US-Standort Gießen: »Rivers Barracks«

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  • Geograph
    Wallmeister
    • 10.05.2006
    • 7495

    #1

    US-Standort Gießen: »Rivers Barracks«

    1992 erfolgte die Freigabe der einstigen »Rivers Barracks« durch die US-Streitkräfte. Der Großteil des Technikbereiches wurde in den Jahren 1994–1998 zur »Rivers-Automeile« umgebaut und wird seither von Automobilservicebetrieben genutzt. Der ehemalige Unterkunftsbereich hingegen versank in ein »Dornröschenschlaf«, aus dem er langsam erwacht:



    "Aus Kasernen wird moderner Büroraum
    Umbau der Rivers Barracks läuft auf Hochtouren – Giag und Sozialverwaltung des Kreises wollen am 15. April einziehen


    Erhard Goltze

    GIESSEN. Die Rivers Barracks erwachen gerade zu neuem Leben. Die Kaserne mit ihren fünf Mannschaftsgebäuden, dem Stabsgebäude und der Kantine entwickelt sich zu einem modernen Büropark, der höchsten Ansprüchen genügen soll. Drei dieser Mannschaftsunterkünfte, das steht jetzt schon fest, sollen ab 15. April 2008 für die Gesellschaft für Integration und Arbeit (Giag) sowie für die Sozialverwaltung des Kreises zur Verfügung stehen, die sich hier eingemietet haben. Behindertengerecht werden sie saniert, mit Aufzügen versehen. Neubaustandards sollen die Büros auszeichnen, zu denen natürlich eine aufwändige EDV-Verkabelung gehört. Dabei wird das Ensemble Kaserne erhalten bleiben, so will es der Denkmalschutz. Deshalb wird es keine Anbauten oder Neubauten auf dem Gelände geben. Im Inneren sind die Arbeiten schon weit voran gekommen, obwohl damit erst im Oktober begonnen wurde.

    Vier Investoren engagieren sich hier, die eine Beitlich Bauprojekte GmbH gegründet und dieses Objekt von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) gekauft haben. Zwei der geschäftsführenden Gesellschafter, Daniel Beitlich und Architekt Felix Feldmann, schilderten, wie diese Immobilien vernünftig entwickelt und auch genutzt werden sollen. Zunächst einmal soll das Ensemble in vollem Umfang erhalten bleiben. Deshalb entstehen auf dem ehemaligen Exerzierplatz, der zu einer Wüstenei geworden war, rund 250 Parkplätze im ersten Bauabschnitt, die – natürlich – schön ordentlich in Reih und Glied angeordnet sind. Das gilt auch für die vielen Bäume, die hier gepflanzt werden. Beitlich und Feldmann bedankten sich ausdrücklich an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern von Bauaufsicht bis zum Denkmalschutz.

    Außen bleiben die Gebäude völlig unverändert. An einigen Stellen wurde gar das ursprüngliche Material wieder hervorgeholt. Innen ist alles anders. Intelligente Lösungen wurden gesucht, um gute Voraussetzungen für eine Büronutzung zu schaffen. Da soll Platz geschaffen werden für eine geräumige Fahrstuhlanlage, die sogar groß genug für die Transportliegen der Rettungsfahrzeuge sein wird. Da gerade bei der Giag viel Besucherverkehr zu erwarten ist, entsteht zudem ein großzügiger Servicebereich.

    Für die Beschäftigten wird es unter dem Dach eine geräumige Kantine geben, die wegen der ungewöhnlichen Deckenkonstruktion schon jetzt, im Zustand des Rohbaus, besonderes Flair verspricht. Die überdurchschnittliche Raumhöhe kommt diesem Vorhaben zugute, denn hier können problemlos alle Leitungen verlegt und unter einer abgehängten Decke verborgen werden. Keine Probleme gibt es mit der Isolierung, denn bei den Außenwänden handelt es sich um 50 Zentimeter starkes Mauerwerk, bei dem Backstein auf Backstein gesetzt wurde und das sich in der obersten Etage auf 40 Zentimeter verjüngt.

