"Aus Kasernen wird moderner Büroraum
Umbau der Rivers Barracks läuft auf Hochtouren – Giag und Sozialverwaltung des Kreises wollen am 15. April einziehen
Erhard Goltze
GIESSEN. Die Rivers Barracks erwachen gerade zu neuem Leben. Die Kaserne mit ihren fünf Mannschaftsgebäuden, dem Stabsgebäude und der Kantine entwickelt sich zu einem modernen Büropark, der höchsten Ansprüchen genügen soll. Drei dieser Mannschaftsunterkünfte, das steht jetzt schon fest, sollen ab 15. April 2008 für die Gesellschaft für Integration und Arbeit (Giag) sowie für die Sozialverwaltung des Kreises zur Verfügung stehen, die sich hier eingemietet haben. Behindertengerecht werden sie saniert, mit Aufzügen versehen. Neubaustandards sollen die Büros auszeichnen, zu denen natürlich eine aufwändige EDV-Verkabelung gehört. Dabei wird das Ensemble Kaserne erhalten bleiben, so will es der Denkmalschutz. Deshalb wird es keine Anbauten oder Neubauten auf dem Gelände geben. Im Inneren sind die Arbeiten schon weit voran gekommen, obwohl damit erst im Oktober begonnen wurde.
Vier Investoren engagieren sich hier, die eine Beitlich Bauprojekte GmbH gegründet und dieses Objekt von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) gekauft haben. Zwei der geschäftsführenden Gesellschafter, Daniel Beitlich und Architekt Felix Feldmann, schilderten, wie diese Immobilien vernünftig entwickelt und auch genutzt werden sollen. Zunächst einmal soll das Ensemble in vollem Umfang erhalten bleiben. Deshalb entstehen auf dem ehemaligen Exerzierplatz, der zu einer Wüstenei geworden war, rund 250 Parkplätze im ersten Bauabschnitt, die – natürlich – schön ordentlich in Reih und Glied angeordnet sind. Das gilt auch für die vielen Bäume, die hier gepflanzt werden. Beitlich und Feldmann bedankten sich ausdrücklich an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern von Bauaufsicht bis zum Denkmalschutz.
Außen bleiben die Gebäude völlig unverändert. An einigen Stellen wurde gar das ursprüngliche Material wieder hervorgeholt. Innen ist alles anders. Intelligente Lösungen wurden gesucht, um gute Voraussetzungen für eine Büronutzung zu schaffen. Da soll Platz geschaffen werden für eine geräumige Fahrstuhlanlage, die sogar groß genug für die Transportliegen der Rettungsfahrzeuge sein wird. Da gerade bei der Giag viel Besucherverkehr zu erwarten ist, entsteht zudem ein großzügiger Servicebereich.
Für die Beschäftigten wird es unter dem Dach eine geräumige Kantine geben, die wegen der ungewöhnlichen Deckenkonstruktion schon jetzt, im Zustand des Rohbaus, besonderes Flair verspricht. Die überdurchschnittliche Raumhöhe kommt diesem Vorhaben zugute, denn hier können problemlos alle Leitungen verlegt und unter einer abgehängten Decke verborgen werden. Keine Probleme gibt es mit der Isolierung, denn bei den Außenwänden handelt es sich um 50 Zentimeter starkes Mauerwerk, bei dem Backstein auf Backstein gesetzt wurde und das sich in der obersten Etage auf 40 Zentimeter verjüngt.
»Wir wollen es schaffen, in zweieinhalb Jahren alle Gebäude mit Leben zu füllen«, stellt Beitlich fest. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, überlegt doch der Kreis, das Gebäude B neben dem alten Kreishaus in der Südanlage aus den 60er Jahren abzureißen, da sich eine Sanierung als viel zu teuer erweisen könnte. Dies jedenfalls bestätigt der zuständige Dezernent in der Kreisverwaltung, Siegfried Fricke: »Wir rechnen momentan.« Da spielt zum Beispiel die Wertschöpfung des Geländes, das nach einem Abriss frei werden würde, eine Rolle. Der dann weiter bestehende Raumbedarf könnte in den Rivers durch weitere Anmietung gedeckt werden. Auch die Giag hat angekündigt, dass eventuell zusätzliche Büroflächen benötigt werden. Doch wie Beitlich und Feldmann bestätigten, gibt es auch noch andere Interessenten für diese Gebäude. Offen bleibt derzeit noch, ob das Kantinengebäude – jedenfalls in Teilbereichen – auch anders genutzt werden könnte, als für Büroräume.
Die beiden Investoren stellen sich hier einen Büropark vor, der sich auch in Sachen Erreichbarkeit vorbildlich darstellt. Parkraum für die Beschäftigten und die Besucher gibt es dort in Hülle und Fülle, zusätzlich zur Busanbindung. Daneben wird es auch Abstellplätze für Radfahrer geben. Hier haben sich die Investoren einen besonderen Service für die Beschäftigten ausgedacht, denn es wird Fahrradkeller geben, die mit Duschen ausgestattet sind. »Jetzt muss mit Hochdruck gearbeitet werden, sonst können wir diesen engen Zeitplan nicht erfüllen«, steckt Beitlich das nächste Ziel."
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> Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...ocalnews&_dpa= [29.12.2007; 12.00 Uhr]
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