Gerätedepot Spaichingen [BW]

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • sebisgrube
    Rekrut
    • 10.09.2017
    • 6

    #1

    Gerätedepot Spaichingen [BW]

    Hallo miteinander!

    Ich habe das "Glück" neben einer Kleinstadt mit recht bewegter militärischer Geschichte zu wohnen. Da dies mein erster Post zu einem Depot ist, bitte ich um Nachsicht bei etwaigen Fehlern.


    Im OOB Ausgabe 3 (1989) steht für den Standort Spaichingen, auf Seite 468:

    Lehmgrube 1
    Gerätedepot SPAICHINGEN
    - Datenfernübertragungstrupp 860/2
    - Depot-Wach- und Sicherungszug GerDp SPAICHINGEN (GerEinh)
    - Depotumschlagzug GerDp SPAICHINGEN (GerEinh)
    - Depotinstandsetzungsgruppe GerDp SPAICHINGEN (GerEinh)
    - Feldpostleitstelle 72 (GerEinh)
    Standortfernmeldeanlage 516/244


    Ich vermute schwer, das die Ortsangabe "Lehmgrube 1" auf eigentlich 2 Standorte verteilt war, bzw das Gelände früher deutlich größer.

    Ich war auf dem Gelände des (meine ich) Gerätedepot im Wald, von dem leider nur noch wenig übrig ist. Bilder und kmz im Anhang.


    Was mich irritiert: Wieso ist an der Fassade der Bunker jedes metallische Bauteil mit dem Blitzableiter verbunden? Man sagt sich, das hier auch Munition gelagert wurde, schon im 2. WK. Auf dem Gelände werden in regelmäßigen Abständen alte Minition und Sprengkörper gefunden, was meine Vermutung in die Richtung bestätigen könnte..


    Bilder der weiteren Gebäude, etwa 2km entfernt, werde ich noch nachreichen. Dort ist mittlerweile ein Industriebetrieb angesiedelt.



    Korrekturen und Vorschläge sind natürlich erwünscht.
    Angehängte Dateien
  • Guenther (†)
    Cold Warrior
    • 04.09.2006
    • 1024

    #2
    Hallo,

    den Bildern nach könnte es früher eine Muna gewesen sein. Gibt es hier noch Bunker !!!!
    Nach meinen Unterlagen war in dem Bereich nichts bekanntes.
    Wenn möglich bitte nch mehr Bilder
    Suche Gliederungen der Heeresstrukturen 2 + 3.
    Außerdem suche ich die letzten Trichtersperren und Sperrmittelhäuser in Franken.

    Kommentar

    • Rex Danny
      Administrator
      • 12.06.2008
      • 4377

      #3
      Hallo, Sebastian !

      Das von Dir besuchte und fotografierte Gelände gehörte nicht zum Gerätedepot Spaichingen. Das Gerätedepot war nur in der Liegenschaft Lehmgrube 1 und bevorratete dort Material für das Versorgungskommando 860.

      Die Liegenschaft im Wald war das Munitionslager Spaichingen (Depot de Garnison) der französischen Streitkräfte. Welchem französichen Munitionsdepot es unterstellt war, kann ich Dir leider nicht beantworten. Auch habe ich kein Datum, wann das Munitionslager durch die französische Armee aufgegeben wurde. Ich vermute aber, daß es Anfang der 90er Jahre gewesen sein dürfte.

      Wenn Du weitergehende Angaben erfahren möchtest, empfehle ich Dir, auf www.Geschichtsspuren.de Kontakt zum User "Breitenbacher" aufzunehmen, da dieser ein Kenner der französischen Depots in der dortigen Gegend zu sein scheint und er Dir sicherlich weitere Informationen geben kann.

      Grüße


      Rex Danny
      Zuletzt geändert von Rex Danny; 13.09.2017, 00:14.

      Kommentar

      • sebisgrube
        Rekrut
        • 10.09.2017
        • 6

        #4
        Dann war meine Vermutung richtig.

