FEK
Grenzsicherung West
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die offizielle Seite will ich selbstverständlich nicht unterschlagen: http://www.bundespolizei.de/nn_48520...html__nnn=true
FEK
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Harry,
ich empfand diesen Beitrag ziemlich informativ und praktisch nicht wertend. Unabhängig von der politischen Orientierung der Macher der Seite. Einen politisch nicht orientierten, welcher sich mit derartigen Dingen befasst, werde ich sowieso nicht finden.
Was mir als Funkorientiertem völlig fehlt, ist ein Hinweis auf technichsche Mittel und Methoden Informationen weiterzuleiten bzw. zu erfragen
der allgemeine Hinweis auf der offiziellen Seite: "Zu einer effektiven und effizienten Polizeiarbeit gehört auch die flächendeckende Verfügbarkeit moderner Informationstechnik. Rund 10.000 Arbeitsplätze sind mit Computern ausgestattet. Daneben bedienen sich die Dienststellen der Bundespolizei neben der Funk- und Leitstellentechnik auch mobiler PC für einen raschen Zugriff auf benötigte Daten." ist da schon das Einzige.
FEK
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Naja, mich stören solche Wortspiele wie "obwohl der BGS in allem eine Art Armee-Ersatz darstellt" usw.
Was die Kommunikation angeht so ist der Zeitraum "hier" ja eigentlich bis etwa 1990. In der Hochzeit des Kalten Krieges war das wohl primär Richtfunk usw., PCs und Co sind ja eh erst seit Anfang der 80er "in".--------------------------------
Der liebe Harry
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Als Ostler stören mich auch manche heutzutage üblichen Bezeichnungen und Wortspielereien. Do geschenkt! Wenn wir uns hier in anschauungsabhängigem Definitionsstreit zerfleischen, kommen wir zu manchen Sachthemen nicht zu Potte - befürchte ich.
Bei Kommunikation wird es doch sicher mehr gegeben haben als das Telefon in der Zentrale, welches über Draht oder Richtfunk funktionierte. Es gab doch sicher auch spezielle Technik um Meldungen des GSE schnell weiterzuleiten.
Ich denke da vor allem an Funktechnik welche geschlüsselte Meldungsweitergabe bzw. Überprüfung von Personen ermöglichte.
Ein drahtgebundenes Meldesystem wie bei den DDR-Grenztruppen wird es doch sicher nicht gegeben haben.
FEKZuletzt geändert von FEK; 26.03.2006, 09:24.
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->Armee-Ersatz
Hallo,
nuja gut, aber sprechen da nicht die Fakten für sich: Kombattantenstatus, Kasernierung usw. Der BGS fährt heute noch Streifen mit Schützepanzern auf dem Rhein-Main-Flughafen...
Zur Kommunikation habe ich leider nichts.
Aber auch schon in den 80er waren doch Computer schon groß in Mode. Ich denke da an die tollen Datenbänke, die BKA-Präsident Herold auf der Jagd nach der RAF geschaffen hat. (steht denke ich bei Breloer, H. , im dem Buch zur Schleyerentführung). Und die er auch 1977 schon einsetzte.
Das der BGS auch für Objektschutz zuständig war/ist, sollte man doch da sicher Zugriff gehabt haben - nebst sicherer Verbindung versteht sich - oder nicht?
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Edit:
Habe noch was zum BGS gefunden.
Während des Kalten Krieges gab es in der BRD eine Vielzahl von Peilzentralen, alleine die Bundeswehr hat derer ungefähr 20 betrieben. Dazu kam natürlich BND, BKA usw usf.
Aber tätsächlich hat auch der Bundesgrenzschutz ganze vier Peilzentralen in Eigenregie betrieben:
Auf Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen hat die Bundesregierung einmal mitgeteilt, dass die Gruppe Fernmeldewesen des BGS verschiedene Sicherheitsbehörden bei der Funkaufklärung durch Abstellen von Einsatzkräften als auch Einsatzmitteln unterstützt. Namentlich
-BKA bei der Durchfürhung von Maßnahmen in den Bereichen Terrorismusbek., Staatsschutz und organ. Kriminalität
- das ZKA im Bereich organisierter Wirtschaftskriminalität
Der eigentliche Zweck der eigenen Funkaufklärung kann natürlich nicht nur Amtshilfe gewesen sein. Deshalb betrieb der BGS in seinem originären Zuständigkeitsbereich Fernmeldeaufklärung insbesondere im Rahmen der Grenzsicherung.
Im Rahmen einer Institutsleihe wurde die Gruppe Fernmeldewesen des BGS wohl auch für das Bundesamt für Verfassungsschutz tätig, zur Aufdeckung von Funkverbindungen von Agenten fremder Nachrichtendienste und verfassungsfeindlicher Organisationen.Gruß
Michael
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gefunden!