    »Wir wollen es schaffen, in zweieinhalb Jahren alle Gebäude mit Leben zu füllen«, stellt Beitlich fest. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, überlegt doch der Kreis, das Gebäude B neben dem alten Kreishaus in der Südanlage aus den 60er Jahren abzureißen, da sich eine Sanierung als viel zu teuer erweisen könnte. Dies jedenfalls bestätigt der zuständige Dezernent in der Kreisverwaltung, Siegfried Fricke: »Wir rechnen momentan.« Da spielt zum Beispiel die Wertschöpfung des Geländes, das nach einem Abriss frei werden würde, eine Rolle. Der dann weiter bestehende Raumbedarf könnte in den Rivers durch weitere Anmietung gedeckt werden. Auch die Giag hat angekündigt, dass eventuell zusätzliche Büroflächen benötigt werden. Doch wie Beitlich und Feldmann bestätigten, gibt es auch noch andere Interessenten für diese Gebäude. Offen bleibt derzeit noch, ob das Kantinengebäude – jedenfalls in Teilbereichen – auch anders genutzt werden könnte, als für Büroräume.

    Die beiden Investoren stellen sich hier einen Büropark vor, der sich auch in Sachen Erreichbarkeit vorbildlich darstellt. Parkraum für die Beschäftigten und die Besucher gibt es dort in Hülle und Fülle, zusätzlich zur Busanbindung. Daneben wird es auch Abstellplätze für Radfahrer geben. Hier haben sich die Investoren einen besonderen Service für die Beschäftigten ausgedacht, denn es wird Fahrradkeller geben, die mit Duschen ausgestattet sind. »Jetzt muss mit Hochdruck gearbeitet werden, sonst können wir diesen engen Zeitplan nicht erfüllen«, steckt Beitlich das nächste Ziel."


    __________
    > Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...ocalnews&_dpa= [29.12.2007; 12.00 Uhr]
    .
    sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H
  • Schlammbeißer
    Rekrut
    • 11.10.2007
    • 2

    #2
    Hallo,
    dass die Mannschaftsgebäude der ehemaligen Rivers Barracks jetzt renoviert werden finde ich richtig klasse, sonst wird ja immer alles abgerissen oder es verwahrlost.

    Ich habe da aber noch eine Frage. Weiß hier eigentlich irgend einer etwas darüber, was mit dem Giessen General Depot geschehen soll???
    Viele Grüße aus Gießen.

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    • Schlammbeißer
      Rekrut
      • 11.10.2007
      • 2

      #3
      Ich habe hier noch zwei Fotos vom Anfang der Bauarbeiten.
      [IMG][/IMG]
      [IMG][/IMG]
      Viele Grüße aus Gießen.

      Kommentar

      • Benshee
        Rekrut
        • 29.12.2007
        • 21

        #4
        Hallo

        Gibt es eine Möglichkeit in Giessen irgendwelche US Army Flächen zu besichtigen oder sogar Museen oder sowas ?? Bevor die Stadt alles umbaut oder abreist. Darf man eigentlich einfach auf das Gelände der PATRIOT Stellung oder gibt es da Ärger ??
        Ich würde mich freuen wenn man mal sehen könnte wie die US Soldaten da gearbeitet haben. Das Sonderwaffenlager in Giessen, was neber dem Segelflugplatz liegt, würde ich gerne mal besuchen und nicht nur mit dem Fernglas von weitem.

        Gestern war ich in dem Lager Buseck ( Daubringen ). Habe mir nur das Sonderwaffenlager angeschaut, überall Zerstörung. Jetzt sind da Hunde drin und irgendwelche andere Tiere. Das Tor war offen und ein Jeep stand davor und da bin ich einfach mal in das Gelände gelaufen. Ein Mann war da irgendwo in einem Gebäude und da habe ich mich nicht getraut weiter zu gehen.

        Es ist schon schlimm das soviel Geld ausgegeben wurde, Menschen jedemenge Aufwand hatten und jetzt lässt man es so gleichgültig verfallen.

        Gibt es irgendwo Unterlagen was genau an den Atomsprengköpfen für einen Kanonenabschuss gewartet werden musste ?? war da Elektronik drinn ? (Technik)?

        Vielen Dank

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        • Harry (†)
          In Memoriam
          • 14.07.2005
          • 1232

          #5
          >war da Elektronik drinn

          Nein, da musste man mit dem Hammer hintendraufhauen ...

          Eine Besichtigung werde ich über den Verein nä. Woche in Angriff nehmen. Ich gebe Bescheid.

