Handwaffen in der Aufstellungsphase der Bundeswehr

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  • Nemere
    Cold Warrior
    • 12.06.2008
    • 2835

    #1

    Handwaffen in der Aufstellungsphase der Bundeswehr

    Angeregt vom Beitrag von hoover über seine Ausstellungsguppe Bundeswehr http://www.cold-war.de/showthread.ph...m-Kalten-Krieg
    habe ich mal kurz zusammengestellt, welches Sammelsurium an Handwaffen in den Anfangsjahren der Bundeswehr bei der Truppe war.

    Pistolen:
    USA: Colt Cal. .45 M1911 A1 (Kal. 11,43 x 23), auch als P 51 / P 52 bezeichnet.

    Schweiz: SIG 210 (Kal. 9x19, vom BGS), auch als P 2 bezeichnet. Einige Exemplare dieser SIG 210 gab es noch bis ca. 1985 bei der Feldjägertruppe. Sie sollten dort im Personenschutz eingesetzt werden, bis endlich die P 7 verfügbar war. Allerdings war die SIG 210 noch größer und schwerer als die P 1 und daher noch weniger zum verdeckten Tragen in Zivilkleidung geeignet. Von der Schießleistung her schlug allerdings die SIG 210 die P 1 um Längen, die SIG war wirklich ein Musterbeispiel hochpräziser schweizerischer Qualitätsarbeit.
    Wir verwendeten beim Feldjägerbataillon 760 die SIG immer beim Offiziersschießen der Münchner Bataillone, weil wir ja mit Recht behaupten konnten, das diese Pistole bei uns eine Dienstwaffe war. Aufgrund der Präzision der Waffe waren wir zumindest beim Pistolenschießen nicht zu schlagen. Eine Rolle spielte dabei sicher auch, dass Pistolenschießen bei den Feldjägern wesentlich intensiver geübt wurde als bei anderen Truppengattungen.

    Spanien: Astra 600-43 (Kal. 9x19, vom BGS), auch als P 3 bezeichnet.
    Deutschland: P 38, spätere P 1 (Kal. 9x19).
    Deutschland: Walther PPK (Kal. 7,65x17), auch als P 21 bezeichnet


    Maschinenpistolen:
    USA: M 1 A 1 Thompson Cal. .45 (Kal. 11,43 x 23)
    Italien: Beretta M 1938 (Kal. 9x19, übernommen vom BGS), auch als MP 1 bezeichnet


    Gewehre:
    USA: M 1 Garand (Cal. 30-06 = 7,62 x 63).
    USA: M 1 Carabine Cal. .30 M-1 (Kurzpatrone, 7,62 x 33) (Halbautomat), M 2 Carabine (Vollautomat).
    Großbritannien: Lee-Enfield No. 4 Mk.1 (Repetiergewehr, kanadische Fertigung, Cal. 303 = 7,7 x 56 R), nur bei Luftwaffe. Dort bei Ausbildungseinheiten noch bis Anfang der 1960er Jahre.


    Maschinengewehre:
    USA: BAR M 1918 (Magazinzuführung) (Cal. 30-06 = 7,62 x 63). Nach deutscher Auffassung war das wegen dem 20-Schuß-Magazin eher eine Art Sturmgewehr, wenn auch bei einem Gewicht von 9 kg (mit Zweibein) sehr schwer.
    USA: M 1919 (mit Zweibein, auch mit Dreibeinlafette) (Cal. 30-06 = 7,62 x 63).
    Deutschland: MG 42 (noch im Kal. 8x57, vom BGS).


    Panzerabwehr:
    USA: Bazooka Kaliber 89mm.


    Literatur:
    Drost, Hans-Joachim: Ausstattung in der Aufbauzeit 1956-1958 (Gelboliv - Magazin für frühe Bundeswehr Nr. 02) Munster 2008.

    Abresch, Rolf / Wilhelm, Ralph: Moderne Handwaffen der Bundeswehr, Bonn 1999.

    Richter, Klaus Christian (Hrsg.): Panzergrenadiere. Eine Truppengattung im Spiegel ihrer Geschichte, Munster 2004.

    Schuster, Lothar: Das Ausstattungssoll der Heeresangehörigen der Bundeswehr 1955–2010, Berlin 2010.

    Weisswange, Jan-Phillipp: Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr. Geschichte – Technik – Taktik, Hamburg 2011.
  • Thunderhorse
    Cold Warrior
    • 09.02.2006
    • 1901

    #2
    Hinzu kommen noch der Karabiner 98k, Kaliber 7,92x57, mitgebracht vom BGS
    Einige Gewehre FN wurden vom BGS mit übernommen. Kaliber 7,62x51.
    Erste Vorführung von 3 Modellen und Waffentest im Dezember 1954.
    BGS beschaffte zunächst ca. 100 Modelle der Canadischen Ausführung. Im laufe des Jahres 1955 ca. 2000 weitere Waffen von FN.
    Führte in 1955ff damit eine intensive Erprobung der gelieferten Waffen durch. Daraufhin wurden zahlreiche Modifikationen durchgeführt.
    Erste große Bestellung im September 1956.
    Erst danach (Ende 1956) bestellte die BW, in der Version "c", 100 000 FN Gewehre. Fertig im Frühjahr/Sommer 1957.
    Ab 1962 als G1 bezeichnet. Dies hatte aber, wimre, nichts mit irgendwelchen Modifikationen (Weisswange) zu tun.
    siehe auch hier, ff
    http://www.cold-war.de/showthread.ph...ll=1#post43914

    Eingeführtes Modell beim BGS, Beretta M 38 A 49 (GS-Schule Waffenwesen, Waffenschmidt 1958), wurde beim BGS grundsätzlich als Maschinenpistole 9mm bezeichnet.
    MG 42,Kaliber 7,92x57

    Vielleicht auch mal interessant.
    Zuletzt geändert von Thunderhorse; 09.01.2021, 15:40.

