Einbruch und Vandalismus in der Anderson-Kaserne Dexheim

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  • dochol
    Cold Warrior
    • 18.05.2009
    • 659

    #1

    Einbruch und Vandalismus in der Anderson-Kaserne Dexheim

    Hallo,
    zum wiederholten Male kam es zu EInbruch/Diebstahl mit erheblichem Vandalismus.

    http://www.wiesbadener-kurier.de/nac...i/12774840.htm

    Grüße
  • ed22ful
    Cold Warrior
    • 01.11.2010
    • 1747

    #2
    Aktuell zu Dexheim, da ich heute vorbeigefahren bin.

    Das Gelände oberhalb (Bereich ehemaliges Haupttor) ist vollgestopft mit Opel-Neuwagen, die stehen an jeder Ecke, zudem reger Rangierbetrieb.

    Fotos hab ich keine gemacht, da ich keine Zeit hatte.


    ed
    Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
    Interessengemeinschaft „Area 1" militärgeschichtlicher Verein e.V.
    www.ig-area-one.de

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    • ed22ful
      Cold Warrior
      • 01.11.2010
      • 1747

      #3
      Abend,

      da in meiner Wohnortnähe, war ich die Tage wieder in Dexheim und dabei ist mir mal wieder diverses aufgefallen:

      1.jpg Vandalismus im Bereich des Einganges des ehemaligen LA-Bereiches.

      Allerdings hier gravierender:

      2.jpg 3.jpg 4.jpg

      Alle Strahler inkl. Masten und die Wachtürme sind weg.

      Inzwischen hat sich im oberen Teil die Firma Frankenbach eingenistet und nutzt das Gelände wie im vorigen Beitrag geschrieben als Lagerplatz für OPEL-Neufahrzeuge.

      Zudem gibt es auch eine Veränderung an der Haupteinfahrt:

      5.jpg Der komplette Überbau inkl. Wachhäusern ist alles weg (Foto vom Jetztzustand hab ich, nur wo?).


      Was ist da wohl geplant?

      Gruß


      ed
      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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      • redneck
        Rekrut
        • 20.10.2013
        • 2

        #4
        Immer schoen alles wegreissen und zurueck bauen... Bravo echt geil Finde es einfach schade, dass immer mehr alte verlassene Bases abgerissen werden, bzw als Sozialwohnungen oder sonstiges verwendet werden.... Es sind nun mal Erinnerungen fuer Leute aus der Naehe, aber das interessiert ja keinen!

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        • Nemere
          Cold Warrior
          • 12.06.2008
          • 3280

          #5
          Zitat von redneck Beitrag anzeigen
          .... Es sind nun mal Erinnerungen fuer Leute aus der Naehe, aber das interessiert ja keinen!
          Das mag schon sein, aber vor allem sind nicht mehr genutzte militärische Einrichtungen zunächst einmal Kostenfaktoren für die jeweiligen öffentlichen Haushalte. Wenn diese Liegenschaften nicht einer vernünftigen Nachnutzung zugeführt werden, kommt es eben zu dem oben beschriebenen Vandalismus. Wenn dann ein Gelände erst einmal völlig vergammelt und zum "Glasscherbenviertel" verkommen ist, hat dies oft genug negative Außenwirkungen auf das Umfeld - die berühmte "Broken Window-Theorie". Es ist völlig undenkbar, alle jemals militärisch genutzten Liegenschaften als "Erinnerungsorte" zu bewahren. Man muß sich dabei immer vor Augen halten, dass die Bundesrepublik (alt) mit Militäreinrichtungen geradezu vollgestopft war.

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          • moped
            Cold Warrior
            • 25.06.2012
            • 140

            #6
            Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
            Es ist völlig undenkbar, alle jemals militärisch genutzten Liegenschaften als "Erinnerungsorte" zu bewahren. Man muß sich dabei immer vor Augen halten, dass die Bundesrepublik (alt) mit Militäreinrichtungen geradezu vollgestopft war.
            Richtig, alles wird man nicht erhalten können, wäre ja auch keine Zukunft, wenn sich nichts verändern dürfte.
            Aber es wäre gerade jetzt wichtig, einen Überblick zu bekommen, was noch übrig ist: Derzeit wird nämlich überall ohne Konzept abgerissen und beseitigt, auch mal "konvertiert" zu Energiefarmen etc.
            Während in R-P die ersten Denkmäler des Kalten Krieges unter Denkmalschutz gestellt werden, werden woanders noch behördliche Abrissverfügungen gegen gleichartige Objekte erstellt. Besser wäre es, die aussagekräftigsten und besterhaltenen Objekte jetzt zu sichern und zu bewahren, und dann erst den schlechter erhaltenen bzw. weniger wichtigen Rest zu beseitigen.

