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mal eine Frage, die mir noch nicht ganz klar ist: Die NL-Kräfte des I. (NL) Korps wareb zu großem Teil ha in den Niederlanden sationiert. Im Falle eines kurzfristigen Angriffes durch den WP solle die 3. (GE) PD vorerst im Bereich des I. (NL) Korps das Verzögerungsgefecht führen, um dann nach Überahme durch dei Niederländer wieder zum I. (GE) Korps zuzustoßen. Die 3. (GE) PD sollte immer unter Befehl des I. (GE) Korps verbleiben.
Soweit, so klar.
Nun meine Frage: Mit welcher Zeit wurde geplant, bis die NL-Truppen ausden Niederlanden in der Heide angekommen sollten? Ich denke, die Autobahnen wären voll mit Flüchtlingen gewesen, auch wenn die Bevölkerung zu hause bleben sollte. Mal liest man, 48 Stunden, mal 72 Stunden. Auch 72 Stunden halte ich für sportlich, wenn man den Zeitraum Alarmierung-Marschbereitschaft-Marsch-Übernahme des Raumes ansieht.
In dem Aufsatz von Helmut R. Hammerich: Die NORTHAG, das deutsche I. Korps und die Verteidigung Norddeutschlands bis 1988. In: Oliver Bange & Bernd Lemke: Wege zur Wiedervereinigung: Die beiden deutschen Staaten in ihren Bündnissen 1970 bis 1990 (Beiträge zur Militärgeschichte, Band 75), Oldenbourg, 2013, S. 290 – 310 wird auf S. 308 General v. Sandrart zitiert, der von 1987 - 1991 NATO Oberbefehlshaber Europa Mitte war. Er schätzte Alarmierung und Mobilmachung seiner Verbände als problematisch ein und ging von 96 Stunden aus, bis alle Brigaden aufmarschiert waren. https://books.google.de/books/about/...page&q&f=false dort S. 308.
Bei der Verlegung der Niederländer darf man nicht nur die Straßen im Auge behalten, zumindest die Kettenteile wären per Bahn verlegt worden.
Die Flüchtlingsproblematik war eines der vielen ungelösten Probleme bei der Planung der Bundeswehr für den Kriegsfall. Außer dem vagen Vorschriften-Hinweis, das Feldjäger zusammen mit der Polizei und ggf. der MP der Alliierten die Aufmarschstraßen freihalten sollen, gab es da nichts. Soweit mir bekannt, gab es nur in Bayern überhaupt mal Planübungen und eine einzige praktische Übung zu dieser Thematik. Dabei stellte sich heraus, das die Polizei überhaupt keine Vorstellungen hatte, was da auf sie zukam.
was Hoover anspricht, wäre auch absolut mein absolutes Interessensgebiet!
Nemere hatte das einmal mit dem Begriff Kräfte-Raum-Zeit-Berechnung angesprochen.
Wie schnell sind die Holländer in ihren GDP-Stellungen und wie lange würde der WAPA benötigen, um den VRV etwa entlang der Linie ESK zu erreichen.
LK Lüchow-Dannenberg/das Wendland bilden einen Zipfel und aus Sicht des Gegners würde eine Bodenoffensive über die ELBE und aus dem SALZWEDELER BOGEN heraus aus UELZEN Sinn machen.
Also den Zipfel von oben, also ca. LAUENBURG, und von der schmalsten Stelle, sprich SALZWEDEL - BERGEN (DUMME), einzudrücken.
Lauenburg - Lüneburg 22 km
Bergen/Dumme - Uelzen 30 km
Gewässerforcierung über die ELBE b. LAUENBURG, BOIZENBURG, BLECKEDE (NIEDERSÄCHSISCHE ELBTALAUE) halte ich für waghalsig.
Allerdings hat der WAPA das ständig geübt. Den schnellen Bau von Pontonschwimmbrücken, Kriegsbrücken u. sonstige amphibische Übersetzungsmöglichkeiten.
