Im Milatlas liest man des öfteren von "BVS-Dienststellen" (bei Bundeswehrstandorten). Was ist BVS?
Was ist BVS?
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Was ist BVS?
Hallo
Im Milatlas liest man des öfteren von "BVS-Dienststellen" (bei Bundeswehrstandorten). Was ist BVS?Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen.
G.Schabowski, 9.11.1989Stichworte: -
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Erklärung zum BVS/BLSV
So. Und jetzt holen wir mal aus.....Zitat von vizekonteradmiralHallo
Im Milatlas liest man des öfteren von "BVS-Dienststellen" (bei Bundeswehrstandorten). Was ist BVS?
Es begann alles mit dem Bundesluftschutzverband (BLSV) dessen Aufgabe es war die Bevölkerung im Selbstschutz Auszubilden und Auszustatten. Dazu wurde eigens eine STAN für den Selbstschutzzug ausgegeben. Desweiteren war es die Aufgabe des BLSV/BVS die Bunkerbau willigen privaten Bauherren zu Beraten. Der BLSV/BVS unterstand dem BMI. Er sorgte bis 1996 (?) für die Selbstschutzausrüstung und -ausbildung, dafür hatte er m.W. eigene Schulen und Lehrer sowie Berater. BVS hieß der BLSV (s.o.) nach der Umbenennung und es bedeutet Bundesverband für den Selbstschutz...
So, wer noch Fragen hat bitte hierein schreiben..
MfG
FlorianDie Utopie den Atomkrieg zu Überleben geistert weiterhin durch die Welt.....
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Danke für die kompetente Antwort.
Also eigentlich gar keine militärische Einrichtung. Seltsam, dass es den Weg in den Milatlas gefunden hat. Aber auf alle Fälle hat es ja was mit dem Kalten Krieg zu tun, daher können die BVS-Dienststellen auch in die Cold War Datenbank übernommen werden.Zitat von nairolfDer BLSV/BVS unterstand dem BMI.Und deshalb ... äh ... haben wir uns dazu entschlossen, heute ... äh ... eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, ... äh ... über Grenzübergangspunkte der DDR ... äh ... auszureisen.
G.Schabowski, 9.11.1989
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Die Wurzeln des BVS liegen sogar noch weiter zurück als hier beschrieben:
Im März 1951 veranlaßte der BMI die Bildung einer zunächst inoffiziellen “Arbeitsgemeinschaft Luftschutzt“, aus der zwei Monate später, am 23. Mai 1951, der „Allgemeine Luftschutzverband (ALSV)“ entstand. Auch diese Bezeichnung war nicht von langer Dauer, schon ein halbes Jahr später erfolgte die Umbenennung in „Bundesluftschutzverband (BLSV)“ als privatrechtlicher Verein (Eintrag ins Vereinsregister Köln Januar ´55). Aufgrund des Ersten Gesetzes über Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung vom 9. Okt. 1957 und der Verordnung über den Aufbau des Bundesluftschutzverbandes vom 1. Juli 1960 ist der Bundesluftschutzverband ab da als bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts errichtet worden. Mitglieder waren der Bund, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände. Seine hauptsächliche Aufgabe bestand darin, die Bevölkerung durch Aufklärung, Beratung und Betreuung in Selbstschutz- und Selbsthilfemaßnahmen bei Katastrophen, insbesondere bei Luftkriegsgefahren, zu unterweisen. Diese Aufgaben bezogen sich auch auf öffentliche und private Dienststellen und Betriebe, soweit sie nicht dem „Industrieluftschutz“ oder dem „Luftschutz der besonderen Verwaltung“ angehörten. Der BLSV sollte kurzgesagt die soviele Einwohner in selbstschutzmäßigem Verhalten ausbilden, daß der Selbstschutz die Grundlage der Hilfsmaßnahmen sein sollte. Die Einheiten des Luftschutzhilfsdienstes hätten im V-Fall nur dort eingreifen sollen, wo die örtlichen Se-Kräfte überfordert gewesen wären. Hierfür wurden vom BLSV Selbszschutzzüge ausgebildet, bestehend aus einer Kraftspritzenstaffel, einer Laienhelferstaffel und einer Bergungsstaffel.
