Doku-Zentrum über die Geschichte der US-Streitkräfte in Rheinland-Pfalz

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    • 09.07.2006
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    #1

    Doku-Zentrum über die Geschichte der US-Streitkräfte in Rheinland-Pfalz

    Gemeinsame Geschichte zählt

    Förderzusage für Ramsteiner Dokumentationszentrum zur US-Präsenz in Rheinland-Pfalz

    RAMSTEIN-MIESENBACH (ahb). Einen wesentlichen Schritt weitergekommen ist die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach bei dem von ihr geplanten Dokumentations- und Ausstellungszentrum zur Geschichte der Air Base Ramstein und der US-Amerikaner in Rheinland-Pfalz. Innenminister Karl Peter Bruch hat zugesagt, das Projekt finanziell zu unterstützen. Bereits 2009 will er Mittel über die Städtebauförderung für den notwendigen Grunderwerb bereitstellen.

    Die Förderzusage ist Ergebnis eines Gesprächs, das Bürgermeister Klaus Layes und Projektleiter Michael Geib auf Einladung Bruchs in Mainz geführt haben. Demnach begrüßt der Innenminister das Vorhaben, weil es „diesen für Rheinland-Pfalz insgesamt wichtigen Aspekt seiner Zeitgeschichte maßgeblich in der regionalen und überregionalen Öffentlichkeit" thematisiert.

    Gleichzeitig versteht Bruch die Zusage der Landesregierung als weiteres „angemessenes und sichtbares Zeichen", Kommunen zu helfen, die wegen des US-Militärs auch mit Belastungen und Einschränkungen leben müssten. Stadt und Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach zählten dabei zu den Standorten, die am nachhaltigsten geprägt worden seien. Folglich sei Ramstein besonders geeignet als Standort eines Dokumentationszentrums. Zudem sei die Symbolkraft Ramsteins nicht nur in militärischer Hinsicht zu sehen, sondern auch als besonderer Bezugspunkt der deutsch-amerikanischen Beziehungen.

    Die Planungen der Verbandsgemeinde können nun konkret werden. Mitten im Städtebausanierungsgebiet des Stadtteil Ramsteins wurde bereits eine Immobilie ausgemacht: das ehemalige Kino „Gloria", dessen Besitzer auch Verkaufsbereitschaft signalisiert haben. Gleiches gilt für ein Nachbargrundstück. Dem Bürgermeister zufolge wurden beide Flächen vom Gutachterausschuss des Landkreises besichtigt, jetzt müsse das Ergebnis abgewartet werden.

    Für den Umbau des früheren Kinos kann sich die Verbandsgemeinde einen Architektenwettbewerb vorstellen, beispielsweise mit den Kaiserslauterer Hochschulen. Auch ein weiterer Vorschlag aus Mainz soll geprüft werden: die Zusammenarbeit mit dem Kreis Kaiserslautern und Institutionen wie der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz mit Sitz in Kaiserslautern. Selbstverständlich ist es für Layes, Kontakte zu früheren und noch bestehenden US-Militär-Standorten im Land zu knüpfen, wie zu Bitburg und Baumholder. „Das steht außer Frage, schließlich wollen wir ein Dokumentations- und Ausstellungszentrum für ganz Rheinland-Pfalz werden."

    Die baulichen Fragen sind die eine Seite der Medaille, das inhaltliche Konzept ist die andere. Dazu ist die Verbandsgemeinde in engem Kontakt mit dem Mainzer Bildungsministerium, nicht zuletzt wegen der beantragten europäischen Kulturfördermittel, Stichwort zeitgeschichtliches Museum. Auch die Verbindung zwischen den beiden Ministerien steht.

    Eingebunden wissen will der Bürgermeister das Dokumentationszentrum auf jeden Fall in die künftige gemeinsame Entwicklung der Westpfalz. Dem hat die Planungsgemeinschaft mit Blick auf die Westpfalz-Strategie bereits zugestimmt.

