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Im Hunsrück wurden ja auf dem Pydna Gelände Cruise Missile stationiert. Waren das Pershing II Raketen, oder kam ein anderer Typ zum Einsatz?
Im Ernstfall wären diese Raketen zu Abschussplätzen gebracht worden. Waren diese Abschussplätze die selben, wie die der Mace-B und Matador Raketen?
Hoffentlich wisst Ihr was darüber, weil im Internet finde ich nichts mehr.
auf der "Wüschheim Air Station" bzw. PYDNA waren keine Pershing II sondern BGM-109 Gryphon stationiert. Das Waffensystem, auch GLCM genannt (Ground Launched Cruise Missile) beinhaltet einmal den TEL, Trailer Errected Launcher und das LCC, Launch Control Center. Ein Flight bestand aus jeweils 4 TEL und einem LCC, das wären dann pro Flight 16 Cruise Missiles.
Im V-Fall hätten diese warscheinlich die WAS verlassen und dann wohl in RLP verteilt, Stellungen bezogen, im Wald, auf Feldern usw..
GLCM war die Weiterentwicklung der Matador/Mace und das modernere Gegenstück der PERSHING II, welche von der US Army betrieben wurde, GLCM hingegen von der USAF.
Weitere Infos und Bilder zu GLCM bzw. zur WAS erhälst du auf den nachfolgenden Links:
»GEHEIM« oder »NICHT GEHEIM«, das ist hier die Frage …
.
Ein zeitgeschichtliche Dokumentationen der besonderen Art im Zusammenhang mit dem Bau der Stellung »PYDNA« verbirgt sich hinter der unscheinbar wirkenden »Akte Wippermann« ……
Akte Wippermann
Raketenbunker im Hunsrück und der verzweifelte Versuch ihrer Geheimhaltung
– eine wahre Geschichte aus dem Hunsrück anno 1985 – von Reinhard Sczech
Vielen Dank! Sehr interessanter Artikel und das alles wegen einer Karte!
Waren die Startplätze eigentlich Ausgebaut(Betonfläche, Zaun) oder sind die einfach auf eine Lichtung im Wald gefahren? Das Gelände hätte doch auch vorbereitet werden müssen(Äste wegschneiden für eine freie Schussbahn). Außerdem müsste das Abschussgelände ja auch den Amerikanern gehören. Ich glaube ein Bauer wäre nicht froh, wenn auf einmal US-Soldaten mit Atomraketen auf seinem Acker auftauchen.
Ist eigentlich was über die dürchgeführten Übungen bekannt, inden man den Ernstfall trainiert hat?
GLCM war die Weiterentwicklung der Matador/Mace und das modernere Gegenstück der PERSHING II, welche von der US Army betrieben wurde, GLCM hingegen von der USAF.
Die Pershing war aber eine ballistische Rakete, im Gegensatz zu den Cruise Missiles. Die GLCM ist sogar sehr tief geflogen, um unter dem gegnerischen Radar zu bleiben. Deswegen war sie ja auch so gefährlich. Da sie tief flog und ausserdem noch Stealth-Eigenschaften besass, hätten die Sowjets so gut wie keine Vorwarnzeit gehabt, die man bei ballistischen Raketen ja hat. Auch wenn die Vorwarnzeit bei den Pershings, die in Deutschland stationiert waren auch sehr kurz war.
Waren die Startplätze eigentlich Ausgebaut(Betonfläche, Zaun) oder sind die einfach auf eine Lichtung im Wald gefahren? Das Gelände hätte doch auch vorbereitet werden müssen(Äste wegschneiden für eine freie Schussbahn). Außerdem müsste das Abschussgelände ja auch den Amerikanern gehören. Ich glaube ein Bauer wäre nicht froh, wenn auf einmal US-Soldaten mit Atomraketen auf seinem Acker auftauchen.
Ist eigentlich was über die dürchgeführten Übungen bekannt, inden man den Ernstfall trainiert hat?
Vielen Dank erstmal!
Willkommen im Forum.
Angeblich gab es vorbereitete Startplätze, die vorher Vermessen waren, da die Zielcomputer der Raketen ja auch mit den Daten gefüttert werden mussten. Das Gelände hätte wohl eher nicht vorbereitet werden müssen, um so mehr Vegetation drumherum, um so besser die Tarnung. Sieht man auch auf einigen Bildern, dass die Mitten im Wald unter Tarnnetzen stehen.
Es gab jede Menge Übungen, zum Beispiel auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, sowie in der Eifel. Ein Flight (also 4 TELs und 2 LCC) waren eigentlich immer auf Übung, ein Flight war in der QRA und einer war dabei die nächste Übung vorzubereiten. So wurde immer durchgewechselt. Bei den Übungen ging es darum, die Umgebung abzusichern, die Raketen verteidigen zu können und eben auch Abschussübungen der Raketen im Feld.