          >irgendwo in einem Gebäude und da habe ich mich nicht getraut weiter zu gehen

          Einfach mal nett fragen. Ansonsten werde ich auch nä. Woche mal Daubringen angehen. Unter www.fulda-gap.de findest du auch Bilder.
          --------------------------------
          Der liebe Harry

          Kommentar

          • Benshee
            Rekrut
            • 29.12.2007
            • 21

            #6
            Cool vielen Dank , ich als Einzelner kann da ja mit Besichtigung nicht viel ausrichten. Wenn ich was zu sagen hätte ;-) dann würde ich die ganzen Anlagen ein wenig instand halten, die Zäune mit Sensoren versehen und wenn die kommen die Randale machen wollen, müssten besondere Aktionen eingeleidet werden.

            Ich bin eben noch mal mit dem Hund spazieren gegangen und habe mir mal was vorgenommen was ich als Kind (mit 12 (1980) schon als machen wollte.

            Wir haben an der Hauptstrasse von Beuern (Giessen) nach Geilshausen ein Betonkasten (mit einem einfachen Kanaldeckel) am Fuß einer Böschung.

            Früher habe ich immer mit meinem Kumpel alles Mögliche erforscht, nur bei diesem Betonkasten haben wir uns nicht gedacht, bis ich mal daran gedacht habe das niergendswo da ein Kanal verläuft und es an einer Stelle ist wo eine zerstörte Strasse viel Sinn machen würde, aber nachdem ich hier ein paar Bilder gesehen habe wo das System mit den unter der Strasse verlegten Sprengröhren so starke Schäden anrichtet, kann ich mir nicht vorstellen das die so nah an einem Wohngebiet so große Sprenungen machen , oder ??

            Morgen in der Früh gehe ich da mal hin und hebe mal den Deckel an und mache paar Bilder wenn es so ein Sprengrohrsystem ist.

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            • Geograph
              Wallmeister
              • 10.05.2006
              • 7495

              #7
              US-Standort Gießen: »Rivers Barracks«

              Ich bin eben noch mal mit dem Hund spazieren gegangen und habe mir mal was vorgenommen was ich als Kind (mit 12 (1980) schon als machen wollte.

              Wir haben an der Hauptstrasse von Beuern (Giessen) nach Geilshausen ein Betonkasten (mit einem einfachen Kanaldeckel) am Fuß einer Böschung.

              [...]

              Morgen in der Früh gehe ich da mal hin und hebe mal den Deckel an und mache paar Bilder wenn es so ein Sprengrohrsystem ist.
              Zwischen Beuern und Geilshausen (L 3126) gab es mal eine inzwischen rückgebaute Trichtersperre:


              Aber dies führt vom eigentlichen Forumsthema, nämlich "US-Standort Gießen: »Rivers Barracks«", weg.
              .
              sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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              • Geograph
                Wallmeister
                • 10.05.2006
                • 7495

                #8
                US-Standort Gießen: »Rivers Barracks«

                Ein weiteres nettes Detail zur ehemaligen »Rivers Barracks« kann man in der heutigen Ausgabe des »Gießener Anzeigers« (08.01.2008) lesen:



                "»Kaum vorstellbar, was die Menschen ertragen mussten«

                Heute steht auch der Spitzbunker in der ehemaligen Rivers Barracks unter Denkmalschutz


                Erhard Goltze

                GIESSEN. Durch eine massive Stahltür geht es hinein in das Ungetüm aus Stahlbeton. Das Licht funktioniert nicht. Der Strahl der Taschenlampe trifft immer wieder auf Beton und noch einmal Beton. Bedrückend wirkt das alles. Niedrig ist die Decke. An den kreisrunden Wänden sind Holzbänke montiert. Die Plätze sind nummeriert. Wir stehen im Spitzbunker in den ehemaligen Rivers Barracks, die derzeit zu einem Behördenzentrum umgebaut werden. Unvorstellbar, dass sich in den sechs Etagen hier bei Bombenalarm im Zweiten Weltkrieg 420 Menschen gedrängt haben. Der Bunker hat einen neuen Besitzer, nämlich die Beitlich Bauprojekte GmbH, die das gesamte Kasernengelände übernommen, den Beton-Koloss, der auch noch unter Denkmalschutz steht, sozusagen als Beigabe »geerbt« hat. Was sie nun damit anfangen sollen, das wissen die beiden Gesellschafter der Firma, Daniel Beitlich und Felix Feldmann, noch nicht. An mehreren Stellen in Gießen sind solche Spitzbunker zu finden, die allerdings nicht gebaut worden waren, um der Bevölkerung Schutz zu bieten. Sie sollten die Kasernenbesatzungen schützen oder am kriegswichtigen Bahnhof die dort beschäftigten Menschen. Günter Boyens kennt sich aus mit der Geschichte der Bunker, denn als Stadtführer erklärt er Besuchern die Kasernenanlagen und ihre Geschichte.