            LG Marc
            Das Beste an der Vergangenheit ist, dass wir alle damals jünger waren.

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            • rubeck1
              Cold Warrior
              • 05.06.2009
              • 509

              #7
              Marc,

              ich kann Dir nur zustimmen. Bei einer Begehung/Begegnung mit einer Vertreterin der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz vor ganz kurzem machte sie sinngemäß ffolgende Bemerkung: man sei erst am Anfang der Erfassung von Hinterlassenschaften des Kalten Krieges, man habe landesweit noch gar keinen Überblick, was es alles gäbe und wo die
              einzelnen Liegenschaften seien usw.
              Zwei Dinge fallen dabei auf:
              1. das Land scheint allmählich Interesse für das Thema coldwar zu entwickeln aber
              2. hat das Land RLP die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen: gerade in diesem unserem Land müsste es doch geradezu auf der Hand liegen, die vorhandenen Liegenschaften aus jener Epoche zu erfassen bzw. schon längst erfasst zu haben, sie haben sämtliche Regionen von Rheinland-Pfalz über Jahrzehnte geprägt. Aber jetzt verschwindet immer mehr und es dürfte schwer werden, noch "alles" zu erfassen. Aber gut, dann kann sich ja irgendwann ja mal die Archäologie darum kümmern...
              Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
              Interessengemeinschaft "area 1" -
              militärgeschichtlicher Verein e.V.
              www.ig-area-one.de

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              • Nemere
                Cold Warrior
                • 12.06.2008
                • 3280

                #8
                Zitat von rubeck1 Beitrag anzeigen
                Vertreterin der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz vor ganz kurzem machte sie sinngemäß ffolgende Bemerkung: man sei erst am Anfang der Erfassung von Hinterlassenschaften des Kalten Krieges, man habe landesweit noch gar keinen Überblick, was es alles gäbe und wo die einzelnen Liegenschaften seien usw.
                Da frage ich mich schon, welchen fachlichen Hintergrund die Dame hat. In einer Generaldirektion Kulturelles Erbe sollten meiner Auffassung nach vor allem Historiker, Archivare usw. vertreten sein, also Leute, die gelernt haben, mit Archiven zu arbeiten. Dann dürften solche von keiner Sachkenntnis getrübten Äußerungen aber nicht fallen: Natürlich gibt es diese Übersichten.

                Jedes Verteidigungskreiskommando der Bundeswehr, jedes VBK und jedes WBK hatte ausführliche Verzeichnisse über die von Bundeswehr und Alliierten genutzten militärischen Einrichtungen mit den zugehörigen Stationierungsübersichten im jeweiligen Verantwortungsbereich. Da diese territorialen Stäbe heute weitgehend aufgelöst sind, müssten ihre schriftlichen Überlieferungen archiviert sein.
                Vielleicht sollte sich die Generaldirektion einfach mal mit dem Bundesarchiv - Militärarchiv kurzschließen, ich denke auch, dass man bei Anfragen staatlicher Stellen von den sonst geltenden Sperrfristen abweichen kann.

                Es könnte natürlich sein, dass heutzutage sogar im Bundesarchiv - wie in vielen anderen ähnlichen Einrichtungen - inzwischen kaum des Lesens und Schreibens kundige 1,-- Euro-Hilfskräfte beschäftigt werden, so dass man nicht mehr in der Lage ist, solche Auskünfte zu geben. Trauriges Beispiel dafür ist die beim MGFA erstellte Standortdatenbank, wo man anscheinend auch nicht in der Lage ist, mit sachkundigem Personal auf vorhandenes Archivmaterial zurückzugreifen, sondern inzwischen die privaten Nutzer dieser Datenbank zur Unterstützung auffordert.

