Räumung, Sprengung oder Überlassen von Munitionsdepots im Verteidigungsfall

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  • Störfang
    Cold Warrior
    • 14.01.2009
    • 201

    #1

    Räumung, Sprengung oder Überlassen von Munitionsdepots im Verteidigungsfall

    Nabend

    Mir ist etwas in den Sinn gekommen...

    Und zwar geht es darum, was wäre mit den zahlreich vorhanden Mundepots passiert wenn die WP Truppen tief in den Westen vorgerückt wären.
    Oder auch nicht ganz soweit, denn zb bei Zweidorf Sophiental (Braunschweig) ist ein Mundepot und bei Lehre die jetzt ehemalige StoMunNdl der Garnison Braunschweig.

    Liegt alles also nicht so weit von der Grenze.

    Weiß da jemand etwas?
  • StoMunNdlg 241/3
    Cold Warrior
    • 11.12.2008
    • 184

    #2
    Na ich denke mal das gleiche wie mit allen anderen Militärischen Gütern - was einem in die Hände fällt wird behalten und benutzt. Und wenn schon alles geräumt wurde wirds halt zur Lagerung / Nachschub benutzt.

    Oder meinst Du was man mit den Beständen gemacht hätte wenn der Feind vor der Tür steht? Ich denke mal man hätte versucht alles zu verlegen , was natürlich schwer ist bei den Mengen. Mit würde da sonst auch nur noch der versuch der vernichtung einfallen....interessante frage !

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    • Störfang
      Cold Warrior
      • 14.01.2009
      • 201

      #3
      Jedenfalls kann ich es mir nicht vorstellen das man so schnell entlang der gesamten Grenze alle Depots auflösen konnte.
      Es wäre denkbar das ein großer Teil an die vorbereiteten Stellungen verteilt wird. Solange Zeit bleibt.

      Aber eine Räumung wäre meiner Meinung nach nicht machbar gewesen, aus Personal gründen.

      Und entschuldigung wegen der Überschrift...
      Was damit passiert ist weiß ich nicht.

      Sollte eigentlich " Räumung, Sprenung oder Überlassen von Mundepots" heißen.

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      • Betonkopf
        Warrior
        • 14.09.2008
        • 74

        #4
        Viele Depots lagen weit weg von den vermeintlichen Hauptkampflinien um möglichst lange
        Nachschub liefern zu können. In Schleswig-Holstein waren eine Unmenge Depots, die
        weit weg lagen (fast schon in der Walachei). Hier wäre im Kriegsfall erst sehr spät jemand
        angekommen. Bis dahin wären die Depots geräumt und der Inhalt an der Front
        verbraucht worden.

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        • PzGrenBtl 352
          Rekrut
          • 07.11.2009
          • 14

          #5
          Die Standort Munitionsniederlage bei einstigen Hainberg Kaserne bei Mellrichstadt lag mit seinen 18 Munitionsbunkern letiglich 4km Luftlinie entfernt vom Grenz Übergang Eußenhausen.

          Bei einem Angriff währe die Panzerstraße, welche der einzige befestigte Weg zum depot ist, gesprengt geworden. Seitlich der Panzerstraße befinden sich nach einigen Metern Gullischächte, dashalb gehe ich von Grabensperren aus.

          Der Inhalt der Depots wäre meines Wissens sofort Aufgegeben bzw. zum Teil vernichtet worden.

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          • Nemere
            Cold Warrior
            • 12.06.2008
            • 2880

            #6
            Zitat von PzGrenBtl 352 Beitrag anzeigen
            Der Inhalt der Depots wäre meines Wissens sofort Aufgegeben bzw. zum Teil vernichtet worden.
            SChön blöd wäre man gewesen, wenn man den Inhalt dieses Depots "sofort" vernichtet hätte. Wie schon der Name sagt, war das eine Standort-Munitionsniederlage, also lagen hier zumindest Teile der sog. "Grundbeladung" (=Truppenbeladung und Kampfbeladung) für die in Mellrichstadt stationierten Truppenteile - das waren 1989: Panzergrenadier-Btl 352, 2./ Panzergrenadier-Btl 351 und die Panzerjäger-Kp 350.

            Diese Truppenteile hätten beim Verlegen in ihren GDP-Raum die in der Standortmunitionsniederlage lagernde Munition zur Auffüllung ihrer Kampffahrzeuge (= Kampfbeladung) benötigt. Ein großer Teil wäre als Truppenbeladung in der Munitionsgruppe der Stabs- und Versorgungskompanie sowie in den Munitionstrupps der Mörser-Kp und der Panzerjäger-Kp mitgeführt werden.
            Möglicherweise lagerte in dieser StOMunNdl auch Sperrmunition für vorbereitete Sperren im Raum Mellrichstadt, z.B. für die Sperren bei Heustreu an der B 19.

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            • PzGrenBtl 352
              Rekrut
              • 07.11.2009
              • 14

              #7
              Direkt in der Kaserne gab es noch ein Mun-Depot, in diesen Teilen des Depot lagerten ein großteil der Kampfbeladung. Daher die Grenze nur wenige Kilometer entfernt war, wäre eine Vollständige Räumung der Munitionsbunker im Wald nicht mehr möglich gewesen.