                Der 65-jährige Boyens war Korvettenkapitän, hat bei der Marine den absturzverdächtigen Starfighter geflogen. »1934 hat die Reichswehr den Bau dieser Bunker ausgeschrieben, die dann der Reichsarbeitsdienst gebaut hat«, erklärt er. Reichsweit seien diese Kolosse, von denen über 500 gebaut worden seien, standardisiert gewesen. Einen Meter dick seien die Mauern, der Zugang durch eine starke Stahltür geschützt. Trotzdem sei dies eine Schwachstelle gewesen. Deshalb hätten die Nutzer des Bunkers diese von hinten mit Betonblöcken und Sandsäcken verstärkt.

                »Es ist kaum vorstellbar, was die Menschen dort erlitten haben müssen, als es rundherum krachte«, kann auch Boyens sich nur schwer vorstellen, was die Leute hier im Krieg durchgemacht haben. Sicher aber seien sie gewesen. Ihm ist nur ein Vorfall bekannt, dass in Gießen die Spitze eines solchen Bunkers getroffen wurde. Zwei Verletzte soll es gegeben haben. Es handelte sich um die beiden Personen, die dort oben eine Kurbel bedienten. So wurde dafür gesorgt, dass der Bunker auf allen Etagen belüftet werden konnte. Es gab noch weitere Fallleitungen, denn auf jeder Etage gab es zwei Wassertoiletten.

                Tief in der Erde verankert sind diese Spitzbunker nicht. Sie stehen auf einer Art dicker Betonwanne. Das war Absicht, denn bei einem Treffer sollten sie wackeln können, um die Wucht der Explosion abzumildern. Was das für eine Gefühl sein muss, wenn ein solches mit Menschen vollgepfropftes Ding bei einem Treffer auch noch wankt,...! Die neuen Herrn der ehemaligen Verdun-Kaserne, die US-Army, nutzten diese Bunker als Lagerraum. Anfangs wurden dort die Waffen der Wache und auch die Munition gesichert. Doch im Laufe der Jahre aber wurden nur noch wenige Dinge darin gelagert. Bei einem Spitzbunker an der Marburger Straße ist ein Beispiel zu sehen, wie ein solcher Bunker auch heute noch genutzt werden kann, denn der ist ein einen Klettergarten verwandelt worden. Eines aber werden sie immer bleiben: Ein mahnendes Symbol gegen den Wahnsinn des Krieges."

                __________
                > Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...ocalnews&_dpa= [08.01.2008; 11.00 Uhr]


                Anmerkung: Der erwähnte »Kletterbunker« (Bauart »Winkel«) befindet sich nicht in der Marburger Straße, sondern im ehemaligen Bereich der Pedleton Barracks an der Grünberger Straße.
                .
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                • wallmeister
                  Rekrut
                  • 08.01.2008
                  • 33

                  #9
                  Spitzbunker/Winkeltürme in Gießen

                  Zitat von Geograph Beitrag anzeigen
                  An mehreren Stellen in Gießen sind solche Spitzbunker zu finden, die allerdings nicht gebaut worden waren, um der Bevölkerung Schutz zu bieten. Sie sollten die Kasernenbesatzungen schützen oder am kriegswichtigen Bahnhof die dort beschäftigten Menschen.
                  Gab es im Gießener Bahnhofsbereich überhaupt Winkeltürme? Ich kenne neben den beiden genannten Standorten (Rivers Barracks und Pendleton Barracks) nur noch diese Art Luftschutztürme im Bereich der Bergkaserne.
                  -Grüße vom Wallmeister!

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                  • Benshee
                    Rekrut
                    • 29.12.2007
                    • 21

                    #10
                    Hallo Harry,
                    hast Du schon was erreicht mit dem Rundgang durch den alten US Stützpunkt in Gießen ?
                    Kann der Herr Boyens aus dem Zeitungsbericht da was erreichen ?

                    Kommentar

                    • wallmeister
                      Rekrut
                      • 08.01.2008
                      • 33

                      #11
                      Spitzbunker/Winkeltürme in Gießen

                      Ich habe heute Morgen die beiden Winkeltürme in der ehemaligen Rivers Barracks fotografiert (Bild 1 und 2).
                      Die Bauarbeiten am neuen Behördenzentrum dauern noch an.