Es gibt da eine Anektote von einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, bei dem ein US-General gerne mal sehen wollte, wie der TEL die Rampe mit den Raketen hochfährt.
Das Gelände hätte nicht dem Amis gehören müssen, ich kann mich da noch an einige Manöver erinnern, die auf privatem oder öffentlichem Grund abgehalten wurden, und vor allem im Ernstfall hätten die mit Sicherheit keine Genehmigung eines Bauern etc. benötigt. Und es sind NIE scharfe Raketen auf Übung gewesen. Siehe dazu die anderen Threads.
Edit: Das Grundprinzip war, dass sie die Pydna im Ernstfall verlassen, da sie natürlich ausserhalb der Basis schlecht aufzuspüren und dadurch auch schlecht zu zerstören gewesen wären. Dafür wurde ja auch ständig geübt. Ob die QRA im V-Fall auf der Wüschheim Air Station verblieben wäre, weiss ich nicht.
Huch, da habe ich etwas durcheinander gebracht, meinte natürlich Transporter Erector Launcher.
Mit dem Vergleich mit der PERSHING meinte ich eher, das GLCM das Gegenstück zur PERSHING der Army war, da die Airforce nach dem Abzug der Mace keine vergleichbare Waffe mehr in Deutschland hatte.
Das GLCM und PERSHING zwei völlig unterschiedliche Systeme sind ist natürlich klar, der Sprengkopf der PERSHING wäre zunächst, wie bei einer ICBM, in die Exosphäre gelangt, dort dann ausgerichtet. Danach folgte der Wiedereintritt in die Atmosphäre mit Hyperschallgeschwindigkeit und dann die Explosion nach wenigen Sekunden.
GLCM und PERSHING II verwendeten übrigens die gleichen TEL-Zugmaschinen, MAN gl, Made in Germany
Ich hab jetzt mal im Fernsehen eine Doku über Marschflugkörper gesehen. Was mich sehr beeindruckt hat war, dass die Cruise Missile (im Film war es ein Tomahawk) exakt ihre Route einhalten. Das haben dadurch bewiesen, dass sie den Tomahawk durch ein kleines Loch in einem Netz gelenkt haben!
Das finde ich alles sehr beeindruckend!
Die GLCM war die bodengestützte Variante der seegestützen Tomahawk, mit dem Unterschied, dass eben keine konventionellen Sprengköpfe vorgesehen waren. Die Zielgenauigkeit war ein weiterer Punkt warum sie so gefährlich waren. Hat man bei Desert Storm gesehen, wie genau die ihre Ziele getroffen haben, und das waren im Prinzip die selben Raketen.
Hatte 1989 mit unserem Uffz-Korps die Gelegenheit an einem Truppenbesuch bei der 38 TMW in Wüschheim teilzunehmen. Dort wurde unter Anderem auch die Zielorientierung der Marschflugköroer eingegangen: Die Flugkörper hatten nach dem Abschuss 18 Wegmarken anzufliegen (GPS?), wobei Nr. 18 das Ziel war.
Bis zum erreichen von Nr 17 hätte der Flugköroer noch zum Absturz gebracht werden können. Nach Erreichen der Wegmarke Nr. 17 wäre der Sprengkopf erst durch den Enpfang einer Sequenz scharf geworden und nicht mehr zu stoppen gewesen.
Wenn du das genaue Bild hast, klick mit rechts drauf, Eigenschaften, da steht der komplette Link. Dann kannst du den hier als Bild URL einfügen. Bilder die von fremden Seiten usw. sind können auch mit Quellenangabe problematisch sein. Schreib doch dem Admin da einfach, ob du einige Bilder hier reinstellen kannst, spart ihm ja auch Traffic...
Die Transporter Erector Launcher (TEL), also auf einem Sattelschlepper-Auflieger aufgesetzte Startgeräte für vier Ground Lauchend Cruise Missiles (GLCM), sind wirklich erstaunlich klein. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, ein solches Originalgerät zu fotographieren, einschließlich Typschild mit den Maßen (in Inch).
Ein Cruise Missile oder Marschflugkörper ist ein automatisches Flugzeug, man könnte Kampfdrohne sagen, mit einem Strahltriebwerk (Düse), also keine Rakete. Fliegt tief und langsam (Unterschall) und ist schwer zu entdecken. Nur beim Start bringt eine Hilfsrakete das Ding kurz in die Luft, bis direkt das Jet-Triebwerk übernimmt.
In Duxford steht übrigens ein Cruise-Missile-Transporter und Starter im Luftfahrtmuseum.
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