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                • dochol
                  Cold Warrior
                  • 18.05.2009
                  • 659

                  #9
                  Zitat von Nemere Beitrag anzeigen
                  Da frage ich mich schon, welchen fachlichen Hintergrund die Dame hat. In einer Generaldirektion Kulturelles Erbe sollten meiner Auffassung nach vor allem Historiker, Archivare usw. vertreten sein, also Leute, die gelernt haben, mit Archiven zu arbeiten. Dann dürften solche von keiner Sachkenntnis getrübten Äußerungen aber nicht fallen: Natürlich gibt es diese Übersichten.

                  Jedes Verteidigungskreiskommando der Bundeswehr, jedes VBK und jedes WBK hatte ausführliche Verzeichnisse über die von Bundeswehr und Alliierten genutzten militärischen Einrichtungen mit den zugehörigen Stationierungsübersichten im jeweiligen Verantwortungsbereich. Da diese territorialen Stäbe heute weitgehend aufgelöst sind, müssten ihre schriftlichen Überlieferungen archiviert sein.
                  Vielleicht sollte sich die Generaldirektion einfach mal mit dem Bundesarchiv - Militärarchiv kurzschließen, ich denke auch, dass man bei Anfragen staatlicher Stellen von den sonst geltenden Sperrfristen abweichen kann.

                  Es könnte natürlich sein, dass heutzutage sogar im Bundesarchiv - wie in vielen anderen ähnlichen Einrichtungen - inzwischen kaum des Lesens und Schreibens kundige 1,-- Euro-Hilfskräfte beschäftigt werden, so dass man nicht mehr in der Lage ist, solche Auskünfte zu geben. Trauriges Beispiel dafür ist die beim MGFA erstellte Standortdatenbank, wo man anscheinend auch nicht in der Lage ist, mit sachkundigem Personal auf vorhandenes Archivmaterial zurückzugreifen, sondern inzwischen die privaten Nutzer dieser Datenbank zur Unterstützung auffordert.
                  Ich kann euren Unmut nur zu gut verstehen. Aber Denkmäler kosten vor allem Geld. Und das ist, nicht nur in Rheinland-Pfalz, nicht gerade übermäßig vorhanden.
                  Da ist es doch viel einfacher, den Kram auf die lange Bank zu schieben, zu behaupte man wüsste nichts (Vielleicht weiß man aber auch wirklich nichts), und am Ende zu sagen "Das hat es mal gegeben".
                  Bedingt durch den Taunus wird man hier mit militärischen Hinterlassenschaften gradezu totinformiert. Das betrifft aber nur den Limes und Zubehör, und das ist ja schon einen guten Moment her.
                  Militärische Infrastruktur des KK wird a) sich selbst überlassen und gege gefahren gesichert, b) platt gemacht, wenn doch mal einer vom Dach fällt, c) umgenutzt, i.d.R industriell.
                  Konserviert oder historisch gesichert wird da garnix.

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                  • moped
                    Cold Warrior
                    • 25.06.2012
                    • 140

                    #10
                    Das Problem der Denkmalämter ist nach meiner Erfahrung weder die Kompetenz der Mitarbeiter noch deren Interesse an "jüngeren, unbequemen" Denkmälern: Beides ist durchaus vorhanden. Es liegt wohl eher daran, dass die Mitarbeiterzahl ständig (entgegen der Tendenz in anderem Ämtern) immer weiter nach unten gefahren wird und für vieles Wichtige einfach keine Zeit mehr bleibt.
                    Daran kann wohl nur die Politik etwas ändern. ( Vielleicht ist das politisch ja auch so gewollt? )

                    LG Marc
                    Das Beste an der Vergangenheit ist, dass wir alle damals jünger waren.

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                    • rubeck1
                      Cold Warrior
                      • 05.06.2009
                      • 509