              Die Straße, welche zum Depot führte, wäre mit Grabensperren vernichtet worden. Daher sich Links von der Straße ein steiler Hang und rechts neben der Straße ein genauso steiler Abhang befunden hat, wäre somit ein vordringen mit Fahrzeugen nicht mehr möglich gewesen.

              Von inneren des Waldes, wäre man auch nur über einen Steilen Hang zu der Anlage gekommen, welches einen Abtransport nur über das Haupttor möglich gemacht hätte.

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              • suedbaden
                Cold Warrior
                • 06.01.2008
                • 296

                #8
                Wenn ich mir die Standortmunitionsniederlage in Mellrichstadt auf dem Satellitenbild anschaue, erscheint sie mir etwas groß für die Grundbeladung eines PzGrenBtl plus zweier Kompanien. Die Munition für die BMK und die paar Milan/TOW-Raketen brauchen nicht so viel Platz. Wenn ich mich richtig erinnere, nutzte unser PzGrenBtl nur eine Handvoll Bunker in unserer StMunNdlg. So richtig viel Platz für Munition brauchte dort nur die Artillerie.

                Es müssen aber nicht alle Bunker voll gewesen sein.

                Kommentar

                • PzGrenBtl 352
                  Rekrut
                  • 07.11.2009
                  • 14

                  #9
                  Wie schon gesagt, die Depots in der die Munition für die kampfbeladung lagerte, befand sich zum größten teil direkt in der kaserne.

                  PS: Das Depot außerhalb wird in kürze ebenfalls wie die Standortschießanlage und der Waldsportplatz dem erdboden gleich gemacht.

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                  • Nemere
                    Cold Warrior
                    • 12.06.2008
                    • 2880

                    #10
                    Zitat von suedbaden Beitrag anzeigen
                    So richtig viel Platz für Munition brauchte dort nur die Artillerie.

                    Es müssen aber nicht alle Bunker voll gewesen sein.
                    In Mellrichstadt lag bis 1971 neben dem PzGrenBtl 352 auch das Panzerartillerie-Btl 355, wahrscheinlich dürfte die StOMunNdl damals auf die Bedürfnisse des Artillerie-Btl zugeschnitten gewesen sein.

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                    • suedbaden
                      Cold Warrior
                      • 06.01.2008
                      • 296

                      #11
                      Danke. Das Pz-Artillerie-Btl erklärt alles! Damit ist die Situation ja wie in Immendingen.

                      Kommentar

                      • Nemere
                        Cold Warrior
                        • 12.06.2008
                        • 2880

                        #12
                        Zitat von PzGrenBtl 352 Beitrag anzeigen
                        Direkt in der Kaserne gab es noch ein Mun-Depot, in diesen Teilen des Depot lagerten ein großteil der Kampfbeladung. Daher die Grenze nur wenige Kilometer entfernt war, wäre eine Vollständige Räumung der Munitionsbunker im Wald nicht mehr möglich gewesen.

                        Die Straße, welche zum Depot führte, wäre mit Grabensperren vernichtet worden. Daher sich Links von der Straße ein steiler Hang und rechts neben der Straße ein genauso steiler Abhang befunden hat, wäre somit ein vordringen mit Fahrzeugen nicht mehr möglich gewesen.
                        Zur Kampfbeladung gehört alles, was der Soldat am Mann trägt oder was auf den KAMPF-Fahrzeugen mitgeführt wird.
                        Zu der als Kampfbeladung auf dem MARDER mitzuführenden Munition gehören z.B. einige MILAN, eine Anzahl von Handgranaten, diverse Patronen für die Panzerfaust, mehrere Handflammpatronen. Das ist alles Munition, die im Zivilbereich in die Gefahrgutklasse 1.2 eingestuft ist und daher nach den Munitions-Lagerbestimmungen der Bundeswehr für die hier in Frage kommenden Mengen NICHT in Munitionsbehältern in den Kasernen gelagert werden durfte.
                        Von den Mörserpatronen der 5. Kompanie oder den TOW der Panzerjäger will ich gar nicht reden.

                        In der Kaserne befanden sich wahrscheinlich "Munitionsbehälter", hauptsächlich für Handfeuerwaffenmunition, eventuell für einen Teil der BMK-Munition, aber kein Munitionsdepot.

                        Den Großteil der Kampfbeladung und - wie schon erwähnt - die gesamte Truppenbeladung hätten die Mellrichstädter Truppenteile aber aus der Standortmunitionsniederlage holen müssen.

                        Ohne diese dort niedergelegte Munition wären die Truppenteile nicht einsatzfähig gewesen, es wäre daher trotz Grenznähe kein Mensch auf die Idee gekommen, diese Munitionsbunker zu sprengen - trotz aller Grenznähe. Die Kaserne liegt übrigens genauso nahe an der Grenze wie die Standortmunitionsniederlage.