    Bis 2011 hat sich die Verbandsgemeinde nun Zeit gegeben. Bis in drei Jahren soll neben dem Doku-Zentrum auch ein professioneller, möglichst interaktiver Internetauftritt weitgehend stehen. Dabei helfen, zusätzlich US-amerikanische Besucher zu gewinnen, soll außerdem jenes Touristikbüro, das Ramstein-Miesenbach im künftigen Einkaufs- und Freizeitkomplex auf der Air Base beziehen wird. KOMMENTAR

    Das Konzept

    Das Dokumentationszentrum soll Anlaufstelle für die Wissenschaft sein, die dieses Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte zunehmend entdeckt.

    Eine multimediale Dauerausstellung präsentiert die Geschichte der US-Präsenz in Rheinland-Pfalz und Ramstein. Sonderausstellungen ergänzen das Konzept.

    Vernetzung ähnlich gelagerter Projekte im Land und Kooperation mit den ebenfalls betroffenen Kommunen. Beispielprojekte: Westwall-Museum, Regierungsbunker in Ahrweiler, kleinere Sammlungen wie in Baumholder.

    Als touristisches Ziel soll es gleichermaßen deutsche und US-amerikanische Besucher ansprechen. Marketingvorteil: der weltweit bekannte Begriff „Ramstein/Germany".

    Grundstock sind vor allem die Exponate bisheriger Sonderausstellungen zur Air Base Ramstein, darunter der bundesweit einmalige, 20.000 Negative umfassende Fotobestand Matheis.

    Kommentar:

    Es bleibt ein steiniger Weg

    Von Anke Herbert

    Die geschichtliche Aufarbeitung der US-Präsenz in Rheinland-Pfalz ist ein wichtiges Thema. Dafür sollten viele an einem Strang ziehen.

    Eine Dokumentation der US-amerikanischen Einflüsse auf die Westpfalz und Rheinland-Pfalz. Es ist keine leichte Aufgabe, die sich die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach gestellt hat. Zumal sie nicht nur eine Anlaufstelle für die Wissenschaft schaffen will, sondern auch eine Dauerausstellung, die peppig genug ist, um Besucher aus nah und fern zu locken. Der Unterstützung durch das Land, in dessen ureigenstem Interesse es liegen muss, das Projekt zu fördern, kann sie sich jetzt sicher sein. Wie aber sieht es in der Region aus? Der Landkreis Kaiserslautern hat sicher kein Problem damit. Konkurrenzdenken darf es aber auch bei der Stadt nicht geben, und schon gar nicht bei der Atlantischen Akademie. An einem Strang zu ziehen, muss selbstverständlich sein. Eine solche Geschlossenheit kann zudem helfen, bei den Bürgern für das Zentrum zu werben. Denn nicht jeder wird verstehen, warum es sinnvoll ist, die Geschichte der US-Präsenz und damit auch die eigene Geschichte aufzubereiten. Übrigens: In Berlin-Karlshorst gibt es das für die deutsch-sowjetische und deutsch-russische Geschichte. Das Museum ist eine bislang einmalige binationale Einrichtung. Vielleicht nimmt sich die US-Seite für das Ramsteiner Projekt daran ein Beispiel ...

    Quelle:
    Verlag: DIE RHEINPFALZ
    Publikation: Pirmasenser Rundschau
    Ausgabe: Nr.275
    Datum: Dienstag, den 25. November 2008
    Seite: Nr.13
    Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
    Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
    www.ig-area-one.de
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    • 09.02.2006
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    #2
    Dass sollten sich die anderen Länder - Städte und Gemeinden außerhalb RP als Beispiel nehmen.

