Bw-Kasernen - Schutzräume

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    Cold Warrior
    • 25.01.2009
    • 137

    #1

    Bw-Kasernen - Schutzräume

    Hallo zusammen,

    im letzten Jahr konnte ich an einer Erkundung der Pommern-Kaserne in Fürstenau teilnehmen. Und es war mir in den vergangenen Tagen vergönnt, die ehemalige Lützow-Kaserne in Schwanewede kurz vor Abriß komplett zu erkunden.

    In beiden Kasernen sind in den Unterkunftsblöcken die Keller zu einfachen Schutzräumen ausgebaut. Es befinden sich Schleusen an den Eingängen. Belüftungsanlagen mit Sandfiltern sind vorhanden. Dazu kommen Duschen und Sanitäranlagen. Teilweise findet man Notausstiege, die außerhalb der Bauten an die Oberfläche führen.
    Zusätzlich gibt es die offiziell Außenschutzbauten genannten Bunker, überwiegend Typ Bw 50 = mit einer Aufnahmekapazität von 50 Personen. Die befinden sich im Untergrund neben den Unterkünften. Der reguläre Zugang erfolgt meist aus dem Keller eines benachbarten Gebäudes. Dort führt eine Treppe abwärts, die Bunker liegen ca. 5 m unter der Oberfläche.

    In Fürstenau wurden mehrere Unterkünfte abgerissen, man findet nur noch zwei Bw 50. Und die befinden sich außerhalb der Kaserne, auf dem Gelände der StOV. Dagegen sind in Schwanewede durchnumeriert 44 Bunker vorhanden, in Summe also 2200 Plätze!

    Mir ist die Zweigleisigkeit dieser Schutzräume nicht klar. Ein Verdacht ist, dass die Bunker im Falle eines Überraschungsangriffes aufgesucht werden sollten. Und die einfachen Schutzräume im Keller dienten evtl. für eine von der Friedensbelegung der Kaserne unabhängigen und mehr Platz erfordernden Nutzung, z.B. als Reservelazarett?

    Kann hier jemand diesbezüglich etwas aufklären?
    Viele Grüße
    Manfred / Relikte
  • DeltaEcho80
    Cold Warrior
    • 09.03.2013
    • 1749

    #2
    Hallo Relikte,

    wir haben im Themenstrang zur Hainberg-Kaserne in Mellrichstadt dieses Thema "Schutzräume unter BW-Kasernen" auch schon mal durch diskutiert.

    Bei den Führungen durch die ehem. Kaserne wurde vom Traditionsverein immer erklärt, dass diese "Bunker" nur bei einem Überraschungsangriff von der BW genutzt worden wären, bevor man dann versucht hätte, gemäß Alarmkalender in die Verfügungsräume zu kommen. Der Bataillonsstab wäre angeblich im Bunker unter dem Stabsgebäude verblieben.

    Für wen dann diese Schutzräume zur Verfügung gestanden hätten, wurde aber nie so richtig aufgelöst. Wenn man die GDP-Planungen der 12. PzDiv hier im Forum sieht, wäre ja auch der Bataillonsstab nicht in der Kaserne verblieben. Aber die Alarmkalender mit den allerletzten Details sind auch im Bundesarchiv nicht einsehbar.

    Die Zivilbevölkerung aus der Rhön wäre (angeblich) in den Schwarzwald evakuiert worden. Wobei Mellrichstadt natürlich - anders als Fürstenau oder Schwanewede - eine Garnison war, die sehr grenznah war.

    Hier der Link zum Thema: https://cold-war.de/home/forum/stand...-kaserne%C2%AB

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