                        In den Alarmkalendern der Bataillone und Kompanie waren die Abläufe für dieses "Aufnehmen" der Grundbeladung sehr detailliert geregelt, bis hin zu genauen Umlaufplänen. Man muß dabei immer die realistischen Abläufe eines Konflikts im Auge behalten: der Überraschungsangriff ohne Vorwarnung, bei dem plötzlich im Morgengrauen Horden von Warschauer Pakt Panzern aus dem Raum Meiningen über Eußenhausen Richtung Mellrichstadt vorpreschen, so daß dort keine Zeit mehr zum Aufmunitionieren der Fahrzeuge bestanden hätte, war doch sehr unwahrscheinlich.

                        Zu den Sperren an den Depotzufahrtstrassen: Mellrichstadt wäre in der Verzögerungszone gelegen, das Verzögerungsgefecht wäre entlang der Haupverkehrs-Straßen geführt worden (B 19, St 2292, St 2429). Kein Kommandeur eines hier eingesetzten Verzögerungsverbandes hätte sich auf ein Gefecht in dem Waldstück eingelassen, in dem diese StOMunNdl lag, da hier die Gefahr des Verzahnens mit dem Gegner viel zu groß gewesen wäre. Das Gefecht wäre südlich davon, z.B. bei Unsleben, Mittelstreu, Wechterswinkel geführt worden.
                        Eine Sperre, die nicht verteidigt oder überwacht wird, macht aber wenig Sinn - daher erschließt sich mir der Zweck einer Sperre an der Zufahrtstrasse zu einem mit höchster Wahrscheinlichkeit leeren Depot nicht.

                        Abgesehen davon - Du schreibst von einer Grabensperre. Grabensperren wurden bevorzugt auf Schienenwegen oder Strassendämmen angelegt. Die von Dir beschriebene Lage der Sperre spricht aber eher für eine Trichtersperre, allerdings machen dann die erwähnten "Gullischächte" seitlich der Straße wenig Sinn. Stelle doch mal einige Bilder von dieser vermeintlichen Sperre und ihrer Lage in Bezug auf das Depot hier ein, vielleicht kommen wir dann weiter.

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                        • Geograph
                          Wallmeister
                          • 10.05.2006
                          • 7495

                          #13


                          Abgesehen davon - Du schreibst von einer Grabensperre. Grabensperren wurden bevorzugt auf Schienenwegen oder Strassendämmen angelegt. Die von Dir beschriebene Lage der Sperre spricht aber eher für eine Trichtersperre, allerdings machen dann die erwähnten "Gullischächte" seitlich der Straße wenig Sinn. Stelle doch mal einige Bilder von dieser vermeintlichen Sperre und ihrer Lage in Bezug auf das Depot hier ein, vielleicht kommen wir dann weiter.

                          Gute Idee, Nemere!……


                          .
                          sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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                          • Geograph
                            Wallmeister
                            • 10.05.2006
                            • 7495

                            #14
                            Vgl. Mellrichstadt – Sontra …

                            Wenn ich mir die Standortmunitionsniederlage in Mellrichstadt auf dem Satellitenbild anschaue, erscheint sie mir etwas groß für die Grundbeladung eines PzGrenBtl plus zweier Kompanien. Die Munition für die BMK und die paar Milan/TOW-Raketen brauchen nicht so viel Platz. Wenn ich mich richtig erinnere, nutzte unser PzGrenBtl nur eine Handvoll Bunker in unserer StMunNdlg. So richtig viel Platz für Munition brauchte dort nur die Artillerie.

                            Es müssen aber nicht alle Bunker voll gewesen sein.


                            Hinsichtlich der Aspekte »Grenznähe« bzw. »Standortmunitionsniederlagen-Größe« finde ich die ehemalige Garnison Sontra auch interessant.


                            1989 waren in Sontra – laut Dragoner – folgende Einheiten stationiert:
                            • Panzeraufklärungsbataillon 5
                            • Brigadespähzug 13
                            • Brigadespähzug 14
                            • Brigadespähzug 15
                            • Panzeraufklärungsausbildungskompanie 3/5
                            • Panzerjägerkompanie 130


                            Die ehemalige Standortmunitionsniederlage »Sontra« (442/3) scheint in etwa die gleiche Größe wie das Objekt Mellrichstadt zu haben.


                            .
                            sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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                            • suedbaden
                              Cold Warrior
                              • 06.01.2008
                              • 296

                              #15
                              Noch eine kleine Anmerkung dazu:

                              Bei uns (PzGrenBtl in Immendingen) war in den sich im Kasernenbereich befindenden Munitionsbehältern die Übungsmunition für den laufenden Ausbildungsbetrieb auf dem StOÜbPl gelagert, damit man die nicht immer in der StOMunNdlg holen musste. Ob auch scharfe Munition für Handfeuerwaffen in diesen Behältern eingelagert war, weiß ich nicht. (Scharfe) Munition für BMK ziemlich sicher nicht. Ich kann mich nur an Pappschachteln erinnern.

                              Diese Munitionsbehälter sahen (oder sehen) übrigens so aus, wie die auf dieser Seite ganz unten beschriebenen: Munitionsbehälter aus Waschbeton

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