    Kommentar

    • Hoover
      Cold Warrior
      • 19.12.2013
      • 601

      #3
      Kurz und spät noch Ergänzungen:

      USA: Colt Cal. .45 M1911 A1 (Kal. 11,43 x 23), auch als P 51 / P 52 bezeichnet.
      P51 war die M1911, P52 wa die M1911A1

      USA: M 1 Carabine Cal. .30 M-1 (Kurzpatrone, 7,62 x 33) (Halbautomat), M 2 Carabine (Vollautomat).
      Es gab auch das M3 mit Infratorzielfernrohr. Das M2 (vollautomatisch) wurde offiziell nicht bei der Bw eingeführt, es gab ihn aber. Grund dafür wird sein, dass die Amerikaner beiden frühen Lieferungen nicht sehr sorgfältig mit den Versionen waren.

      M3 Grease Gun: Die MPi wurde nie eingeführt und war noch reguläre MPi bei der US Army. Mein Onkel sagte mir, dass die ersten M41 und M47, die sie im Februar 1956 übernahmen, auch M3 Grease Gun in den Zubehörkisten lagen. Die US Soldaten, die die Fahrzeuge übergaben, haben diese sofort wieder eingesammelt und wieder mitgenommen.

      Auch die Ersatzteilsätze der US Waffen waren sehr reichhaltig. Die Waffenwarte konnten teils mehrere zusätzliche Waffen aus den Ersatzteilen zusammenbauen, weil Rohre, Verschlüsse und Gehäuse auch reichlich beilagen.

      Deutschland: Walther PPK (Kal. 7,65x17), auch als P 21 bezeichnet
      Die Pistole PP wurde als P22 bezeichnet, aber nie in der Bundeswehr eingeführt.
      "Damals, als ich in meinem Alter war..."

      Kommentar

      • Thunderhorse
        Cold Warrior
        • 09.02.2006
        • 1901

        #4
        Aus dem polizeilichen Bereich ist mir die Bezeichnung P21 für die PPK bzw. P22 für die PP (7,65x17) nicht bekannt.

        Zum FN Gewehr (G1) des BGS siehe auch hier der Himweis:
        https://www.cold-war.de/showthread.p...-Krieges/page7

        Kommentar

        • sonnenstrahl64
          Rekrut
          • 09.08.2022
          • 7

          #5
          Hallo @ all,

          sehr gute Aufstellung siehe Link



          VG
          Uwe

          Kommentar

          • Thunderhorse
            Cold Warrior
            • 09.02.2006
            • 1901

            #6

            Bis auf die Fehler - Fehlinfos.

            Kommentar

            • sonnenstrahl64
              Rekrut
              • 09.08.2022
              • 7

              #7
              Hallo Thunderhorse,

              danke fuer die Aufklaerung. Was genau sind die Fehler und Fehlinfos

              VG

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              • Hoover
                Cold Warrior
                • 19.12.2013
                • 601

                #8
                Bei Wikipedia sind zig Fehler drin. Ich habe zweimal Korrekturen geschrieben, die wurden immer wieder zurückgesetzt. Ich ahbe es dann aufgegeben.

                Die Bilder vom G3 sind falsch (gab es so in der Bw nicht), die Bezeichnung er AK74 lautet offizell AK74N (mit Klappschaft AKS74N). Es fehlt das M1919A6 und der M3 Carbine.
                Das Bild der Beretta ist falsch (in der Bw wurden nur Beretta Modell 4, alte Bezeichnung Beretta 38/49 eingeführt), das Bilder M1A1 ist falsch, es zeigt eine M1928A1 ohne Cutts-Kompensator. Die Bundeswehr hatte nur M1A1 eingeführt. Es fehlt die erste Verion der SigPi von Geco. Außerdem fehlen einige Handgranaten.
                Bei den Daten gibt es auch einige Fehlerchen.
                "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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                • Thunderhorse
                  Cold Warrior
                  • 09.02.2006
                  • 1901

                  #9
                  Zitat von sonnenstrahl64 Beitrag anzeigen
                  Hallo Thunderhorse,

                  danke fuer die Aufklaerung. Was genau sind die Fehler und Fehlinfos

                  VG
                  Einige Hinweise hatte ich hier im Forum in zwei Bereichen schon gegeben. Hoover hat dazu einiges weitere ergänzt.
                  Foto Karabiner 98 kommt auch nicht ganz hin.
                  Ebenso Gewehr FN - G1



                  Und auch für einen anderen speziellen Bereich passt die Aufstellung hinten und vorne nicht.

                  Kommentar

                  • sonnenstrahl64
                    Rekrut
                    • 09.08.2022
                    • 7

                    #10
                    Danke fuer die Aufklaerung,

                    stimmt das G3 kenne ich auch nur mit dem "halbrunden" Vorderschaft.
                    Viele der in "wiki" aufgefuehrten Waffen kannte ich auch nur vom Hoerensagen
                    und nicht selbst in der Hand gehabt. Dann noch die genauen Farianten

                    Kommentar

                    • Hoover
                      Cold Warrior
                      • 19.12.2013
                      • 601

                      #11
                      das in Wiki gezeigte G3 hat den Exportschaft, der wurde bei der Bw nie eingeführt.
                      "Damals, als ich in meinem Alter war..."

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