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bezüglich den verschiedenen Geheimhaltungsstufen beim Militär/NATO eine Frage (ich erwarte nicht, das diese beantwortet werden kann).
In Bezug auf die eingelagerte Munition und deren Aktivierung kommen ja entweder nur amerikanische bzw. NATO-Einstufungen in Betracht, Großbritannien und Frankreich möchte ich jetzt mal außer Betracht lassen.
Wenn die Sprengköpfe u.d. in der BRD unter US-Hand waren, wäre dann die Stufe
CORE SECRETS (Kerngeheimnisse)
oder die NATO-Stufen
COSMIC TOP SECRET bzw. COSMIC TOP SECRET ATOMAL
verwendet worden?
Wenn zwischen USA und NATO getrennt wurde, gehe ich davon aus, daß das US-Militär erstere Stufe verwendet hat und die NATO zweite bzw. dritte, allerdings, was ist da der Unterschied?
Im Endeffekt haben doch immer die Amerikaner entschieden, oder?
(Anm.: In den USA selber dürfte die Sache klar sein für alle nuklearen Verteidigungsmittel mit Core Secrets).
Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V. www.ig-area-one.de
"Core Secret" wird nur bei der National Security Agency verwendet, beim US-Militär ist "Top Secret" die höchste Stufe.
Das US-Militär hätte Top Secret auf ihre Information angewandt (oder, für Teilbereiche, ggf. eine niedrigere Stufe) und entschieden ob die entsprechende Information der NATO zugänglich gemacht wird. Bei der NATO wäre diese dann analog klassifiziert worden (Stufen CTSA, NSA, NCA). Atomal-Stufen beziehen sich immer auf geheimzuhaltende Informationen die von den USA oder UK an die NATO überlassen wurden.
ATOMAL - ATOMAL information can be either U.S. Restricted Data or Formerly Restricted Data that is classified pursuant to the Atomic Energy Act of 1954, as amended, or United Kingdom ATOMIC information that has been officially released to NATO.
Die Einschränkung auf diese beiden Länder resultiert daraus, dass es sich um die einzigen Atommächte handelt (Frankreich seit '68 außen vor). Bei einer Atomal-Klassifizierung handelt es sich immer um US- oder UK-Material. Theoretisch wäre in der NATO selbst generiertes Material als CTS, nicht CTSA zu klassifizieren. Material, das von anderen Mitgliedsländern generiert wird, gehört diesen und wird nur auf deren Willen hin für die NATO freigegeben (und wäre dann auch z.B. CTS).
Das beantwortet einige meiner Fragen, Vielen Dank.
Allerdings erschreckt mich die Dominanz der USA und GB doch ein wenig, denn wie heist es so schön beim Militär (ich spreche aus meinem eigenen Dienstverhältnis):
"Du erfährst soviel wie du wissen must und davon so wenig wie möglich" (o.s.ä.).
Die Verschlussache-Vordrucke für die Aktenordner kennen ja bestimmt noch einige:
Allerdings erschreckt mich die Dominanz der USA und GB doch ein wenig
Man kanns an einem einfachen Beispiel ausmachen, ganz grob: Sagen wir mal, im SHAPE wird eine Zusammenfassung über Vorfälle in SAS erstellt. Dienstlicher Zweck: Information über und Optimierung der Bereitschaft. Ganz simpel.
Für diese Zusammenfassung steuern die USA einen Bericht über technische Fehlervorkommnisse an ihren Sprengköpfen bei, Deutschland einen Bericht über Wachvorfälle. Die jeweiligen Länder entscheiden ob und wieviel sie hierfür der NATO an Informationen zur Verfügung stellen; gegebenenfalls werden dabei - unabhängig von dem NATO-Bericht - untereinander Informationen bereitgestellt, die eventuell mehr enthalten. Schlussendlich wird der zur Verfügung gestellte deutsche Bericht an die NATO als Streng Geheim und damit für die NATO als CTS eingestuft; der US-Bericht als Top Secret und für die NATO CTS mit zusätzlichem Atomal-Merkmal, also CTSA. Gegebenenfalls wird für die Zusammenfassung zusätzlich ein zweiter Bericht über Wachvorfälle in US-Dienststellung erstellt, der nur NATO CTS erhält.
Aufgrund des "need to know" erhält die zusammenfassende Person bei SHAPE, die über eine entsprechende Sicherheitsstufe verfügt und den entsprechenden dienstlichen Bedarf hat, natürlich Zugriff auf beide der NATO zur Verfügung gestellten Teilberichte; aufgrund der Atomal-Klassifizierung darf er in seiner Zusammenfassung nur aus dem deutschen, nicht aber aus dem US-Bericht direkt zitieren. Die Zusammenfassung wird als CTS eingestuft und enthält einen Verweis auf das separat zu haltende CTSA-Material.
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