Der ELK ist ein kleines Fließgewässer aber die ELBE ein großer Strom mit entsprechender Fließgeschwindigikeit, Strömung, Buhnen, etc. also schon eine ganz andere Hausnummer.
Egal, der WAPA war ja für Gewässerforcierungen entsprechend vorbereitet, ausgebildet, hatte wohl auch die entsprechenden Möglichkeiten - das soll jetzt ja auch nicht Thema sein.
Aber gibt es mittels dieser Kräfte-Raum-Zeit-Berechnung Annäherungsmöglichkeiten an Überlegungen:
- wie braucht ein PzRgt/PzDiv ROT, um eine Kriegsbrücke zu schlagen?
- wie lange ist der Zeitansatz, bis der Brückenkopf steht und gepanzerte Kräfte in größerer Zahl ungefährdet übersetzen können?
- wie lange braucht das erste PzRgt ROT, um unter gefechtsmäßigen Bedingungen von LAUENBURG bis an den Ortsrand von LÜNEBURG zu gelangen?
Überlegungen/Berechnungen/Schätzungen muss es ja geben, da sie ja Bestandteil der Operationspläne ROT sind.
In 9 Tagen am RHEIN kann ja kein leer im Raum stehendes Postulat sein, sondern geht ja von gewissen Prämissen aus:
Luftüberlegenheit innerhalb der ersten 48 Stunden, Panzerabwehr BLAU in den ersten Stunden niedergehalten, volle Wirkungswirkungsmöglichkeit eigener Erdkampfflugzeuge und Kampfhubschrauber, usw.
Das gibt natürlich Anlass zur Kritik, ob nicht einige Operationspläne "Luftschhlößer" sind, die von den besten aller Möglichkeiten für die eigene Truppe ausgehen ... und der Gegner ein absoluter Blindgänger, der nach dem ersten Schlagabtausch schon in die Knie geht.
Es geht ja immer um gefechtsmäßige Bedingungen in der Kriegsumwelt.
Ein Eisenbahntransport, der nicht aus der Luft angegriffen wird (leichtes Ziel) lässt sich wohl relativ leicht kalkulieren.
Schwieriger wird alles unter gefechtsmäßigen Bedingungen, wenn wichtige Straßen zerstört sind, es über die Felder geht und viele Gewässer überquert werden müssen - die NORDDEUTSCHE TIEFEBENE besteht ja aus unzähligen Wasserläufen!
Wo aus Zeitgründen vielleicht nicht ausreichend aufgeklärt wird und schon sitzt die erste PzKp auf einem Minenfeld auf. Minenräumung, etc. und das alles dauert. Hinten staut sich schon die zweite
Kompanie und wird von den A-10 aus der Luft ausgeschaltet. Diese Zeitverzögerung, die dadurch entsteht, bietet dann möglichweise für PzBtl 84 die Chance einen Gegenschlag zu führen.
Also es gibt unzählige Unwägbarkeiten - die nach meinem bescheidenen Kenntnisstand - unmöglich alle berücksichtigt werden können.
Ein PzRgt kann die Strecke LAUENBURG - LÜNEBURG 22 km (nachdem die Übersetzmöglichkeit steht) ein paar Stunden dauern, wenn alles gut läuft, sie keine Sperren und Hindernisse überwinden müssen und der
Widerstand BLAU nicht nennenswert ist. Das wird er aber sein, weil die 3. PzDiv und die NL-PzAufkl ja genau diesen Auftrag haben, diese Zeit (mit Blut) zu erkaufen.
Es könnte vielleicht auch Tage (Wochen wohl eher nicht), dauern, bis Mot-SchtzDiv/PzDiv XX LÜNEBURG erreicht.
Im WK I dachte man ja auch, dass VERDUN in ein paar Tagen oder Wochen eingenommen werden kann.
