher 10 km mehr Fahrstrecke in Kauf, als eine Verlegung eines Versorgungspunktes zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Auf Brigadeebene versuchte man diesem Dilemma unter anderem dadurch zu entkommen, daß die Instandsetzungskompanie "Vorgeschobene Feldinstandsetzungspunkte" mit einem Instandsetzungszug einrichtete, eventuell verstärkt durch Abschubkräfte aus dem Inst-Btl der Division. In der Nähe eines solchen Instandsetzungspunktes konnte dann von der Nachschubkompanie ein "Teilversorgungspunkt Material" für Ersatzteile betrieben werden.
Auch wenn diese vorgeschobenen Einrichtungen sehr schnell verlegt werden konnten, bestand natürlich trotzdem immer die Gefahr des Verlustes - und damit einer Verringerung der Versorgungskapazität.
Weiter war das Gelände zu berücksichtigen. Z.B. legte man die Versorgungseinrichtungen lieber einige Kilometer hinter grössere Gewässer und nahm dafür längere Fahrstrecken in Kauf, als sie am feindwärtigen Ufer einzurichten, wo zwar die Entfernungen "gestimmt" hätten, aber dafür das Problem der Verlegung über die immer angriffsgefährdeten Brücken bestanden hätte.
Ein schönes Beispiel ist hier der GDP der ehemaligen 12. Panzerdivision. Der VRV lag etwa in den Haßbergen, ziemlich dicht hinter der damaligen deutschen Grenze. Diese ungünstige Situation ergab sich aus der Notwendigkeit, den Zusammenhang der Verteidigung mit den links und rechts der 12.PzDiv eingesetzten amerikanischen Division zu wahren.
Die Brigadeversorgungspunkte und die Feldinstandsetzungspunkte der Brigade hätten eigentlich noch am Nordufer des Mains liegen müssen. Andererseits standen damals zwischen Zeil am Main und Schweinfurt nur fünf Brücken zur Verfügung. Man hatte sich daher entschlossen, die logistischen Einrichtungen der Brigaden südlich des Mains einzurichten. Nördlich des Mains gab es vorgeschobene Feldinstandsetzungspunkte, Teilversorgungspunkte Material für Ersatzteile und beweglich bereitgehaltene Abschubzüge.
Ich senke meine NVG/EVG Mengen auf 2500-3000t. Es gibt eine schöne Seite http://nschkp320.blogspot.com/ wo man eine Boxpalettenstrasse sehen kann, möglicherweise ist das Bild sogar aus Rotenburg. Hier gibt es auch Zahlen. Man muss sich das dann in zwei Hallen vorstellen, NVG/EVG war etwas mehr als die Austauschteile. Eine Verlegung innerhalb eines Tages halte ich trotzdem nicht für möglich. Soweit ich mich erinnere war gegen 1980 gar keine Verlegung aus der Kaserne mehr vorgesehen. Nach dem Einmarsch der Russen in Afghanistan gab es 1979 zwischen Weihnachten und Silvester einen Natoalarm. Da ist die ganze Kaserne (Instbatallion, Fernmelder, Heeresflieger) in den Verfügungsraum gezogen, mit Ausnahme der Nachschubkompanie Mat.
Soweit ich mich erinnere war gegen 1980 gar keine Verlegung aus der Kaserne mehr vorgesehen.
Wenn das zuträfe, wäre es im Ernstfall vernünftiger gewesen, unter Schonung des Lebens der eigenen Truppe die Versorgungsgüter gleich selber zu sprengen.
Wenn das zuträfe, wäre es im Ernstfall vernünftiger gewesen, unter Schonung des Lebens der eigenen Truppe die Versorgungsgüter gleich selber zu sprengen.
Das traf ab Anfang der 1980er Jahre zu, aber nur für Übungen. Nach den damals geltenden Richtlinien für die Alarmübungen ACTIVE EDGE (der sog. NATO-Alarm) konnten Truppenteile vor der Teilnahme ausgenommen werden, wenn nur dadurch die Erfüllung wichtiger Friedensaufträge gewährleistet wurde. Hätte die Nachschubkompanie NVG/EVG im Rahmen einer Übung die Kaserne räumen müssen, hätte das länger als die ganze Alarmübung gedauert. Für die Dauer der Übung und die anschließende Rückverlegung in die Kaserne hätte die Versorgung der Division geruht. Dieser Aufwand hätte den geringen Ausbildungserfolg einer Übungsteilnahme nicht gerechtfertigt.
Das galt natürlich nicht für den Verteidigungsfall. Wegen des hohen Zeitbedarfs für das Beziehen und Einrichten des ersten DVP Mat waren die hierzu erforderlichen Kräfte dem Vorausaufmarsch Logistik zugeordnet. Manches Nachschubbataillon schöpfte die Möglichkeiten des Bundesleistungsgesetzes aus und forderte dazu zivile Straßentransportleistungen an. Phantasie war schon bei der Vorbereitung im Frieden gefragt.
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