    TH

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      • 09.07.2006
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      #3
      Bund will Dokumentationszentrum unterstützen

      Ramstein-Miesenbach/Berlin: Kulturstaatsminister sagt Förderung zu - Wissenschaftlicher Beirat geplant


      Der Bund steht dem Dokumentations- und Ausstellungszentrum zur Geschichte der US-Amerikaner in Rheinland-Pfalz (Doku-Center) positiv gegenüber. „Kulturstaatsminister Neumann ist sehr an dem Projekt gelegen", fasste der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, Klaus Layes (CDU), das einstündige Gespräch zusammen, das er am Donnerstag im Bundeskanzleramt in Berlin geführt hat. Wie am 14. April berichtet, hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer das Treffen organisiert und auch daran teilgenommen. „Wir können beflügelt sein", so ihre Bilanz. Zwar konnte der Kulturstaatsminister aufgrund der aktuellen Finanzlage keine dauerhafte Förderung zusagen, wohl aber eine finanzielle Unterstützung für die geplante Dauerausstellung sowie die wissenschaftliche Begleitung in Aussicht stellen. Darum will sich Schäfer nun zusammen mit Zentrumsleiter Michael Geib kümmern. Es gilt, namhafte Experten aufzutun, die dem notwendigen wissenschaftlichen Beirat angehören und den Förderantrag an den Bund mitgestalten. Kontakte sollen unter anderem zum Alliiertenmuseum in Berlin und zum Haus der Deutschen Geschichte in Bonn geknüpft werden - auch, was die inhaltliche Arbeit angeht. Neumann habe klar gesagt, dass er die Bedeutung des Doku-Centers erkenne und ein solches Projekt wolle, so Layes. Allerdings müsse es eine bundesweite Ausstrahlung besitzen und professionell aufgezogen sein. Angesichts der Tatsache, dass die Geschichte der US-Streitkräfte in Rheinland-Pfalz stets auch die bundes- und weltpolitische Entwicklung spiegele, sei ein solcher Ansatz kein Problem. Details zum weiteren Vorgehen, zum Beirat und zum Förderantrag würden in den nächsten Wochen in Ramstein geklärt. Dazu komme der Abteilungsleiter für kulturelle Angelegenheiten des Bundes im Kulturstaatsministerium in die Pfalz. Unterstützung für das Doku-Center hat zwischenzeitlich auch das US-Verteidigungsministerium zugesagt. Anfang Mai war der Bürgermeister auf Washington-Besuch und hatte dabei unter anderem das Projekt vorgestellt. Zu den Zuhörern gehörten hochrangige politische Vertreter wie eine Staatssekretärin sowie der Chefhistoriker des Pentagon. „Natürlich können sie sich nicht mit Geld beteiligen", sagte Layes. Doch sei eine Kooperation versprochen worden, wenn es um Archivmaterial oder Exponate gehe. Für die geplante „Lindwurm"-Ausstellung zum 20. Jahrestag des Giftgasabzugs aus der Südwestpfalz werde diese Zusage erstmals getestet. Neben dem Besuch aus Berlin steht in diesem Jahr noch der Architektenwettbewerb an, den der Verbandsgemeinderat Mitte April beschlossen hat. Wie den Bau des Doku-Centers am Standort des ehemaligen „Gloria"-Kinos fördert das rheinland-pfälzische Innenministerium den Wettbewerb mit 70 Prozent. Zudem gibt es - zunächst für drei Jahre - Geld aus dem Bildungsministerium für die inhaltliche Arbeit. Daneben will sich der Bürgermeister für das Doku-Center als übergreifendes Referenzprojekt innerhalb der vom Land initiierten Westpfalz-Strategie einsetzen. Einen Vorstoß in diese Richtung hatte er schon einmal in der Planungsgemeinschaft Westpfalz unternommen. Da die bislang über die Strategie ausgemachten Ziele offenbar zu lokal begrenzt waren und deshalb von vorn begonnen werden soll, könnten Chancen für das Doku-Center bestehen. Geklärt werden muss dann noch die Trägerschaft. Im Gespräch sind unter anderem: gemeinnützige Gesellschaft, Stiftung, Verein. (ahb)

      Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ
      Publikation: Pfälzische Volkszeitung
      Ausgabe: Nr.117
      Datum: Samstag, den 22. Mai 2010
      Seite: Nr.22
      Na wenn das mal keine erfreuliche Nachricht ist, sogar das DoD möchte sich daran beteiligen
      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
      Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
      www.ig-area-one.de

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