Und daraus wurde fast ein Jahr mit einer der berüchtigsten Materialschlachten der Militärgeschichte. Man kann den WK I sicher nicht mit dem (fiktiven) WK III vergleichen - die sowjetischen OPERATIVEN MANÖVERGRUPPEN
waren ja dafür konzipiert, einen schnellen Blitzkrieg zu führen und sich nicht an bestimmten Punkten festzubeißen. Das war dann die Aufgabe der 2. Operativen Staffel, wenn ich das richtig verstanden habe.
Sowjetische Panzerspitzen stehen schon vor BREMEN wärend vor BAD BEVENSEN noch gekämpft wird ... oder so ähnlich vielleicht.
Sorry, das war jetzt nicht das Thema, was Hoover gerne wissen wollte ...
Aber gibt es mittels dieser Kräfte-Raum-Zeit-Berechnung Annäherungsmöglichkeiten an Überlegungen:
- wie braucht ein PzRgt/PzDiv ROT, um eine Kriegsbrücke zu schlagen?
- wie lange ist der Zeitansatz, bis der Brückenkopf steht und gepanzerte Kräfte in größerer Zahl ungefährdet übersetzen können?
- wie lange braucht das erste PzRgt ROT, um unter gefechtsmäßigen Bedingungen von LAUENBURG bis an den Ortsrand von LÜNEBURG zu gelangen?
Überlegungen/Berechnungen/Schätzungen muss es ja geben, da sie ja Bestandteil der Operationspläne ROT sind,
Natürlich gibt es solche Berechnungen. Die Frage ist aber immer, ob diese nach dem ersten Schuß noch zutreffen. Das war die Methode, auf der sich die Amerikaner in Vietnam vielfach verlassen haben: Wir haben X- Tonnen Munition eingesetzt, also müssen Y-Vietcong vernichtet sein. Und dann hat man sich gewundert, dass diese Formel nicht aufging.
Von Clausewitz stammt der Satz: „Die Lagen im Kriege sind von unbegrenzter Mannigfaltigkeit“ und der ältere Moltke hat mal sinngemäß gesagt: „Jede Strategie reicht bis zur ersten Feindberührung. Danach ist alles ein System von Aushilfen.“
Soll heißen - bereits kleine Zwischenfälle können zu Zeitverzögerungen führen, die dann sehr schnell alle Pläne zu Makulatur machen können. Ein LKW mit Brückenteilen fällt in einer engen Ortsdurchfahrt aus und blockiert die Weiterfahrt. Weil in der verwinkelten Ortsdurchfahrt kein Bergefahrzeug vorgezogen werden kann, staut es sich sehr schnell meilenweit zurück. Die Luftwaffe, die Artillerie des Feindes erkennen ein lohnendes Ziel und die dringend am Elbe-Seiten-Kanal benötigte Brückenkolonne geht im Feindfeuer unter.
Oder auf der Gegenseite: Im entscheidenden Moment versagt das MG des abgesessenen Schützentrupps am Ufer des Elbe-Seitenkanals und dem Schlauchboot des ersten feindlichen Stoßtrupps gelingt die Landung. Die gelandeten Kräfte können nicht mehr zurückgeworfen werden, es entsteht ein Brückenkopf, das Schlagen einer Brücke wird ermöglicht. Das ist die Chaos-Theorie, angewandt auf die Gefechtsführung. Kleine Ursachen können sich zu entscheidenden Momenten auswachsen.
