Auch in der Bundeswehr existierten bis mindestens Mitte der 70iger Jahre solche Kolonnen als eigenständige Dienststellen. Gibt es dazu nähere Informationen?
Brückenkolonnen
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Brückenkolonnen
In der Wehrmacht existierten Brückenkolonnen im Rahmen der Pioniertruppe. Diese hatten die Aufgabe, das Material für Gewässerübergänge bereitzuhalten und solche Übergänge zu "schlagen".
Auch in der Bundeswehr existierten bis mindestens Mitte der 70iger Jahre solche Kolonnen als eigenständige Dienststellen. Gibt es dazu nähere Informationen?Stichworte: -
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Nach meinem Kenntnisstand hatte die Bundeswehr nie Brückenkolonnen.
Es gab in den Heeresstrukturen 1 und 2 sowie teilweise noch in der Heeresstruktur 3 eine Reihe von selbständigen Kompanien, die mit Gerät für den Gewässerübergang ausgestattet waren, z.B. die SE-Schwimmbrückenkompanien, die Schwimmbrückenkompanien und schweren Schwimmbrpckenkompanien. Auch die Flußpionierkompanien könnte man dazu zählen.
Dann gab es bis etwa 1965 noch Pioniergerätekompanien, die ebenfalls Brückengerät bereithielten.
Die Brückenkolonnen der Wehrmacht waren zunächst vielfach den Divisionspionier-Bataillonen angegliedert. Sie transportierten das Brückengerät, das Personal für Bau und Betrieb der Kriegsbrücken / Fähren kam aber größtenteils aus den Pionierkompanien des Bataillons. Ab etwa 1941 wurden die meisten dieser Brückenkolonnen den "Heerestruppen" zugeteilt und wurden dann von höheren Pionierstäben oder den Armeen eingesetzt.
Bei der Bundeswehr hatten dagegen schon die Divisionspionier-Btl von Anfang an Kompanien mit Kriegsbrückengerät fest zugeteilt. Zunächst war das meist eine Schwimmbrückenkompanie, dann häufig eine Amphibische Kompanie, und schließlich ein "Pioniermaschinen- und Geräte-Kompanie", in der auch das Kriegsbrückengerät vorhanden war (zunächst Festbrücke Medium Girder Bridge und Schlauchbootbrücke, ab 1980 Faltschwimmbrücke).
Reine Brückenbataillone gab es auf Korps- und TerrKdo-Ebene, bis 1970 auch bei den WBK.
Auch in dem trotz einiger Mängel als Standardwerk geltenden Buch von
Käser, Gustav / Schulze, E.: Pioniere des deutschen Heeres 1955 - 2000. Chronik einer Truppengattung. Stuttgart 2000, erscheinen keine Brückenkolonnen bei der Bundeswehr.
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Einspruch!!
Mir liegen folgende offizielle Daten für das Jahr 1975 vor:
Brückeneinsatzstab DNr 43926, STAN 444 3504, Darmstadt
Brückeneinsatzverband DNr 43525, STAN 444 2504, Darmsatdt
Brückenkolonne 1 DNr 43270, STAN 444 4504, Karlsruhe
Brückenkolonne 2 DNr 43729, STAN wie 1, Darmstadt
Brückenkolonne 3 DNr 43141, wie 2
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Nach meinem Kenntnisstand hatte die Bundeswehr nie Brückenkolonnen.
Die Chronik der Pioniertruppe weist keine Brückenkolonnen im Sinne einer Dienststellenbezeichnung aus, auch nicht in den Übersichten aus den 60iger und 70iger Jahren.
Einspruch!!
Mir liegen folgende offizielle Daten für das Jahr 1975 vor:
Brückeneinsatzstab DNr 43926, STAN 444 3504, Darmstadt
Brückeneinsatzverband DNr 43525, STAN 444 2504, Darmsatdt
Brückenkolonne 1 DNr 43270, STAN 444 4504, Karlsruhe
Brückenkolonne 2 DNr 43729, STAN wie 1, Darmstadt
Brückenkolonne 3 DNr 43141, wie 2
Jetzt wird es interessant – wie das Thema »Drückerkolonnen« ………
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Aus welcher Quelle stammen diese Angaben, bzw. in welchem Zusammenhang werden sie genannt?