        Aber zur Lehmgrube 1 hab ich auch noch Bilder, die Folgen. Danke für die Infos!

        Kommentar

        • klaus_erl
          Cold Warrior
          • 14.04.2013
          • 1059

          #5
          Zitat von sebisgrube Beitrag anzeigen
          Was mich irritiert: Wieso ist an der Fassade der Bunker jedes metallische Bauteil mit dem Blitzableiter verbunden?
          Das nennt sich Blitzschutz-Potentialausgleich. Heutzutage erreicht man den in Stahlbetongebäuden, indem man die Betonbewehrung mit der Blitzschutzanlage verbindet und einzelne Stäbe der Bewehrung (oder zusätzlich eingebrachte Stäbe) verschweißt oder mit stromfesten Klemmen verbindet. Die metallenen Bauteile wie Tür- oder Fensterrahmen werden dann wieder damit verbunden.

          Möglicherweise hatten diese Gebäude ursprünglich keinen Blitzschutz oder er folgte einer alten Philosopie, bei der man Blitzschutz und Gebäudestruktur trennen wollte und wurde nachträglich ertüchtigt.

          Der technische Hintergrund ist, dass der Blitzstrom sehr steilflankig ist und damit sehr große Spannungsunterschiede zwischen vom Blitzschutz durchflossenen Leitern und dem unbeeinflussten Gebäudepotential auftreten. Das kann wiederum zu Überschlägen (Funken) führen. Was das im Zusammenhang mit zündfähigem Material bedeuten kann brauche ich wohl nicht explizit erklären.

          Klaus

          Kommentar

          • sebisgrube
            Rekrut
            • 10.09.2017
            • 6

            #6
            Zitat von klaus_erl Beitrag anzeigen

            Möglicherweise hatten diese Gebäude ursprünglich keinen Blitzschutz oder er folgte einer alten Philosopie, bei der man Blitzschutz und Gebäudestruktur trennen wollte und wurde nachträglich ertüchtigt.
            Das erklärt wieso ich diese Art Blitzschutz noch nicht gesehen habe. Danke!


            Erste "Entdeckung", und dann gleich vertauscht. Ich hoffe das kreidet mir keiner an.



            Im Anhang noch 2 Bilder vom - diesmal wirklich - ehemaligen Gerätedepot. Auf dem Gelände ist ein kleinerer Industriebetrieb ansässig, die Gebäude und die Zaunanlage sind aber noch intakt.

            Die Gebäude sind nur neu gestrichen, der Zaun soll auch noch original sein, wenn es stimmt.



            Könnte das Munitionsdepot für Immendingen bzw Donaueschingen gewesen sein? Leider finde ich so gut wie nichts über ehemalige Standorte der Franzosen..
            Angehängte Dateien

            Kommentar

            • suedbaden
              Cold Warrior
              • 06.01.2008
              • 296

              #7
              Der Standort Immendingen hatte eine eigene Standortmunitionsniederlage am Rande des Standortübungsplatzes. Die wurde zusammen mit der Kaserne errichtet. Die in Immendingen stationierten Verbände (im Wesentlichen das PzGrenBtl 292 und das PzArtBtl 295) wurden mit ihren Kampf- und Grundbeladungen daraus versorgt. Ich habe dort 1986/87 gelegentlich Wache geschoben... Wenn ich mich richtig erinnere, wurden einige der Bunker auf von den in Donaueschingen stationierten französischen Einheiten genutzt. Ich bin diesbezüglich aber nicht ganz sicher.

              Das Gerätedepot Spaichingen gehörte zum Versorgungskommando 860 und sollte eigentlich nicht als Munitionsdepot für Kampftruppen genutzt worden sein. Die StOMunNdlg waren den VKKs zugeordnet.

              Kommentar

              • Guenther (†)
                Cold Warrior
                • 04.09.2006
                • 1024

                #8
                Hallo, gesucht wird wem unterstand dieses Depot ???

                Spaichingen.jpg

                gruß günther
                Suche Gliederungen der Heeresstrukturen 2 + 3.
                Außerdem suche ich die letzten Trichtersperren und Sperrmittelhäuser in Franken.