Oder ein Beispiel aus einer Friedensübung: Ich hatte mal den Auftrag mit meinem FJgZug den Verkehrsdienst für eine verstärkte Brigade der 12. PzDiv bei einer Verlegung im Kriegsmarsch von Bergen-Hohne nach Munster zu übernehmen. Die Brigade hatte einen jungen dynamischen G 3, der bei der Befehlsausgabe eine Marschplanung präsentierte, bei der es zwischen den Marscheinheiten nur minimale Marschabstände gab: Zwischen den Kompanien 1 Minute, zwischen den Bataillonen 3 Minuten. Ich habe ihn dann darauf hingewiesen, dass das erfahrungsgemäß schief geht, weil bereits kleinste Verzögerungen den ganzen Ablauf zum Stehen bringen und dann die Brigade bewegungslos auf der Marschstraße steht. Seine Antwort war nur: „Die Brigade kann das“. Es kam wie ich befürchtet hatte. In den Dorfstraßen fuhren natürlich irgendwelche Traktoren mit minimaler Geschwindigkeit oder alte Bauersfrauen auf dem Fahrrad vor den Kolonnen, so dass die Marschgeschwindigkeit gegen Null sank. Binnen kurzem stand die Brigade zwischen Munster und Bergen auf der Straße verteilt – ein gefundenes Fressen für die Luftwaffe.
Das I. Korps rechnete z.B. mit einer Verzögerungszeit von 24 Stunden und wollte die Verzögerungskräfte nach kurzer Auffrischung wieder als Reserven einsetzen. Es gab ernstzunehmende Stimmen, gerade z.B. von britischer Seite, die diese Annahme angesichts der sowjetischen Überlegenheit gerade bei der Artillerie für völlig unrealistisch hielte und den Verzögerungskräften allenfalls 8 Stunden bis zur völligen Vernichtung gaben.
In dem von mir oben angegebenen Link sind dazu einige Aussagen getroffen, auch wenn in der Google-Buchvorschau einige Seiten fehlen.
leider fehlen die Seiten ab 287 in dem Google-Linl. Da sind, glaube ich, recht interessante Kapitel.
Ich denke nicht, dass es dem WP irgenwie gelungen wäre, aus dem Standund von der NATO unbemerkt plötzlich an der Grenze zu stehen. Da wären sicher mindestens 24 Stunden Vorwarnzeit gegeben.
Zu den Kolonnenfahrten: Das war echt immer ein Krampf. Wir sollen Anfang der 90er mit dme ganzen Btl verlegen (PiBtl, also schon ein paar Autos). Der Marschkredit war sehr sportlich vorgegeben, aber es wurden einige TH eingelegt, so dass sich die Marschgruppen danach immer wieder zeitmäßig richtig weiterfahren konnten.
Am Besten war der Marsch zu einer Kehrübung des D/NL Korps 1997 in Holland. Aktive Sword, dirchgeührt in Amersfoort und Haarsbergen in NL, dann in Dörverden und in Begen-Hohne. Wir waren der erste deutsche Verband, der in Vollstärke mit Panzern in Holland übte. Auf deutscher Seite war der Marsch problemlos. Um 6 Uhr morgens standen wir am Grenzübergang, rüsteten unsere Fz auf NL-Gesetzgebung zur Kollonnenfahrt um um dann ging es los. In Holland klappte dann nichts mehr so gut. Marschkredit für die Hose, Umwege etc. Ich bin dann mit dem Vorkommando los und habe einen Weg ausgeschildert, damit wir nach Haarsbergen kommen. MOrgens um 7 Ur als deutscher OFw mit Uzi um den Hals und taktische Zeichen in die Dörfstraßen gehämmert. Gesichert von MG 3-Schützen. Das hat doch einige Niederländer etwas verwirrt
Ich hoffe, im Kalten krieg wäre der Marsch gen Osten der NL-Kräfte besser gelaufen.
Leider haben wir nie erfahren, wie die Marschkredite ausgearbeitet wurden.
Jörg hat es ja angesprochen: Unberechenbarkeit, Chaos, Friktion und Zufall und ihre Auswirkungen auf die Gefechtsführung. Das ist mit Sicherheit der Punkt!
Gibt es da eigentlich geeignete Literatur, um das Thema zu vertiefen?