Im Zuge der Änderungen im Sprachgebrauch (Luftschutz - Zivilschutz) wurde bereits während der Verhandlungen zum Gesetz über ein Zivilschutzkorp Mitte der 60er Jahre die Umbenennung in "Bundesverband für den Selbstschutz (BVS)" diskutiert. Diese erfolgte aber erst mit Inkrafttreten des Gesetzes über die Erweiterung des Katastrophenschutzes vom 9. Juli 1968. Seine Aufgaben unterschieden sich ein wenig von den alten BLSV-Aufgaben: Die Bevölkerung über den Zivilschutz, insbes. über drohende Gefahren und über Schutz- und Hilfeleistungsmöglichkeiten informieren und aufklären (die Selbstschutzzüge mit ihren handgezogenen Löschkarren waren passé, über den privaten hausschutzraumbau wurde aber weiterhin informiert), die Gemeinden und Landkreise bei der Unterrichtung und Ausbildung der Bevölkerung im Selbstschutz unterstützen, Behörden und Betriebe bei der Unterrichtung und Ausbildung im Selbstschutz unterstützen. Der BVS gliederte sich in die Bundeshauptstelle mit einer Bundesschule, in 10 Landesstellen mit BVS-Schulen und weiteren nachgeordneten örtlichen BVS-Dienststellen. Dies werden die sein, die Dir auffielen.
Durch das Gesetz zur Neuordnung des Zivilschutzes vom 25. März 1997 wurde der BVS mit Wirkung vom 1. Jan. 1997 aufgelöst. Restaufgaben wurden und werden vom Bundesamt für Zivilschutz, seinem Rechtsnachfolger, der Zentralstelle für Zivilschutz im Bundesverwaltungsamt und deren Rechtnachfolger, dem heutigen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, wahrgenommen.
Hier geht´s übrigens zu meinem Youngtimer, der letzten erhalten gebliebenen "Fahrbaren Aufklärungs- und Ausbildungsstelle (FAAST)" des BVS: http://www.fezb.de/Termine/FAAST2.jpg
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Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
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Moin zusammen,
ich kann mich noch genau daran Erinnern, das im Jahre 1979/80 der BVS uns auf unserer Ausbildungsstätte der Ruhrkohle besucht hatte und wir dann ein 2tägiges Lehrprogramm absolviert hatten. Hier war sehr viel Zeit auch für die praktische Anwendung eingeplant worden, wie zB. das Abseilen eines Verletzten von einer Mauer, der auf einer Bahre fest verzurrt war, oder das Löschen von Bränden und Personen etc.
Gruß
Horner
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Als Helfer im BVS, der ich mal einige Jahre war, hatte ich u.a. auch die Aufgabe, Messestände des BVS zu betreuen. Dort wurden eine ganze Reihe aufwendig gestalteter Broschüren über Schutzraumbau, Vorratshaltung, Verhalten im V-Fall usw. verteilt, die bei den Messebesuchern meist recht gut ankamen.
Der BVS hatte im Prinzip eine Aufgabe, die heute nach meiner Auffassung nicht mehr optimal wahrgenommen wird: die Bevölkerung über Gefahren, aber auch über konkrete Handlungs- und Schutzmöglichkeiten zu informieren.
Ich hatte damals zunehmend den Eindruck, dass der BVS zu sehr auf den V-Fall und den Atomkrieg sehr einseitig eingestellt war. Eine flexible Neuorientierung innerhalb der Organisation blieb weitestgehend aus. Und als man seitens der politisch Verantwortlichen meinte, jetzt sei die Phase des ewigen Friedens oder des "Friede-Freude-Eierkuchens" ausgebrochen, wurde diese Organisation nicht wie das THW modernisiert, sondern schlicht geopfert - brauchen wir nicht mehr!
Heute fehlt m.E. eine zentral geführte aber disloziert stationierte Organisation, die angesichts heutiger Gefahren Aufklärung und Ausbildung der Bevölkerung und in Betrieben betreibt.
Teilweise sind die Aufgaben auf andere Organisationen übergegangen, aber das ist nicht das selbe. Ein modernisierter und neu ausgerichteter BVS fehlt halt einfach...Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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