                      Im Bereich der einstigen Pendleton Barracks wurde einer der beiden dort befindlichen Spitzbunker angemalt (Bild 3).
                      Angehängte Dateien
                      -Grüße vom Wallmeister!

                      Kommentar

                      • Geograph
                        Wallmeister
                        • 10.05.2006
                        • 7495

                        #12
                        US-Standort Gießen: »Rivers Barracks«

                        Nach aktuellen Pressemeldungen (vgl. Gießener Anzeiger) scheint sich der einstige Unterkunftsbereich der ehemaligen »Rivers Barracks« zu einem Verwaltungszentrum zu entwickeln, nachdem Mitte April 2008 die »Gesellschaft für Integration und Arbeit« (Giag) und die Sozialverwaltung des Landkreises Gießen dorthin verlagert werden.


                        "Mieten ist preiswerter als neu zu bauen
                        Baudezernent Fricke (CDU) erläutert Vorlage zum Umzug der Kreisverwaltung – Vorhaben noch dieses Jahr umsetzen


                        KREIS GIESSEN (ae). Der Landratsamtkomplex Ostanlage 33 bis 45 soll verkauft werden und die Kreisverwaltung mit 220 Bediensteten komplett als Mieter in vier Gebäude der »Rivers Barracks« an der Automeile umziehen. Das steht in einer Vorlage, mit der sich der Kreisausschuss am Montag und der Kreistag am 28. April befassen soll. Noch in diesem Jahr soll das Vorhaben umgesetzt werden. Der bereits eingeleitete Umzug der Jugend- und Sozialverwaltung zusammen mit der Gesellschaft für Integration und Arbeit Gießen (Giag) an die Automeile ist davon unberührt. Er soll bereits bis Ende April abgeschlossen sein. Die CDU/FW/FDP-Koalition einigte sich diese Woche, wie berichtet, für den Rest der Kreisverwaltung auf den Komplettumzug. Diese war eine von fünf Haupt- und zahlreichen Untervarianten, die gutachterlich bei Baudezernent Siegfried Fricke (CDU) zusammengestellt worden sind.

                        Geprüft wurden dabei sowohl Abriss und Neubau von Gebäuden am bisherigen Standort als auch ein Neubau außerhalb. Dies wurde durchgerechnet für den Fall, dass der Kreis selbst Bauherr ist wie auch für das Einschalten eines Investors.

                        Bis zu zwölf Millionen Euro (gerechnet auf einen Zeitraum von 20 Jahren) mussten für Neubaulösungen kalkuliert werden. Am billigsten würde den Landkreis eine Sanierung am bisherigen Standort in allen fünf Gebäuden mit zusammen 13500 Quadratmeter Nutzfläche kommen. Auf 20 Jahre ist hierfür die Summe von 4,2 Millionen Euro errechnet worden.

                        Sechs Millionen Euro würde es kosten, nur das besonders marode Gebäude B abzureißen und dafür ein Haus in der Waldkaserne zu beziehen. So gut wie kein Unterschied ergibt sich zwischen der gewählten »Variante 3b« mit Komplettumzug an die Automeile bei Verkauf des bisherigen Komplexes und dem Fall, dass der Kreis an die Automeile zieht und die bisherigen Gebäude nicht verkauft, sondern vermietet. Beides läuft auf rund 5,2 Millionen Euro hinaus, weil dann an der Ostanlage Ausgaben für Bauunterhaltung einzurechnen wären. Also hat Fricke vorgeschlagen, sich vom bisherigen Eigentum zu trennen. Die Vermarktung sei überhaupt kein Problem. Fricke: »Ich habe drei Angebote.« Rund sechs Millionen Euro soll der Verkauf bringen. Nun gibt es auch noch Varianten, in denen in den Kasernengebäuden an der Automeile Eigentum durch Mietkauf neu gebildet wird. Das würde dann auf 20 Jahre bis zu 6,3 Millionen Euro kosten.

                        Die Koalition hat sich dazu nicht entschließen können. Fricke: »Wir wissen nicht mal, ob es in 20 Jahren den Landkreis als Verwaltungsebene noch gibt.« Falls doch, könne man zum Beispiel einfach den Mietvertrag für die Kaserne verlängern. Verkauf und Anmietung bedeutet: Man setzt darauf, dass langfristig durch die Bevölkerungsentwicklung mieten preiswerter ist als jetzt neu zu bauen.