Welche Grundsätze gelten eigentlich für die Bewegung von Panzerverbänden im feindbesetzten Gebiet?
Die Aufklärer mit ihren Radpanzern (BTR, BRDM) in kleinen Trupps voraus.
Dann das erste Panzerbataillon mit Schilka-Flanzpanzern als Flankenschutz?
Verlegung nach Möglichkeit nur nachts - will der WAPA allerdings in 9 Tagen am RHEIN sein, bleibt ihm nichts anderes übrig, als auch tagsüber zu marschieren.
Und dann immer im Wechsel? Gesicherte Marschkolonne - Aufklärer melden Sperre, feindl. PzKp, PzJg in Stellung, etc. also Formation auflösen, entfalten, in einzelne Züge auffächern,
Hindernis bekämpfen, Gefechtsformation beendet, wieder zurück in Marschsäule.
Und zwischendurch die PzPi, Bergepanzer, die beschädigte Gefechtsfahrzeuge nach hinten ziehen, PzKp muss im Wäldchen unterziehen, um aufzutanken und neu aufzumunitionieren.
leider fehlen die Seiten ab 287 in dem Google-Linl. Da sind, glaube ich, recht interessante Kapitel.
Es fehlen 284 - 286, ab S-287 ff. werden bei mir die Seiten angezeigt. Es fehlen dann zwar zwischendrin ein paar Seiten, aber die wichtigsten Aussagen dieses Kapitels kann man lesen.
Gibt es da eigentlich geeignete Literatur, um das Thema zu vertiefen?
Es gab eine HDv „Führung und Kampf der sowjetischen Landstreitkräfte“, die aber nicht sehr aktuell war und nur wenig benutzt wurde.
Am informativsten war die „Übungsgliederung ROT“ herausgegeben vom Amt für Nachrichtenwesender Bundeswehr. Darin fand sich neben der Gliederung der Streitkräfte des Warschauer Paktes auch einiges zu den aktuellen Einsatzgrundsätzen. Ich füge die entsprechenden Seiten aus einer der letzten Ausgaben der Übungsgliederung bei, das war die Ausgabe von Okt. 1990, das hieß diese Übersicht bereits „Übungsgliederung ROSA“ und nicht mehr ROT.
Ansonsten ist zu empfehlen von Friedrich Wiener: „Taschenbuch der Landstreitkräfte Band 2 – Die Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten“, erschienen im Bernard & Graefe-Verlag, München. Das Buch ist seit ca. 1955 so alle 3 – 6 Jahre in einer neuen Auflage erschienen,
Mit gleichem Inhalt, allerdings etwas anderer Aufmachung ist dieses Buch auch in der Reihe der österreichischen „Truppendienst-Taschenbücher“ als Band 2 erschienen.
Weiter gibt es zahllose Artikel zu den Einsatzgrundsätzen des Warschauer Paktes in den damaligen Truppenzeitschriften der Bundeswehr „Truppenpraxis“ bzw.“Wehrausbildung“. Beispiele:
Erich Sobik: Angriff - Haupfgefechtsart sowjetischer Landstreitkräfte, In: Truppenpraxis 1/81, S. 23 ff.
Joachim Schiemann: Ganz auf Angriff geschneidert - Logistik des sowjetischen Heeres, In: Truppenpraxis 4/89 S. 394 ff.
Peter H. Lange: Der Fall Operative Manövergruppen, In: Truppenpraxis 4/88 S. 346 ff.
Ulf Bergelt: Abteilung zur Sicherstellung der Bewegung (ASB) und Bewegliche Sperrabteilung (BSA), In: Truppenpraxis 10/81 S. 792 ff,
Ulrich Saft: Minensperre – Ost, In: Truppenpraxis 8/83 S. 576 ff.
Dieter Gerner: Gliederung, Ausrüstung und Kampfweise des sowjetischen Panzerzuges , In: Wehrausbildung 9/82 S. 359 ff.