Den genannten "Brückeneinsatzverband" gab es tatsächlich 1965 in der Bundeswehr. Das war das 6960th Labor Service Battalion (Swing Bridge, Maintenance and Securitiy) der US-Army, das 1965 mit allen Zivilbeschäftigten in die Bundeswehr übernommen wurde und dann als schweres Pionierbataillon 715 ”Brückeneinsatzverband (BEV)” geführt wurde.
Dieses Btl war ausgestattet mit 6 Schwimmbrücken 300 m (geteilt in Halbbrücken beiderseits der Brückenstellen einschwimmfertig im Rhein liegend) und 12 Pioniergroßfähren MLC 100.
Brückenstellen waren Kornsand bei Oppenheim, Leimersheim, Oppenheim, Rheinhausen, Eich, Brühl, Germersheim
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Tankkraftwagen-Einweiserzüge gab es tatsächlich, so z.B. die um 1970 als Geräteeinheiten aufgestellten Tankkraftwagen-Einweiserzüge 851 bis 855. Diese wurden Oktober 1981 aufgelöst und zur Aufstellung der Pipelinepionier-Btle 851 bis 853 herangezogen.
Unterstellt waren diese Züge dem Versorgungskommando 850. Eingesetzt waren diese Züge an den Füllstationen des NATO-Pipelinesystems.
Um mit den Brückenkolonnen evtl. weiterzukommen, wäre eine etwas präzisere Quellenangabe hilfreich. Mit dem Satz "Kopie aus einem Dienststellenverzeichnis 1975 zum Thema "merkwürdige" Dienststellen." lässt sich nicht wirklich viel anfangen. Die Bundeswehr hat sicher kein Dienststellenverzeichnis mit dem Titel "Merkwürdige Dienststellen" aufgelegt.
Konkret daher die Fragen:
- Herausgeber des Dienststellenverzeichnisses
- Titel des Dienststellenverzeichnisses
- Art des Dienststellenverzeichnisses (organisatorisch, numerisch, alphabetisch?)
Weiter sind in Dienststellenverzeichnisses - je nach Art - auch normalerweise die Nummern der Einheiten (also z.B. Brückenkolonne 852 oder ähnlich) angegeben. Auch diese Angabe wäre hilfreich.
Oder - noch einfacher: einen Scan der betreffenden Seite UND der Titelangaben dieses Dienststellenverzeichnisses hier einstellen.
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Wäre aber mal ein interessanter AnsatzZitat von Nemere Beitrag anzeigenDie Bundeswehr hat sicher kein Dienststellenverzeichnis mit dem Titel "Merkwürdige Dienststellen" aufgelegt.
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Natürlich führt die Bundeswehr keine Verzeichnisse zu "merkwürdigen" Dienststellen. Es stellt sich aber die Frage, warum neben den "üblichen" Pioniertruppen plötzlich solche seltenen Bezeichnungen von Dienststellen auftauchen. Die Frage wird hier aber wohl nicht beantwortet werden können - muss sie auch nicht.
Quelle ist das numerische Dienststellenverzeichnis Stand 1.2.1975, herausgegeben vom Bundeswehramt - Abt IV/GrpOrgGrundlagen/3
Die Brückenkolonnen weisen als Nummern nur die 1 bis 3 auf - die übliche Anfangsziffer 8 für Dienststellen der TerrKdo's gibt es nicht.
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Ich muß dieses uralte Thema nochmal aufgreifen. Man lernt ja nie aus.
Es scheint ganz am Anfang der Bundeswehrgeschichte doch Brückenkolonnen gegeben zu haben. So wird z.B. für Brannenburg (Degerndorf) für 1956 eine "Brückenkolonne Pionierlehrbataillon" erwähnt. Diese scheint dann 1957 zur Aufstellung der beiden Schwimmbückenkompanien 734 und 736 (ebenfalls Brannenburg) herangezogen worden zu sein.
Quelle: Gemeindearchiv Brannenburg, Stationierungslisten der Jahre 1956 - 1959. ohne Aktenzeichen und Datum.
Hilft uns zwar bei der hier relevanten Frage nach den Brückenkolonnen des Jahres 1975 nicht weiter, erscheint mir aber doch interessant.
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