                Kommentar

                • sebisgrube
                  Rekrut
                  • 10.09.2017
                  • 6

                  #9
                  Das ist das ehemalige Mun-Depot der Franzosen.

                  Die letzte Schutzbereichsanforderung galt von 1971 bis 1976, danach finde ich zumindest im Bundesarchiv nichts in digitaler Form..

                  Kommentar

                  • Rex Danny
                    Administrator
                    • 12.06.2008
                    • 4377

                    #10
                    Das kann gut hinkommen, denn ich habe für dieses französische Munitionslager kein Schließungsdatum. Daher kann es sein, daß es bereits in den 70er Jahren aufgegeben wurde. Außerdem waren es von Spaichingen bis zum wesentlich größeren Munitionsdepot (Dépot d'Armée 63) auf dem TrÜbPl Heuberg nur knapp 25 Kilometer Entfernung.

                    Grüße


                    Rex Danny

                    Kommentar

                    • Jagstheimer
                      Warrior
                      • 27.12.2008
                      • 64

                      #11
                      Hallo,

                      einige weitere Informationen zu den beiden Liegenschaften in Spaichingen.

                      Das französische ehem. "dépôt de garnison" wurde bis 1979 aufgegeben (im Zeitraum 1975 bis 1979, genauer geht es aus meiner französischen Quelle nicht hervor). Es handelte sich hierbei im übrigen um das ehemalige Feldmunitionslager 5/VII der Wehrmacht-Luftwaffe zur Lagerung von Flak-Munition für die umliegenden Flak-Stellungen, welche im Rahmen der Luftverteidigungszone West Ende der dreißiger Jahre errichtet wurden und welches nahezu unverändert von der französischen Armee übernommen und weitergenutzt wurde. Ob direkt nach dem Krieg (gab es evtl. in Spaichingen zeitweise eine französische Besatzungstruppe ?) oder spätestens ab 1953, als generell die "dépôts de garnison" in Deutschland errichtet / eingerichtet wurden, kann ich nicht sagen.

                      Das Gerätedepot in Spaichingen bestand von 1957 bis 1997 (anfangs wohl als Materialdepot bezeichnet) (Quelle: Mitteilungsblatt Immendingen Nummer 08 vom 26.02.2016).

                      Viele Grüße, Thomas.

                      Kommentar

                      • kato
                        Cold Warrior
                        • 03.03.2009
                        • 887

                        #12
                        Zitat von Jagstheimer Beitrag anzeigen
                        (gab es evtl. in Spaichingen zeitweise eine französische Besatzungstruppe ?)
                        Eine französische Besatzungstruppe gab es in der Umgebung in der Nachkriegszeit fast in jedem Dorf* - in Spaichingen recht umfangreich in beschlagnahmten Gasthäusern und Vereinsheimen. Allerdings wurde diese dort bereits 1947 deutlich reduziert und 1949 abgezogen.

                        Edit, PS - vom Umfang her: In Spaichingen war wohl ein Bataillon des 12e RA stationiert. Bis 1946 als 1te Gruppe, danach als I Bataillon. Aus dem Bataillon wurde 1949 in Tuttlingen das 12e RA neuaufgestellt, das anfangs wohl noch der TOA angehörte aber recht bald nach Strasbourg rückverlegt und damit aus der TOA ausgegliedert wurde.

                        * das ist wörtlich zu nehmen.

                        Zitat von Jagstheimer Beitrag anzeigen
                        Das französische ehem. "dépôt de garnison" wurde bis 1979 aufgegeben (im Zeitraum 1975 bis 1979, genauer geht es aus meiner französischen Quelle nicht hervor)
                        Für das französische Munitionslager gibt es archivierte Schutzbereichsanforderungen beim BMVG von 1960-1961 sowie von 1963-1976.
                        Zuletzt geändert von kato; 10.10.2017, 21:50.

                        Kommentar

                        Lädt...
                        X