Dieter Gerner: Die sowjetischen Panzeraufklärungskräfte, In: Wehrausbildung 6/83 S. 209 ff.
Dieter Gerner: Die FlaBttr in den sowjetischen Panzer- und MotSchützenregimentern, In: Wehrausbildung 11/83 S. 406 ff.
Arnold Lauterbach: Der Granatmaschinenwaffenzug AGS-17, In: Wehrausbildung 1/87 S. 50 ff.
Zu den Kolonnenfahrten: Das war echt immer ein Krampf. Wir sollen Anfang der 90er mit dme ganzen Btl verlegen (PiBtl, also schon ein paar Autos). Der Marschkredit war sehr sportlich vorgegeben, aber es wurden einige TH eingelegt, so dass sich die Marschgruppen danach immer wieder zeitmäßig richtig weiterfahren konnten.
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Leider haben wir nie erfahren, wie die Marschkredite ausgearbeitet wurden.
Es ist ohne nähere Kenntnis der Einzelheiten schwierig zu beurteilen, woran es lag: Am Marschkredit, am (falschen / unvollständigen) Beantragen des Marschkredits, am Verkehrsfluß, an der marschierenden Truppe?
Erfahrungsgemäß war es aber so: Wenn der Verkehrskommandantur die nötigen und auch richtigen Angaben beim Antrag genannt wurden, kam auch ein vernünftiger Marschkredit dabei raus. Wenn natürlich der Marschkredit für 100 Autos beantragt wird und dann fahren auf einmal 170 Kfz, geht das schief. Wenn als schwerstes und größtes Fahrzeug ein normaler 5 to beantragt wird und auf einmal sind da 7 to mit Faltschwimmbücke oder Fahrzeuge mit Hohlplattengerät oder Tieflader mit Planierraupen oder ein SLT mit dem Pionierpanzer dabei, dann geht das auch schief. Du merkst, ich habe meine Erfahrungen mit Pioniereinheiten auf dem Marsch!
Auch das Verhalten der Truppe auf dem Marsch kann erhebliche Probleme verursachen. Ich füge dazu mal ein Merkblatt bei, das wir 1993 für den damaligen Wehrbereich VII / 13. PzGrenDiv entworfen haben, als es dort so langsam mit größeren Übungen losging.
Wir hatten eher das Problem, dass manche Abschnitte der Marschstrecke eher nicht für schwere Lkw geeignet erschienen, z.B. enge Dorfdurchfahrten, Baustellen etc, die immer zu Stpckungen führten. Natürlich kann es sein, dass die VerkehrtsKdtr keine Infos hatte über Baustellen etc, aber es störte dann doch. Autobahn sind wir komischerweise ehr selten gefahren, meist Bundesstraßen.
vielen Dank für das Dokument. Da sind einige Punkte dabei, die immer zu heißen Diskussionen zwischen mir als MKF und meinen VU oder Spieß geführt haben.
Leidiges Thema Ruhezeiten: Wir haben damals zu einer Ausbildungswoche auf die Soin-Hütte auf der Winkelmoos-Alm verlegt. Hieß damals also: Einmal quer durch unseren schönen Freistaat Bayern von Mellrichstadt nach Reit im Winkl.
Nach einer Woche Ausbildung, wenig Schlaf und anstrengenden Tagen dann der Rückweg. Ich hatte in der Nacht zuvor kaum geschlafen (da die Herren Uffze beim Abschlußabend völlig eskaliert sind) und musste dann zurück nach MET fahren. Wir waren zwar zu 6. im Fahrzeug (VW T3 Pritsche/Plane mit 55 PS), aber die 5 Kameraden haben selig geschlafen und ihren Dunst ausgegast. Als mich dann kurz vor Bamberg der Sekundenschlaf überkam, bin ich ran gefahren und hab gesagt: Ihr könnt machen, was ihr wollt, ich schlaf jetzt ne Stunde. Dann hat unser KpChef gesagt: Eberlein, rutsch rüber, ich fahr mal ne Stunde weiter. Der Hauptmann.