Hallo,
also hab zu meinem Verdacht von wegen Datenbankanbindung des BGS etwas gefunden:
"Im Februar 1973 wurden die Grenzschutzkommandos an das Polizeifernschreibfunknetz und die Grenzschutzeinzelstellen an das EDV-Netz des BKA angeschlossen und im Dezember 1974 dazu mit einer vollautomatischen, rechnergesteuerten Polizeifernschreibvermittlung
ausgestattet."/1/
"Im unterbunkerten Teil des Standortes I ist im dritten unterirdirschen Geschoß ein neuer Datenverarbeitungs- und Speicherungskomplex entstanden, der von der Firma Siemens geliefert wurde. Die Abschottung des Datenbestandes gegen unbefugte Nutzer ist perfekt, der Zugang für Berechtigte über Telefon- oder Funknetze außerordentlich einfach und schnell.
Zu den Dienststellen, die im Frieden den Datenbestand des BKA nutzen, zählen die Narchrichtendienste der Bundesrepublik: Das Bundesamt sowie die Landesämter für Verfassungsschutz (Anm. Staatsschutz), die mit ihren Erkenntnissen die sog. Sicherheitsüberprüfungen bei Soldaten der Bundeswehr unterstützen, und der Bundesnachrichtendienst, der seinerseits mit ähnlichen Diensten der Nato-Staaten zusammenarbeitet.
An diesem Informationsstrang hängt auch der MAD [...]"/2/
1) Bundesgrenzschutzstandorte in Hessen, Mönch-Verlag (Hrsg.), Koblenz 1980
2) E. Schmidt-Eenboom, Wiebaden, eine Analyse milit. Strukturen in der Landeshauptstadt, erweiterte Fassung der gutachterlichen Stellungnahme
Anmerkung: Ich zitiere hier ausdrücklich nur bereits veröffentlichte Werke.Gruß
Michael
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Hoppla, das ist beim Zitieren über die Wupper gegangen
Aber wer zwischen den Zeilen liest, wird messerscharf schließen:
BKA hat Datenverarbeitungsanlage -> 80er Jahre -> Wiesbaden
Wer dann googlet wird die Thaerstraße relativ schnell finden.
Daselbst wurde 85/86 noch massiv umgebaut und erweitert: unterbunkerter Teil nebst NEA, Fernmeldebatterie, Transformatoren, Relaisstellen usw.
Alleine für Fernmeldegeräte waren 1,3 Mio DM fällig.
Quelle wie oben zu /2/Gruß
Michael
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Das klingt sehr verheißungsvoll. Kann ich das so verstehen, das der einzelne Beamte im GSE zügig und problemlos Personenüberprüfungen durchführen konnte, ohne ein dickes Fahndungsbuch mit sich herumschleppen zu müssen?Zitat von taupe"Im Februar 1973 wurden die Grenzschutzkommandos an das Polizeifernschreibfunknetz und die Grenzschutzeinzelstellen an das EDV-Netz des BKA angeschlossen und im Dezember 1974 dazu mit einer vollautomatischen, rechnergesteuerten Polizeifernschreibvermittlung
ausgestattet."/1/
1) Bundesgrenzschutzstandorte in Hessen, Mönch-Verlag (Hrsg.), Koblenz 1980
Anmerkung: Ich zitiere hier ausdrücklich nur bereits veröffentlichte Werke.
FEK
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¿ GSE ?
Ja, exakt, also Vollzugriff auf die Datenbestände der Polizei PLUS der diversen Datenbänke des BKA. Damit wäre der BGS eigentlich gegenüber der 0815-Polizeidienststelle sogar bevorzugt - denke ich.
Die Datenbänke des BKA wurden zu Hochezeiten von Baader-Meinhof und RAF geschaffen. Wer sich darin wiederfand, gehörte zu den Staatsfeinden Numéro 1. Ich meine mal was von 2000 oder 10000 Datensätzen dort in 1977 gelesen zu haben (in Zshg. mit Schleyerentführung)
Nur wozu der BGS eigenen Peilzentralen betrieb, das ist mir noch ein Rätsel. Aber das ging glaub ich eh drunter und drüber. In Praxi hatte sowieso eine Organisation alleine nie eine Peilzentrale wirklich für sich. Da zog Heer bei der Luftwaffe ein, BND beim Heer usw usf., z.T. auch ausländische Dienste...Vielleicht hat der BGS es einfach im allgemeinen Kompetenzgerangel geschafft die Hausherrschaft in vier Peilzentralen an sich zu reißen
Aber das originäre Interesse ist mir damit immer noch nicht ganz klar.
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Edit: Nachtrag zur Datenbank des BKA:
Die hieß PIOS für
Personen, Informationen, Objekte und SachenGruß
Michael
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Der BGS war schon seit seinem Bestehen für die Funkaufklärung zuständig. Dies war und ist so in seinem Aufgabenbereich schriftlich fest gehalten.
Thunderhorse
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Nun, gibt es dafür einen bestimmten Grund?Zitat von ThunderhorseDer BGS war schon seit seinem Bestehen für die Funkaufklärung zuständig. Dies war und ist so in seinem Aufgabenbereich schriftlich fest gehalten.
Thunderhorse
Andere Bundesbehörden haben ja auch eigene Funkaufklärung betrieben (betreiben noch) und das in z.T. erheblich größerem Umfang als der BGS. Ging es hier um die Unabhängigkeit von anderen Behörden oder wo lag das originäre Interesse genau? Oder anders gefragt, wer oder was waren die Aufklärungsziele?Gruß
Michael
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