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Zur Dekontamination gehörte die Entseuchung von Gebieten, Personen und Geräten der LS-ABC-Dienst war dazu mit einer Vielzahl von Geräten und Fahrzeugen ausgestattet. Unter anderen gab es folgende Fahrzeuge:
Das Vorrausentgiftungsfahrzeug (VEF)
Das Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF)
Den Funkkommandowagen (FukoW)
Den Feldkochherd (FKH)
und den Entgiftungsanhänger (EA)
Hallo,
wie war das denn praktisch realisiert?
Fahrzeuge bei den Feuerwehren und THW stationiert - oder doch komplett eigene (mir dann gänzlich unbekannte) Infrastruktur?
In dem Zusammenhang fällt mir noch ne Meldung aus dem letzten Jahr ein, da wurden doch bundesweit irgendwie 100 (?) Fiat Ducatos als AC-Aufklärungsfahrzeuge (ohne B, wenn ich das recht verstanden habe) in Dienst gestellt. Ich erinnere aber nicht mehr, ob bei den Feuerwehren - rot lackiert waren sie jedenfalls.
Gruß
Michael
Zuletzt geändert von nairolf; 19.07.2005, 19:43.
Grund: Umbennenung wg. Einheitlichkeit der Übersicht
Der LSHD war im Prinzip eine eigenständige Organisation und wurde mit dem Gesetz zum erweiterten Katastrophenschutz aufgelöst..
Die Praxis war jedoch die das viele LSHD Mitglieder eine Doppelmitgliedschaft hatten (z.B:THW&LSHD). Nach der Auflösung wurden dann die Gerätschaften auch die Verschiedenen Hilfsorganisationen aufgeteilt.( z.B. Der Bergungsdienst ging häufig an das THW, aber auch zur Feuerwehr(Hamburg)).
MfG
Florian
P.S. Die von dir gemeinten Fahrzeuge stammen aus dem Bundesanteil am erweiterten Katastrophenschutz.
Die Utopie den Atomkrieg zu Überleben geistert weiterhin durch die Welt.....
das heisst dann aber schon -wenn ich dich recht verstehe- dass es eine komplette Parallelinfrastruktur gab - also wenn ich sehe, was du alles gelistet hast, bin ich schon beeindruckt, dass man von all diesen Gerätschaften nie mal irgendwo was zu Gesicht bekam.
Die Fahrzeuge des LSHD waren khaki (RAL 7008) lackiert. Sie wurden gegen Ende der 60er Jahre meistens in die Fachdienstfarben umlackiert z.B.: Sanitätsdienst-elfenbein
Führungsdienste (Funk etc.)-Orange
Mfg
Florian
Die Utopie den Atomkrieg zu Überleben geistert weiterhin durch die Welt.....
Diese beiden Paralleluniversen leiteten sich daher ab, daß in den 50er und 60er Jahren die bestehenden privaten und öffentlichen Organisationen für den - heute würde man sagen - friedensmäßigen Katastrophenschutz zuständig waren, und der Bund mit dem LSHD eine Organisation zum Schutz der Bevölkerung ausschlißelich im Kriegsfall hatte schaffen wollen.
Noch mal eine Anmerkung zu den Parallelwelten:
Die bestehenden Organisationen sollten von Anfang an aufgrund ihres Fachwissens die entsprechenden Einheiten des LSHD ausbilden. Aber die Leute, die der Allgemeinheit einen Dienst erweisen wollten, hatten sich natürlich schon bei den Organisationen eingefunden, weitere Freiwillige zu verpflichten war daher - vor allem in dem geplanten Umfang von 260.000 Mann - ein eher unmögliches Unterfangen. Daher kam es zu Doppelbesetzungen, d.h., Helfer eines DRK-Kreisverbands stellten gleichzeitig die ansässige LS-San.-Bereitschaft, die FF-Männer meldeten sich zum Brandschutzdienst etc. Beim THW setzte der Bund sogar die Daumenschrauben an: Der LS-Bergungsdienst wurde mit Fahrzeugen und Gerät zugeschüttet, das THW ging über Jahre ansatzweise leer aus und hing am seidenen Faden, ganz geschluckt zu werden. Da lag es nahe, daß sich ein OV zum LS-Bergungsdienst meldete. Die Feuerwehren hingegen drehten den Spieß um und erpreßten den Bund, im Luftschutz nur mitzumachen, wenn deren Fahrzeuge in rot ausgeliefert werden würden. Generelles Problem: Für welchen Dienstherren hätten sich all diese Einheiten im V-Fall entscheiden sollen? Es gab auch Einheiten ohne Organisations-Backround, sog. Regie-Einheiten. Der Brandschutz im Land Bremen war z.B. so organisiert. Aber was für einen einsatztaktischen Wert hätten solche Einheiten im V-Fall gehabt, wenn sie nicht aufgrund des Feuerwehrhintergrundes nicht sowieso fast täglich mit Einsätzen zu tun gehabt und daher fit an ihren Geräten gewesen wären?
Aufgrund dieser immensen Organisationslücken kam schon Anfang der 60er Jahre die Idee eines aus hauptamtlichen Kräften und Wehrpflichtigen zusammengesetzes Zivilschutzkorps auf. Analog zum vom ZSK zu übernehmenden überörtlichen LSHD sollte auf örtlicher Ebene ein weiterhin aus Freiwilligen zu rekrutierender Zivilschutzdienst ZSD aufgestellt werden. Im August 1965 wurde sogar ein entsprechendes Gesetz verabschiedet (ohne ZSD-Text), jedoch aufgrund der Haushaltslage zunächst ausgesetzt und später ganz aufgehoben.
Der Situation wurde erst mit dem KatSG vom Sommer ´68 Rechnung getragen, als auch der nach wie vor als Bundesangelegenheit betrachtete V-Fall-Schutz den Hilfsorganisationen übertragen wurde und mit dem Namen "erweiterter Katastrophenschutz" betitelt wurde. Von da an wurden die Fahrzeuge in den Fachdienstfarben der jeweiligen Trägerorganisationen ausgeliefert. Daher waren die oben angesprochenen AC-Ducatos auch in rot lackiert.
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