Ja, zum Glück konnte ich immer MKF einteilen, die waren dann aber auch oft am Ende. Ich habe es dann als meine Hauptaufgabe gesehen, die MKF uzu bespaßen und wachzuhalen. Aber z.B. nach einer Woche Hammleburg, Sennelager oder Blackborncity war es für alle kein leichter Heimweg.
Im Standort kam dann die normale Abschlussroutine: 1. Waffenreinigen, 2. Ausrüatung, 3. Fahrzeuge, 4. Abschlussantreten, 5. befohlener Schlaf für alle, mindestens 4 Stunden. Dann erst war Dienstschluss befohlen und man durfte die Kaserne verlassen.
Ich weiß gar nicht mehr, wie das mit den Diagrammsscheiben war auf Übungen. Ich bin da meistens mit Wolf oder später mit meinem Luxus-T4 Bus gefahren (mit Tisch, Standheizung, Radio ab Werk aber ohne Einbausatz). Konnte man auf Übung gut drin schlafen.
Im Zusammenhang mit Marschvorhaben war bei den Feldjägern besonders „beliebt“ immer die Begleitung von „Großraum- und Schwerfahrzeugen“ (GuS), wie Tieflader mit verlasteten Panzern oder überbreite Kettenkfz im Straßenmarsch und ähnliches. Ich hatte da mal einen Einsatz, wo wirklich alles schief ging.
Anfang der 1980er Jahre, Herbst-Manöver der Gebirgsdivision in Niederbayern, mein Zug war für den Aufmarsch auf diverse Verkehrleitpunkte zwischen München – Mühldorf und Landshut verteilt. Die Streifen wurden für diese Phase direkt von der Verkehrsleitstelle (=Kp) geführt, so dass ich als Zugführer momentan eigentlich nichts zu tun hatte. Da kommt gegen 17:00 Uhr ein Anruf von der Verkehrskommandantur: Es muss unbedingt sofort ein Bergepanzer M 88 vom Entladebahnhof Erding-Fliegerhorst nach Passau begleitet werden. Bahntransport Erding – Passau war aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, folglich Straßenmarsch über die B 388 und die B 12 über fast 150 km. Damals noch mit zahlreichen Ortsdurchfahrten in wunderschönen alten Städtchen wie Pfarrkirchen und Eggenfelden, Umgehungsstraßen waren die Ausnahme. Der Auftrag blieb dann an mir hängen, weil niemand mehr verfügbar war.
Also Fahrt nach Erding zum Fliegerhorst – Entladerampe. Dort war man gerade dabei, die Verzurrketten zu lösen und den M 88 marschbereit zu machen. Wir stellen unseren 0,4 to ab, ich schaue mir mit meinem Fahrer die Karte an wegen der Marschstrecke. Da fällt mein Blick auf die Hinterachse des Kübels - Platten hinten links! Auftrag an den Fahrer zum Radwechsel. Er setzt den Radmutterschlüssel aus dem Bordwerkzeug an, es knackt kurz, der Schlüssel ist längs gerissen. Nun – noch keine große Sache, ein Bergepanzer hat genug Werkzeug an Bord, es fand sich ein passender Schlüssel und das Rad wurde gewechselt.