                        Die gewählte Lösung bietet laut Fricke Sicherheit darüber, dass die Kosten sich nicht ändern. Das werde vertraglich geregelt. Eine Sanierung am derzeitigen Standort könne noch teurer werden, je nachdem, worauf man während den Arbeiten stößt. An der Automeile bezieht man sanierte Gebäude, habe viel Platz und genügend Parkraum. Zudem sei dort die Kreisverwaltung dann an einem Standort vereinigt. Nur zwei Spezialgebäude soll es außerhalb geben: die Kraftfahrzeugzulassung am Bachweg und das Veterinärwesen nahe dem Schlachthof in Gießen."


                        __________
                        > Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/six...=1133842&_dpa= [15.03.2008; 11.00 Uhr]
                        .
                        sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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                        • Exp. Musiker
                          Rekrut
                          • 22.03.2008
                          • 2

                          #13
                          verboten oder nicht ?

                          <<<<<Gestern war ich in dem Lager Buseck ( Daubringen ). Habe mir nur das Sonderwaffenlager angeschaut, überall Zerstörung. Jetzt sind da Hunde drin und irgendwelche andere Tiere. Das Tor war offen und ein Jeep stand davor und da bin ich einfach mal in das Gelände gelaufen. Ein Mann war da irgendwo in einem Gebäude und da habe ich mich nicht getraut weiter zu gehen.

                          Es ist schon schlimm das soviel Geld ausgegeben wurde, Menschen jedemenge Aufwand hatten und jetzt lässt man es so gleichgültig verfallen.>>>>>>


                          Ist es denn normalerweise verboten solches gelände zu betreten? wenn ja müsste dies doch durch entsprechende beschilderung gekennzeichnet sein ?!?
                          im übrigen würde mich mal interessieren was mir blühen würde wenn ich solches gebiet betrete und die netten damen und herren von der polizei mich dabei erwischen ?!?

                          ich habe nämlich eine anlage in sicht die ich mir gern näher anschauen würde, aber dort sind zäune vorhanden. zerstören werde ich nichts nur gucken und fotogrfieren.

                          danke für infos
                          lg victor

                          Kommentar

                          • Geograph
                            Wallmeister
                            • 10.05.2006
                            • 7495

                            #14
                            Hinweis

                            Zitat von Exp. Musiker Beitrag anzeigen
                            <<<<<Gestern war ich in dem Lager Buseck ( Daubringen ). Habe mir nur das Sonderwaffenlager angeschaut, überall Zerstörung. Jetzt sind da Hunde drin und irgendwelche andere Tiere. Das Tor war offen und ein Jeep stand davor und da bin ich einfach mal in das Gelände gelaufen. Ein Mann war da irgendwo in einem Gebäude und da habe ich mich nicht getraut weiter zu gehen.

                            Es ist schon schlimm das soviel Geld ausgegeben wurde, Menschen jedemenge Aufwand hatten und jetzt lässt man es so gleichgültig verfallen.>>>>>>


                            Ist es denn normalerweise verboten solches gelände zu betreten? wenn ja müsste dies doch durch entsprechende beschilderung gekennzeichnet sein ?!?
                            im übrigen würde mich mal interessieren was mir blühen würde wenn ich solches gebiet betrete und die netten damen und herren von der polizei mich dabei erwischen ?!?

                            ich habe nämlich eine anlage in sicht die ich mir gern näher anschauen würde, aber dort sind zäune vorhanden. zerstören werde ich nichts nur gucken und fotogrfieren.

                            danke für infos
                            lg victor
                            Bitte daran denken, dass dieses Forumsthema "US-Standort Gießen: »Rivers Barracks«" lautet.

                            Anfragen zu anderen Objekten etc. bitte in das dazugehörige Forumsthema schreiben oder – falls es dieses noch nicht gibt – ein neues Thema eröffnen. So wird ein unnötiges »Zerfleddern« der Themen vermieden.

                            Beiträge zum ehemaligen Sonderwaffenlager Alten-Buseck (»Daubringen«) beispielsweise bitte hier http://www.cold-war.de/showthread.php?t=506 verfassen.
                            .
                            sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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                            • Geograph
                              Wallmeister
                              • 10.05.2006
                              • 7495

                              #15
                              @ Exp. Musiker:

                              http://www.cold-war.de/showpost.php?p=4736&postcount=6





                              .
                              sigpic_G.E.O.G.R.A.P.H

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