                      #11
                      Das sehe ich ähnlich: die Kompetenz und das Interesse sind durchaus vorhanden. Aber bestes Beispiel für das politische "Nichtwollen" ist die Tatsache, dass es seit einigen Jahren für unsere Region in der Landesdenkmalpflege einfach keinen Gebietsreferenten mehr gibt. Die früher zuständige Dame ging in den Ruhestand - und damit war´s das dann.
                      Politisch wird ja ein unglaublicher Schlingerkurs gefahren: während sich der frühere MP als Vater der Stiftung zum Erhalt der Westwallanlagen feiern lässt, sparen seine politischen Erben die Denkmalpflege kaputt. Neueste Informationen besagen, dass verstärkt über eine vollständige Kommunalisierung der Denkmalpflege nachgedacht wird. Das hat dann zur Folge, dass noch weniger geschieht. Selbst wenn in der Stadt X oder dem Kreis Y Interesse da ist, wird es immer politisch interessantere Projekte geben, die Priorität erhalten. Falls dann wirklich mal ein Denkmal erhalten bleiben sollte, wird es bei den chronisch verschuldeten und unterfinanzierten Kommunen schlicht kein Geld geben.
                      Armes Deutschland, oder besser: armseliges Land!
                      Sonderwaffenlager Fischbach bei Dahn
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                      militärgeschichtlicher Verein e.V.
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                      • moped
                        Cold Warrior
                        • 25.06.2012
                        • 140

                        #12
                        Zitat von rubeck1 Beitrag anzeigen
                        (...) Die früher zuständige Dame ging in den Ruhestand - und damit war´s das dann. (...)
                        Armes Deutschland, oder besser: armseliges Land!
                        Ganau das wird sich nach meinen Informationen weiter fortsetzen. Freigewordene Stellen werden einfach nicht mehr neu besetzt - und damit kann man die Denkmalpflege ganz still und heimlich an die Wand fahren. Die Frage ist: WER will das eigentlich ???
                        Das Beste an der Vergangenheit ist, dass wir alle damals jünger waren.

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                        • shadow
                          Rekrut
                          • 08.11.2007
                          • 39

                          #13
                          Zitat von moped Beitrag anzeigen
                          WER will das eigentlich ???
                          Ich glaube, die Frage ist ganz einfach zu beantworten. In dem Moment, in dem Du einer Immobilie den Denkmal-Stempel aufdrückst, hast Du in jedem Einzelfall eine Handvoll Leute unseres Schlages, die kurzzeitig Beifall klatschen. In der nächten Woche ist die Geschichte in der breiten Öffentlichkeit wieder vergessen.
                          Du hinterlässt in jedem Einzelfall einen Eigentümer, dessen Immobilie nachhaltig an Wert verloren hat, schwer verkäuflich wird, der mit Auflagen bei der Nutzung/Umnutzung konfrontiert ist oder der zumindestens mehr Geld in die künftige Unterhaltung investieren muss, als er das bisher getan hat.
                          Das mag zu verschmerzen sein, wenn Du einem Privatmann das kleine Wohnhaus abstempelst.
                          Du wirst als Politiker auf Deinem weiteren Weg aber auch Gemeinde- und Landesfürsten auf die Füsse treten, kirchliche Würdenträger werden sich Deinen Namen merken und nicht zu letzt auch kleine Unternehmer in irgendwelchen Dörfern oder Grossunternehmen, denen Du im Land ein- oder mehrfach eine Immobilie denkmalmässig gestempelt hast. Irgendwann wird eine dieser Personen in einem Hinterzimmer den grossen Hebel ansetzen und Dein sicher geglaubter Listenplatz für die nächste Wahlperiode oder die nächste anvisierte Dienststellung löst sich über Nacht in Luft auf.
                          Als Politiker aktiv, glaubhaft und nachvollziehbar Denkmalpflege zu betreiben ist schlicht politischer Selbstmord. Das kannst Du nur machen, wenn Du nichts mehr zu verlieren hast.
                          Das Einschläfern der Denkmalpfege ist dagegen ein WIN-WIN. Du sparst in Deinem eigenen Haushalt aktiv Mittel für die Personalstellen und kannst im Idealfall im Hinterzimmer noch mit neuen Freunden kungeln, die Du vor dem Denkmalschutz bewahrt hast. Das ist nachhaltiger, als sich von einer Handvoll Menschen mit unserer Interessenlage kurz mal feiern zu lassen. Ob ein Denkmal in 10 oder 50 Jahren vielleicht mal als profitable Investition beurteilt wird, interessiert heute keinen der Entscheider.

                          Politischer Opportunismus gepaart mit den anders gelagerten Interessen von Menschen oder Interessengruppen, die auf jeden Fall einen Punkt finden werden, an dem sie einen unglaublich langen Hebel ansetzen können, wenn etwas entgegen ihrer Vorstellungen läuft. Und die den Hebel auch mit Sicherheit ansetzen werden.

                          Shadow.
                          Zuletzt geändert von shadow; 24.10.2013, 02:03.

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