Gegen 19:00 Uhr, inzwischen fing es an, dunkel zu werden, Abfahrt aus Erding, mit einer Marschge-schwindigkeit von immerhin etwa 40 km/h ging es dann stundenlang durch die niederbayerische Einöde. In den kleinen Städten wurden damals um spätestens 20:00 Uhr die Gehwege hochgeklappt, zum Glück hatten sie die Stadttore nicht geschlossen, so dass wir einigermaßen glatt durch kamen. Die Ortsdurchfahrten verliefen allerdings teilweise mit Schrittgeschwindigkeit, weil eben Straßen, die im Biedermeier für Postkutschen angelegt worden waren, nicht unbedingt für die Ausmaße eines knapp 4 m breiten Panzers gedacht sind. Kurz vor Passau setzte leichter Regen ein, was den Panzerfahrer in seiner offenen Luke nicht zu Begeisterungsstürmen veranlasste. Etwa um 23:00 Uhr waren wir dann endlich in Passau-Kohlbruck und konnten den Panzer abliefern.
Rückfahrt nach Landshut, dort war mein Zug während der ersten Übungsphase untergebracht. Da mein Fahrer deutliche Ausfallerscheinungen zeigte, bin ich dann selber gefahren. Kurz hinter Passau, es regnete immer noch, gab der Scheibenwischer seinen Geist auf. Das beim 0,4 to frei vor der Windschutzscheibe laufende Gestänge hatte sich ausgehakt und war nicht mehr zum Laufen zu bringen. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man in solchen Fällen die Frontscheibe mit einem halbierten Apfel einreiben soll, weil dann die Regentropfen besser abperlen. Äpfel hatten wir noch aus der Marschverpflegung, wir haben das Rezept dann versucht, es ist auf jeden Fall besser als gar nichts. Sehr schnell kann man allerdings nicht fahren.
Zum Glück hörte der Regen irgendwann auf und wir rasten immerhin mit annähernd 100 km/h Landshut entgegen. Aber die Fahrt war noch nicht zu Ende. Es war inzwischen weit nach Mitternacht, der Kfz-Verkehr auf dem niederbayerischen Straßennetz war zum Erliegen gekommen, nur ein einsamer Bundeswehr-Kübel bewegte sich noch Richtung Westen.
Kurz hinter Eggenfelden fällt auf einmal das Gaspedal durch. Nach dem Anhalten und kurzer Suche im Motorraum war die Diagnose klar: Gaszug abgerissen, und zwar an der Drosselklappe des Verga-sers, glücklicherweise war der Gaszug nicht in den Eingeweiden des Motors verschwunden, sondern war noch greifbar. Nun bewährte sich, das zur Bordausstattung des 0,4 to auch eine Rolle Bindedraht und eine Kombizange gehörte. Mit einem Stück Draht konnten wir den Gaszug wieder provisorisch befestigen, es war zwar kein sehr feinfühliges Dosieren des Gaspedals mehr möglich, aber zumindest fuhr die Karre wieder, auch wenn das Gas nur sehr verzögert angenommen wurde. Ich war schon am Überlegen, einen Handgaszug mit der Drahtrolle zu konstruieren.
Kurz vor 04:00 Uhr in der Früh waren wir dann endlich in Landshut.
Beim recht übersichtlich aufgebauten 0,4 to konnte man sich in solchen Fällen noch einigermaßen helfen, bei heutigen Autos sehe ich da schwarz.
Elbquerung irgendwo b. LAUENBURG, BOIZENBURG, ca. 250 m Gewässerbreite zu überqueren.
Später v.d. BW zwischen SCHNAKENBEK - ARLENBURG erfolgreich praktiziert https://www.shz.de/lokales/militaerisches-spektakel-deutsche-und-britische-soldaten-bauen-amphibische-bruecke-id18462521.html
Also es geht wohl, bei gewisser Fließgeschwindigkeit, bei Hochwasser wohl eher nicht ... aber gut.
Wie gefechtsnah diese Bedingungen waren, kann ich nicht sagen.
Aber wenn nahezu alle Gefechtsfahrzeuge des WAPA schwimmfähig waren, also nicht nur PT-76 ... dann könnten die ersten Kompanien schon einmal rüber und unter starkem Feuerschutz von Kampfhubschraubern, etc. einen stabilen Brückenkopf bilden.
Nur so Gedanken von mir.
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